Otto-Brenner-Preis
Der Otto-Brenner-Preis für kritischen Journalismus ist ein 2005 erstmalig verliehener, jährlicher deutscher Journalistenpreis, der von der Otto-Brenner-Stiftung im Andenken an Otto Brenner ausgelobt wird. Er ist mit insgesamt 20.000 Euro Preisgeld dotiert, das an mehrere Ausgezeichnete aufgeteilt wird. 5.000 an den Ersten Preis, 3000 dem Zweiten, 2000 den Drittplatzierten, 2.500 dem Newcomer-Preisträger. Hinzu kommen dreiRecherche-Stipendien mit je 2.500 Euro.
Ziele (Zitat von der Preis-Homepage)
"Ziel des Wettbewerbs zur Förderung eines kritischen Journalismus ist es:
* gesellschaftlich relevante aber gemessen an deren Bedeutung nicht ausreichend behandelte Themen in das Blickfeld der Öffentlichkeit zu rücken. Beispiele hierfür könnten sein "unternehmerische_Verantwortung", "Macht- oder Amtsmissbrauch", "Diskriminierung", "Fremdenfeindlichkeit", "Manipulation der öffentlichen Meinung", "soziale Kälte" usw.
* Journalistinnen und Journalisten zu ermutigen, ungeachtet möglicher Konsequenzen unbequeme Fragen zu stellen und Missstände klar zu benennen. Dies schließt eine kritische Neubewertung vermeintlich bekannter Entwicklungen ausdrücklich mit ein.
* Beiträge zu prämieren, die sich von der breiten Masse durch eine eigenständige und vor allem gründliche Recherche-Leistung positiv absetzen und in Sprache, Stil und Darstellungsweise Maßstäbe setzen."
Für das Vermächtnis Brenners steht ein Einstehen für Zivilcourage und den aufrechten Gang.
Formale Anforderungen für Bewerber
Gefordert wird seitens der Vorauswahl, dass der preiswürdige Text in Genre spielt ebenso keine Rolle wie die Länge oder das spezielle Thema des Textes. Um genau gleiche Bedingungen zu gewährleisten, muss der offizielle Bewerbungsbogen verwendet sprich ausgefüllt werden. Vorschläge darf jedermann machen, nur der Stichtag 31. Juli muss eingehalten sein.
Die drei Recherche-Stipendien in Höhe von je 2.500 Euro werden für überzeugende Beschreibung der geplanten Arbeit in gutachterlicher Zusammenarbeit mit Netzwerk Recherche vergeben. Die öffentliche Vergabe findet statt im Rahmen der Jahrestagung der Otto-Brenner-Stiftung im November 2006 (z.B.) in Berlin.
Bedeutung
Der Otto-Brenner-Preis strebt an, für den qualitätsbetonten, investigativen_Journalismus das zu sein, was in den USA der Pulitzer-Preis und im Fernsehbereich Deutschlands der Adolf-Grimme-Preis leistet. In annähernd ähnlicher Weise positioniert ist der Theodor-Wolff-Preis der deutschen Zeitungsverleger, der Egon-Erwin-Kisch-Preis für Reportagen sowie der Wächterpreis der deutschen Tagespresse.
Von den sechs Juroren zählen fünf zu den angesehensten Journalisten Deutschlands: Sonia Mikich (WDR), Heribert Prantl (SZ), Harald Schumann (Der Tagesspiegel), Volker Lilienthal (epd) und Thomas Leif (SWF, Netzwerk Recherche). Der sechste, Jürgen Peters, vertritt für die hinter der Otto-Brenner-Stiftung stehende IG Metall als deren Vorsitzender gewerkschaftliche anstatt genuin journalistische Qualitätsaspekte.
Preisträger
*2006
** Bewerbungen werden noch bis 31. Juli 2006 eingereicht.
*2005
**1. Preis: Marcus Rohwetter für »Ihr Wort wird Gesetz« (Die Zeit vom 6. Oktober 2005)
**2. Preis: Nikola Sellmair für »Kollege Angst« (Der_Stern vom 31. März 2005)
**3. Preis: Brigitte Baetz für ihren Hörfunkbeitrag »Meinung für Millionen - Wie Interessengruppen die öffentliche Meinung beeinflussen« (Deutschlandfunk, 26. August 2005)
**Newcomer-Preis: Maximilian Popp für »Passauer Neue Mitte« (Schülerzeitung Rückenwind März 2005)
**Newcomer-Preis: Andreas Hamann für »Schwarzbuch Lidl«
**Newcomer-Preis: Gudrun Giese für »Schwarzbuch Lidl«
**Recherche-Stipendium: Astrid Geisler - Titel des geplanten Beitrags: »Das vergessene Land? Über den leisen und stetigen Aufstieg der Rechtsextremen in Ostvorpommern«
**Recherche-Stipendium: Golineh Atai - Titel des geplanten Beitrags: »Auslandsadoptionen im globalen Kindermarkt«
Siehe auch
• Nachrichtenaufklärung]
Aktion Zivilcourage
Niklaus Meienberg
Weblinks
• Offizielle Homepage

