Nigeria
Die Bundesrepublik Nigeria [] (Federal Republic of Nigeria []) ist ein Staat in muslimischen Norden und dem christlich-animistischen Süden sind die Haupthemmnisse, um Nigerias Bevölkerung ein besseres Leben zu ermöglichen.
Geographie
Nigeria liegt in Westafrika am Atlantischen_Ozean und umfasst ein Gebiet von 923.768 km² mit einer Ost-West- und Nord-Süd-Ausdehnung von 1.200 bzw. 1.100 km. Ein markantes Merkmal des Landes sind der südöstlich verlaufende Strom Niger und sein südwestlich verlaufender Nebenfluss Benue, die in Nigeria zusammenfließen und im Nigerdelta auf einer Fläche von ungefähr 24.000 km² in den Golf von Guinea münden.
Der rund 850 km lange Küstenstreifen am Golf von Guinea ist geprägt von Lagunen (im Westen z. B. die Lagune von Lagos) und von Mangrovensümpfen. Er erreicht im Nigerdelta seine größte Ausdehnung. Der früher fast 100 km breite Gürtel von tropischem_Regenwald im Landesinneren wurde weitgehend gerodet und durch Sekundärwald ersetzt. Weiter nördlich erstrecken sich eine Middle Belt genannte Region der Feuchtsavanne und eine Trockensavanne. Eine eigene Vegetationszone bildet das im Osten Nigerias gelegene Bauchiplateau, ein bis zu 2010 m hohes Hochland, das als einziges Gebiet in Nigeria in der gemäßigten_Zone liegt. Die höchste Erhebung ist mit einer Höhe von 2.419 m der im Gebirgsland nahe der Grenze zu Kamerun gelegene Berg Chappal Waddi.
Nigeria wird von zwei Klimazonen beeinflusst: tropisch feuchtheisses Klima im Süden mit einer ergiebigen Regenzeit, von April bis Oktober dauert. Die Luftfeuchtigkeit liegt ganzjährig hoch zwischen 85 bis 95 %. Die mittleren Temperaturen im südlichen Bereich Nigerias betragen ca. 30 °C. Nachts kühlt es meist nur wenig ab. In Nordnigeria herrscht Wüstenklima mit höheren Temperaturen und weniger Niederschlag als im Süden. Regenzeit ist von April bis Oktober und die Trockenzeit mit Dürreperioden von November bis März; der Harmattan bringt trockene heiße Luft aus der Sahara. Die Temperaturen können im Norden bis auf 50 °C ansteigen. Allerdings ist hier die Luftfeuchtigkeit wesentlich niedriger und angenehmer. Die Temperaturunterschiede betragen bis zu 20°C zwischen Tag und Nacht. Die Regenzeit ist in Nordnigeria wenigerer ausgeprägt.
Besonders den Süden des Landes prägen eine sehr starke Urbanisierung und relativ große Zahl von Städten. Einer Schätzung von 2007[http://www.xn--bevlkerungsstatistik-59b.de/wg.php?x=&men=gcis&lng=de&dat=32&srt=npan&col=aohdq&geo=-158 World Gazetteer] zufolge gibt es in Nigeria über 100 Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern, darunter acht Millionenstädte. Die mit Abstand bevölkerungsreichste Agglomeration ist Lagos mit 9 bis 11 Millionen Einwohnern. Weitere Städte sind Kano (3.848.885 Einwohner), Ibadan (3.847.472 Einw.), Kaduna (1.652.844 Einw.) und Port Harcourt (1.203.184 Einw.).
:Siehe auch: Liste der Städte in Nigeria
Bevölkerung
Die vorletzte Volkszählung hat 1991 stattgefunden und eine Einwohnerzahl von 88,9 Millionen ergeben. Bei einer (wie etwa von der CIA) angenommenen Wachstumsrate von 2,7% läge die Einwohnerzahl heute bei 130?135 Millionen[https://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/ni.html World Factbook], bei einer (wie von der Weltbank) angenommenen Wachstumsrate von 2,9% bei 150?160 Millionen[http://www2.ncsu.edu/ncsu/aern/edupop.html The African Symposium, Vol. 2 No.4 December 2002]. Die letzte Volkszählung fand vom 21.?28. März 2006 statt[http://news.bbc.co.uk/2/hi/africa/4512240.stm BBC, 21. März 2006]; sie ergab eine Gesamtbevölkerung von 140 Millionen. Die Lebenserwartung beträgt 51,3 Jahre bei den Männern und 51,7 Jahre bei den Frauen. Die Geburtenrate je 1000 Menschen ist 45,4. Die Todesrate je 1000 Menschen liegt bei 15,4.
