Tecklenburg
Tecklenburg ist eine Stadt in Grafschaft Tecklenburg.
Geschichte
Graf Egbert aus der Familie der Grafen von Saarbrücken, der sich seit 1139 nach der Burg Tecklenburg nannte. Es ist anzunehmen, dass die Burg aber schon vor Egbert erbaut wurde. Die Grafen von Tecklenburg besaßen im 13. und 14. Jahrhundert zeitweise die Kirchenvogteirechte über Münster und Osnabrück, und waren durch Auseinandersetzungen mit den benachbarten Bistümern und Herrscherhäusern sowie Erbfolgen und Ehen in wechselnden Verhältnissen insbesondere mit den Grafen von Bentheim und den Herren von Steinfurt verbunden. Sie gründeten das Kloster Malgarten in Bramsche. In der evangelischen Pfarrkirche von Tecklenburg befindet sich das Grabmahl des Grafen Konrad_von_Tecklenburg (? 1557), das der Bildhauer Johann Brabender aus Münster (Westfalen) schuf.
Die Grafen besaßen unter anderem Herrschaftsrechte, Ländereien und Schlösser im südwestlichen Niedersachsen sowie insbesondere in den Herrschaften Lingen, Rheda und Limburg und am Niederrhein.
Die Stadt Tecklenburg wurde 1226 als Suburbium urkundlich erwähnt und 1388 erstmals "stad" genannt. Sie erhielt zu Beginn des 17. Jahrhundert vom Grafen Adolf von Bentheim-Tecklenburg ein eigenes Stadtrecht. 1707 kam Tecklenburg unter preußische Herrschaft, nachdem das Königreich Preußen Grafschaft und Stadt gekauft hatte.
Die Grafschaft Tecklenburg gehörte zum Niederrheinisch-Westfälischen_Reichskreis.
Wichtigster Wirtschaftsfaktor war im 17. und 18. Jahrhundert die Produktion des so genannten Tecklenburger Löwendlinnen.
Nach erfolglosen Versuchen die Burg in Stand zu setzen, begann man auf Anordnung der preußischen Regierung ab 1744 Teile der Burg zu schleifen. Nach dem Ende der Napoleonischen Kriege wurde 1815 der Landkreis Tecklenburg gebildet.
Die Stadt war bis 1974 Sitz der Kreisverwaltung. Bei der Gebietsreform 1975 wurden die Orte der Amtsgemeinde Tecklenburg (Brochterbeck, Ledde, Leeden, Tecklenburg) zur Stadt Tecklenburg zusammengeschlossen und aus dem Kreis Tecklenburg und Kreis Burgsteinfurt der neue Kreis Steinfurt gebildet.
Besonderheiten
Die Burg Tecklenburg, die heute von den Freilichtspielen Tecklenburg als Bühne benutzt wird, war im Mittelalter wegen ihrer günstigen Lage, durch die eine wichtige Passstraße über den Osning kontrolliert und Zölle und Abgaben verlangten werden konnten, regional von großer Bedeutung. Sowohl die Burg als auch die Stadt waren ein Stützpunkt auf der Handelsstrecke Lübeck - Bremen - Münster - Köln. Gleichzeitig führte eine Teilstrecke des Jakobsweges über diesen Pass, die die Pilger des nördlichen Europa auf dem Weg zum Grab des Apostels nach Santiago de Compostela benutzten. Auch den Rompilgern wurde der Weg über Tecklenburg empfohlen.
Das dem reformierten Glauben angehörende Grafenhaus unterstützte den aus Brabant stammenden Arzt Johann Weyer (oder Wier), der sich in Deutschland als erster öffentlich gegen die Hexenverfolgungen ausgesprochen hatte. Insbesondere die von 1562 bis 1580 herrschende Gräfin Anna, die selbst Heilkräuterkundige war, förderte seine Tätigkeit. Die Exzesse der Hexenverbrennung wurden so im Tecklenburger Territorium verhindert. 1588 starb Weyer auf der Tecklenburg. Er wurde in der Stadtkirche bestattet; zu seinem Gedenken wurde 1884 der Wierturm errichtet.
