Dreieich
Dreieich ist eine von 13 Städten und Gemeinden im Neu-Isenburg, im Nordosten an die kreisfreie Stadt Offenbach, im Osten an die Städte Heusenstamm, Dietzenbach und Rödermark, im Süden an die Gemeinde Messel (Landkreis Darmstadt-Dieburg) und die kreisfreie Stadt Darmstadt sowie im Westen an die Stadt Langen.
Stadtgliederung
Die Stadt Dreieich entstand im Jahr 1977 im Rahmen der kommunalen Neuordnung des Kreises Offenbach aus fünf bis dahin eigenständigen Gemeinden:
* Sprendlingen mit 21.313 Einwohnern
* Dreieichenhain mit 8.725 Einwohnern
* Buchschlag mit 3.184 Einwohnern
* Götzenhain mit 5.033 Einwohnern
* Offenthal mit 5.503 Einwohnern
Heute leben in Dreieich 43.758 Menschen aus 114 Nationen (Stand 31. Dezember 2006).
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Geschichte
Der Name der Stadt geht auf einen Wildbannforst - den Wildbann Dreieich - zurück, der bereits im 9. Jahrhundert erstmals Erwähnung fand. Dabei handelte es sich um ein Gebiet, in dem ausschließlich der Kaiser das Jagdrecht besaß. Der Bezirk dieses Wildbanns Dreieich erstreckte sich entlang des Untermains von Aschaffenburg bis Rüsselsheim und von Vilbel bis zur Neunkircher Höhe im Odenwald. Die Eichbäume im Wappen vieler Gemeinden in diesem Gebiet verweisen auf diesen Ursprung. Zum Zentrum des Wildbannforsts Dreieich entwickelte sich im 10. Jahrhundert Dreieichenhain, als hier ein spätkarolingischer Jagdhof errichtet wurde.
Geschichte der Stadtteile im Einzelnen:
Buchschlag
Der Ort wurde erst 1904 als Villenkolonie durch den Frankfurter Kaufmann Jakob Latscha in der Waldgemarkung Mitteldick gegründet. 1909 hatte Buchschlag bereits 343 Einwohner, bei der Zusammenlegung 1977 waren es 2984 Einwohner. Buchschlag hat seinen Villenkoloniecharakter bis heute größtenteils bewahren können: viele alte Jugendstil-Villen im Ortskern sind bis heute erhalten und stehen als Ensemble unter Denkmalschutz. Die neueren Teile Buchschlags bestehen ebenfalls größtenteils aus freistehenden Wohnhäusern. Es gibt nur vereinzelt Reihenhäuser und an der Hauptstraße Buchschlager Allee einige Wohnblocks.
Dreieichenhain
Im 11. Jahrhundert wurde eine Turmburg (Burg Hayn) errichtet, von welcher aus die Herren von Hagen-Münzenberg den kaiserlichen Wildbannforst_Dreieich verwalteten. Die neben der Burg entstandene Siedlung wird am 23. September 1256 erstmals als Stadt erwähnt ("cives in hagen" = lat.: Bürger in Hagen). Somit sind im Jahre 2006 über 750 Jahre Stadtrechte zu feiern.
Die Falkensteiner, die das Land von den Münzenbergern erbten, starben 1418 aus und die Grafen von Isenburg erlangten mit der Zeit die Herrschaft über Dreieichenhain. Im Jahre 1549 wurde die Reformation im Ort eingeführt. 1816 fiel das Isenburg-Birsteinische Oberamt Offenbach mit Dreieichenhain an Hessen. Der Ortsname Hain in der Dreieich wurde 1840 in Dreieichenhain umbenannt. 1834 hatte die Stadt 998 und bei der Zusammenlegung zur Stadt Dreieich am 01. Januar 1977 ca. 8.000 Einwohner. 2006 feiert der Ort die 750-Jahr-Feier seiner Stadtrechte.
Götzenhain
Nach dem Aussterben der Falkensteiner geriet Götzenhain ab 1418 in den Besitz der Grafschaft Isenburg und im 16. Jahrhundert wurde die Reformation eingeführt.
Graf Johann Philipp von Isenburg-Birstein erbaute in Götzenhain das Schloss Phillipseich um 1715. Der Neuhof wurde als isenburgisches Mustergut errichtet. Erst 1724 wurde Götzenhain selbstständige Pfarrei.
1816 kam Götzenhain gemeinsam mit dem Oberamt Offenbach an Hessen. Die Dreieichbahn wurde 1905 mit einem Bahnhof in Götzenhain eröffnet. 1834 hatte der Ort 705 Einwohner und 1977 bereits 4696.