Wegen des aus religiösen Gründen verhängten Impfverbots in Teilen Nigerias waren 2004 fast zwei Drittel der weltweit über 1.250 Polio-Fälle (Kinderlähmung) in Nigeria anzutreffen. Damals hatten die Behörden die Impfungen ausgesetzt, nachdem muslimische Geistliche das Gerücht verbreiteten, der Impfstoff mache unfruchtbar. Auch in die angrenzenden Länder wurde Polio durch dieses Verbot transportiert.
Ethnien
Die größten und politisch einflussreichsten Völker in Nigeria sind die Hausa und Fulbe, die 29 % der Bevölkerung ausmachen, die Yoruba (21 %) und die Ibo (18 %). Hinzu kommen etwa 400 zum Teil sehr kleine ethnische Minderheiten, unter ihnen die Ijaw (10 %), die Kanuri (4 %), die Ibibio (3,5 %), die Tiv (2,5 %) und die Umon. Weil die von Hausa oder Yoruba dominierte Regierung und vor 1960 die britische Kolonialmacht ihre Forderungen nach politischer Partizipation zurückwies, wehrten sich einzelne ethnische Minderheiten gegen die politische Benachteiligung oder die Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen etwa durch umweltschädliche Erdölförderung. So mündete im Jahr 1964 die Unterdrückung christlicher Tiv im von muslimischen Hausa-Fulani dominierten Norden Nigerias, die sich unter anderem in einer für die Tiv nachteiligen Steuererhebung manifestierte, in Unruhen, die bis zu 4000 Todesopfer forderten.[http://www.sozialwiss.uni-hamburg.de/publish/Ipw/Akuf/kriege/184_nigeria.htm AKUF: Tiv-Aufstand 1964]
Sprachen
Gesprochen werden vor allem Yoruba, Hausa und Igbo und eine dreistellige Zahl anderer Sprachen (insgesamt 434 Sprachen) - darunter Edo. Amtssprache ist Englisch, der Alphabetisierungsgrad in Englisch beträgt 53,3% (Männer: 61,3%, Frauen: 45,3% / Stand 2006 National Bureau of Statistics, laut The Punch (Lagos), 20. Juni 2006)
Religion
In Nigeria besteht eine kaum überschaubare Vielfalt an religiösen Gemeinschaften und Sekten. Rund 50 % der Nigerianer sind Muslime, 40 % sind Christen und die restlichen 10 % bekennen sich zu einer Naturreligion. Obwohl sich nur ein Zehntel der Bevölkerung zu Naturreligionen angehören, sind die Übergänge zwischen ihnen und dem Islam, dem Christentum und ihren lokalen Varianten fließend. Fetischismus und Ahnenkult spielen im Christentum wie im Islam eine große Rolle. Insbesondere der Einfluss der Religion der Yoruba wird aus den Festlichkeiten in der heiligen Stadt Ile-Ife ersichtlich.
Geschichte
Hauptartikel Geschichte Nigerias
1861 begann die Kolonisierung Nigeria durch Großbritannien. In vorkolonialer Zeit existierten auf dem Gebiet des heutigen Nigeria verschiedene Staaten, so z. B. die Yoruba-Königreiche Oyo und Ife, das Königreich Benin, das Sokoto-Kalifat und die Emirate der Hausa, aber auch Gesellschaften ohne eine zentrale politische Autorität.
1960 erhielt Nigeria mit einer föderalen Verfassung die Unabhängigkeit. Bis zum Jahre 1966 regierte Premierminister Tafawa Balewa das Land, während der Unabhängigkeitspräsident Benjamin_Nnamdi_Azikiwe nur zeremonielle Funktionen innehatte.
