Solanin
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| LD50 = 590 mg/kg
| LD50-Ziel = Ratte, oral
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Solanin, genauer ?-Solanin, ist ein Steroidalkaloidsaponin des Steroidalkaloids Solanidin mit dem Trisaccharid Solatriose, das aus Glucose, Galactose und Rhamnose besteht. Solanin wurde erstmals 1820 von Desfosses aus den Beeren des Schwarzen_Nachtschatten (Solanum) isoliert, nach denen es benannt wurde.Desfosses, M. (1820): Extrait d'une lettre à M. Robiquet. In: J. de Pharmacie. Bd. 6, S. 374-376.
Vorkommen
Es ist vor allem in Nachtschattengewächsen (Solanaceae) wie Kartoffeln und Tomaten enthalten und wird fälschlicherweise auch als Tomatin bezeichnet. Die höchsten Werte erreichen Frühkartoffeln und der grüne Anteil der Tomate. Werden Kartoffeln lange Zeit dem Licht ausgesetzt, steigt der Solaningehalt an.Ahmed S.S. & Müller K. (1981): Einfluss von Lagerzeit, Licht und Temperatur auf den Solanin- und ?-Chaconingehalt mit und ohne Keimhemmungsmittel behandelter Kartoffeln. In: Potato Research. Bd. 24, Nr. 1, S. 93-99. Auch in geschälten rohen Kartoffeln steigt der Gehalt leicht, weil weiteres Solanin zur Bekämpfung von mg auf. Bei fortgesetzer Solaninaufnahme treten Benommenheit, Angstzustände, Schweißausbrüche, Atemnot, Bewusstlosigkeit und Krämpfe auf (diese Symptome werden auch als Solanismus beschrieben). Eine Dosis von 400 mg Solanin kann tödlich sein.
Solanin zerfällt bei der Zubereitung nicht, sondern geht teilweise in das Kochwasser über. Aus der Oberfläche geht durch Kochen rund ein Drittel, durch Braten rund die Hälfte des Solanins verloren. Bei Bratkartoffeln geht das Solanin in das Bratfett über. Der Solaningehalt kann durch Abschneiden von grünen Stellen und Keimen weiter verringert werden. Da die grüne Farbe von Chlorophyll stammt und dessen Zunahme nicht direkt mit der Biosynthese des Solanins zusammenhängt, können auch unverfärbte Kartoffeln eine erhöhte Solaninkonzentration aufweisen.
Toxizität
Die Dosis von 25 mg, bei der erste Übelkeitserscheinungen auftreten können, entspricht etwa dem Genuss von 350 bis 850 g rohen Kartoffelschalen oder mehreren Kilogramm moderner roher Kartoffeln. Durch die Zubereitung wird der Gehalt an Solanin weiter reduziert. Fazit: Die derzeit am Markt erhältlichen Kartoffelsorten haben unter den üblichen Bedingungen keinen gesundheitlich bedenklichen Glykoalkaloid-Gehalt Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz: [http://www.vis.bayern.de/ernaehrung/fachinformationen/verbraucherschutz/unerwuenschte_stoffe/solanin.htm Solanin (Glykoalkaloide) in Kartoffeln]. Das gilt jedoch nicht unbedingt für ältere Sorten.
Allerdings enthalten grüne Tomaten auch heute noch höhere Solanindosen. Je nach Sorte kann bereits mit ca. 80 g rohen grünen Tomaten der kritische Wert überschritten werden. Da durch die üblichen Zubereitungsarten der Solaningehalt nur unwesentlich reduziert wird, ist von Portionsgrößen, die deutlich über 80 g liegen, sicher abzuraten. Die für den Erwachsenen als tödlich angenommene Dosis von 400 mg ist ? je nach Sorte ? in 1,25 bis 4,5 kg rohen grünen Tomaten enthalten.
Quellen
Weblinks
• Zusammenfassung der toxikologischen Literatur zu Solanin (engl.)

