Otto Preminger
Otto Ludwig Preminger (5. Dezember 1905 (nach anderen Quellen 5. Dezember 1906) in Wien, Österreich; ? 23. April 1986 in New_York, USA) war ein österreichisch-US-amerikanischer Filmregisseur, Filmproduzent, Theaterregisseur und Theaterdirektor aus einer assimilierten jüdischen Familie.Leben
Preminger, Sohn eines Magistratsbeamten, studierte an der Universität Wien Rechtswissenschaft und schloss 1928 mit der Promotion ab. Neben seinem Studium widmete er sich der Schauspielerei, trat in kleinen Rollen unter Max Reinhardt am Theater in der Josefstadt auf und war dessen Assistent in Salzburg. Größere Rollen spielte er unter anderem am Deutschen Theater in Prag. 1925 führte er in Aussig an der Elbe erstmals Regie; 1931 kehrte er als Regisseur ans Theater in der Josefstadt zurück, dessen Direktor er 1933-35 war.
1931 drehte Premingerseinen ersten Film ?Die große Liebe?, der ihn, wie auch seine erfolgreiche Theaterinszenierungen in Hollywood und New York, bekannt machte. Im Oktober 1935 ging er in die USA, drehte dort zahlreiche Filme und wirkte in mehreren Filmen als Schauspieler mit, blieb jedoch auch dem Theater treu. Bis in die sechziger Jahre arbeitete er als Theaterregisseur in New York. Preminger gehörte zu den vielseitigsten Regisseuren Hollywoods; er drehte Komödien, Kriminalfilme, Westernfilme und Literaturverfilmungen. Als er bei der Verfilmung von Robert Louis Stevensons ?Kidnapped? eigenmächtig das Drehbuch änderte, wurde er entlassen. Erst 1942 gelang ihm die Rückkehr nach Hollywood. 1944 wurde Preminger mit dem Thriller ?Laura? bekannt. Obschon der Film, ein Meisterwerk des ?film noir?, im Studio auf Ablehnung stieß, fand er bei Publikum und Presse großen Anklang.
1953 gründete Preminger selbstständig eine eigene Produktionsgesellschaft. Er musste nun nicht mehr auf die filmische Selbstzensur Hollywoods Rücksicht nehmen. 1955 griff Preminger ein Tabuthema auf, als er ?The man with the golden arm? das Porträt eines Rauschgiftsüchtigen in den Elendsvierteln von Chicago drehte. Nicht zuletzt sein Film ?Anatomy of a murder? (1959) trug dazu bei, dass die innere Zensur immer öfter unterlaufen und schließlich aufgegeben wurde. Preminger drehte auch den ersten Film mit ausschließlich schwarzen Darstellern: ?Carmen Jones? (1954) nach Georges Bizets Oper ?Carmen?. Doch nicht allein ?schockierende? Themen machten Preminger bekannt. Seine subtile und präzise Führung der Schauspieler brachte ihm große Anerkennung. Ein zentrales Werk in Premingers Schaffen ist der Film ?Bonjour Tristesse? (1958) nach dem gleichnahmigen Roman von Françoise Sagan. Er wurde mit hymnischen Kritiken gefeiert und hatte für die späteren Regisseure der französischen Nouvelle ?Vague? Vorbildcharakter.
1977 veröffentlichte Preminger seine ?Autobiography?. Seit 1983 lebte er zurückgezogen und krank, Alzheimer und Krebs, in Hollywood. Er war ein umstrittener, tyrannischer Regisseur, doch auch ein mutiger und hilfbereiter Mensch. Premingers Sohn Erik Lee Preminger ist ebenfalls als Regisseur und Filmproduzent tätig, sein Bruder war der Schauspielagent und Filmproduzent Ingo Preminger.
Filmografie (Auswahl)
Legende:
: 1 Jahr der ersten öffentlichen Aufführung
: 2 Beteiligung Premingers: Produktion, Regie, Buch, Darsteller*
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