Spanische Sprache
Die spanische Sprache (Spanisch; span. español, castellano) gilt als Weltsprache und gehört zum romanischen_Zweig der indogermanischen_Sprachen. Spanisch wird manchmal mit dem Portugiesischen und Katalanischen in die engere Einheit des Iberoromanischen eingeordnet. Eine andere Unterscheidungsmöglichkeit gliedert das Spanische zusammen mit dem Französischen, dem Katalanischen, dem Portugiesischen, dem Okzitanischen und weiteren kleineren romanischen Sprachen in die Westromania ein.
Da die spanische Schriftsprache vom Sprachgebrauch der zentralspanischen Region Kastilien geprägt wurde, und um die Sprache von den anderen in Spanien gesprochenen romanischen Idiomen (vor allem Galicisch und Katalanisch) sowie der Nationalitätsbezeichnung ?Spanisch? abzugrenzen, findet man auch die Bezeichnung castellano (?kastilische Sprache?). Während diese Bezeichnung in Spanien vorwiegend von Sprechern der anderen Sprachen (Katalanisch, Galicisch, Baskisch) benutzt wird, um dem Spanischen den Vorherrschaftsanspruch durch den Gleichklang des Namens der Sprache und des Landes abzusprechen, wird die Bezeichnung castellano in Hispanoamerika ohne politischen Hintergedanken verwendet.
Spanisch wird mit lateinischen Buchstaben geschrieben.
Im modernen Spanisch werden der Akut-Akzent für Vokale und die beiden Zeichen /Ñ|ñ und ü verwendet. In vielen Wörterbüchern finden sich auch das ch und das ll noch als eigenständige Buchstaben.
Die Sprachkürzel nach ISO 639 sind
es und spa.Verbreitung
Spanisch wird gegenwärtig von ca. 360 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen. Damit hat das Spanische 20 Millionen Muttersprachler mehr als das Englische.
Die meisten Spanisch-Sprecher leben in Süd- und Mittelamerika. In Andorra, Brasilien (Portunhol), Belize, Marokko, Westsahara, auf den Niederländische Antillen und den Philippinen sowie Trinidad und Tobago und Puerto Rico wird Spanisch von einem großen Bevölkerungsanteil gesprochen.
Inklusive Zweitsprachler beläuft sich die Zahl der Sprecher auf ca. 420 Millionen. Damit ist Spanisch ? nach Mandarin-Chinesisch, Hindi und Englisch -
die am vierthäufigsten gesprochene Sprache der Welt.
Als offizielle Amtssprache dient Spanisch in der Europäischen_Union, in der Organisation Amerikanischer Staaten sowie bei den Vereinten_Nationen. In der britischen Kolonie Gibraltar ist Spanisch neben Englisch ebenfalls Amtssprache.
Geschichtliche Entwicklung
Vorromanischer Einfluss
Die ältesten uns bekannten Bewohner der Iberischen_Halbinsel sind die Iberer, die möglicherweise ein Volk nordafrikanischen Ursprungs sind. Um 600 v. Chr. wandern keltische Stämme über die Pyrenäen ein, die sich daraufhin mit den Iberern zu den Keltiberern vermischen. Das Baskische ist der einzige sprachliche Überrest aus jener Epoche, das noch von ca. 850.000 Menschen am Golf von Biskaya beiderseits der spanisch-französischen Grenze gesprochen wird.
Gibt eine Bevölkerung unter dem Einfluss einer neuen Sprache die eigene Sprache nach einer Periode der Zweisprachigkeit zu Gunsten der prestigeträchtigeren neuen Sprache auf, so wirken sich dennoch Sprechgewohnheiten auf die neue Sprache aus. Man bezeichnet die aufgegebene Sprache dann als Substrat.
Das Keltiberische wirkte sich nach Übernahme des Lateinischen wie folgt aus:
# Sonorisierung der intervokalischen Verschlusslaute p;t;k zu b;d;g (amica->amiga).
# Lenisierung des Nexus [kt] über [çt] zu [it]. Im Kastilischen entwickelte sich der Nexus weiter. Das t wurde durch vorangehenden Palatal ebenfalls palatalisiert. Daher nocte->noche.
