Saarbahn GmbH
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Die Saarbahn GmbH ist ein saarländisches Verkehrsunternehmen mit Sitz in Saarbrücken. Sie ist Betreiberin der Saarbahn, einer Regionalstadtbahn. Die Strecke besteht aus einem Neubauabschnitt, der meist der 1965 stillgelegten letzten Saarbrücker Straßenbahnlinie "5" (Rastpfuhl ? Schafbrücke) folgt, zum anderen der DB-Strecke Saarbrücken-Brebach ? Saargemünd (Sarreguemines); in der Gegenrichtung fährt die Saarbahn derzeit bis Riegelsberg Süd auf einer Neubautrasse. Die Saarbahn GmbH übernahm 2002 als Nachfolgerin der Gesellschaft für Straßenbahnen im Saartal AG deren Busverkehr unter dem gemeinsamen Namen Saarbahn+bus zahlreiche Buslinien im Stadtverband Saarbrücken sowie in die umliegenden Landkreise.
Die Geschichte der Saarbahn begann Anfang der 1990er Jahre, als der Busverkehr in der Saarbrücker Innenstadt eine so große Dichte aufwies, dass die Fahrzeuge im Minutentakt folgten. Nach dem großen Erfolg der Regionalstadtbahn in Karlsruhe begann auch die Diskussion im Saarland neue Wege für den ÖPNV zu suchen.
Ab nach Frankreich
Die Saarbahn wurde am 24. Oktober 1997 nach knapp 2,5 Jahren Bauzeit in Betrieb genommen und bildete von Anfang an eine Achse durch das Stadtzentrum bis Brebach, wo sie vom innerstädtischen 750 V Gleichstromsystem auf die Gleise der Deutschen_Bahn mit ihrem 15 kV / 16,7 Hz-Wechselstromsystem wechselt und von dort aus über Kleinblittersdorf ins lothringische Saargemünd (frz.: Sarreguemines) fährt. Der französische Abschnitt ab dem Grenzbahnhof Hanweiler-Bad_Rilchingen war bereits vorher mit dem Stromsystem der Deutschen Bahn AG ausgerüstet; es fuhren bis zur Eröffnung der Saarbahn lokbespannte Wendezüge zwischen Saarbrücken und Saargemünd.
Der Übergang zwischen beiden Systemen nach BOStrab mit 750 V und EBO mit 15.000 V findet auf einer so genannten "Systemtrennstelle" statt (zwischen Römerkastell und Bahnhof Brebach, sowie Ludwigstraße und Messebahnhof), einer 80 Meter langen stromlosen Schienenstrecke, auf der das Fahrzeug weiter rollt und auf die jeweils andere Spannungsebene umstellt.
Der Ausbau in die andere Richtung erfolgte in verschiedenen Bauabschnitten ? zunächst bis Ludwigstraße, ab 31. Juli 1999 bis Cottbuser Platz (sowie in Messezeiten über DB-Gleise bis zum Messegelände), ab 13. November 2000 bis Siedlerheim und seit dem 24. September 2001 ist die nördliche Endstation Riegelsberg Süd. Mit der Fertigstellung des Abschnitts Riegelsberg Süd ? Etzenhofen ist im Laufe des Jahres 2008 zu rechnen. Bis zum Jahr 2010 soll sie schließlich bis nach Lebach fahren.
Die Linie S1 verkehrt zwischen Saargemünd und Römerkastell sowie nach Fertigstellung im weiteren Verlauf ab Etzenhofen auf der DB-Strecke nach EBO, zwischen Römerkastell und Etzenhofen auf dem innerstädtischen 750 V Gleichstromsystem nach BOStrab.
Das Betriebskonzept hat einen Takt von 7,5 Minuten zwischen den Haltestellen Siedlerheim und Brebach, von 15 Minuten in den Streckenabschnitten Brebach ? Kleinblittersdorf sowie Riegelsberg Süd ? Siedlerheim und von 30 Minuten (vormittags 60 Minuten) im Abschnitt Kleinblittersdorf ? Sarreguemines.
Ursprünglich war ein Fünf-Minuten-Takt geplant, der aber zu vielen betrieblichen Problemen führte.
In der Spätverkehrszeit wird der Takt in der Innenstadt auf 15 Minuten gedehnt, entsprechend ergeben sich 30- bzw. 60-Minuten-Takte nach Kleinblittersdorf bzw. Riegelsberg Süd und Saargemünd. Morgens sowie im Schülerverkehr und vereinzelt in der Nachmittagsspitze werden Doppelzüge eingesetzt, sonst Einzelwagen. Täglich befördert die Saarbahn ca. 40.000 Personen.
