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Studiengang Medizin

Was ist Medizin?

Beschäftigungsgegenstand der (Human-)Medizin ist der Mensch und mit ihm seine Gesundheit. Mediziner sorgen sich um das körperliche Wohl der Patienten. Die wesentlichen Tätigkeiten eines Arztes sind das Erkennen (Diagnose) und die Behandlung (Therapie) von Krankheiten. Natürlich wird auch großen Wert auf die Vorbeugung gelegt, damit Krankheiten erst gar nicht entstehen. Vorbeugungsmaßnahmen können im Rahmen von medizinischer Beratung auf den Gebieten der Ernährung, Bewegung oder auch durch spezielle Vorsorgeuntersuchungen stattfinden. Die Möglichkeiten der Medizin wachsen mit voranschreitenden Erfolgen in der Forschung von Jahr zu Jahr. Grundlagen der Medizin sind die drei großen Teilgebiete der Naturwissenschaften: Biologie, Chemie und Physik.

Ergänzend dazu ist Wissen in den Bereichen Psychologie und Sozialwissenschaften von großer Bedeutung. Denn der Mediziner ist meist nicht nur für die physischen Krankheiten seiner Patienten zuständig, sondern muss auch auf zwischenmenschlicher Ebene mit ihnen umgehen können.

Das Medizin-Studium

Das Medizinstudium an deutschen Hochschulen befindet sich zurzeit im Wandel. Am 27. Juni 2002 wurde eine neue Verordnung beschlossen, die eine praxisnahe Ausbildung der Medizinstudenten sichern und das Studium attraktiver machen soll. Diese neue Approbationsordnung könnt ihr hier nachlesen.

Ein Medizinstudium dauert in der Regel sechs Jahre und setzt sich aus einem vorklinischen Teil von zwei und einem klinischen Teil von vier Jahren zusammen. In dem letzten Studienjahr arbeiten die Studenten ganztägig in Krankenhäusern. Dieser Studienabschnitt wird auch „Praktisches Jahr“ genannt. Ein Medizinstudent muss während seines Studiums mehrere Praktika absolvieren. Seit der neuen Approbationsordnung müssen die Studenten zwei staatliche Prüfungen absolvieren. Die erste staatliche Prüfung findet in der Regel nach dem vierten Semester statt. Die zweite staatliche Prüfung findet nach zwölf Semestern, also nach dem Praktischen Jahr, statt. Nach dem Bestehen der zweiten Prüfung kann der Absolvent die Vollapprobation beantragen, die ihn dazu berechtigt den ärztlichen Beruf auszuüben. Allerdings steht er hier noch unter Aufsicht eines Facharztes. Wenn ein Arzt eine eigene Praxis eröffnen möchte, dann muss er nach seinem Medizinstudium eine Facharztausbildung absolvieren. Facharztausbildungen gibt es in den unterschiedlichsten Bereichen, wie Allgemeinmedizin, Chirurgie, Gynäkologie, Neurologie, Radiologie, Rechtsmedizin, Kinderheilkunde und Orthopädie.
Medizinstudienplätze sind allgemein sehr begehrt. Das ist auch der Grund dafür, warum der Numerus Clausus so hoch ist. Numerus Clausus (NC) ist lateinisch, heißt eigentlich „beschränkte Zahl“ und bezieht sich darauf, dass nur eine bestimmte Anzahl von Bewerbern für das Fach zugelassen werden können. Wenn man sagt, dass bei einem Fach der NC besonders hoch ist, bedeutet es, dass ein sehr guter Durchschnitt der Abiturnoten verlangt wird. An manchen Unis werden aber auch einige Studienplätze durch ein Losverfahren vergeben. Dadurch haben dann einige Bewerber mit einem schlechteren Notendurchschnitt ebenfalls die Chance auf einen Studienplatz.

Die Berufsfelder

Ein Großteil der Mediziner arbeitet als niedergelassene Ärzte in einer Praxis oder auch Krankenhäusern. Mediziner können aber durchaus auch in die Forschung und Lehre gehen. Alternative Tätigkeitsfelder für Mediziner liegen zum Beispiel in der Umweltmedizin, der Medizin-Informatik, der pharmazeutischen Industrie und im Gesundheitsmanagement. Die Arbeitslosenquote von Humanmedizinern (ohne Zahnärzte) liegt recht konstant bei ungefähr zwei Prozent. Das ist einem Bericht der Bundesagentur für Arbeit (pdf) zur Arbeitsmarktlage von Ärzten zu entnehmen. Im Vergleich zu vielen anderen Berufen ist der Arbeitslosenanteil relativ gering. Dabei werden vor allem ausgebildete Fachärzte gesucht. An der Spitze der gefragten Facharztqualifikationen stehen Internisten und Fachärzte für Psychotherapie.


Zukunftsaussichten für Medizinstudenten

Während die Berufsaussichten für Fachärzte gut stehen, ist die Arbeitslosenquote der Assistenzärzte leicht angestiegen. Etwa 4,6% dieser Ärzte haben momentan keine Beschäftigung. Bezüglich der Gehälter und Arbeitsbedingungen von Ärzten herrscht in Deutschland momentan große Uneinigkeit. Die Ärzte fordern eine bessere Bezahlung und kürzere Arbeitszeiten, da gerade Berufsanfänger in Kliniken sehr viel arbeiten müssen und dafür – nach Meinung der Ärzte – nicht ausreichend bezahlt werden. Wie dieser Streit ausgeht ist momentan noch nicht vorauszusehen. Nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft (pdf) (DKG) bekommt ein junger Klinikarzt im öffentlichen Dienst knapp 2.000 Euro Nettogehalt im Monat.
Viele nützliche weiterführende Informationen findet ihr bei Medi-Learn, einer Webseite für Medizinstudenten und Jungmediziner.



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