Ordonnanzwaffe
Die Ordonnanzwaffe ist eine beim Militär offiziell eingeführte und an Soldaten als persönlicher Ausrüstungsgegenstand ausgegebene Waffe.Definition
Entsprechend der Originalübersetzung aus dem französischen für Ordonnanz (auch Ordonanz), ordonnance ? Befehl, Anordnung ?, ist es die soldatische, also die befohlene oder angeordnete ?Dienstwaffe?.
Sprachgebrauch
Der Begriff ?Ordonnanzwaffe? ist nicht mit dem in der deutschen Sprache verwendeten Begriff ?Dienstwaffe? oder dem im englischen Sprachgebrauch verwendeten Begriff ?Service Weapon? (= ?Dienstwaffe?), gleichzusetzen, da der Begriff ?Dienstwaffe? im deutschen und englischen Sprachraum auch beispielsweise die Waffen der Polizei-, Ordnungs- und Justizbediensteten etc., einschließt. Auch bei privaten Sicherheitsunternehmen mit nicht hoheitlichen Aufgaben wird der Begriff ?Dienstwaffe? verwendet.
Schützenverbände, die im Katalog ihrer Disziplinen Bewerbe mit Ordonnanzwaffen oder Dienstwaffen gelistet haben, differenzieren entsprechend ihrer Sportordnungen.
Geschichte
Die Anfänge der Ordonnanzbewaffnung gehen auf das Aufkommen stehender Heere und der daraus resultierenden Vereinheitlichung im Militärwesen des 18. Jahrhunderts zurück. Vorläufer der Ordonnanzwaffen finden sich schon gegen Ende des 16. und zum Anfang des 17. Jahrhunderts. Neue Strategien, Taktiken und Ausbildungsstandards erforderten eine standardisierte Ausrüstung auch im Bezug auf die Bewaffnung, was wiederum Auswirkungen auf die mittlerweile industriellen Fertigungstechniken von Waffen hatte.
Konstruktion und Ausstattung
Die Konstruktion, Beschaffenheit und Ausstattung von Ordonnanzwaffen folgte seit dem 18. Jahrhundert den Anforderungen für den Kriegseinsatz. Anfänglich bestand das Ziel nur darin, einheitliche Waffen zu günstigen Kosten industriell zu fertigen. Daran hat sich bis heute nichts geändert; hinzu kamen die Anforderungen an Robustheit, Verwendbarkeit von Munition befreundeter Staaten, und sonstige auf Militärtaktik und weiterer Ausrüstung basierender Anforderungen.
Seit etwa 1850 ist eine stetige Kaliberverkleinerung zu beobachten, zunächst von etwa 19 mm auf 14 mm, dann auf 11 mm und 8 mm (alles Schwarzpulverwaffen). Dies führte nach Erfindung der raucharmen Nitrozellulosepulver in Verbindung mit Vollmantelgeschossen zu weiteren Kaliberverkleinerungen bis hinunter zu 5,45 mm (5,45 x 39 mm), was zwischenzeitlich von Soldaten, wegen der zu geringen barrikadebrechenden Wirkung, bemängelt wird. Dachte man noch vor dem Ersten_Weltkrieg, dass künftig Gefechte (Graben und Stellungskämpfe) auf Entfernungen von über 400 Metern ausgetragen würden, so ist heute klar, dass für die Infanterie weiterhin eine Kampfentfernung von etwa 50 bis 300 Metern realistisch ist. Bereits das HK G3 der Bundeswehr verfügte über ein Visier bis höchstens 400 Meter.
Siehe auch
Ordonnanz (Quelle)
Objective Individual Combat Weapon (Quelle)
BDMP, Schützenverband mit entsprechenden Disziplinen
Weblinks
• Waffensammler-Kuratorium (Ein kursächsischer schwarzer Puffer) (Quelle)
• Beschreibung einer französischen Ordonnanzpistole des 18. und 19. Jahrhunderts

