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Lehramtsstudium

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Studien- und Berufswahl
Der Fachbereich "Lehramt"

Hinter dem Begriff „Lehramt“ verbergen sich alle Studiengänge, die auf den späteren Beruf des Lehrers vorbereiten sollen. Tatsächlich steht dahinter eine Vielzahl von Fächern die im Rahmen der Lehrerausbildung belegt werden können. Generell sind diejenigen für den Lehrerberuf geeignet, die sich nicht nur für Fachwissen bestimmter Gebiete interessieren, sondern auch gut erklären und mit Menschen umgehen können. Deshalb ist Pädagogik auch immer Teil eines Lehramtsstudiengangs, wodurch den angehenden Lehrern nicht nur der universitäre Stoff – also das Wissen – sondern auch der Umgang mit den Schülern vermittelt werden soll. Die Fächeranzahl, Fächerkombination, der Studienaufbau und Studienverlauf hängt davon ab, in welche Schulform und in welche Jahrgangsstufe ein Lehrämtler später gehen möchte und in welchem Bundesland er studiert. Da momentan in verschiedenen Bundesländern eine Umstrukturierung des Lehramtsstudiums vollzogen wird, ist die Ausbildung zum Lehrer in Deutschland augenblicklich nicht einheitlich geregelt und kann deshalb hier auch nicht pauschal abgehandelt werden.

Die meisten Bundesländer gliedern das Lehramtsstudium an den Universitäten nach den Schulformen. Dabei wird unterschieden zwischen Grundschule, Hauptschule, Realschule, Gymnasium, Berufsschule und Sonderschule. In manchen Bundesländern wird jedoch eine andere Einteilung der Lehrämter vorgenommen. Wenn ihr euch für den Lehrerberuf interessiert, dann solltet ihr euch speziell für die Uni informieren, an die ihr gehen wollt. Traditionell wird das Lehramtsstudium mit zwei Staatsexamen abgeschlossen. In Berlin, Brandenburg, Bremen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und zum Teil auch in Nordrhein-Westfalen hat jedoch eine Umstellung der Lehramtsstudiengänge auf das Bachelor-/Master-System stattgefunden. Hierbei handelt es sich um ein so genanntes gestuftes Studienmodell, bei dem der Student erst ein Bachelorstudium (sechs Semester) und anschließend ein Masterstudium (zwei bis vier Semester) absolviert. Dieses System soll ermöglichen, dass sich die universitäre Ausbildung in Europa (oder auch weltweit) annähern und vergleichbar werden. Außerdem erlaubt es dem Studenten eine freiere Gestaltung des Studiums und ermöglicht einen problemloseren Wechsel in andere Studiengänge.
Grundsätzlich lässt sich die Ausbildung zum Lehrer in zwei Phasen unterteilen, eine theoretische Phase an der Uni und eine praktische Phase im Referendariat an den Schulen. Das Referendariat ist der pädagogisch-praktische Teil der Lehramtsausbildung. Während dieser Zeit bekommt der Lehramtsanwärter die Gelegenheit selbst an einer Schule zu unterrichten. Parallel dazu werden Seminare besucht, die den Studenten während dieser Praxis-Phase begleiten und perfekt auf den Arbeitsalltag vorbeireiten sollen. Abschlussprüfungen werden einmal nach der Phase an der Uni und einmal nach dem Referendariat abgelegt.


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       LEHRAMTS-STUDIUM GRUNDSCHULEN

