Sachsen
Der Freistaat Sachsen (obersorbisch: Swobodny stat Sakska, niedersorbisch: Zw?zkowy kraj Sakska), ist ein Bundesland (offiziell: Land) der Bundesrepublik Deutschland. Es grenzt im Norden an Brandenburg, im Nordwesten an Sachsen-Anhalt, im Westen an den Freistaat Thüringen und im Südwesten an den Freistaat Bayern. Außerdem hat es eine gemeinsame Grenze im Süden mit Tschechien und im Osten mit Polen. Die Landeshauptstadt ist Dresden.Geographie
siehe dazu auch: Naturräume in Sachsen
Die größten Städte sind Leipzig und Dresden gefolgt von Chemnitz. Wegen Bevölkerungsrückgangs verlor die viertgrößte Stadt Zwickau Ende 2003 den Großstadtstatus. Seit der Wiedervereinigung im Jahre 1990 ist die Einwohnerzahl im Bundesland Sachsen durch Abwanderung und Sterbeüberschuss aufgrund geringer Geburtenrate um 600.000 Einwohner zurückgegangen.
Die geografische Gliederung als das östlichste deutsche Land kann mit einer Vielzahl von Ansätzen erfolgen. Nach topografischen Gesichtspunkten eignet sich vor allem eine Einteilung in Flachland, Hügelland und Mittelgebirge.Zum Flachland gehören vor allem die Leipziger Tieflandsbucht südlich von Leipzig sowie die Niederlausitz bzw. Oberlausitz im Nordosten. Beide sind durch jüngere Ablagerungen aus dem eiszeitlichen Paläozän und den Flussniederungen gekennzeichnet, sowie insbesondere durch deren tertiäre Braunkohlevorkommen im Untergrund. Das Hügelland weiter südlich mit seinen weitflächigen Lößablagerungen (Lößhügelland) und der damit verbundenen hohen Bodenqualität geht auf die Endmoränenbildung zurück. Die sächsischen Mittelgebirge gliedern sich von West nach Ost durch eher unscharfe Grenzen. Im Südwesten Sachsens erstreckt sich das eigentlich bis nach Bayern reichende Vogtland mit dem Erzgebirgsbecken als Nordgrenze und dem Elstergebirge im Südosten. Nach Osten folgt die Pultscholle des Erzgebirges, welches meist in West- und Osterzgebirge (geteilt durch das Flöhatal), seltener auch zusätzlich in das Mittelerzgebirge untergliedert wird. Die Höhenlagen nehmen dabei von West nach Ost langsam ab, weshalb auch die mit 1215 Metern höchste Erhebung Sachsens, der Fichtelberg, zum West- bzw. Mittelerzgebirge gehört. Nach Süden erstreckt sich das Erzgebirge über die Landesgrenze hinaus bis an den Egertalgraben. Den nördlichen Bereich des Erzgebirges entlang der Kammlagen nimmt der Naturpark Erzgebirge/Vogtland ein. Das Sächsische_Elbland trennt das Erzgebirge schließlich nach Nordosten von Lausitzer Bergland und Zittauer Gebirge ab. Neben diesen Landschaftseinheiten gibt es zahlreiche weitere Unterscheidungen und Nuancen, welche in der Liste der Landschaften in Sachsen verzeichnet sind.
Eine weitere Gliederung Sachsens kann nach hydrologischen Gesichtspunkten erfolgen. Der wichtigste, größte und einzig schiffbare Fluss ist die Elbe. Sie durchzieht den Freistaat von Südosten nach Nordwesten. Wichtige Quellflüsse sind die Mulde, die Weißeritz, die Zschopau, die Weiße Elster und die Spree, deren allgemeine Fließrichtung Norden ist und die ebenfalls zum Fluss-System der Elbe gehören. Im Osten wird der Freistaat von der Lausitzer_Neiße begrenzt, die in die Oder mündet.
Geschichte des Freistaates Sachsen
Siehe auch: Hauptartikel Geschichte Sachsens
Der erste ?Freistaat Sachsen? entstand 1918 nach Abdankung des Königs und Auflösung des Königreichs_Sachsen. 1945 entstand das ?Land Sachsen? als Teil der sowjetisch besetzten Zone im vorangegangenen Deutschen_Reich aus dem Gebiet des vormaligen Freistaates und aus Teilen der preußischen Provinz Schlesien westlich der Neiße. Im Jahr 1952 wurde u.a. das Land Sachsen aufgelöst und in drei kleinere Bezirke_der_DDR aufgeteilt: Leipzig, Dresden und Chemnitz (später umbenannt in Karl-Marx-Stadt). Nach dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland wurde im Herbst 1990 der ?Freistaat Sachsen? als Bundesland errichtet.