Nach zahlreichen inneren Unruhen, Wahlmanipulationen und Gewaltausbrüchen übernahm das Militär die Macht und beendete die I. Republik. Am 30. Mai 1967 wurde im Südosten Nigerias die Republik Biafra proklamiert, die mit dem Biafra-Krieg 1970 endete. Im Jahre 1975 wurde der Militärdiktator Yakubu Gowon unblutig durch General Murtala Mohammed gestürzt, der selbst sechs Monate später bei einem gescheiterten Putschversuch getötet wurde. Sein Nachfolger wurde General Olusegun Obasanjo, der das Demokratisierungsprogramm seines Vorgängers fortsetzte und 1979 die Regierungsgewalt an den zivil gewählten Präsidenten Shehu Shagari übergab.
Die 70er Jahre waren ökonomisch durch einen massiven Ölboom gekennzeichnet, Nigeria wurde der größte Erdölexporteur Afrikas. Ende 1982 wurde die II. Republik unter Shagari gestürzt, General Muhammadu Buhari putschte sich an die Macht, wurde aber kurz darauf 1985 durch seinen Kameraden General Ibrahim Babangida in einem Palastcoup abgelöst.
Babangida regierte bis 1993. Korruption und Repression stiegen während seiner Regierungszeit permanent an, ein Demokratisierungsprozess zur Gründung einer III. Republik endete als Fehlschlag, Babangida ließ die abschließenden Präsidentschaftswahlen annullieren. Nach dem Mordprozess des innenpolitischen Vertreters "Marcus L´Hoste" trat er daraufhin die Macht an eine kurzzeitige Übergangsregierung ("III. Republik") ab, die schließlich dem Militärdiktator Sani Abacha im Jahr 1995 weichen musste. Es folgte eine der brutalsten Militärdiktaturen in der nigerianischen Geschichte, die u.a. durch die Hinrichtung der "Ogoni Nine" (Ken Saro-Wiwa) gekennzeichnet wurde.
Abacha starb im Jahre 1998, sein Nachfolger Abdulsalami Abubakar zog innerhalb eines Jahres ein eilig zusammengestelltes Demokratisierungsprogramm durch, das vor allem zum Ziel hatte, Nigeria wieder als gleichberechtigtes Mitglied in die internationale Staatengemeinschaft zurückzuführen. 1999 wurde der ehemalige Militärpräsident Olusegun Obasanjo als erster Präsident der IV. Republik vereidigt und 2003 in umstrittenen Wahlen für eine zweite Amtszeit bestätigt. Die IV. Republik war durch eine aktive Außenpolitik in der Lage, die Schäden der Abacha-Diktatur zu beseitigen, sah sich jedoch starken innenpolitischen Unruhen ausgesetzt, die bis heute andauern.
Politik
Gemäß der nach amerikanischem Vorbild entworfenen Verfassung von 1989, die jedoch erst am 17. Mai 1999 in Kraft trat, verfügt Nigeria über ein präsidiales Regierungssystem mit einem Senat (109 Abgeordnete) und einem Repräsentantenhaus (360 Abgeordnete). Darüberhinaus gewährleistet die Verfassung ein Mehrparteiensystem und alle 4 Jahre stattfindende Wahlen. Sie garantiert die Trennung von Kirche und Staat und elementare Menschen- und Bürgerrechte. Die Präsident, bis zum 29. Mai 2007 Olusegun Obasanjo, verfügt über weitreichende Vollmachten und ist sowohl Staatsoberhaupt als auch Regierungschef und Oberbefehlshaber der Armee. Das Amt des Vizepräsidenten, der im Falle des Todes oder des Rücktritts des Präsidenten ohne Wahl an dessen Stelle tritt, hatte bis zu seiner Suspendierung Atiku Abubakar inne. Die Wahlen in Nigeria 2007, bei denen unter anderem der Präsident gewählt wird, finden im April 2007 statt.