Lehramt für Grundschulen

Die Grundschule bildet die erste und somit die Grundstufe des deutschen Bildungssystems. In der Regel umfasst die Grundschule vier Schuljahre, nach denen die Schüler an die unterschiedlichsten Schulformen wechseln. Hier findet die Vermittlung des Lehrstoffes noch auf eine recht spielerische Art statt und es sollte Ziel eines jeden Grundschul-Lehrers sein, die Stärken der Schüler zu unterstützen und ihnen zu helfen eine eigene Persönlichkeit auszubilden.
In einigen Bundesländern ist es möglich speziell Grundschullehramt zu studieren. Verpflichtend ist hier meist das Studium von Mathematik und Deutsch. Hinzu kommt dann noch mindestens ein weiteres Fach. Die Studienzeit für das Grundschullehramt liegt je nach Bundesland zwischen sechs und neun Semestern. Im Anschluss daran findet ein in der Regel zweijähriges Referendariat statt. Während des Studiums wird von den Studierenden verlangt, dass sie in den Semesterferien oder auch studienbegleitend Praktika in Schulen absolvieren. Auch hier variiert die Anzahl und Dauer der erwarteten Praktika je nach Bundesland und Uni.
Reines Grundschullehramt kann in Bayern, Bremen, Hessen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen studiert werden. In Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein wird ein kombiniertes Studium für Grund- und Hauptschule angeboten. Hamburg bildet für die Grund- und Mittelstufe aus und das Saarland, Berlin und Brandenburg für die Primarstufe und die Sekundarstufe I. In Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen werden die drei Schulformen Grund-, Haupt- und Realschule zu einem Studium zusammengelegt. In Niedersachsen kann dabei der Schwerpunkt auf die Grundschule gelegt werden.


Lehramt für Hauptschulen

Die Hauptschule schließt sich der Grundschule an und umfasst fünf Schuljahre. Nach diesen fünf Jahren kann entweder der Hauptschulabschluss oder - nach dem Besuch eines weiteren Jahres - der Realschulabschluss gemacht werden.
Das einzige Bundesland, in dem es die Lehramtsausbildung speziell für die Hauptschule noch gibt, ist Bayern. In den anderen Bundesländern werden entweder Kombinationen von Grund- und Hauptschule oder Haupt- und Realschule studiert oder es wird wie in Bremen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen generell auf die Sekundarstufe (auch Mittelschule oder Regelstufe) vorbereitet. Auch hier bilden Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen mit der Zusammenlegung von Grund-, Haupt- und Realschule und Berlin und Brandenburg, mit der Ausbildung zum Lehrer für die Primarstufe und die Sekundarstufe I, einige Ausnahmen. Die reine Studiendauer beläuft sich auf sechs bis neun Semester. Auch hier müssen anschließend das Referendariat und während des Studiums verschiedene Praktika absolviert werden.


Lehramt für Realschulen

In der Realschule, die sich mit einer Dauer von sechs Jahren an die Grundschule anschließt, wird am Ende in der Regel der Realschulabschluss erworben. Dieser Abschluss ermöglicht es den Schülern eine weiterführende Schule zu besuchen oder eine Berufsausbildung zu beginnen.
Die Lehrerausbildung speziell für die Realschule gibt es heute nur noch in Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein. In den anderen Bundesländern können unterschiedliche Kombinationen mit dem Grund-, Haupt- oder Gesamtschullehramt studiert werden. Wenn ihr euch für das Realschullehramt interessiert, dann solltet ihr euch überlegen ob euch speziell das Lehren an einer Realschule interessiert oder ob und welche Kombination mit anderen Schulformen ihr euch vorstellen könnt.


Lehramt für Gymnasien

Das Gymnasium ist in Deutschland die höchste Schulform und ermöglicht nach neun Jahren und dem Erwerb des Abiturs das Studium an einer Universität.
Wer Lehrer an einem Gymnasium werden will, der muss mindestens zwei Fächer studieren. Die Regelstudienzeit beträgt cirka neun Semester plus Referendariat und erfordert neben Pflichtpraktika auch die Belegung von Pädagogikseminaren. An den meisten Unis in Deutschland wird das Studium des Lehramtes für Gymnasien gesondert, also nicht in Kombination mit anderen Schulformen, angeboten. In Berlin, Brandenburg, Bremen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und zum Teil auch in Nordrhein-Westfalen wird das Studium mit einem Bachelor- bzw. Master-Abschluss abgeschlossen und in den anderen Bundesländern mit dem Staatsexamen.


