Weimar
Weimar ist eine kreisfreie Stadt in Thüringen (Deutschland), die vor allem für ihr kulturelles Erbe bekannt ist. Weimar liegt an einem Bogen der Ilm südöstlich des Ettersberges, der mit einer Höhe von 478 Metern der höchste Berg im Thüringer Becken ist. Sie ist nach Erfurt, Gera und Jena die viertgrößte Stadt Thüringens, außerdem ist sie jene mit dem höchsten Bevölkerungswachstum im Freistaat.Weimar ist ein Mittelzentrum mit Teilfunktionen eines Oberzentrums und seit 2004 offizielle Trägerin des Beinamens Universitätsstadt. Neben der Bauhaus-Universität beherbergt die Stadt die Hochschule für Musik Franz Liszt. Außerdem haben in der Stadt zahlreiche Behörden ihren Sitz, wie zum Beispiel das Thüringer Oberverwaltungsgericht und der Thüringer Verfassungsgerichtshof.
Zum kulturellen Erbe der Stadt gehören neben der dominierenden Weimarer Klassik um Wieland, Herder, Goethe und Schiller auch das Bauhaus und die Gründung der ersten Republik auf deutschem Boden, der Weimarer Republik (1919).
Außerdem war Weimar seit 1572 Hauptstadt von Sachsen-Weimar bzw. Sachsen-Weimar-Eisenach. Dies war der erste Staat Deutschlands, der sich eine Verfassung gab (1816). Von 1920 bis 1948 war Weimar die Hauptstadt des Landes_Thüringen. 1999 war sie die Kulturhauptstadt Europas.
Geographie
Geographische Lage
Weimar liegt auf der Ilm-Saale-Platte, am Südrand des Thüringer Beckens. Der höchste Punkt der Gemarkung ist der 478 Meter hohe Ettersberg im Nordwesten der Stadt. Am niedrigsten liegt das Ilmtal hinter Tiefurt mit knapp 200 Metern über NN. Die Ilm beschreibt in der Stadt einen Bogen, in dem sie zunächst von Südosten in das Stadtgebiet fließt, jenes aber in nordöstlicher Richtung verlässt.
Stadtgliederung
Weimar gliedert sich in folgende Stadtteile:
(Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2004/Quelle: Stadtverwaltung Weimar, in Klammern das Jahr der Eingemeindung zu Weimar)| valign="top" |
|}
¹ Volkszählungsergebnis
Politik
Stadtrat
Sitzverteilung im Stadtrat (27. Juni 2004):
:PDS: 9
:Bündnis 90/Die Grünen: 6
:SPD: 5
:Bürgerbündnis Weimarwerk: 9
Oberbürgermeister
Von 1994 bis zum 1. Juli 2006 war Volkhardt Germer der Oberbürgermeister Weimars. Eine erneute Kandidatur für das Amt des Oberbürgermeisters bei den Wahlen am 7. Mai 2006 lehnte er ab.
Da bei den am 7. Mai 2006 stattfindenden Wahlen um das Amt des Oberbürgermeisters kein Kandidat eine absolute Mehrheit erringen konnte, kam es am 21. Mai 2006 zu einer Stichwahl, bei der sich der SPD-Kandidat Stefan_Wolf (58,3 % bzw. 9726 Stimmen) gegen seinen Mitbewerber Wolfgang Siegfried Hölzer vom weimarwerk bürgerbündnis e.V. mit 58,3 % zu 41,7 % der gültigen Stimmen durchsetzen. Die Wahlbeteiligung lag bei nur 32,4 %. Die Amtsübergabe fand am 1. Juli 2006 im Weimarer Rathaus statt.Wahlergebnisse von der [http://www.weimar.de/upload/LR06055V_8128.html Wahlergebnisse der Oberbürgermeisterwahl 2006]
Wappen
Das Wappen der Stadt zeigt in einem goldenen, mit roten Herzen bestreuten Schild einen steigenden schwarzen Löwen mit roter Zunge. Der Löwe im herzbestreuten Schild ist das Wappen der Grafen von Orlamünde, dessen ursprüngliche blaue Tingierung auf die dänische Prinzessin Sophia, die Gemahlin Siegfrieds III. (1176-1206) zurückgeht und der nach Übergang der Grafschaft in wettinischen Besitz in schwarz umgefärbt wurde. Die jetzige Wappenform wurde 1975 im Rahmen der 1000-Jahr-Feier eingeführt.
Städtepartnerschaften
* (Italien), seit 15. April 1994
* (Deutsche_Nationaltheater mit der Staatskapelle Weimar ist der bedeutendste Theaterbetrieb Weimars. Es handelt sich dabei um eine Doppelinstitution, bestehend aus dem Bühnenbetrieb Deutsches Nationaltheater und dem Orchester Staatskapelle Weimar.