Siehe auch: Liste der Staatsoberhäupter Nigerias
Parteien
Seit der Aufhebung des Parteienverbot unter Sani Abacha im Jahr 1998 hat sich eine große Vielfalt an Parteien entwickelt.
Bei den Wahlen_2003 ging die 1998 gegründete People's_Democratic_Party (PDP) als stärkste Partei hervor. Weiter Parteien sind die All Nigeria People's Party (AD; hervorgegangen aus der All_People's_Party), die Alliance_for_Democracy (AD) und der Action Congress (AC).
Siehe auch: Liste der politischen Parteien in Nigeria
Gesundheit/Soziales
Kranke, Arme und Alte sind auf Familienhilfe angewiesen, nur Regierungsbedienstete kommen in den Genuss öffentlicher Fürsorge. Niedrige Einkommen, die schnell wachsende Bevölkerung und die leere Staatskasse führten zum Scheitern aller Pläne, ein Gesundheits- und Rentensystem zu schaffen. Epidemien fordern unter der unterernährten und schlecht versorgten Landbevölkerung oft Tausende von Opfern.
Armee
Berufsarmee mit 77.100 Mann (Heer 80,4%; Marine 7,3%; Luftwaffe 12,3%).
Anteil des Militärbudgets am Staatshaushalt: 0,9% (2006).
Bürger- und Menschenrechts-Bewegungen
= Frauenbewegung
=Bereits vor 150 Jahren entstand in Nigeria die Yan'Taru Bewegung, eine islamisch religiöse Bewegung, die sich die Weitergabe von religiösem sowie alltäglichen Wissen von Frauen an Frauen zum Ziel gesetzt hatte. Heute gibt es eine Anzahl säkularer sowie religiöser Frauen, die sich als Aktivistinnen oder Akademikerinnen für Frauenrechte einsetzen. Zu den wichtigsten Frauenorganisationen gehören u.a. Women In Nigeria [http://www.social-movements.org/en/node/view/227 (WIN)], dem National Council of Women's Societies, der Women's Aid Collective und der Federation of Muslim Women's Association in Nigeria. Wichtige Namen der Frauenbewegung sind z. B. [http://www.cddc.vt.edu/feminism/Imam.html Ayesha Imam] und Joy Ezeilo.
= Schwulen- und Lesbenbewegung
=Internationale politische Beobachter befürchten, dass das gegenwärtig im Gesetzgebungsverfahren befindliche Anti-Schwulen-Gesetz unter dem Titel The Prohibition of Relationships Between Persons of the Same Sex, Celebration of Marriage by Them, and for Other Matters Connected Therewith, internationale Verpflichtungen und eingegangene Verträge Nigerias gegenüber den Vereinten_Nationen, dem Commonwealth und der afrikanischen Charter on Human and Peoples' Rights verletzt. Auch verstosse der Gesetzesentwurf gegen die nigerianische Verfassung.[http://news.gay-web.de/njus/id574 Pressemitteilung der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen vom 21. März 2007: Schwere Zeiten für Homosexuelle in Nigeria] Peter Tatchell von der Schwulen- und Menschenrechts-Kampagne bezeichnete das geplante Gesetz als das weltweit repressivste. Es verschärfe das aus dem 19. Jahrhundert stammende Strafgesetz, Kapitel 42, Abschnitt 214, welches in der britischen Kolonialzeit eingeführt wurde. Betätigungen in NGO oder zivilgesellschaftlichen_Gruppen, die sich für schwule_Gleichberechtigung oder für die Bekämpfung von HIV einsetzen, sollen automatisch mit fünf Jahren Gefängnis bestraft werden.Peter Tatchell: [http://www.petertatchell.net/international/nigeriagaylaw.htm Nigeria ? visious new anti gay law. World's most sweeping, draconian homophobic legislation ]