Wappen und Flagge
Das Wappen geht auf das ehemalige Königreich Sachsen zurück - insbesondere auf die anhaltinische Linie des Geschlechts der Askanier. Auch deren Wappenschild war neunmal von Schwarz und Gold geteilt. Obwohl der Schild bereits im 12. Jahrhundert auftauchte, wurde der grüne Rautenkranz erst um 1260 aufgelegt. Er steht für den Verzicht des askanischen Hauses Sachsen-Wittenberg auf sein Stammland in Niedersachsen-Lauenburg und verdankt seine Form dem gotischen Baustil. Als die männliche Linie der Askanier ausstarb, übernahmen die 'Markgrafen_zu_Meißen' die Kurwürde und das Wappen.
Wie auch in anderen Ländern gibt es für Sachsen ein Wappenzeichen. Da dies oft als zu modern empfunden wurde, hat das Land im Jahr 2005 ein weiteres Wappenzeichen eingeführt. Die Wappenzeichen dürfen im Gegensatz zu dem Wappen von jedermann genehmigungsfrei verwendet werden.
Die heutigen Landesfarben wurden von König_Friedrich_August 1815 mittels Verordnung eingeführt. Die sächsische Truppen sollten zur besseren Unterscheidbarkeit ihre bis dahin weißen Kokarden mit einem zusätzlichen breiten grünen Band umwinden. Eine der ersten literarischen Erwähnungen der Farben findet sich in einem Lied von Carl Hinkel .
Die Verfassung des Freistaates Sachsen beschreibt die Staatssymbole in Artikel 2. Als Besonderheit ist dabei Absatz 4 zu nennen, der weitere gleichberechtigte Staatssymbole wie folgt zulässt:
"...
(4) Im Siedlungsgebiet der Sorben können neben den Landesfarben und dem Landeswappen Farben_und_Wappen_der_Sorben, im schlesischen Teil des Landes die Farben und das Wappen Niederschlesiens, gleichberechtigt geführt werden."
Die Landesflagge ist weiß-grün; die Landesdienstflagge trägt zusätzlich das Landeswappen.
Religionen
Bisherige_Ministerpräsidenten
Liste der Persönlichkeiten (Sachsen)
Liste der ehemaligen Ministerien Sachsens
Liste der Sächsischen Minister a.D.
Verwaltungsgliederung
Regierungsbezirke
Sachsen ist in die drei Regierungsbezirke Dresden (1), Chemnitz (2) und Leipzig (3) untergliedert.
Die Regierungsbezirke enthalten insgesamt 22 Landkreise und sieben kreisfreie_Städte (Stand: 1. Januar 2006).
Landkreise
Die 22 sächsischen Landkreise im Einzelnen:Annaberg (ANA) (2)
Aue-Schwarzenberg (ASZ) (2)
Bautzen (Budy?in) (BZ) (1)
Chemnitzer_Land (GC) (2)
Delitzsch (DZ) (3)
Döbeln (DL) (3)
Freiberg (FG) (2)
Kamenz (Kamjenc) (KM) (1)
Leipziger_Land (L) (3)
Löbau-Zittau (Lubij-?itawa) (ZI) (1)
Meißen (MEI) (1)
Mittlerer Erzgebirgskreis (MEK) (2)
Mittweida (MW) (2)
Muldentalkreis (MTL) (3)
Niederschlesischer Oberlausitzkreis (NOL) (1)
Riesa-Großenhain (RG) (1)
Sächsische_Schweiz (PIR) (1)
Stollberg (STL) (2)
Torgau-Oschatz (TO) (3)
Vogtlandkreis (V) (2)
Weißeritzkreis (DW) (1)
Zwickauer_Land (Z) (2)
Kreisfreie Städte
Die sieben kreisfreien Städte Sachsens im Einzelnen:
Chemnitz (C) (2)
Dresden (DD) (1)
Görlitz (Zhorjelc) (GR) (1)
Hoyerswerda (Wojerecy) (HY) (1)
Leipzig (L) (3)
Plauen (PL) (2)
Zwickau (Z) (2)
Kreisreform
Hauptartikel: Kreisreform Sachsen 2008Im Rahmen der Verwaltungsreform der Landesbehörden wird auch eine erneute Kreisreform erfolgen, welche vorsieht, die 22 Landkreise auf zehn und die sieben kreisfreien Städte auf drei zu reduzieren. Bei dieser Reform, die zum 1. Juli 2008 wirksam werden soll, könnte es zu nachfolgender Kreiszusammenlegung kommen (nach den Plänen des Sächsischen Staatsministeriums des Innern vom 27. Juni 2006):