= Weitere kulturelle Einrichtungen
=am Frauenplan]]
im Ilmpark]]
in der Schillerstraße]]
• und_Schiller-Archiv]
•_
•_
•_
• Museum Weimar]
• Haus_(Weimar)|Römisches_Haus]
•_
•_
•_
•_
•_
•_
• Wohnhaus] mit Schillermuseum
• (Weimar)/'>Schloss und Park Belvedere]
• und Park Ettersburg]
• Tiefurt|Schloss und Park Tiefurt]
• Stadtschloss|Stadtschloss]
• Schweitzer]_Gedenk-_und_Begegnungsstätte,_Museum,_Musäushaus
*Autonomes_Cultur_Centrum_(ACC)
•_
•_
•_
• Museum]
• im Haus der Frau_von_Stein]
*Gedenkstätte_des_,' target='blank'>Geschichts-Erlebnismuseum
= Weitere sehenswerte Gebäude
=*Hohe_Pappeln]
•_
•_
*Hauptgebäude_der_ehem._Elephant]
*Hauptgebäude der ehem. [[Weimarer Malerschule/'>Kunstschule und Kunstgewerbeschule (heute Liszt-Orgel
• Am Horn/'>Musterhaus ?Am Horn?]
*Renaissance-Bauten der Markt-Ostseite, u.a. mit dem Dienstleistungssektor. Davon entfallen allein 37,6% auf Gastronomie und Handel. 2002 gab es in Weimar 3.344 Betten in 37 Hotels mit insgesamt 435.677 Übernachtungen bei einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 1,9 Tagen.
Verkehr
In Weimar treffen die Thüringer Bahn, die Ilmbahn und die Holzlandbahn aufeinander.
Der Bahnhof Weimar ist ein wichtiger Bahnhof in Thüringen und ICE-Systemhalt der Linie 50 (Abschnitt Frankfurt am Main?Erfurt?Leipzig) und der zumeist von IC-, teilweise aber auch von ICE-Zügen bedienten Linie 51 (Düsseldorf?Kassel?Erfurt?Leipzig?Berlin (IC)/Dresden (ICE)). Weiterhin halten in Weimar einzelne ICE der Verbindung Eisenach?Berlin?Hamburg
Die Anbindung ans Nachtzugnetz besteht mit dem CNL Semper von/nach Frankfurt am Main?Zürich.
Im Nahverkehr in Weimar sind der Regionalexpress Göttingen?Erfurt?Weimar?Jena?Chemnitz/Zwickau, die Regionalbahn Eisenach?Erfurt?Weimar?Naumburg?Halle und die Regionalbahn Weimar?Kranichfeld von Bedeutung.
Im Stadtgebiet befinden sich zwei Bahnhöfe (Weimar und Weimar Berkaer Bahnhof) sowie vier Haltepunkte (Oberweimar, Weimar West, Nohra (b Weimar), Legefeld). Der Bahnhof Weimar wurde 2005 von der Allianz pro Schiene als kundenfreundlichster Bahnhof Deutschlands in der Kategorie Klein- und Mittelstädte ausgezeichnet.
Der öffentlichen_Personennahverkehr wird von der Stadtwirtschaft Weimar GmbH mit einem Stadtbusnetz durchgeführt. Die zentrale Umsteigehaltestelle am Goetheplatz wird von allen acht Stadtbuslinien bedient. Weitere wichtige - jedoch nicht von allen Linien angefahrene - Umsteigehaltestellen befinden sich am Hauptbahnhof, in der Gropiusstraße und am Wielandplatz. In der umliegenden Region, also im nordwestlichen Weimarer Land und im Landkreis Sömmerda, wird der ÖPNV von der Verwaltungsgesellschaft des ÖPNV Sömmerda und Weimar mbH betrieben.
Zwischen 1899 und 1937 besaß Weimar ein Straßenbahnnetz mit 1000 Millimetern Spurweite, welches zu Gunsten von Bus und Oberleitungsbus stillgelegt wurde. Am 1. April 2006 wurde in den Städten Erfurt, Jena, Weimar, Apolda und im nördlichen Landkreis Weimarer Land der einheitliche Verbundtarif_Mittelthüringen eingeführt. Alle öffentlichen_Verkehrsmittel der Region können seitdem zum einheitlichen Tarif benutzt werden.
Weimar hat an den zwei Anschlussstellen Weimar-West und Weimar Anschluss an die A_4. Zudem kreuzen sich in der Stadt die Bundesstraßen B_7 (West-Ost-Richtung von Erfurt nach Jena) und die B_85 (Nord-Süd-Richtung von Bad Frankenhausen nach Rudolstadt), wobei die B 7 von Erfurt kommend die Stadt in west-nördlicher Richtung auf einer teilweise zweispurig ausgebauten Umgehungsstraße umgeht. Der Bau einer weiteren Ortsumgehung in nord-östlicher Richtung nach Jena durch das Ilmtal bei Taubach ist immer wieder Gegenstand örtlicher Diskussionen.