Gemäß dem nigerianischen Justizminister, Chief Bayo Ojo, wurde das Gesetz initiiert vom nigerianischen Präsidenten Olusegun Obasanjo mit der Begründung, dass gleichgeschlechtliche sexuelle Beziehungen unafrikanisch seien, nachdem eine Gruppe am Rande der internationalen Konferenz über HIV/AIDS ICASA für die Schwulenehe demonstrierte.[http://www.nigeria.gov.ng/press%20release%20January19.aspx Presseerklärung der nigerianischen Bundesregierung, 20. Januar 2007] Das Gesetzgebungsverfahren wird unterstützt von von der Christian Association of Nigeria und Führung des nigerianischen Primas Peter Akinola. Neben der Christian Association of Nigeria, die die Gesamtheit der christlichen Kirchen Nigerias vertritt, wird das Gesetz auch vom National Muslim Centre und von der anglikanischen Church of Nigeria [http://www.africanecho.co.uk/africanechonews13-feb19.html African Echo: Nigeria moves to tighten gay laws] unterstützt. [http://www.anglican-nig.org/PH2006message2nation.htm Standing Committee Church of Nigeria: Message to the Nation, September 2006 Das Scharia-Strafrecht sieht schon jetzt in den zwölf nördlichen Bundesstaaten Nigerias für Homosexuelle die Todesstrafe durch Steinigung vor. Der Gesetzesentwurf wurde am 19. Januar 2006 von Justizminister Chief Bayo Ojo dem Federal Executive Council of Nigeria vorgelegt, dort verabschiedet und soll nun durch die nigerianische Nationalversammlung zum Gesetz erhoben werden.
Am 21. März 2007 forderte das Europäische Parlament in einer Resolution Nigeria unter anderem auf, die Todesstrafe abzuschaffen und die Rechte von Schwulen und Lesben nicht zu beschneiden. Das deutsche Auswärtige Amt kündigte an, gegen eine etwaige Verabschiedung des homophoben Gesetzes zu protestieren.[http://www.queer.de/news_detail.php?article_id=6613&PHPSESSID=afe615db3aca090ec08725c7ef7c4747 queer:EU:Resolution gegen Nigeria]
Militante Bewegungen
Insbesondere seit dem Ende der Militärdiktatur 1999 haben sich in Nigeria zahlreiche Bürgerwehren, Schutztruppen, Milizen, Geheimbünde und Gangs formiert, die sich teils als ethnische, teils als religiöse, teils als politische Bewegungen verstehen.
Im Nigerdelta sind das etwa die Egbesu_Boys, die Iduwini Volunteer Force (IVF), die Niger Delta People?s Volunteer Force (NDPVF), die South-South Liberation Movement (SSLM) und die Bewegung_für_die_Emanzipation_des_Nigerdeltas_|_MEND (siehe: Konflikte im Nigerdelta);
in den nördlichen, islamischen Bundesstaaten die Hisbah_Gruppen;
im Südwesten der O?odua People?s Congress (OPC);
im Südosten die Bakassi Boys, die Bewegung_für_die_Verwirklichung_eines_souveränen_Staates_Biafra (MASSOB), der Anambra Vigilance Service (AVS), die National Association of Road Transport Owners (NARTO) und die National Union of Road Transport Workers (NURTW);
an den Universitäten magische Geheimbünde wie die Black AxeImmigration and Refugee Board of Canada, February 2005: [http://www.irb-cisr.gc.ca/en/research/ndp/ref/?action=view&doc=nga43277e The Black Axe Confraternity]
sowie
in den Großstädten eine Vielzahl von Jugendbanden, die allgemein als Area Boys bezeichnet werden.
Kriminalität
Neben den allgemeinen Kriminalitätsformen treten drei Kriminalitätsfelder immer wieder in den Fokus des öffentlichen Interesses:
#Kriminelle Banden zapfen Öl-Pipelines an und verkaufen die abgezapften Ölmengen auf dem Schwarzmarkt. Da dies sehr oft unter Billigung der Bevölkerung geschieht, kommt es häufig zu Menschenansammlungen an den illegalen Entnahmestellen. Ausgelöst durch Funkenbildung, hat es schon eine Vielzahl von Explosionen gegeben, die teilweise mehrere Hunderte Menschenleben gefordert haben.
#Eine weiter bekannte Kriminalitätsform ist der Vorschussbetrug, der auch als Nigerianische Betrugsmasche bekannt ist.