Aktuell leisten 28 Fahrzeuge des Typs Flexity Link täglich den Betrieb. Die Schienenfahrzeuge der Saarbahn werden von Bombardier in Wien und Brügge gefertigt. Sechs Wagen waren zeitweise nach Kassel ausgeliehen; sie liefen dort im Vorlaufbetrieb der RegioTram Kassel.
Weitere Planungen
Die weiteren Planungen sehen den Ausbau des Schienennetzes der Saarbahn bis in den Stadtteil Schafbrücke vor. Dafür wurde die Haltestelle Römerkastell auf drei Gleise erweitert. Zum Messeverkehr wird dieses dritte Gleis als Wendegleis der Linie S2 genutzt. Das Ausziehgleis am Römerkastell wurde abgebaut. Zwischen den Ortsteilen Schafbrücke und Scheidt soll die Überleitung auf die DB-Gleise in Richtung St._Ingbert erfolgen. Anfängliche Überlegungen, die Trasse über Scheidt Richtung Universität zu verlegen, wurden wieder verworfen. Ähnliche Vorhaben bestehen in Richtung Völklingen.
Die Planungen für den Ausbau der Linie S2 sind vorerst gestoppt, da auf der Strecke Burbach ? Völklingen zuerst Bergbauschäden beseitigt werden müssen und der alleinige Ausbau Richtung Scheidt durch das ungünstigere Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht ausreichend begründet ist. Mit der Beseitigung der Bergbauschäden ist nicht vor 2007 zu rechnen, da zur Zeit das Projekt Eurobahnhof_Saarbrücken mit der Hochgeschwindigkeitsanbindung Priorität hat.
Durch die Kürzungen der Regionalisierungsmittel des Bundes ist der Bau der Linie S2 in weite Ferne gerückt. Bis zum Jahr 2010 stehen dafür, laut Wirtschaftsminister Hanspeter Georgi, keine Gelder zur Verfügung.
Weitere Planungen, die Saarbahn bis nach Merzig über die Saarstrecke mit einer Ausschleifung in die Saarlouiser Innenstadt sowie in Richtung Neunkirchen (Saar) ? St._Wendel zu entwickeln, sind derzeit auf Eis gelegt. Die saarländische Landesregierung verweist dabei auf den Einsatz von S-Bahn-ähnlichen Triebwagen der Baureihe ET_425 in der gesamten Region, die für längere Nahverkehrsstrecken geeigneter seien.
Trivia
Für Erheiterung sorgte die Entscheidung der Saarbrücker Verkehrsbetriebe, in den Bussen von Saarbahn und Bus die Stationsdurchsagen von Alice Hoffmann, der ehemaligen Partnerin des Heinz Becker-Erfinders Gerd Dudenhöffer, zwar nicht in reinem Dialekt, aber doch mit deutlich wahrnehmbarem saarländischen Akzent sprechen zu lassen. So wurde beispielsweise aus der Johanneskirche die Johanneskirsche und aus dem Ernst-Wagner-Weg der Ernst-Wagner-Wesch. Mittlerweile sind alle Ansagen durch hochdeutsche Versionen ausgetauscht worden. Am 6. Juli 2006 wurden die Ansagen der Saarbahn abermals ausgetauscht. Sie entsprechen jetzt exakt denen, die bereits seit Ende letzten Jahres in S+B Bussen verwendet werden. Dabei sind die Ansagen der Ausstiegsseite und die französischen Ansagen im deutschen Gebiet entfallen. Ab 11. Januar 2007 wird die Ausstiegseite wieder automatisch angesagt, und zwar bei allen Haltestellen sowohl auf deutsch als auch auf französisch.
Die Stadtbahn-Linien
Linie S1
Linie S2 (Messelinie)
Die Messelinie verkehrt nur während der Messezeiten (Saarmesse und Welt der Familie) zwischen den Haltestellen Römerkastell und dem Bahnhof Fürstenhausen im 30-Minuten-Takt. Außerdem gibt es zu Messezeiten Sonderbusse der Linie 11E ab Hauptbahnhof (ab Johanneskirche gilt der normale Linienfahrplan der Linie 11 im 30-Minuten-Takt).
Nach der Haltestelle Ludwigsstraße führt der Linienweg über eine Rampe (wie zwischen den Haltenstellen Brebach Bahnhof und Römerkastell) auf das Netz der Deutschen Bahn Richtung Messebahnhof. Endstation ist der Bahnhof Fürstenhausen. Hier gibt es einen Bustransfer von/nach Völklingen.
Der Weiterbestand dieser "Messelinie" ist nicht gesichert; zur Saarmesse 2007 verkehrte sie schon nicht mehr. Die benutzte DB-Strecke diente früher vor allem dem Kohleverkehr zur Grube Warndt; nach deren Stillegung ist auch der Saarbahnbetrieb gefährdet. Von Fürstenhausen bis zur Grube Warndt wurde die Fahrleitung bereits abgebaut (auf einem Teilstück um den Bahnhof Großrosseln wurde ein Freizeit-Draisinenverkehr eingerichtet).
