Saarlouis
Saarlouis [] ist eine Stadt im moselfränkischen Dialektgruppe, die außer dem nördlichen Teil des Saarlandes im wesentlichen Rheinland-Pfalz, Teile Lothringens und ganz Luxemburg abdeckt.
Geschichte
Mit dem Frieden von Nimwegen 1679 fällt Lothringen an Frankreich.
Ein Jahr später, 1680, lässt der französische König Ludwig XIV. (franz. Louis XIV) Saarlouis (ursprünglicher Name: Sarre-Louis) zum Schutz der neuen Ostgrenze errichten. Baumeister Sébastien le Prestre de Vauban legt die Festungsstadt symmetrisch in Sternform mit sechs Bastionen, die zur Aufstellung von Kanonen dienten, an. Die Pläne hierzu stammen von Thomas de Choisy.
Wer sich ein Bild davon machen möchte wie Saarlouis früher aussah, dem sei unbedingt ein Besuch in Neubreisach empfohlen, dort wurden die Festungsanlagen kaum verändert. Auch die Proportionen von ?Großem Markt? usw. stimmen recht gut überein.
Im Zusammenhang mit der Errichtung der Stadt entstehen im Umland einige neue Siedlungen, z.?B. Beaumarais, Picard, Bourg-Dauphin (heute Neuforweiler) und Felsberg (Steinbrüche).
1683 verleiht Louis XIV der Stadt bei einem Besuch das Stadtwappen mit
der aufgehenden Sonne und den drei bourbonischen Lilien. Der Wappenspruch lautet Dissipat Atque Fovet: Sie (die Sonne) zerstreut (die Wolken) und erwärmt (die Erde).
1697 erlangt Lothringen seine Souveränität zurück, Saarlouis bleibt jedoch französische Exklave. Im Zuge der französischen_Revolution wird die Stadt in Sarre-Libre umbenannt, was 1810 wieder rückgängig gemacht wird.
1815, im Frieden von Paris, verliert Frankreich das Saargebiet, Saarlouis wird preußisch. Aus dieser Zeit stammt auch die Geschichte vom Soldaten_Lacroix. Die Preußen bauten die von den Franzosen errichteten Festungswerke weiter aus und legten unter anderem die Kasematten an, in denen sich heute zahlreiche gemütliche Gaststätten befinden. Nach dem Ersten_Weltkrieg, 1918, wird die Stadt von Frankreich besetzt. Das Saargebiet kommt unter die Verwaltung des Völkerbundes.
Nach der Volksabstimmung von 1935 wird das Saargebiet deutsch, Saarlouis wird 1936 in Saarlautern umbenannt (bis 1945). Es handelte sich um eine ?Germanisierung? des deutsch-französischen Ortsnamens, das Element ?-lautern? wurde in Anlehnung an den heutigen Stadtteil Fraulautern (ehemaliges Kloster ?Lautern?) gebildet.
Im Zweiten Weltkrieg wird die Stadt zur ?Zitadelle Saarlautern? erklärt. Sie wechselt mehrfach den Besitz zwischen Amerikanern und Deutschen. Vor allem Artilleriebeschuss zerstört große Teile der historischen Innenstadt. Luftangriffe finden ihre Ziele vor allem in Fraulautern und Roden in der Nähe der Bahnanlagen.
Nach dem Krieg ist das Saargebiet unter französischer Besatzung. In der Volksabstimmung von 1955 entscheidet sich das Saarland für den Wiederanschluss an Deutschland.
1980 feierte Saarlouis seinen 300. Geburtstag. Zu diesem Anlass schrieb Alfred Gulden das Theaterstück Saarlouis 300.
Seit etwa 1965 ist Saarlouis, nach dem Abzug der französischen Besatzung, Garnisonsstadt der Bundeswehr. In der Graf_Werder-Kaserne liegt die Luftlandebrigade 26.
Festungsanlagen
Die ehemalige Festung der Stadt bestimmt auch heute noch den sechseckigen Grundriss der Innenstadt. Neben den Bauwerken von Vauban finden sich auch noch einige Anlagen aus dem 19. Jahrhundert, die nach dem Abzug der Franzosen von den Preussen angelegt wurden. Ab 1887 wurde die Festung geschleift, dennoch finden sich im Norden der Innenstadt Wälle und Gräben der Festung. Die Wälle werden heute unter dem Namen Kasematte von der Gastronomie genutzt, während die wassergefüllten Gräben in die städtischen Grünanlagen integriert wurden. Auf der Vauban-Insel, einem ehemaligen Demi-lune befinden sich heute die Denkmäler für Marschall Ney und dem Soldaten Lacroix.