#In Nigeria sind Entführungen keine Seltenheit. Dahinter stehen in der Regel kriminelle Banden oder Rebellenorganisationen. Während kriminelle Organisationen sich von der Entführung ein Lösegeld versprechen, kämpfen Rebellenorganisationen oft für politische Forderungen. Die meisten Geiseln kommen nach Zahlung eines Lösegeldes nach einigen Tagen wieder frei.
Siehe auch Konflikte im Nigerdelta
Außenpolitik
Trotz der vielen innenpolitischen Probleme ist Nigeria der mächtigste Staat Westafrikas. Entsprechend hat es den Vorsitz der ECOMOG, des Sicherheitsapparats der ECOWAS inne. Darüberhinaus ist es Mitglied zahlreicher internationaler Organisationen, darunter:
• of Nations/'>Commonwealth]
• (seit 1971)
*
Adamawa
Akwa Ibom
Anambra
Bauchi
Bayelsa
Benue
Borno
Cross River
Delta
Ebonyi
Edo
|
Ekiti
Enugu
Gombe
Imo
Jigawa
Kaduna
Kano
Katsina
Kebbi
Kogi
Kwara
Lagos
|
Nassarawa
Niger
Ogun
Ondo
Osun
Oyo
Plateau
Rivers
Sokoto
Taraba
Yobe
Zamfara
/'>}
Zu den Bundesstaaten kommt das Hauptstadtterritorium (Hauptstädte_der_Bundesstaaten sind an das Fernstraßennetz angebunden; besonders stark frequentierte Strecken sind durch Schnellstraßen verbunden, beispielsweise Lagos und Ibadan (Schnellstraße A 5), Lagos und Benin-Stadt (A 121), Onitsha und Enugu (A 232) oder Kano und Kaduna (A 2). Das Straßennetz hat eine Länge von ungefähr 200.000 km, von denen 60.000 km asphaltiert sind.
Dass der Autoverkehr im nigerianischen Transportwesen sehr wichtig geworden ist, beweist die Tatsache, dass im Jahr 1991 rund 90 % des Waren- und Personenverkehrs über die Straße liefen. Schlecht befestigte Straßen, überhöhte Fahrgeschwindigkeiten und fehlende oder nur spärlich vorhandene Verkehrszeichen führen besonders im Südosten des Landes zu einer großen Zahl von Verkehrsunfällen.Lizzie Williams: Nigeria: The Bradt Travel Guide. Chalfont St. Peter 2005, S. 71 Allein im Jahr 1988 verloren mehr als 9000 Menschen auf den nigerianischen Straßen ihr Leben.Heinrich Bergstresser: Nigeria. C. H. Beck, München 1991, S. 23
Eisenbahn
Das Schienennetz beläuft sich auf 3.505 km. Es ist in Kapspur (1067 mm) errichtet. Es befindet sich in einer allgemein guten Verfassung, nachdem es mit chinesischer Hilfe instandgesetzt wurde. Die Zahl der einsatzfähigen Eisenbahnfahrzeuge ist allerdings sehr beschränkt.
Die nigerianische Regierung will nun 8,3 Mrd. US$ in die Modernisierung der Schienenwege investieren. Dazu zählt auch das Vorhaben, alle Hauptstrecken auf Normalspur (1435 mm) umzustellen, was nicht teurer sein soll, als die Kapspur auf das entsprechende technische Niveau anzuheben. Geplant sind Höchstgeschwindigkeiten von 120?150 km/h für Personenzüge, 80 km/h für Güterzüge. Erstes Projekt ist die Strecke Lagos?Kano. Auch eine grenzüberschreitende Strecke nach Niger ist vorgesehen.
Eisenbahningenieur 11/2006, S. 66
Flugverkehr
Es gibt in Nigeria 22 Flughäfen mit asphaltierten Start- und Landebahnen. 21 weitere Pisten dienen hauptsächlich der Luftwaffe oder Ölfirmen. Für den Betrieb der Flughäfen ist die Behörde Federal Airports Authority of Nigeria zuständig. Steigende Kosten für Flugzeuge führten in den letzten Jahrzehnten zu einem Abbau des Inlandflugnetzes.