Das Baskische ist ein Adstrat, da keine der Sprachen aufgegeben wurde. Auf baskischen Einfluss ist folgendes Phänomen zurückzuführen:
Ersatz des anlautenden f durch h, das jedoch im weiteren Verlauf ganz wegfiel. (farina->harina, factu->hecho)
[http://www.arqueotavira.com/Mapas/Iberia/Populi.htm Karte der vorromanischen Bevölkerung auf der iberischen Halbinsel um 200 v. Chr.]
Lateinische Grundlage
Im 3. Jahrhundert v. Chr. beginnen die Römer mit der Eroberung der Iberischen Halbinsel. Zu jener Zeit werden hier unter anderem Iberisch, Keltisch, Keltiberisch, Baskisch, Tartessisch, Lusitanisch sowie vor allem in Küstenorten Punisch und Griechisch gesprochen. Unter Kaiser_Augustus befindet sich die gesamte Halbinsel in römischer Hand.
Durch eine starke militärische Präsenz und durch zahlreiche römische Beamte verbreitet sich die lateinische_Sprache dort sehr schnell. Latein wird so zur Kultursprache, die Ursprachen werden allmählich zurückgedrängt. Nur in den westlichen Pyrenäen stößt das Lateinische auf stärkeren Widerstand, wodurch dort die Ursprache (Baskisch) erhalten bleibt.
Germanischer Einfluss
Als die Goten im Jahr 414 in Spanien einfallen, spricht man schon auf der gesamten Halbinsel Latein mit lokaler Färbung. Obwohl die Goten für die darauffolgenden drei Jahrhunderte die Herrschaft in Spanien haben, beeinflussen sie weder Sprache noch das soziale Leben sehr tief. Ein Grund dafür, dass sich Spanier und Goten nicht vermischen, ist hauptsächlich religiösen Ursprungs: die Spanier sind Katholiken, die Goten Arianer. Als im Jahr 589 König Rekkared I. mit seinem Volk zum Katholizismus übertritt, verschwindet das Gotische bald vollkommen.
Dennoch gibt es ein paar wenige Wörter im Spanischen, die germanischen Ursprungs sind (z.B. ganso). Man nimmt aber an, dass diese nicht durch die Goten, sondern schon vorher durch die Römer, die in Gallien mit germanischen Stämmen in Berührung gekommen waren, nach Spanien gebracht wurden.
Arabischer Einfluss
Einen tiefgehenden und dauerhafteren Einfluss auf das Spanische haben die arabischen Eroberer, die 711 von Afrika aus ihre Expansion nach Osten und Norden der Halbinsel beginnen. Sie besetzen ganz Spanien mit Ausnahme des Kantabrischen_Gebirges, wo eine kleine Schar Spanier Zuflucht sucht und die spätere Rückeroberung (Reconquista-Bewegung) Spaniens organisiert.
Als im Jahr 1492 diese Rückeroberung mit dem Fall von Granada abgeschlossen ist, sind schon viele arabische Elemente in das Spanische aufgenommen. Anschließend werden aber wieder einige arabische Wörter aus dem spanischen Wortschatz ausgestoßen. Nach Auswertung des Wörterbuches der Real Academia Española von 1995 enthält das heutige Spanische noch 1285 Entlehnungen aus dem Arabischen (Arabismen) (vgl. hierzu [http://www.uni-muenster.de/Romanistik/dozenten/noll/al.pdf Volker Noll in Romania Arabica], Fs Kontzi, 1996, S. 299?313).
Somit ist das Spanische die romanische Sprache mit den meisten arabischen Lehnwörtern; es handelt sich dabei nicht nur um Kulturbegriffe, sondern auch um Bezeichnungen für Begriffe des alltäglichen Lebens, z. B. aceite: ?Öl?, aceituna:(auch: oliva) ?Olive?.
Auch azafata ("Stewardess") ist ursprünglich ein arabisches Wort.
