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Studiengang Architektur
Die Architektur beschäftigt sich in erster Linie mit der Planung, dem Entwurf und der Durchführung und Errichtung von (Wohn-) Gebäuden und Anlagen. Hierbei spielen sowohl die technische, als auch die künstlerisch-kreative Seite eine Rolle, daher auch der Begriff der Baukunst. Außer der technischen Planung sind außerdem ökonomische, rechtliche und politische Gesichtspunkte zu berücksichtigen (wobei diese Managementaufgaben im Studium leider teilweise zu kurz kommen). Wie viel Geld steht mir zur Verfügung? Rentiert sich der Bau? Wo darf ich überhaupt bauen? Werde ich den Umweltschutzbestimmungen gerecht? In diesen Punkten arbeiten Architekten eng mit Bauingenieuren zusammen. Wie in vielen Berufen hat auch hier die Bedeutung von Computerprogrammen zugenommen, die Qualifikationsanforderungen steigen und ändern sich also. Zudem ist die gesellschaftliche und ästhetische Bedeutung eines Gebäudes von Bedeutung, es soll also nicht allein eine zweckhafte Konstruktion sein. Entspricht es den Bedürfnissen der Bewohner? Wie gut fügt es sich in das Stadtbild ein? Auch wenn einem Architekten also künstlerische Fähigkeiten abverlangt werden, kann er seiner Kreativität nicht unbeschränkt freien Lauf lassen, sondern muss viele Faktoren berücksichtigen. Mit welchem der Faktoren ihr euch am meisten beschäftigt, hängt auch davon, ob ihr euch für einen Schwerpunkt entscheidet und welchen Ausbildungsweg ihr wählt. Wir gehen hier nicht im Einzelnen auf die weiteren Fachdisziplinen wie Landschafts- oder Innenarchitektur, Städtebau und Bauphysik ein. Architektur könnt ihr an (Technischen) Universitäten und Fachhochschulen studieren, aber auch an Kunstakademien. Bevor ihr euch einschreiben könnt, müsst ihr meist in verschiedenen Verfahren zeigen, dass ihr die entsprechende künstlerisch-gestalterische Eignung für das Studium der Architektur mitbringt. Das kann in Form von Arbeitsproben (Vorlage einer Mappe oder Aufgabenstellungen vor Ort), einer Klausur und/oder eines Bewerbungsgespräches geschehen. Außerdem wird oft der Nachweis eines Vorpraktikums verlangt, um eine gewisse Praxiserfahrung sicherzustellen. Der wohl noch gängigste Abschluss ist das Diplom: nach einem Studium mit einer Regelstudienzeit von 9-10 Semestern erhaltet ihr den Titel Diplom-Ingenieur. Der Bachelor- bzw. Masterstudiengang setzt sich jedoch mehr und mehr durch. Das Studium setzt sich je nach Thema aus Vorlesungen, Seminaren oder praktischen Übungen (z.T. auch mehrmonatigen Praktika) zusammen. Dabei werden naturwissenschaftliche Themen behandelt, technische, kreative, und soziokulturelle. Im Grundstudium können beispielsweise Gebäudelehre, Bauphysik und chemie, Zeichnen und Geometrie, Bau- und Kunstgeschichte oder auch spezielle EDV-Anwendungen auf dem Stundenplan stehen. Im Hauptstudium werden die behandelten Stoffe dann vertieft und um mehr praktische Anfertigungen ergänzt. Außerdem erwerbt ihr Grundlagen in wirtschaftlichen, sozialen und rechtlichen Bereichen. Die Berufsfelder für Achitektur-Absolventen Im ersten Abschnitt haben wir bereits beschrieben, was Architektur ist und welche Tätigkeiten sich dahinter verbergen können. Wo und wie arbeiten nun aber fertiger Architekten? Zumeist sind sie in Architekturbüros wiederzufinden, wo sie entweder freiberuflich oder als Angestellte arbeiten. Hier werden die Entwürfe und Planungen für die anschließende Durchführung und Überwachung der Baukonstruktionen erstellt. Vor allem in größeren Büros findet man Abteilungen, die sich auf einzelne Gebiete spezialisieren, so z.B. Bauleitung, Planung oder auch Innenarchitektur oder Bauphysik. Je nach Größe des Büros beschäftigt man sich also mit einem speziellen Feld oder übernimmt eine breitere Palette von Aufgaben. Häufiger als früher werden Architekten auch gewerblich tätig. Ebenso können sie als Berater oder Gutachter arbeiten, in Forschung und Bildung oder auch in verwandten Disziplinen wie z.B. im Bereich Desgin, Kunst und Kultur, Theater oder im Fachjournalismus. Bei diesen Bereichen muss allerdings darauf hingewiesen werden, dass sie einerseits für den gelernte Architekten eine ungewohnte Umstellung bedeuten und er sich gleichzeitig einer großen Konkurrenz ausgesetzt sieht, da andere Bewerber eher auf diese Gebiete spezialisiert sind. Zukunftsaussichten für Architektur-Studenten und -Absolventen Teilweise müssen Architekten jedoch auf Alternativen zurückgreifen, da der Arbeitsmarkt es ihnen nicht leicht macht. Laut der Bundesagentur für Arbeit ist die Lage im Baugewerbe so schwierig, dass die Arbeitslosigkeit in den letzten Jahren sehr stark gestiegen ist (von 2.500 im Jahr 1993 auf knapp 9.000 in 2003). Absolventen der FH machen dabei einen unbedeutend kleineren Anteil aus als Uni-Absolventen. Die Stellenangebote variieren je nach Bundesland; die meisten gibt es noch in Nordrhein-Westfalen, danach in Baden-Württemberg, Niedersachsen und Bayern. Für Berufseinsteiger hat sich gezeigt, dass 70% der Absolventen des Jahrgangs 2001 nach einem Jahr ein geregeltes Arbeitsverhältnis haben. Doch nicht selten werden jungen Arbeitssuchenden zunächst nur Praktika angeboten. Hierdurch sammelt ihr zwar Arbeitserfahrung, werdet jedoch nicht sehr gut bezahlt. Auch nach einer Anstellung lockt weniger Geld, als einige sich vielleicht erhoffen. Die Bundesingenieurkammer (BIngK) gibt das monatliche Nettoeinkommen von 32% der Architekten und Raumplanern 2003 mit 2600€ und mehr an; 22% verdienten zwischen 2000€ und 2600€ und 10% zwischen 1500€ und 2000€. BÜCHER Studien- und Berufswahl 2009 / 2010, das Standardwerk für Studierende und alle, die es werden wollen.
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