Die staatliche Fluglinie Nigeria Airways war 2003 hoffnungslos überschuldet und wurde von der britischen Virgin Group aufgekauft; seit dem 28. Juni 2005 fliegt sie unter dem Namen Virgin Nigeria Airways. Obwohl Städte wie Kano, Maiduguri oder Enugu einen Flughafen besitzen, konzentriert sich der internationale Flugverkehr nunmehr auf den Flughafen Lagos in Ikeja, was die Entwicklung anderer Regionen behindert.
Am 29. Oktober 2006 forderte der Absturz einer Boeing 737-200 der Fluggesellschaft ADC Airlines in der Nähe des Flughafens von Abuja rund 100 Menschenleben. Unter den Passagieren befand sich auch Mohammadu Maccido, der Sultan von Sokoto.
:Siehe auch: Liste der Flughäfen in Nigeria
Seehäfen und Wasserwege
*Die Länge der Wasserwege beläuft sich auf 8.575 km.
• Überseehäfen]]' target='blank'>finden sich in ]:_[[Forcados_(Fluss)|Forcados/'>Onne (Nigeria)|Onne]
*Ölverladung:
*• Dutch Shell]: [[Forcados (Fluss)/'>Forcados ; Bonny (Insel)
*• Qua-Iboe (Fluss) .
Telekommunikation
*Auf 1.000 Einwohner kommen 66 Fernseher, 3,8 Telefone, 6,1 Rechner und 0,01 Internet-Zugänge.
*Seit Mitte der 1990er Jahre ist ein Aufschwung im Mobilfunkbereich mit einer stetig wachsenden Zahl an im Jahre 1960)
* Sehenswürdigkeiten: Reiches künstlerisches Erbe, insbesondere Skulpturen und Holzschnitzereien aus Benin und Ife
** Die Terrakotten der eisenzeitlichen Nok-Kultur sind weltweit bekannt, jedoch bei weitem nicht die ältesten Hinterlassenschaften nigerianischer Vorgeschichte.
* Kulturelle Einflüsse: Die nigerianische Kultur ist nicht nur von Traditionen der zahlreichen Ethnien durchsetzt, sondern auch durch islamische Einflüsse im Norden und europäische Einflüsse im Süden geprägt.
* Alphabet: Pannigerianisches Alphabet
* Musik: Der vielleicht berühmteste Musiker Nigerias ist der Erfinder des Afrobeat Fela_Anikulapo_Kuti, der mit seiner Band "Africa 70" im "Shrine" in Lagos legendäre Konzerte gab. Weitere charakteristische Musikstile sind etwa Jùjú, Apala, Fuji oder Sakara.
* Film: Aus Nollywood werden Filme und Soaps nach ganz Afrika ausgestrahlt. Einige nigerianische Drehbuchautoren konnten ihre Scripte nach Hollywood verkaufen auf Grund der hohen Dramatik in den Schriftstücken. Gemessen an der Zahl der Filme ist Nigeria die drittgrößte Filmnation.
* Sport: Sportlich international bekannt wurde das Land vor allem durch die Nigerianische Fußballnationalmannschaft.
Medien
In Nigeria erscheinen etwa 25 überregionale Tageszeitungen mit einer Gesamtauflage von rund 1,7 Mio. Stück. Die meisten von ihnen, wie Thisday, The Guardian oder Vanguard, erscheinen auf Englisch, aber es gibt auch Zeitungen in Yoruba, Hausa und Ibo. Das für Information zuständige Regierungsorgan Nigeriafirst ist mit dem Presse- und Informationsamt der Bundesregierung vergleichbar.
: Siehe auch: Liste nigerianischer Zeitungen
Literatur
(links) mit Langston Hughes 1962 in Lagos
Nigeria besitzt eine lebendige Literaturszene und eine vielfältige Literatur, die ? anders als die vieler anderer westafrikanischer Länder ? über die Grenzen des Landes hinweg einem internationalen Publikum bekannt gemacht wurde und teilweise auch ins Deutsche übersetzt wurde. Zu den bekanntesten Autoren gehören Wole Soyinka, der 1986 als erster Vertreter der afrikanischen_Literatur den Nobelpreis für Literatur entgegennahm, und der Romancier Chinua Achebe (Things Fall Apart), Träger des Friedenspreises_des_Deutschen_Buchhandels. Traurige Berühmtheit erlangte der Schriftsteller Ken Saro-Wiwa, der im November 1995 von der Militärregierung unter Sani Abacha neben acht Mitstreitern erhängt wurde.