Medien
Weimar ist ein Medienstandort:
* Redaktionsort der ?Thüringischen_Landeszeitung?. Außerdem gibt es eine Lokalausgabe der Thüringer Allgemeinen (Erfurt)
* Ausbildungsstätte für medientechnisches Know-How (u.a. eigene Fakultät Medien an der Bauhaus-Universität Weimar)
* Sitz des regionalen Fernsehsenders Salve.TV
* Sitz des lokalen Rundfunksenders Radio Lotte
* Ort eines freien, selbst verwalteten und nicht kommerziellen Netzwerkes - Weimarnetz auf der Basis von Freifunk
* Sitz des privaten Radiosenders Antenne Thüringen
Bildung
= Schulen
=* Freie Waldorfschule Weimar
* Friedrich-Schiller-Gymnasium
* Goethegymnasium
* Humboldt-Gymnasium
Jena-Plan Schule Weimar
* Spezialgymnasium für Musik Schloss Belvedere
* Staatliche Berufsbildende Schule für Wirtschaft, Verwaltung und Ernährung
* Staatliche Berufsbildende Schule für Gesundheit und Soziales
* Thuringia International School
* Johannes-Landenberger-Schule
= Universitäten/Hochschulen
=Bauhaus-Universität (ehemalige Kunstakademie Weimar) mit derzeit etwa 4700 Studenten in vier Fakultäten (Bauingenieurwesen, Architektur, Kunst und Medien). Die Tradition der Universität geht auf die Gründung im Jahr 1860 als ?Großherzoglich-Sächsische Kunstschule? zurück. 1907 kam die von Henry van de Velde gegründete Kunstgewerbeschule hinzu. 1919 fusionierte Walter Gropius beide Schulen und gründete das ?Staatliche Bauhaus Weimar?. Die historischen Gebäude sind seit 1996 Bestandteil der UNESCO-Kulturerbeliste.
Hochschule_für_Musik_Franz_Liszt (mit dem darin integrierten und mit der Friedrich-Schiller-Universität Jena kooperierenden Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena) mit derzeit etwa 850 Studenten
Freizeit
Durch seine zahlreichen Klassikerstätten, durch weitere Museen, Galerien und Baudenkmale sowie Kulturstätten (Theater, Studenten- und Alternativ-Kultur) ist Weimar das bedeutendste Ziel für Städtetourismus in Thüringen. Weimar liegt am 124 km langen Ilmtal-Radwanderweg und ist gut in das in Thüringen bestehende Netz aus Wanderwegen eingebunden.
Das kleinste Museum Weimars ist Marie Seebach in der Tiefurter Allee gewidmet. Immerhin Vorbild für Giuseppe Verdis Casa Verdi in Mailand.
Persönlichkeiten
Siehe: Liste Weimarer Persönlichkeiten
Sonstiges
Die Einwohner Weimars werden als Weimarer bezeichnet. Weimaraner sind eine Hunderasse, die im 19. Jahrhundert hier gezüchtet wurde.
Anmerkungen und Quellen
Literatur
* Meyers Konversationslexikon - Weimar, 4. Aufl. 1888/89, Bd. 15, S. 489
* Annette Seemann: Weimar - ein Reisebegleiter, Insel Verlag, ISBN 3-458-34766-6
* Alberto Schwarz: Weimar, E.A. Seemann, Leipzig 1993, ISBN 3-363-00582-2
Peter Merseburger: Mythos Weimar - Zwischen Geist und Macht, dtv, ISBN 3-423-30787-0
Merian - Weimar, Jahreszeiten Verlag, ISBN 3-7742-9901-3
* Angela Pfotenhauer , Elmar Lixenfeld: Weimar ? Welterbe, Monumente-Edition. Monumente-Publikation der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Bonn 2006, ISBN 3-936942-65-X oder ISBN 3-936942-66-8
* Heinrich Pleticha (Hrsg.): Das klassische Weimar - Texte und Zeugnisse, Lizenzausgabe für Komet Verlag, vom Deutschen Taschenbuch Verlag, Köln 1983, ISBN 3-89836-517-4
* Justus H. Ulbricht: Klassikerstadt und Nationalsozialismus, Kultur und Politik in Weimar 1933 bis 1945, Weimar 2000, ISBN 3-931743-55-1
* Norbert Korrek, Justus H. Ulbricht, Christiane Wolf: Das Gauforum in Weimar. Ein Erbe des 3. Reiches, Weimar o.J., ISBN 3-86068-146-X
* Jens Schley: Nachbar Buchenwald. Die Stadt Weimar und ihr Konzentrationslager 1937-1945, Köln, Weimar, Wien (Böhlau) 1999, ISBN 3-412-15298-6
* Andrea Dietrich, Jörg Sauerbier: Weimar. Ansichten und Einblicke'', Militzke Verlag, Leibzig 1996, ISBN 3-36189-082-8
Weblinks
• Offizielle Website
• Historischer Rundgang
lmo:Weimar