Das Wort ojalá ("hoffentlich") ist eine hispanisierte Form der arabischen Redewendung Inschallah (?? ??? ????) und bedeutet eigentlich "So Gott will".
Arabische Lehnwörter und ihre Ableitungen finden sich in den folgenden Wortschatzbereichen: Verwaltung und Staatswesen, Heerwesen, Münzprägung, Naturwissenschaften, Landwirtschaft (Ackerbau, Bewässerungsanlagen), Hausrat, Kleidung, Speisen, Pflanzen- und Tierbezeichnungen und andere.
Einflüsse indigener amerikanischer Sprachen
Vor allem die lateinamerikanischen Dialekte des Spanischen enthalten eine Vielzahl von Ausdrücken indigener Sprachen.
Beispiele: huracán (Hurrikan, Wirbelsturm), tiburón (Haifisch), manatí (Seekuh), tabaco (Tabak), ají (Paprika), maíz (Mais), aguacate (Avocado), yuca (Maniok), papa (Kartoffel), maní (Erdnuss), guayaba (Guave), lambí (Flügelschnecke), caimán (Kaiman, Krokodil), canoa (Kanu), cacique (Kazike, Häuptling), bohío (Schilfhütte), casabe (Fladenbrot), sabana (Ebene), cayo (kleine Insel) und batey (Dorf).
Einflüsse indigener philippinischer Sprachen
In Mexiko gibt es Wörter, die nicht aus dem europäischen Spanisch stammen, sondern die von indigenen philippinischen_Sprachen geliehen wurden.
Beispiele: avocado, guava, papaya oder zapote.
Das heutige Spanisch
Das Lateinische, das von den Römern nach Spanien gebracht wurde, war nicht die klassische lateinische Sprache, sondern die gewöhnliche Umgangssprache der Legionäre (Vulgärlatein). Aus dieser Sprache entwickelten sich mit der Zeit unter verschiedenen geographischen und ethnographischen Einwirkungen unterschiedliche romanische Dialekte. Einer dieser Dialekte, das Kastilische, entstand in einer schwach romanisierten Gegend im Norden Spaniens, im Grenzgebiet der
heutigen spanischen Provinzen Burgos, La Rioja, Vizcaya und Álava. Dieser Dialekt Altkastiliens zeichnet sich dadurch aus, dass er stärker von den vorromanischen Sprachen (Baskisch) geprägt ist, und wird später durch politische Umstände zur Schrift- und Nationalsprache Spaniens.
Es waren nämlich die Grafen Altkastiliens, die in andauernden Kämpfen gegen die Araber ihr Staatsgebiet nach Süden hin erweiterten. Im Verlauf dieser Reconquista-Bewegung schob sich das Altkastilische wie ein Keil in das übrige romanische Sprachgebiet hinein und drängte die anderen Sprachformen an die westliche (Asturisch-Leonesisch und Galicisch, aus dem sich später Portugiesisch entwickelte) und östliche (Aragonesisch, Katalanisch) Peripherie des Landes ab, wodurch sich der Bereich der kastilischen Sprache enorm vergrößerte.
In der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts wurde Kastilien zum Königreich ausgerufen und im Jahr 1085 Toledo zur Hauptstadt bestimmt. So wurde die kastilische Mundart zur Hof- und Umgangssprache des jungen Königreichs. Von sprachpolitischer Bedeutung sind die Reformen Ferdinands_III. (1217?1252) und Alfons_X. (1252?1282), durch die das Lateinische als Urkundensprache abgeschafft wurde und das Kastilische diese Funktion übernahm.
Schon im Verlauf des späten Mittelalters verbreitete sich das Kastilische nicht nur als Schriftmedium, sondern auch als gesprochene Sprache außerhalb Kastiliens. Nach der Vereinigung von Kastilien und Aragón (1479) wurde es zur Staatssprache des Königreichs Spanien.
Das Spanische, wie wir es heute kennen, ist also eine Weiterentwicklung der lateinisch-kastilischen Mundart mit toledanischer Färbung.