Offenthal
In der Grenzbeschreibung der Langener Mark wurde um 880 Ouendan erstmals erwähnt. Die Grafen von Isenburg besaßen ab 1489 in Offenthal die alleinige Obrigkeit. Die Kirche in Offenthal ist eine der ältesten Kirchen im Landkreis Offenbach, erbaut um 1400. Nach Einführung der Reformation 1594 wurde der Ort selbständige Pfarrei. 1816 wurde Offenthal hessisch. 1834 hat der Ort 441 Einwohner, 1977 sind es 3020 Menschen.
In den letzten 30 Jahren sind die beiden Neubaugebiete "Borngarten" und "Tannenstumpf" entstanden. Die ländliche Ruhe und die Nähe zur Stadt Frankfurt am Main ließen Offenthal stark wachsen.
Offenthal bietet eine besonders große Vielfalt an verschiedenen Vereinen. Die großen Vereine sind die SUSGO, der FCO und die Freiwillige Feuerwehr Offenthal (530 Mitglieder Stand 31.12.2006).
Sprendlingen
880 beurkundete König Ludwig eine Schenkung seines Vaters über die Kirche in Sprendilingun an die Salvatorkapelle in Frankfurt ("mit Zubehör"). Die Grafen von Isenburg gewannen 1486 aus dem Erbe der Falkensteiner die Hoheit über Sprendlingen. 1528 wurde die Reformation eingeführt und 1816 kam Sprendlingen an Hessen. 1871 wurde an der Main-Neckar-Bahn der Bahnhof Buchschlag-Sprendlingen und 1905 die Dreieichbahn nach Ober-Roden eröffnet. 1834 hatte Sprendlingen 1788 Einwohner, die bis 1977 auf 21.351 Einwohner anwuchsen.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Dreieichenhain ist vor allem für die "Haaner Kerb" (Kirchweihfest) zu Pfingsten bekannt und veranstaltet einen Weihnachtsmarkt, der dank Dreieichenhains schöner Altstadt überregionales Renommee besitzt. Die Dreieichenhainer Burg ist heute das Wahrzeichen in der Region Rhein-Main, sie ist ohne Zweifel ein Kulturgut ersten Ranges im deutschsprachigen, wenn nicht gar im mitteleuropäischen Raum. Der älteste Teil der Burganlage - der Wohnturm - ist in salischer Zeit entstanden. Er gehört mit zu den am besten erhaltenen profanen Architekturzeugnissen der Salierzeit in Deutschland.
Weitere kulturelle Veranstaltungen sind die überregional bekannten "Burgfestspiele" sowie das Jazzfestival "Jazz in der Burg".
Buchschlag am westlichen Rand von Deieich besitzt herausragende Bauwerke des Jugendstils, die als geschlossenes Ensemble unter Denkmalschutz gestellt sind.
In Götzenhain ist vorallem der Neuhof sehenswert. Hier ist ein altes Hofgut durch Fachwerkbauten erweitert worden. Diese Anbauten beherbergen auch die bekannte Gastwirtschaft. Rund um den Neuhof ist ein Golfplatz angesiedelt. Nahe des Neuhofes gegenüber den Gebäuden der Flugsicherung ist eine Skulptur im Auftrag des Umlandverbandes geschaffen worden, von der man einen einzigartigen Blick auf Frankfurt und das nördliche Rhein-Main-Gebiet hat.
Auch das Schloss Phillipseich zwischen Götzenhain und Offenthal gelegen ist sehenswert, jedoch leider nicht zu besichtigen, da es bewohnt ist.
Die evangelischen Kirchen in Offenthal und Sprendlingen bestechen durch ihre klaren Linien und ihren Wehrcharakter. Die evangelische Kirche in Götzenhain ist reinster "Bauernbarock".
Wirtschaft und Verkehr
Öffentlicher Nahverkehr
Der Stadtbus Dreieich (Linie OF- 64) fährt innerhalb von ca. 45 min durch alle Stadtteile direkt zum Flughafen Frankfurt am Main (Terminal 1).
Buchschlag liegt im Gebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbundes. Die Dreieichbahn Dieburg – Rödermark-Ober_Roden – Dreieich-Buchschlag mit den Bahnhöfen Dreieich-Offenthal, Dreieich-Götzenhain, Dreieich-Dreieichenhain, Dreieich-Weibelfeld, Dreieich-Sprendlingen und Dreieich-Buchschlag erschließt das Stadtgebiet; die Regionalbahnen der DB Regio AG verkehren werktags halbstündlich, sonntags stündlich. Wochentags im Berufsverkehr verkehren einige Züge über Dreieich-Buchschlag hinaus direkt nach Frankfurt_(Main)_Hbf. Ansonsten besteht dort Anschluss an die S-Bahn-Linien S 3 und S 4.
