Visby
|Einwohner = 22.236 [http://www.scb.se/templates/Product____12991.asp Tätorternas landareal, folkmängd och invånare]
|Stand = 31. Dezember 2005
|Fläche = 1.208 Hektar
|Höhe =
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Visby (deutsch veraltet Wisby) ist eine Stadt an der Westküste der Ostseeinsel Gotland. Visby ist die Hauptstadt der Provinz Gotlands län in der historischen Provinz Gotland. Die Stadt ist auch der Hauptort der Gemeinde_Gotland. Wie in Schweden üblich, hat die Stadt keine Eigenständigkeit, sondern ist ein Teil der Einheitsgemeinde.
Das nach der Stadt benannte Kriegsschiff HMS Visby ist das erste der Visby-Klasse.
Geschichte
Der Name Visby (nord. "vi" = Opferplatz) deutet darauf hin, dass der Ort vorchristliche Bedeutung hatte. Die Spuren der ältesten Besiedlung sind spärlich, aber seit der Wikingerzeit ist der Platz kontinuierlicher bewohnt worden. Überreste von Holzhäusern wurden im Almedalen gefunden. Das heute älteste Gebäude der Stadt ist der "Kruttornet" ("Pulverturm"), nach 1151 angelegt.
1161 erteilte Heinrich der Löwe ein Handelsprivileg, das die Rechtssicherheit herstellte. Während der Hunderte von Jahren andauernden Missionen und Christianisierung Nord- und Osteuropas, angefangen mit Ansgar, wurde Visby die Mutterstadt der um 1200 gegründeten Stadt Riga in Livland (heute in Lettland). Visby war erster Hauptort der Hanse in der Ostsee, und die Gotlandfahrer hatten spezielle Privilegien. Lange Zeit waren die Hälfte der Bürger Deutsche. Das 13. und 14. Jahrhundert waren die Blütezeit der Insel, und die Stadt erhielt den Beinamen ?Regina Maris? (Königin des Meeres). Trotzdem eskalierte 1288/89 der Konflikt, den die Stadt mit dem verarmenden Umland hatte, zu einem blutigen Bürgerkrieg, den der schwedische König Magnus_Ladulås beendete. Gotland hatte bis dahin separate Herrscher.
1361 wurde Visby von dem dänischen König Waldemar_IV._Atterdag erobert. Von 1394 bis 1398 suchten die Vitalienbrüder Schutz hinter Visbys Mauern. Bis zur Vertreibung durch ein Heer des Deutschen_Ordens erlangten die Vitalienbrüder von Visby aus die Seeherrschaft in der Ostsee.
1525 wurde Visby von Truppen der Hansestadt Lübeck angegriffen; unter anderem wurden alle Kirchen außer der deutschen (heutiger Dom Sankta Maria) zerstört.
Durch den 1645 geschlossenen Frieden von Brömsebro wurde Visby mit Gotland ein Teil Schwedens.
Sehenswürdigkeiten
Die ?Hansestadt Visby? wurde bereits 1805 unter Denkmalschutz gestellt, seit 1995 ist sie mit ihren zahlreichen mittelalterlichen Bauten Teil des Weltkulturerbes der UNESCO. Herausragender Teil ist die fast vollständig erhaltene 3,6 km lange mittelalterliche Stadtmauer. Die Stadt gehört zu den sehenswertesten Städten in Schweden, wozu auch einige der zahlreichen Kirchenruinen wie St. Karin und St. Nikolaus beitragen.
Seit 1984 findet jedes Jahr Anfang August ? stets in der 32. Kalenderwoche ? auf Gotland und vor allem in Visby die Mittelalterwoche statt, zu der Wikingerclubs aus ganz Europa anreisen. Die Festwoche mit großem historischen Spektakel, Ritterturnieren, Konzerten, mittelalterlichem Markt und anderen Kulturveranstaltungen erinnert an die Eroberung der Stadt und der Insel Gotland durch den dänischen König Waldemar IV. Atterdag im Jahre 1361.
Am ehemaligen Hafen aus dem Mittelalter, der heute verlandet ist, befindet sich die Hochschule auf Gotland.
Energieversorgung
In der Nähe von Visby befindet sich seit 1999 die erste Stromrichterstation zur HGÜ-Ankopplung eines Windparks.
Söhne und Töchter der Stadt
• Niclas Ahlström], Komponist
• Andrée], Komponistin
• Polhem], Wissenschaftler und Erfinder
Literatur
Selma Lagerlöf: Waldemar Atterdag brandschatzt Visby (erzählt wird die Sage von dem jungen Mädchen, das sich in einen der Feinde verliebte und ihnen die Stadtpforte öffnete; sie wurde lebendig eingemauert)
Weblinks
• Mittelalterwoche
• Mittelalterwoche Bilder
Quellen
vo:Visby