Im Jahr 1713 entstand nach französischem Vorbild die ?Real_Academia_de_la_Lengua?, die als anerkannte Autorität in Sprachfragen gilt. Zwischen 1726 und 1739 wird das ?Diccionario de Autoridades? herausgegeben, im Jahr 1771 erschien die Grammatik der Akademie.
Rechtschreibung
Die Rechtschreibung des Spanischen kommt dem Ideal recht nahe, Laut für Laut das gesprochene Wort nachzubilden. So werden häufig auch übernommene Fremdwörter in ihrer Schreibung so angepasst, dass sich die Aussprache wieder automatisch ergibt (Beispiel: englisch bacon wird zu Spanisch beicon oder englisch football wird zu spanisch fútbol).
Bei den lateinamerikanischen Varianten gilt dies nur mit Einschränkungen (teilweise werden Buchstaben anders ausgesprochen, wenn das Wort indianischen Ursprungs ist, besonders ?ll? und ?x?).
siehe auch: Spanisches Alphabet
Phonologie
siehe auch: Aussprache der spanischen Sprache
Vokale
Das Spanische besitzt 5 Monophthonge.
Konsonanten
Das Spanische hat 24 * (29 KB) ? ?Danke, mir geht es gut, und Dir??
Gesprochen von einem Einwohner Madrids.
Beispiele: Der kleine Prinz auf Spanisch
Spanien
* [http://www3.germanistik.uni-halle.de/prinz/sprachen/058.htm (Barcelona, Spanien)]
Mexiko
* [http://www3.germanistik.uni-halle.de/prinz/sprachen/066.htm (Sinaloa, Mexiko)]
Der Unterschied bei diesen zwei Beispielen ist das europ. und amerik. Spanisch.
siehe: Seseo
Grammatik
Substantiv
* Das Spanische kennt drei Geschlechter: Zwar sind alle Substantive entweder männlich oder weiblich; ein Neutrum gibt es hingegen für abstrakte Begriffe: lo bonito = das Schöne, daher auch das Personalpronomen ello (Neutrum!), z.B. con todo ello = mit (od. trotz) alledem.
* -o bedeutet nicht immer männlich, -a nicht immer weiblich: z.B: "el problema", "la mano".
Fälle werden nicht durch Endungen angezeigt, sondern durch Präpositionen.
*Nominativ: ohne Präposition, z.B. la chica = das Mädchen
*Genitiv: Präposition de, z.B. de la chica = des Mädchens
*Dativ: Präposition a, z.B. a la chica = dem Mädchen
*Akkusativ: Bei Personen durch die Präposition a (z.B. Veo a la chica = Ich sehe das Mädchen), bei Dingen ohne Präposition (z.B. Veo el árbol. = Ich sehe den Baum)
* Der Plural wird bei Substantiven, die auf einem Vokal enden, durch Anhängen des Buchstabens s gebildet (z.B. la chica = das Mädchen, las chicas = die Mädchen), bei solchen, die auf einem Konsonanten enden, durch Anhängung von -es (z.B. el árbol = der Baum, los árboles = die Bäume) (bei Adjektiven auf z, ist -ces die Pluralform).
Adjektiv
* Die männliche Form endet auf -o, die weibliche auf -a. Im Plural lautet die Endung entsprechend der Regel für die Substantive -os bzw. -as.
* Ferner gibt es Adjektive auf -e: "simple", die sind dann männlich und weiblich gleich.
* Meist steht das Adjektiv hinter dem Substantiv, das es näher beschreibt. Beispiel: Veo una casa bonita. - Ich sehe ein schönes Haus. Es gibt jedoch auch Ausnahmen. In diesen Fällen entfällt bei der männlichen Form im Singular das o. Zu diesen Adjektiven zählen: primer, tercer, buen, mal, algún und ningún.