Im Innenstadtbereich befinden sich eine Reihe von ehemaligen Kasernen, die heute als Museum und Einkaufszentrum genutzt werden. Die sogenannte Vauban-Kaserne von 1680 gilt als älteste ihrer Art.
Die ebenfalls von Vauban erbaute und im Elsaß situierte Festungsstadt Neuf-Brisach (Neubreisach) weist in Konstruktion und Lage hohe Ähnlichkeiten mit Saarlouis auf und ist bis heute größtenteils in ihrem Originalzustand erhalten.
Eingemeindungen
*1907: Roden
*1936: Fraulautern, Lisdorf, Picard, Beaumarais
*1970: Neuforweiler
Politik
Wappen
Das Wappen ist zweigeteilt: Der Schildhaupt enthält 3 stilisierte goldene Lilien auf blauem Grund; der untere Teil der Wappens wird gebildet durch einen silbernen Hintergrund, auf dem sich rechts eine strahlende goldene Sonne, links eine blaue längliche Wolke befindet. Das Vollwappen, welches eine majestätische Rundform aufweist, enthält zudem noch ein purpurnes Spruchband mit der goldenen Devise "Dissipat atque fovet" ([Die Sonne] "zerstreut und erwärmt" [die Erde]), darüber eine goldene Mauerkrone, aus der zwei goldene Lorbeerzweige mit flatternden blauen Bändern emporwachsen. Unter dem Schild befinden sich zwei grüne Lorbeerzweige mit roten Früchten, die ebenfalls mit einer blauen Schleife zusammengebunden sind.
Das älteste, von Ludwig XIV. von Frankreich im Jahre 1683 verliehene kommunale Wappen im Saarland hat die Verleihung (13. Januar 1937) eines Wappens in der NS-Zeit (in Rot über rotgefugten silbernen Zinnenmauer ein silberner Adler, auf der Brust belegt mit einer roten Raute, darin ein silbernes Hakenkreuz), überstanden. Die Deutung des Wappens hat von den bourbonischen Lilien als Hinweis auf die Gründer der Festungsstadt auszugehen. Die Devise und die Figuren in der unteren Schildhälfte verweisen dabei auf den "Sonnenkönig".
Stadtoberhäupter
Gouverneure:
* 1680?1710: Thomas de Choisy
Oberbürgermeister:
* 1815: Michel Reneauld
* 1945?1947: Ernst Bloch
* 1947?1957: Anton Merziger (CVP)
* 1957?1967: Hubert Schreiner (CDU)
* 1967?1987: Dr. Manfred Henrich (SPD)
* 1987?1997: Richard Nospers (SPD)
* 1997?2005: Hans-Joachim Fontaine (CDU)
* seit 2005: Roland Henz (SPD)
Stadtrat
Der Stadtrat mit 45 Sitzen setzt sich nach der Kommunalwahl vom 13. Juni 2004 wie folgt zusammen:
CDU: 41,9 % (?8,1) ? 20 Sitze (?3)
SPD: 38,8 % (?1,8) ? 18 Sitze (?1)
Grüne 9,2 % (+2,1) ? 4 Sitze (+1)
FWG 7,0 % (+7,0) ? 3 Sitze (+3)
Städtepartnerschaften
* (Frankreich), seit 1969
* (Polen), seit 1. Juni 2001 (Städtepartnerschaft des Landkreises)
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Saarlouis ist über die Autobahnen A_8 (Perl - Bad Reichenhall) und A_620 (nach Saarbrücken) und die Bundesstraßen B_51 (Bremen - Saargemünd), B_269 (Longkamp - Überherrn - Felsberg (Saar)) und B_405 (Thionville - Saarwellingen) gut an das überregionale und internationale Straßennetz angebunden.
Die Stadt liegt außerdem an der Eisenbahnstrecke von Trier nach Saarbrücken.
Mit dem Saarhafen im Stadtteil Roden verfügt die Kreisstadt über den achtgrößten Binnenhafen der Bundesrepublik.