Weitere bedeutende Autoren oder Autorinnen sind Amos Tutuola (The Palm-Wine Drinkard), Chris Abani, Cyprian Ekwensi, Buchi Emecheta, Ben Okri, Christopher Okigbo und John Pepper Clark.
:Siehe auch: Liste nigerianischer Schriftsteller
Umwelt
Schwerste Schäden im Nigerdelta durch die seit 37 Jahren andauernde Erdölförderung. Pipelines verlaufen durch Dörfer und über Äcker; Wasser und Luft sowie Nahrungsmittel sind verseucht. Geschützte Gebiete: 3,22 % der Landesfläche.
Siehe auch
*
Quellen
Literatur
* Fatima L. Adamu: Women's struggle and the politics of difference in Nigeria. 2006 ([http://web.fu-berlin.de/gpo/pdf/tagungen/fatima_l_adamu.pdf PDF])
* Heinrich Bergstresser, Sibylle Pohly-Bergstresser: Nigeria. (= Aktuelle Länderkunden; Beck'sche Reihe; Bd. 839). Beck, München 1991, ISBN 3-406-33185-8
* Kenneth Onwuka Dike: Trade and politics in the Niger Delta, 1830-1885. An introduction to the economic and political history of Nigeria. Clarendon Press, Oxford 1956 ([http://name.umdl.umich.edu/heb02585.0001.001 Inhaltsverzeichnis])
* Wolfgang Gieler: Nigeria zwischen Militär- und Zivilherrschaft. Eine Analyse der politischen Entwicklung seit der Unabhängigkeit 1960?1990. Lit, Münster 1993, ISBN 3-89473-975-4 (zugl. Diss., Universität Münster, 1991)
* Sani Musa: The Nigerian Political Economy in Transition. Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn 2006 ([http://library.fes.de/pdf-files/iez/03522.pdf PDF])
* Eberhard Stahn: Nigeria. Reiseführer mit Landeskunde. 4. Auflage. Mai, Dreieich 1995, ISBN 3-87936-220-3
* Nigeria-Jahrbuch. Politische und ökonomische Entwicklungen in der Bundesrepublik Nigeria. Duehrkohp und Radicke, Göttingen 2000?2003 ()
Weblinks
• Bericht der "National Geographic" (mit Fotos) vom Februar 2007 über den Fluch des Ölreichtums in Nigeria (englisch)
• Website der Regierung (englisch)
• Länderinformation des deutschen Auswärtigen Amtes
• Länderinformation des österreichischen Außenministeriums
• Nigerianische Botschaft in Berlin (englisch)
* The Library of Congress [http://lcweb2.loc.gov/frd/cs/profiles.html Country profiles] (Juni 2006): [http://lcweb2.loc.gov/frd/cs/profiles/Nigeria.pdf Nigeria] (PDF, 120 KB)
• Überblick über die Verwaltung in Nigeria (englisch)
• Klimainformationen zu Nigeria
• Nigeria Landes- und Reiseinformationen auf TransAfrika
Links zu Genderthemen in Nigeria
• Übersicht zu Feminismus in Nigeria
• Übersicht über Frauenorganisationen in Nigeria
am:?????
az:Nigeriya
dv:??????????
frp:Nig·èria
ha:Nijeriyahy:???????
ig:Naigeria
ilo:Nigeriakg:Nizeria
kk:?????????
ks:????????
lij:Nigeria
ln:Nizeria
nov:Nigeria
pms:Nigeria
rw:Nijeriyasw:Nigeria
ta:????????
tg:???????
tk:Nigeria
to:Nais?lia
vo:Nigeriyän
xh:ENigeria
yi:????????
yo:Naijiriya
zh-classical:????
zh-yue:????