* Die Steigerung erfolgt in den allermeisten Fällen wie im Französischen durch ein Hilfswort: más. Beispiel: Pablo es más joven que Juan - Pablo ist jünger als Juan. Nur bei ein paar Ausnahmen wird die germanische Steigerung (durch Veränderung des Wortes selbst) benutzt: buen (gut) - mejor, mal (schlecht) - peor, mucho (viel) - más, poco (wenig) - menor, gran (groß) - mayor. Der Superlativ wird durch Einfügung eines Artikels gebildet: Carlos es el más viejo de su clase - Carlos ist der Älteste aus seiner Klasse. María es la mejor alumna de su instituto - María ist die beste Schülerin aus ihrer Schule. Ferner kennt das Spanische den im Deutschen inexistenten superlativo absoluto: pésimo (von mal, peor = etwa allerschlechtest), paupérrimo (von pobre = etwa mausarm), buenísimo / óptimo (von bueno = etwa 'superklasse').
Verb
Es gibt drei Konjugationen: Die a-Konjugation (z.B. hablar), die e-Konjugation (z.B. comer) und die i-Konjugation (z.B. vivir). Eine Vielzahl häufig benutzter Verben weist unregelmäßige Formen auf.
= Zeiten und Modi mit ihrer Bedeutung
=* Im Presente stehen gegenwärtige Handlungen.
* Im Indefinido (das von den Spaniern selbst Pretérito genannt wird) stehen einmalige Handlungen in der Vergangenheit. Es hat im Deutschen keine Entsprechung und wird bei einer Übersetzung mit dem Präteritum wiedergegeben.
* Im Imperfecto stehen - wie im französischen Imparfait und im englischen Past Progressive - länger andauernde oder sich wiederholende Handlungen in der Vergangenheit. Sie bilden sozusagen den Hintergrund, während der Vordergrund im Indefinido beschrieben wird.
* Im Perfecto stehen Handlungen, die in der Vergangenheit begonnen haben, aber deren Zeitraum bis in die Gegenwart hineinreichen oder Auswirkungen auf sie haben. In vielen Ländern Lateinamerikas wird das Perfecto vor allem in der gesprochenen Sprache kaum verwendet, sondern durch das Indefinido ersetzt.
* Im Pluscuamperfecto stehen Handlungen, die gegenüber der sonst verwendeten Vergangenheit vorzeitig sind.
* Das Futuro simple drückt Zukunft aus. In der Umgangssprache wird es häufig durch das Futuro compuesto ersetzt, das durch eine Form von ir + die Präposition a + Infinitiv gebildet wird. Beispiel: Voy a viajar a Cuba - Ich werde nach Kuba reisen.
* Im Futuro perfecto stehen Handlungen, die in der Zukunft bereits Vergangenheit sein werden.
* Das Condicional entspricht dem Deutschen Konjunktiv II. Damit werden irreale Sachverhalte ausgedrückt. Das Condicional I oder Condicional Simple bezieht sich auf die Gegenwart, das Condicional II oder Condicional Perfecto auf die Vergangenheit.
* Der Subjuntivo hat im Deutschen keine Entsprechung.
** Presente de Subjuntivo wird in Wunschsätzen verwendet (hier wird er im Deutschen mit Konjunktiv I wiedergegeben), vor allem aber in bestimmten Nebensätzen, für die ihn das einleitende Verb fordert. Bei Vorzeitigkeit nimmt man Perfecto de Subjuntivo.
** Imperfecto de Subjuntivo (Gleichzeitigkeit) und Pluscuamperfecto de Subjuntivo (Vorzeitigkeit) werden wie der presente und perfecto subjuntivo benutzt, beziehen sich jedoch auf die Vergangenheit, außerdem werden sie in Bedingungssätzen gebraucht. Für diese Zeiten existieren zwei Formen, die gleichberechtigt und bedeutungsgleich verwandt werden.