(LK = Landkreis, KS = kreisfreie Stadt, KV = Sitz der Kreisverwaltung / des Landratsamtes)
Landkreise:
* Bautzen ? LK_Bautzen, LK_Kamenz und KS_Hoyerswerda (KV in Bautzen)
* Erzgebirgskreis ? LK_Annaberg, LK_Aue-Schwarzenberg, LK_Mittlerer_Erzgebirgskreis und LK_Stollberg (KV in Annaberg-Buchholz)
* Leipzig ? LK_Leipziger_Land und LK_Muldentalkreis (KV in Borna)
* Meißen ? LK_Meißen (KV in Meißen) und LK_Riesa-Großenhain
* Mittelsachsen ? LK_Döbeln, LK_Freiberg und LK_Mittweida (KV in Freiberg)
* Neißekreis ? LK_Löbau-Zittau, LK_Niederschlesischer_Oberlausitzkreis und KS_Görlitz (KV in Görlitz)
* Nordsachsen ? LK_Delitzsch und LK_Torgau-Oschatz (KV in Torgau)
* Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ? LK_Sächsische_Schweiz und LK_Weißeritzkreis (KV in Pirna)
* Vogtlandkreis ? LK_Vogtlandkreis und KS_Plauen (KV in Plauen)
* Zwickau ? LK_Chemnitzer_Land, LK_Zwickauer_Land und KS_Zwickau (KV in Zwickau)
kreisfreie Städte:
Chemnitz
Dresden
LeipzigEinwohnerzahlen und Ausdehnung der geplanten Kreise
Städte und Gemeinden
Sachsen besteht aus insgesamt 505 politisch selbständigen Städten und Gemeinden (Stand: Liste der Städte und Gemeinden in Sachsen
Wirtschaft
Die sächsische Wirtschaft hat nach der Wiedervereinigung der Territorien der ehemaligen DDR mit der Bundesrepublik Deutschland einen starken Strukturwandel erlebt. Die in der Industrie stark rückständigen Betriebe wurden meist geschlossen. Braunkohlewerke wurden stillgelegt und die ehemaligen Tagebaurestlöcher befinden sich zurzeit in der Rekultivierung.
Heute steht Sachsen vor Thüringen auf einem Spitzenplatz der mitteldeutschen Wirtschaft, wenngleich das Problem der hohen Arbeitslosigkeit nicht gelöst ist. Über 400.000 Menschen in Sachsen beziehen Arbeitslosengeld_II.
Ziel von Hartz IV in Sachsen nicht erreicht [http://www.newsropa.de/index.php?id=115&tx_ttnews%5Btt_news%5D=1067&tx_ttnews%5BbackPid%5D=7&cHash=b768df34f0].
Sachsen hat mit Wachstumsraten einzelner Industriebereiche zwischen acht und zehn Prozent die höchsten in Deutschland und kann in Teilen bei wichtigen Wohlstandsindikatoren zu den westlichen Bundesländern bereits aufschließen. So liegt das verfügbare Einkommen der Altersgruppe von 20?35 über dem Bundesdurchschnitt, jedoch wird das Gesamtergebnis von den niedrigen Einkommen der Gruppen ab 40 kompensiert. Insgesamt ist der Strukturwandel noch nicht abgeschlossen. Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreicht Sachsen einen Index von 79,6 (EU-25:100) (2003).Eurostat News Release 63/2006: Regional GDP per inhabitant in the EU 25[http://epp.eurostat.cec.eu.int/pls/portal/docs/PAGE/PGP_PRD_CAT_PREREL/PGE_CAT_PREREL_YEAR_2006/PGE_CAT_PREREL_YEAR_2006_MONTH_05/1-18052006-EN-AP.PDF]
Ballungsräume und Infrastruktur
Vor allem die Ballungsräume_Leipzig-Halle und Chemnitz-Zwickau sind Antrieb der sächsischen Wirtschaft. Das Ballungsgebiet_Dresden ist gemessen am Bruttoinlandsprodukt der wirtschaftlich stärkste Raum Sachsens. Dresden spielt dabei durch die Ansiedlung von AMD und Infineon sowie vieler Zulieferbetriebe eine wichtige Rolle in der Mikrotechnologie. Diese drei Räume bilden die Ecken der Metropolregion Sachsendreieck.
Außerdem gibt es in der südlichen Lausitz, dem Vogtland und dem Erzgebirge auch verdichtete ländliche Räume, die dünnbesiedelten Gebieten in Nordsachsen (z. B. Niederschlesischer Oberlausitzkreis) gegenüberstehen.