Heute sind Hexen ein touristisches Markenzeichen der Stadt. Der Rundwanderweg "Hexenpfad" führt von der Burgruine aus über die so genannte Hexenküche, das Rolandsgrab und am Heidentempel vorbei über etwa fünf Kilometer zurück in die Stadt. Über diese Orte sind viele Sagen und Geschichten überliefert.
Aus der Tecklenburger Bürgerfamilie Krummacher stammen zwei bekannte evangelische Theologen, die die niederrheinische Erweckungsbewegung stark beeinflussten. Es sind die Brüder Friedrich Adolf Krummacher (1767-1845) - seine auch von Goethe rezensierten Parabeln waren in ganz Deutschland und in Übersetzungen im europäischen Ausland verbreitet - und Gottfried Daniel Krummacher (1774-1837). An Friedrich Adolf Krummacher erinnern in Tecklenburg die Krummacher-Straße, das Krummacher-Haus und die Krummacher-Schule.
Ein weiterer berühmter Sohn der Stadt ist der Theologe Friedrich von Bodelschwingh der Ältere, der in Bielefeld die von-Bodelschwinghschen-Anstalten (Bethel) aufbaute.
Aus dem Ortsteil Leeden stammte wahrscheinlich die Patrizier- und Adelsfamilie Leden, die im Mittelalter einen Bürgermeister und zwei zweite Bürgermeister der Altstadt von Osnabrück stellte. Sie hatte dort ihren Sitz im Ledenhof, einem Steinwerk mit Palas, sowie im Schloss Ledenburg in Nemden.
Politik
Stadtrat
Die Sitzverteilung im Rathaus nach der Kommunalwahl vom 26. September 2004:
CDU 12 Sitze
SPD 10 Sitze
FDP 5 Sitze
Grüne 3 Sitze
Geografie
Stadtgliederung
Das Stadtgebiet der Stadt Tecklenburg umfasst insgesamt vier Stadtteile:
* Tecklenburg
Hagen_a._TW, Lengerich, Ladbergen und Saerbeck.
Städtepartnerschaften
Partnerstadt ist
Chalonnes-sur-Loire (F)
Öffentliche Einrichtungen
Freiwillige Feuerwehr
Insgesamt vier Löschzügen in den Ortschaften Brochterbeck, Ledde, Leeden und Tecklenburg
Polizei
Eine Dienstelle im Untergeschoss des Rathauses in Tecklenburg.
Grundschulen
Insgesamt vier Grundschulen
* Bruder-Klaus-Schule Brochterbeck
* Grundschule Ledde
* Stiftsschule Leeden
* Friedrich-Adolf-Krummacher-Schule Tecklenburg
Weiterführende Schulen
* Ganztagshauptschule Tecklenburg
* Graf-Adolf-Gymnasium
Weitere Einrichtungen
* Kreishaus Tecklenburg
* Kreisjugendamt Tecklenburg
* Amtsgericht Tecklenburg
* Diakonisches Werk im Kirchenkreis Tecklenburg
* Ev. Jugendbildungsstätte Tecklenburg
* Westf. Jugendheim Tecklenburg
Söhne und Töchter der Stadt
Adolf von Tecklenburg (um 1185-1224), Bischof von Osnabrück
Kord Baeumer (1926-1998), Pflanzenbauwissenschaftler
Friedrich von Bodelschwingh der Ältere (1831-1910), Theologe
Wilfried Grunendahl (*1952), Politiker
Friedrich Adolf Krummacher (1767-1845), Theologe
Weblinks
• Stadtteil Brochterbeck
• Stadtteil Ledde
• Stadtteil Leeden
• Stadtteil Tecklenburg
• Geschichte der Grafschaft Tecklenburg und historische Karte 1789
• Provinzialrecht der Grafschaft Tecklenburg und der Obergrafschaft Lingen"
• Architektur in Tecklenburg