=Formen: Einfache Zeiten und Modi im Aktiv
=a-Konjugation (z.B. hablar=sprechen)
e-Konjugation (z.B. comer=essen)
i-Konjugation (z.B. vivir=leben)
ser (sein)
haber (haben als Hilfsverb)
Diphtongierung
Im Presente diphtongiert das -e- bzw. das -o- aus dem Wortstock einiger Verben in allen Singularformen sowie in der 3.Person Plural zu -ie- bzw. -ue-. Beispiele:
* comenzar (beginnen): comienzo, comienzas, comienza, comenzamos, comenzáis, comienzan
* dormir (schlafen): duermo, duermes, duerme, dormimos, dormís, duermen
Ähnlich wie dormir wird jugar (spielen) dekliniert, das als einziges Verb in bestimmten Formen ein u in ein ue verwandelt (z.B. juego). Eine ähnliche Gruppenunregelmäßigkeit stellen Verben dar, deren e zum i wird, zum Beispiel pedir (verlangen): pido, pides, pide, pedimos, pedís, piden.
Unregelmäßige Verben
Die meisten unregelmäßigen Verben unterscheiden sich von den regelmäßigen in der 1.Person Singular des Presente sowie in allen Indefinido-, Futuro- (und davon abgeleitet Condicional) und Presente-de-Subjuntivo-Formen.
=Formen: Zusammengesetzte Zeiten und Modi im Aktiv
=Zu jeder einfachen Zeit in jedem Modus gibt es eine aus der einfachen Zeit des Hilfsverbs haber und dem Schrift- und Verkehrssprache nicht allzu groß; die Umgangssprachen und Dialekte der einzelnen Länder unterscheiden sich dagegen teilweise recht deutlich, und zwar nicht nur in der Aussprache, sondern auch im Vokabular. Nicht zuletzt sind diese Abweichungen auf den (in den einzelnen Regionen unterschiedlich starken) Einfluss verschiedener indigener Sprachen zurückzuführen.
Einige Wörter haben in Amerika einen Bedeutungswandel durchgemacht, auf grammatikalischem Gebiet sind aber bis auf Besonderheiten in der Verwendung der Vergangenheitstempora (Dominanz des Indefinido) und den ?voseo? in Argentinien und Uruguay, aber auch in Nicaragua oder Guatemala, keine nennenswerten Veränderungen eingetreten.
Auch wenn Aussprache und Wortschatz in den einzelnen amerikanischen Ländern variieren, kann man doch einige allgemeine Hauptunterschiede zwischen der Sprache Süd- und Mittelamerikas und dem Kastilischen festhalten:
* Typisch für Lateinamerika ist der sogenannte seseo. Während im europäischen Spanisch ein z meist wie ein stimmloses_englisches_th ausgesprochen wird, wird es in lateinamerikanischer Aussprache zu einem normalen stimmlosen_s-Laut. Dasselbe trifft auf das c vor e und i zu (z. B. in nación). Diese Aussprache kommt aus dem Südspanischen und hat sich auch deshalb in Lateinamerika durchgesetzt, weil im 16. und 17. Jahrhundert die meisten spanischen Einwanderer nach Amerika aus dem Süden Spaniens (v. a. Extremadura und Andalusien) kamen.
* Je nach Region mehr oder weniger ausgeprägt ist das Verschlucken oder Verändern bestimmter Endungen. Besonders auf Kuba ist dies verbreitet, weshalb der dort gesprochene Dialekt manchmal als Cubañol bezeichnet wird.
* Auch die Tendenz das s anzuhauchen (z. B. ?ehtoy? statt ?estoy?) ist in vielen lateinamerikanischen Ländern vorzufinden und ist ebenfalls mit dem Andalusischen zu vergleichen. Ähnliche Aussprachephänomene sind auch in Spanien primär im unteren Bildungsniveau angesiedelt.
* Die Vergangenheitsform Pretérito Perfecto (He comprado) ist unüblich. Stattdessen wird gerade in den unteren Bildungschichten eher das Pretérito Indefinido verwendet. (Yo compré), soweit man das ?Noch-Andauern? einer Handlung nicht explizit betonen will.