Die wichtigsten Autobahnstrecken in Sachsen entstanden schon in den 30er Jahren, welche in den letzten Jahren auf den modernsten Stand gebracht wurden. Wichtige Straßenbauprojekte sind die Verbindungen der A_72 zwischen Chemnitz und Leipzig, die A_17 zwischen Dresden und Prag und die A_38 als Südumfahrung Leipzigs (ab Dreieck Halle-Süd bis Anschluss an die A 14 fertig gestellt).
Sachsen soll außerdem das dichteste Eisenbahnnetz Europas besitzen. Zur Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert war kaum ein Ort in Sachsen mehr als 15 km von einem Bahnhof oder Haltepunkt entfernt. Eine wichtige Rolle spielten dabei die Schmalspurbahnen im Tiefland um Mügeln und im Erzgebirge. Noch heute sind in Sachsen sieben Schmalspurbahnen hauptsächlich für touristische Zwecke unterwegs.
Gegenwärtig werden die Strecken Leipzig?Dresden (über Riesa), Dresden?Chemnitz und Leipzig/Halle?Erfurt für den Schnellverkehr ausgebaut. Als weiteres Großprojekt gilt der Bau eines City-Tunnels in Leipzig. Dieser soll den bislang größten Kopfbahnhof Europas entlasten.
siehe auch Liste der Bahnhöfe in Sachsen
Sprache
Im Freistaat Sachsen werden hauptsächlich ostmitteldeutsche Dialekte gesprochen. Es handelt sich um das Meißnische und das Osterländische, die zur Thüringisch-Obersächsischen_Dialektgruppe gehören, sowie das Lausitzische. Die ersten beiden sowie die Dialekte des angrenzenden Thüringens und Sachsen-Anhalts werden umgangssprachlich auch als ?Sächsisch? bezeichnet.
Kennzeichen all dieser Dialekte ist die Lenisierung der stimmlosen Konsonanten, die außerhalb des mitteldeutschen Sprachgebiets als fremdartig und manchmal auch als komisch empfunden wird. So wird das Wort ?Koffer? anscheinend als ?Goffer? ausgesprochen. Allerdings bildete die Sprache am kursächsischen Hof in Meißen für Martin Luther die Grundlage des Neuhochdeutschen.
In der Lausitz werden auch mehrere Dialekte des Obersorbischen sowie Übergangsdialekte zwischen dem Ober- und Niedersorbischen gesprochen. Beide sorbischen Sprachen zählen zur westslawischen Sprachgruppe, in Sachsen sprechen schätzungsweise noch 15.000 bis 20.000 Sorben ihre Sprache. Diese Sprache ist demnach in ihrer Existenz gefährdet. Des Weiteren existieren in den Mittelgebirgen Südsachsens das Vogtländisch und das Erzgebirgisch als eigenständige Dialekte mit Verwandtschaft zum Ostfränkischen und Nordbairischen.
Tourismus
Insbesondere das Erzgebirge, die Sächsische Schweiz und das Zittauer Gebirge sind als sächsische Landschaften vom Tourismus geprägt, als Städte sind v. a. Dresden und Leipzig zu nennen. Neben Erholungs- und Sportmöglichkeiten begründet sich die Tourismuswirtschaft in Sachsen in der Architektur und den kulturellen Möglichkeiten in Städten wie Dresden, Leipzig oder Görlitz, aber auch in der Bergbautradition (Silberstraße zwischen Zwickau und Dresden) und in regionalen Produkten wie der Erzgebirgischen_Volkskunst oder dem Lausitzer Osterschmuck. Die Anzahl der Übernachtungen im Freistaat belief sich 2005 auf 15,4 Millionen.
Siehe auch: Liste der Kur- und Erholungsorte in Sachsen
Siehe auch
Portal:Sachsen
Saxonia
Verfassung des Freistaates Sachsen
Polizei Sachsen
Literatur
* Friedrich Ludwig Müller, Angela Pfotenhauer, Elmar Lixenfeld, Florian Monheim: Barock in Sachsen. Monumente-Edition. Monumente-Publikation der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Bonn 2000, ISBN 3-935208-01-4
* Johann G. Th. Gräße, "Der Sagenschatz des Königreich Sachsen", Bde 1-3, Dingsda-Verlag, Querfurt 1999, ISBN 3-928498-56-8, 3-928498-62-2, 3-928498-73-8
Weblinks
* http://www.sachsen.de
* http://www.sachsen-macht-schule.de - Sächsisches Staatsministerium für Kultus
• Amt24 Sachsen - Behörden, Ämter, Verwaltung und Formulare Online
• Natur in Sachsen, Fotos von Pflanzen aus Mitteldeutschland
• Daten und Fakten(Statistisches Landesamt)
Quellen
hsb:Sakska
hy:????????pms:Sassònia
vo:Saxän