Langfristig ist geplant die Regionaltangente West, die mit einem Ast über Dreieich-Buchschlag geführt werden soll, bis Dieburg zu verlängern, wobei alle Stadtteile von Dreieich einen direkten Anschluss an den Flughafen bekommen würden.
Straßenverkehr
Die Bundesautobahn 661 stellt mit der Anschlussstelle Dreieich die Straßenanbindung nach Frankfurt am Main her. Die B 486 stellt die Verbindung zur der im Westen liegenden A 5.
Ansässige Unternehmen
* HASBRO Deutschland
* Mattel
* Wrangler
* Rösler
* Gebrachtwagenzentrum von BMW
* Filiale von REAL
* Filiale von Mann Mobilia
* Spoerle Electronic
* Biotest AG Zweigniederlassung
* Hitachi Data Systems
Politik
Stadtverordnetenversammlung
Die Kommunalwahl am 26. März 2006 lieferte folgendes Ergebnis:
Städtepartnerschaften
• und Philipp_Holzmann]_wurde_am_[[22._April/'>Vereinigtes Königreich|Großbritannien]
Bildung
Grundschulen
* Wingert-Schule in Dreieich-Offenthal
* Ludwig-Erk-Schule in Dreieich-Dreieichenhain
* Schiller-Schule in Dreieich-Sprendlingen
* Gerhardt-Hauptmann-Schule in Dreieich-Sprendlingen
* Erich-Kästner-Schule in Dreieich-Sprendlingen
* Selma-Lagerlöf-Schule in Dreieich-Buchschlag
* Karl-Nahrgang-Schule in Dreieich-Götzenhain
Gesamtschulen
* Weibelfeld-Schule in Dreieich-Sprendlingen
* Heinrich-Heine-Schule in Dreieich-Sprendlingen
Gymnasien
* Ricarda-Huch-Schule in Dreieich-Sprendlingen in der Breslauer Straße 45
Berufsbildende Schulen
* Max-Eyth-Schule in Dreieich-Sprendlingen (mit Berufsschule, z.Z. Umbau zum Campus des lebenlangen Lernens)
Sonderschulen
* Georg-Büchner-Schule in Dreieich-Sprendlingen
Sonstige
* Volkshochschule in Dreieich-Sprendlingen
* Musikschule der Stadt Dreieich
Persönlichkeiten
• Philipp Holzmann] wurde am [[22. April 1805 in der Kreuzmühle ? die Mühle gehörte damals zur Gemarkung Götzenhain ? geboren. Er legte hier im Jahre 1849 den Grundstein für seine spätere Baugesellschaft, die Weltfirma Philipp Holzmann AG.
• Erk] (1807?1883), Musikpädagoge, Volksliedsammler und -forscher, verbrachte die Jahre seiner Kindheit (1813 bis 1820) in Dreieichenhain im Fachwerkhaus Schulgasse 4 (heute Alte Schulgasse).
• Vieuxtemps] (1820?1881), berühmter belgischer Geigenspieler und Komponist, war ? als er von 1855 bis 1864 mit seiner Familie in Dreieichenhain lebte ? auf dem Höhepunkt seiner Karriere als "reisender Violinvirtuose".
• Benaissa], deutsch/marokkanisch/serbische Soulsängerin (Mitglied der gecasteten Girlgroup ?No Angels?)
Literatur
*Alfred Kurt: Stadt und Kreis Offenbach in der Geschichte, 1998, Bintz-Verlag, ISBN 3-87079-009-1
*Eberhard Morell & Peter Hörr: Dreieich - Bilder einer Stadt,1996, ImHayn Verl., ISBN 3-928149-05-9
Siehe auch: Herren von Hagen-Münzenberg
Weiteres
Die Stadt Dreieich hat zudem noch einen eigenen TV Sender. Das Stadt-Fernsehen-Dreieich (SFD). Dieser sendet aus der Weibelfeldschule. SFD kann über das lokale Kabelnetz empfangen werden. Dreieichs Stadtbücherei unterhält vier Niederlassungen in den Stadtteilen Sprendlingen, Dreieichenhain, Götzenhain und Offenthal.
Weblinks
*
lmo:Dreieich