Ortsansässige Unternehmen
Die Automobilfirma Ford betreibt am Ort ein großes Automobilwerk, in dem die Typen Ford Focus und seit 2004 auch der Ford Focus C-MAX montiert werden. Mit rund 6.000 Beschäftigten ist Ford einer der größten Arbeitgeber der Region.
Weitere bedeutende Unternehmen sind das Kaufhaus Pieper mit mehreren Gebäuden in der Innenstadt sowie die Schokoladenfabrik "Ludwig" in Saarlouis mit über 1000 Mitarbeitern. In Saarlouis-Roden hat die Firma DSD-Dillinger Stahlbau ihren Sitz. Die Chemiefirma "Meguin" ist über die Grenzen hinaus bekannt. Der Hausgerätepunkt Saarland repariert bis weit über die saarländischen Grenzen hinaus. Mit der Kreissparkasse Saarlouis, die aus der Fusion zwischen der alten KSK Saarlouis und der Stadtsparkasse Saarlouis 1987 entstand, ist die Stadt auch Sitz einer der größten Sparkassen der Bundesrepublik.
Gerichte
Saarlouis verfügt über ein Amtsgericht, das zum Landgerichts- und OLG-Bezirk Saarbrücken gehört, sowie über ein Arbeitsgericht. Außerdem befinden sich dort das Saarländische Verwaltungsgericht und Saarländische Oberverwaltungsgericht.
Militär
In Saarlouis sitzt der Brigadestab der Luftlandebrigade 26 sowie die Luftlandepionierkompanie 260 der Bundeswehr.
Ferner hat das Verteidigungsbezirkskommando 46 seinen Sitz in Saarlouis. Das Einzugsgebiet des Verteidigungsbezirkskommandos geht bis an den Rhein und umfasst somit ein Gebiet von Saarbrücken bis Mainz und Ludwigshafen.
Feuerwehr
Mit ihrem Gründungsjahr 1811 ist die Freiwillige Feuerwehr Saarlouis die vielleicht älteste Freiwillige Feuerwehr der Bundesrepublik Deutschland. Sie umfasst heute die vier Löschbezirke Innenstadt, Ost, Lisdorf und West und unterhält mit 231 aktiven Mitgliedern (darunter 22 Frauen) ca. 30 Einsatzfahrzeuge. Sie bewältigt ca. 400 Einsätze jährlich.
Zu beachten ist jedoch, dass es evtl. ältere Wehren in Deutschland geben könnte, diese können jedoch ihre Geschichte und ihre Gründung nicht dokumentieren. Die Freiwillige Feuerwehr hingegen kann ihren Gründungstag exakt bestimmen.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen
*Stadtmuseum
*Museum Haus Ludwig
Sehenswürdigkeiten
*Großer Markt (ehemaliger Exerzierplatz) mit alter Kommandantur im Stil des Barock aus den Jahren 1680-1683. Er ist mit vier Trinkwasserbrunnen aus dem 19. Jahrhundert an den Platzecken ausgestattet. Der Große Markt dient heute als Park- und nach wie vor als Marktplatz.
*Katholische Pfarrkirche St. Ludwig am Großen Markt, ursprünglich im Jahr 1685 gebaut, aber regelmäßig von Katastrophen heimgesucht, wie in einer in der Kirche aushängenden Dokumentation nachzulesen ist. Im 19. Jahrhundert und im 20. Jahrhundert stark umgebaut. Das Kirchenschiff aus dem Jahre 1970 wurde vom Professor Gottfried Böhm entworfen und in Sichtbeton ausgeführt.
*Evangelische Pfarrkirche, erbaut in den Jahren 1904-1906 nach Plänen von Carl Schlück. Der Kirchenbau steht auf der ehemaligen Bastion V an der Kaiser-Wilhelm-Straße und weist Elemente der deutschen Renaissance auf. Im Garten befindet sich ein von Konfirmanden der Gemeinde angelegtes begehbares Labyrinth, das der Öffentlichkeit zugänglich ist. Zwei Eichen in diesem Garten wurden 1910 aus Eicheln der Luthereiche in Wittenberg gezogen; auch weiteren Exemplaren aus dem alten Baumbestand werden historische Hintergründe zugesprochen.
