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Studiengang Wirtschaftsinformatik
Wirtschaftsinformatik kann sozusagen als Schnittstelle zwischen den Wirtschaftswissenschaften (insbesondere der Betriebswirtschaft) und der Informatik angesehen werden. Es handelt sich hierbei um die Wissenschaft der Informations- und Kommunikationssysteme. Diese Systeme müssen nicht unbedingt elektronische Systeme sein, wie es bei der reinen Informatik der Fall wäre. Es werden vielmehr für reale, soziale und wirtschaftliche Systeme Modelle entwickelt, die vor allem wirtschaftlichen (also ökonomischen) Anforderungen standhalten sollen. Ganz allgemein steht eine Verbesserung der Position des Unternehmens natürlich immer im Vordergrund und ist Ziel der Arbeit. Wirtschaftsinformatiker leisten ihren Beitrag zum Erreichen dieses Zieles indem sie sich mit der Entwicklung, der Betreuung und dem Verkauf von IT-gestützten Kommunikations- und Informationssystemen innerhalb des Betriebes befassen. Dabei kann es sich zum Beispiel um für Unternehmen wichtige Programme für Lohn- und Gehaltsabrechnung oder Fertigungsvorbereitung und Fertigungssteuerung handeln. Die Regelstudienzeit auf Diplom dauert cirka zehn Semester. Durch das von 29 europäischen Bildungsministern unterschriebene Bologna-Abkommen (pdf) findet momentan auch in Deutschland eine Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge statt. Dadurch sollen Studienleistungen und Abschlüsse international vergleichbar gemacht werden. Deshalb lösen die internationalen Studiengänge die klassischen Diplomstudiengänge langsam ab. In Zukunft kann auch das Studium der Wirtschaftsinformatik überwiegend nur noch auf Bachelor begonnen werden. Ein derartiges Studium ist mit einer Regelstudienzeit von sechs Semestern angesetzt. Aufgrund der interdisziplinären Ausrichtung des Faches sollten angehende Wirtschaftsinformatiker sowohl Interesse für die Betriebswirtschaftslehre mitbringen als auch analytisch denken können. Außerdem sind gute Kenntnisse der englischen Sprache und mathematisches Grundwissen und Verständnis für Studienanfänger von Vorteil. Im Grundstudium wird Fachwissen über Basiskonzepte, Basistechnologien und betriebliche Anwendungssysteme vermittelt. Im Hauptstudium werden Vorlesungen, Übungen und Seminare in den Bereichen Informationsmanagement, Systementwicklung, E-Commerce, Projektmanagement, Produktionsinformatik, betriebliche Anwendungssysteme und Operations Research angeboten. Dabei haben die Studenten die Möglichkeit sich auf einen der Teilbereiche zu spezialisieren. Neben Studieninhalten die sich auf Wirtschaftswissenschaft, Informatik oder speziell Wirtschaftsinformatik konzentrieren, gehören oft auch Englisch-Seminare zum Lehrangebot. Ziel des Studiums ist es, den angehenden Wirtschaftswissenschaftlern Strukturen von Wirtschaft und Betrieben, betriebliche Prozesse und Aufgaben, aber auch methodische Vorgehensweisen und Werkzeuge der Informatik zu vermitteln. Die Berufsfelder der Wirtschaftsinformatik Wirtschaftswissenschaftler werden genau wie Betriebswirte und Informatiker von allen möglichen Branchen gesucht. Allerdings ist die Anzahl der Stellenausschreibungen, die sich direkt an Wirtschaftsinformatiker wenden, relativ gering. Sie können jedoch nahezu überall arbeiten, wo Informations- und Kommunikationsmodelle zur Abwicklung von Geschäftsprozessen verwendet werden. Mögliche Berufsfelder liegen zum Beispiel in der Softwareentwicklung, in der Beratung, im Technologiemanagement, im Controlling, in der Systemanalyse oder der Organisationsentwicklung. Wirtschaftsinformatiker können als Projektmanager bei IT-Projekten, als Software-Ingenieur, als Berater für Standardsoftware in Betrieben oder auch als Telekommunikationsberater eingesetzt werden. Nach einem Boom am Arbeitsmarkt geht die Nachfrage nach Wirtschaftsinformatikern langsam wieder zurück. Dennoch ist damit zu rechnen, dass diese Berufsgruppe auch in Zukunft in vielen Bereichen gebraucht wird. Zukunftsaussichten für Wirtschaftsinformatik-Studenten Auch wenn die tatsächlichen Einstiegsgehälter immer von vielen verschiedenen Faktoren abhängen und nicht genau prognostiziert werden können, liegt ein ungefährer Richtwert für das Gehalt von Berufseinsteigern bei cirka 40.000 Euro im Jahr. BÜCHER Studien- und Berufswahl 2009 / 2010, das Standardwerk für Studierende und alle, die es werden wollen.
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