Linie S3 (Warndtlinie)
Die Linie S3 verkehrte nur während des jährlich stattfindenden Warndt-Weekends im 60-Minuten-Takt. Der Linienweg war bis zum Bahnhof Fürstenhausen mit der Linie S2 identisch. Danach ging es weiter auf der ehemaligen DB-Strecke bis zur Warndt-Grube (siehe unter S2). Da die Fahrleitung zur stillgelegten Grube Warndt jedoch schon teilweise abgebaut wurde, ist diese Linie schon Vergangenheit.
Linie S9 (SEV)
Die S9 ist eine Ersatzlinie, die nur betrieben wird, wenn die Rampe zwischen Römerkastell und Brebach nicht befahren werden kann, wie bei kurzzeitigen Betriebsstörungen auf dem Städtischen Netz oder bei Veranstaltungen (z.B. Deutschlandtour Ankunft in Saarbrücken). Der Linienweg führt nach dem Bahnhof Brebach über die alte DB-Strecke Richtung Saarbrücken Hauptbahnhof (DB). Ankunft ist in der Regel auf Gleis 6. Die Strecke ist ab der Abzweigung Römerkastell nur noch eingleisig. Dadurch ist nur ein 30-Minuten-Takt möglich.
Die Buslinien
gültig ab dem 1. Mai 2007.
Änderungen im Fahrplan
Seit 1. November 2006 gilt ein neuer Fahrplan mit anderen Buslinien und zum Teil neuen Haltestellen. Die Erneuerung wurde notwendig, weil sich seit der letzten Linienoptimierung im Jahr 1988 die städtischen Wohn-, Arbeits- und Freizeitstrukturen verändert haben. Dadurch hat sich die Nutzung der Bus- und Bahnlinien zum Teil grundlegend gewandelt. Bisher noch nicht ausreichend angebundene Neubaugebiete wurden in den neunen Liniennetzplan besser eingebunden, parallele Bedienungen und zeitraubende ?Zick-Zack-Fahrten?, die noch aus der Zeit vor Einführung der Saarbahn stammen, wurden abgebaut.
Die neue dreistellige Nummerierung folgt einem saarlandweit einheitlichem Schema. Ausnahme ist die grenzüberschreitende Buslinie 30 nach Forbach (F) und die an Messetagen genutzte 11E.
Der neue Fahrplan wurde von den Fahrgästen teilweise stark kritisiert. Der Betreiber hat Verbesserungen angekündigt, die zu einem teilweise neuen Fahrplanangebot ab 1. Mai 2007 führen werden.
Änderungen sind u. a. auf dem Rodenhof, dem Eschberg, in Klarenthal und zwischen Saarbrücken und Dudweiler geplant. Teilweise werden hier die alten Linienverläufe wieder hergestellt, wie zum Beispiel die neue Linie 107 (ehemalige Linie 47) Rodenhof ? Rathaus ? Rotenbühl ? Eschberg ? Saar-Basar. Außerdem soll die heutige Linie 125 auf den Rodenhof verlängert werden (Übernahme eines Teils der Linie 121), der nur noch auf dem Nordast über Türkismühler Straße befahren wird. Dadurch wird der Rodenhof wieder per Bus an das Rathaus angebunden.
Ebenso wird bei den Linien 101 und 102 ? genau wie bei der 'Optimierung' 1988 bei den Linien 11 und 49 ? die neue Linienführung im Stadtbezirk Dudweiler wieder zurückgenommen und durch die vor der Umstellung bewährte ersetzt.Das Gewerbegebiet Dudweiler Welkerswiesen / In den kurzen Rödern wird ebenfalls wieder stündlich durch die neue Linie 164 bedient. Außerdem wird die Doppelbelegung der Linien 105 und 135 aufgegeben und durch die neuen Linien 161 (Römerkastell ? Funkhaus Halberg) und Linie 162 (Römerkastell ? Saar Basar) ersetzt.
Weitere wichtige Änderungen sind die durchgängige Anbindung des Klinikums im 30 Minutentakt, nicht mehr wie bisher über die A 620, sondern wie früher Abwechselnd über Schenkelberg bzw. Saargemünder Straße. Die Linie 108 wird zum Klinikum verlängert, so dass weiterhin eine Direktverbindung nach Burbach gewährleistet ist. Im Zuge dieser Umstellung entfällt die Linie 127 komplett, in Richtung Burbach wird der Ast von der Linie 122 übernommen.
Verweise
• Offizielle Homepage der Saarbahn GmbH
• Informationen zum neuen Fahrplan