*Marienbrunnen aus dem Jahre 1956
*Rathaus aus den Jahren 1951-1954 mit dem Gobelinsaal mit der Ausstattung aus dem 17./18. Jahrhundert
*Reste der von Sébastien Le Prestre de Vauban entworfenen Festungsanlagen
*Saaraltarm (mit Vauban-Insel mit den Denkmälern des Marschall Ney und des Soldaten_Lacroix) und Stadtgarten
*Altstadt mit dem Geburtshaus des Michel Ney in der Bierstraße und einer lebendigen Kneipenszene
siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Saarlouis
Krankenhäuser, Seniorenheime, Kirchen
* St. Elisabeth-Klinik
* Krankenhaus des DRK
* Katholische Kirchen in den meisten Ortsteilen, teils kulturhistorisch bedeutend
* Evangelische Kirchen in den meisten Ortsteilen
Regelmäßige Veranstaltungen
*Saarlouiser Woche mit der Emmes. Findet am ersten Wochenende im Juni statt.
*Altstadtfest
*Ludwigskirmes
*Ostermarkt
*Oktoberfest
• verkaufsoffener Sonntag] vor [[Allerheiligen.
*Weihnachtsmarkt
Schulen
Saarlouis ist der Sitz der Erweiterten Realschule Martin-Luther-King, der Realschule in den Fliesen,
zweier Berufsbildungszentren und dreier Gymnasien:
Max_Planck_Gymnasium/'>Max-Planck-Gymnasium (Saarlouis)/'>Max Planck Gymnasium, mathematisch-naturwissenschaftlich
Robert_Schuman_Gymnasium, neusprachlich
Darüber hinaus haben viele weitere Schulen ihren Standort in der Kreisstadt. Insgesamt besuchen über 10.000 Schüler die Schule in Saarlouis.
Sport
Saarlouiser Vereine in der obersten Spielklasse:
• Süd: Saarlouis Hornets]
• Geometrischer_Mittelpunkt_mit_Festungsgrundriss
Bild:Saarlouis01.jpg|Das_Deutsche_Tor_der_Festung
Bild:Saarlouis02.jpg|Die_[[Kasematten der Festung
Bild:Saarlouis03.jpg|Die Kommandatur und der Marktplatz
Bild:Saarlouis04.jpg|Die Kaserne No. VI, heute unter anderem städtisches Museum
Image:SaarlouisKaserne.jpg|Kasernenbau bei den Kasematten
Bild:Saarlouis05_1.jpg|Die Vauban-Insel mit dem Denkmal für Michel Ney
Bild:Marschall_ney_geburtshaus_saarlouis.jpg/'>Das Geburtshaus von Fraulautern, Innenstadt, Lisdorf, Neuforweiler, Picard, Roden, Steinrausch
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
*1769, Michel Ney, Marschall
*1840, Eduard von Knorr, Admiral
*1870, Paul von Lettow-Vorbeck, General und Politiker
*1892, Hubert Ney, Politiker, saarländischer Ministerpräsident 1956?1957
*1917, Albert Baldauf, deutscher Politiker (CDU), MdB
*1920, Erich Hewer, Mundart- und Hörspielautor
*1924, Esther Bejarano, Überlebende des Mädchenorchesters_von_Auschwitz
*1939, Paul B. Baltes, Psychologe und Alterforscher, Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung
*1943, Oskar Lafontaine, Politiker (SPD, später Linkspartei), saarländischer Ministerpräsident 1985-1998, Bundesfinanzminister 1998-1999, MdB
*1944, Alfred Gulden, Schriftsteller
*1945, Rainer Rupp, Spion
*1952, Hans Jürgen Noss, deutscher Politiker (SPD), Mitglied des rheinland-pfälzischen Landtags
*1953, Kurt Wagner, Laienschauspieler
Literatur
* Breuer-Pyroth, Norbert: ?Vaschtesche mich?? - Wörterbuch des Alt-Saarlouiser Sprachgutes, Editions Norbert Breuer, Saarlouis, 4. Auflage 2006, ISBN-10 : 3-00-020012-6
* K. Walter: Französische Strasse Saarlouis - Eine Strasse feiert Geburtstag, 1998
* Edith Braun / Karin Peter: Saarlouiser Mundartbuch, ISBN 3-930843-47-1
* Geschichte der Kreisstadt Saarlouis, Band 1 - 6
* Ludwig Karl Balzer: Das königliche Sechseck - Bau der Festungsstadt in der Zeit des Sonnenkönigs, 2002, ISBN 3-930843-65-X
Weblinks
• Stadt Saarlouislmo:Saarlouis