Lehramt für Sonderschulen

Auf die Sonderschule gehen Kinder und Jugendliche mit Behinderungen, die in einer besonderen Art und Weise durch die Lehrkräfte gefördert werden müssen. Den Schülern sollen Hilfestellungen gegeben werden, damit sie ihr Leben meistern können. Lehrer können hier quasi die Funktion eines „Lebensberaters“ einnehmen, wobei das Vermitteln von sozialen und kommunikativen Kompetenzen wichtiger ist, als das Lehren von fundiertem theoretischem Wissen.
Das Sonderschullehramt ist in allen Bundesländern ein gesonderter Studiengang, der nicht mit den Lehrämtern anderer Schulformen zusammenfällt. In Brandenburg wird das Studium zum Sonderschullehrer als Ergänzungsstudium angeboten. Hier muss zunächst das Studium für das Amt des Lehrers in allgemein bildenden Schulen absolviert werden, damit anschließend die Ergänzungsprüfung zum Lehramt der Sonderpädagogik abgelegt werden kann. Die Regelstudienzeit für das Sonderschullehramt beträgt je nach Bundesland und Uni cirka zehn Semester plus Referendariat. Es müssen meist neben Erziehungswissenschaften noch zwei sonderpädagogische Fachrichtungen und mindestens ein Unterrichtsfach aus dem Fächerkanon der Grund-, Haupt- und Realschulen belegt werden.


Lehramt für Berufsschulen

Berufliche Schulen vermitteln Auszubildenden während ihrer Berufsausbildung die theoretischen Inhalte ihres zukünftigen Berufs. Da das Vermitteln von beruflichem Fachwissen im Mittelpunkt steht, müssen Lehrende an Berufsschulen über eine hohe Fachkompetenz und oft auch über praktische Erfahrung in dem entsprechenden Berufszweig verfügen.
Das Studium des Lehramts an beruflichen Schulen beträgt in den meisten Bundesländern zwischen neun und zehn Semestern. An vielen Unis gehören praktische Erfahrungen vor dem Studium zu den Zugangsvorrausetzungen. Diese Vorerfahrungen können zum Beispiel im Rahmen eines Praktikums gemacht werden. Studierende dieser Fachrichtung spezialisieren sich während des Studiums auf ein oder zwei berufliche Fächer und auf mindestens ein allgemein bildendes Unterrichtsfach der Sekundarstufe II. Außerdem werden Seminare in dem Bereich Erziehungswissenschaften besucht. Manche Unis spezialisieren sich auf bestimmte Berufsschulfächer. Ihr müsstet euch also zunächst überlegen welche Bereiche ihr an einer beruflichen Schule unterrichten wollt und welche Uni dann für euch in Frage kommt.


Berufsaussichten für Lehrer

Die Berufschancen für Lehrer müssen natürlich für die Bundesländer und die verschiedenen Lehrämter differenziert betrachtet werden. Ganz allgemein stehen nach Informationen der Kultusministerkonferenz die Berufschancen für Lehrer recht gut, da eine Pensionierungs-Welle alter Lehrkräfte auf uns zukommen wird. Demzufolge fehlen in Deutschland bis 2015 sogar jährlich 3.200 Lehrer. Solche Prognosen sind jedoch mit Vorsicht zu genießen. Auch wenn es sicher ist, dass viele Lehrer in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen, muss nicht zwingend die gleiche Anzahl an pensionierten Lehrern neu eingestellt werden. Die tatsächlichen Einstellungszahlen hängen von unterschiedlichen Faktoren ab, wie der Entwicklung der einzelnen Schulformen oder der Anhebung von Wochenarbeitsstunden der Lehrer. Bezogen auf die unterschiedlichen Schulformen wird ein größerer Bedarf an Lehrkräften in der Sekundarstufe I an Haupt- und Realschulen und in Fächern der Sekundarstufe II an beruflichen Schulen erwartet. Aber auch bestimmte Fächerkombinationen erleichtern oder erschweren den Einstieg in den Lehrerberuf. So sind die Fächer Deutsch und Geschichte für die Sekundarstufe II im Allgemeinen überbesetzt, während Chemie, Mathematik, Physik und Latein laut Studien- und Berufswahl relativ gefragt sind. Das heißt natürlich nicht, dass bestimmte Fächer nicht studiert werden sollen, weil sie nicht gefragt sind. Unser Tipp: Prognosen können eine kleine Orientierungshilfe geben, sollten euch aber nicht davon abhalten die Fächer zu studieren, die euch wirklich interessieren.



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