* Die in Spanien nur als Höflichkeitsform (etwa dem ?Siezen? im Deutschen vergleichbar) im förmlichen Umgang verwendete Anrede ?usted(es)? (< vuestra merced, übersetzt etwa: ?Euer Gnaden?) ist in Lateinamerika die standardsprachliche und allgemein verbreitete Anredeform, ganz unabhängig von Sprachebene oder Vertrautheit. So wird die 2. Person Plural im amerikanischen Sprachraum überhaupt nicht benutzt und stets durch die Anrede in der 3. Person ersetzt, an die Stelle des Personalpronomens ?vosotros? tritt immer ?ustedes?. Auch im Singular ist die Anrede in der 2. Person mit ?tú? in vielen Gebieten unüblich (oder gilt als unhöflich) und man greift generell zur 3. Person mit ?usted?.
* Eine grammatikalische Besonderheit der sogenannten "Rio de la Plata-Staaten" (Argentinien, Paraguay und Uruguay) und auch der guatemaltekischen Sprachvariante ist der voseo, d. h. anstatt des Personalpronomens tú wird in der 2. Person Singular vos verwendet. Die Verben werden dann anders konjugiert (beispielsweise vos sos: ?du bist?, standardspanisch tú eres).
* Je nach Land gibt es auch eine unterschiedliche Anzahl Wörter, die aus den jeweiligen Sprachen der indigenen_Völker entliehen wurden. Einige davon haben auch das europäische Spanisch erreicht. Dazu gehören Begriffe wie Aguacate (Avocado) oder Papa (Kartoffel).
* Es gibt viele Abweichungen zwischen dem kontinentalspanischen und dem lateinamerikanischen Wortschatz und überdies auch innerhalb Lateinamerikas von Land zu Land verschiedene semantische Eigenarten. Sie betreffen aber hauptsächlich die Umgangssprache und Begriffe des täglichen Lebens. Ernsthafte Verständigungsprobleme zwischen Sprechern aus verschiedenen europäischen und amerikanischen Teilgebieten des spanischen Sprachraums gibt es deshalb kaum.
: siehe auch: New-Mexico-Spanisch
Beispiele für Unterschiede im Wortschatz
Zu Missverständnissen kommt es am ehesten durch Wörter, die neben der allgemeinen Bedeutung in bestimmten Ländern eine umgangssprachliche Spezialbedeutung besitzen. So ist etwa das in Spanien unproblematische und für alle möglichen Sachverhalte häufig gebrauchte Verb coger (?nehmen, ergreifen, fangen?) in einigen Ländern Lateinamerikas ein ordinärer Ausdruck für die Ausübung des A Fala in Spanien
Barranquenho in Portugal
Portuñol in Uruguay
Judenspanisch/Ladino
Judenspanisch ist das Spanisch der 1492 aus Spanien vertriebenen Juden Sephardim. Sie leben heute in Griechenland, der Türkei, Israel, Nordmarokko und den USA. Die Sprecherzahl wird auf 150.000 geschätzt.
Sonstiges
Lunfardo: eine Gaunersprache in Argentinien, die auch im Tango Verwendung findet
Siehe auch
Spanisch in den USA
Río-de-la-Plata-Spanisch
Dominikanisches Spanisch
Philippinisches Spanisch
Alemañol
Spanglish
Rusinol
Frespañol
Murciano
Andalusischer Dialekt
Antonio de Nebrija
* Redewendung: Das kommt mir spanisch vor
Belgranodeutsch
Hispanophonie
Hispanistik
Spanische Sprichwörter
Spanischer Netzjargon
Literatur
Spanische Sprachgeschichte
* Antonio Tovar: Einführung in die Sprachgeschichte der Iberischen Halbinsel. 1983
* Annegret Alsdorf-Bollee: Spanische Sprachgeschichte. 2003
*Wolf Dietrich/ Horst Geckeler: Einführung in die spanische Sprachwissenschaft. 2007
Das Spanische in Amerika
* Volker Noll: Das amerikanische Spanisch. 2001
* Hugo Kubarth: Das lateinamerikanische Spanisch. 1987
* Hans-Dieter Paufler: Lateinamerikanisches Spanisch. 1977
Weblinks
Schwesterprojekte der Wikipedia in Spanischer Sprache
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eml:Spagnôlfrp:Castilyangn:Karaiñe'?
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