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Fachbereich Geisteswissenschaften
Der Bereich der Geisteswissenschaften, der häufig als Gegenpol zu den Naturwissenschaften gesehen wird und sich ganz allgemein mit Disziplinen des kulturellen und geistigen Lebens befasst, ist überaus umfangreich und unterteilt sich wiederum in mehrere Gebiete. Zu den so genannten Philologien (zusammenfassende Bezeichnung für Sprach- und Literaturwissenschaften) zählt man sowohl die klassischen Philologien (Latein und Griechisch), als auch die so genannten Neuphilologien wie Germanistik (Deutsche Philologie), Anglistik (Englische), Romanistik (Französische), Slawistik (Slawische), Sinologie (Chinesische) und weitere Sprachen. Zum künstlerisch-musikalischen Bereich zählen zum Beispiel bildende oder darstellende Kunst, Kunstgeschichte, Archäologie, Musik- und Theaterwissenschaften und auch pädagogik, wobei sich dann die Fächer mit der Pädagogik überschneiden, die wir in den Bereich der Sozial- und Erziehungswissenschaften eingeordnet haben. Wie schon an der Kunstgeschichte deutlich wird, sind auch die Historiker in den Geisteswissenschaften anzusiedeln. Vorstellbare Fächer sind Alte, Mittelalterliche und Neuere und Neuste Geschichte, aber auch „exotischere“ Richtungen wie Ägyptologie, Orientalistik oder Islamwissenschaften. Geschichte Kulturwissenschaften Kunst Musik Philosophie Sprach- und Literaturwissenschaft (fehlende Ausarbeitungen folgen) Inhalte der Geisteswissenschaften Geisteswissenschaftler beschäftigen sich grundsätzlich mit dem Verstehen und Auslegen von Texten, Bildern und anderen kulturellen „Produkten“, wobei sie sich mit den jeweiligen Theorien und Methoden auseinandersetzen. Je nach Fach und Schwerpunkt variiert der Praxisanteil stark. Angewandte Fächer wie darstellende Kunst oder Kulturmanagement haben eher den Anspruch, praktische Fertigkeiten zu verlangen und zu vermitteln als beispielsweise Historiker oder Sprachwissenschaftler, die sich mehr mit der Analyse und Interpretation von historischen Zusammenhängen beschäftigen und ihre Wirkung untersuchen. Somit besteht immer ein enger Bezug zum aktuellen Zeitgeschehen, das man ohne diese Art von Analysen nicht verstehen könnte. Insofern sind die Geisteswissenschaften von großer gesellschaftlicher Bedeutung und ein spannendes Feld, in dem viele verschiedene Aspekte zusammenhängen () und sich gegenseitig erklären - Kunst oder Literatur können nicht ohne Geschichte erklärt werden und sind gleichzeitig kulturelle Produkte. Was von euch verlangt wird An Fähigkeiten solltet ihr je nach Fach ein gutes Sprachgefühl und verständnis mitbringen, künstlerische oder musikalische Begabung, kritisches und analytisches Denkvermögen. Natürlich dürfen das Interesse und eine gewisse Leidenschaft nicht fehlen, denn Geisteswissenschaftlern sagt man leider nicht umsonst einen schweren Stand auf dem Arbeitsmarkt nach. Tätigkeitsfelder der Geisteswissenschaften Die Tätigkeitsfelder von Geisteswissenschaftlern so vielfältig wie seine Studienfächer; außer an Schulen (zum Lehramt findet ihr gesonderte Infos) sind sie in Bereichen zu finden wie Forschung, Erwachsenenbildung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Marketing, Verlagswesen, kulturellen oder internationalen Einrichtungen und Veranstaltern, Museen, Bibliotheken oder Stiftungen und vielen weiteren Institutionen. Der Beruf, den ihr nach einem geisteswissenschaftlichen Studium aufnehmt, weist also nicht unbedingt auf die Fächer hin, die ihr tatsächlich studiert habt. Was oft ausschlaggebend dafür ist, in welchem Bereich ihr tätig werdet, sind die praktischen Erfahrungen, die ihr vor, während oder nach eurem Studium gesammelt habt. Zu Recht wird immer wieder betont, wie wichtig Praktika oder andere praktische Erfahrungen gerade für Geisteswissenschaftler sind, da die Arbeitsplatzsuche sich eher schwierig gestaltet. Vor allem Germanisten und Historiker haben’s schwer sie stehen ganz oben auf der Liste der arbeitslosen Geisteswissenschaftler. Sobald man sich in Richtung Wirtschaft orientiert, hat man außerdem mit Absolventen aus diesem Bereich eine starke Konkurrenz. Die Bundesagentur für Arbeit weist in ihrem Jahresbericht von 2005 deshalb darauf hin, dass sich das Profil eines gut qualifizierten Germanisten idealerweise aus geplanten und wirtschaftnahen Praktika, Projekterfahrungen z.B. im Kulturmanagement und sehr guten Fremdsprachenkenntnissen zusammensetzt. Bei dem hohen Frauenanteil im Studium dieser Fächer ist die Beschäftigungsquote vergleichsweise gering: nur 46% der Beschäftigten sind Frauen. BÜCHER Studien- und Berufswahl 2009 / 2010, das Standardwerk für Studierende und alle, die es werden wollen.
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