Niedersachsen
Niedersachsen liegt in Nordwestdeutschland im niederdeutschen Sprachraum. Flächenmäßig ist es nach Bayern das zweitgrößte Land der Bundesrepublik Deutschland. Die Landeshauptstadt ist Hannover.Geographie
Räumliche Lage
Niedersachsen hat im Norden eine natürliche Begrenzung durch die Nordsee und den Unterlauf bzw. den unteren Mittellauf der Elbe. Ausgenommen hiervon sind das Amt Neuhaus, das nordöstlich der Elbe liegt, und die südelbischen Teile Hamburgs. Als Enklave auf dem Landesgebiet liegt das Land Bremen mit den Städten Bremen und Bremerhaven. Im Südosten verläuft die Landesgrenze quer durch den Harz, ein deutsches Mittelgebirge. Der Nordosten und der Westen des Landes ? insgesamt rund 3/4 der Landesfläche ? gehört zur Norddeutschen_Tiefebene, der Süden zum Niedersächsischen_Bergland mit dem Weserbergland, dem Leinebergland, dem Schaumburger Land, dem Braunschweiger Land, dem Untereichsfeld, Elm und Lappwald. Im Nordosten Niedersachsens erstreckt sich die Lüneburger Heide. Während dort ärmere Sandböden der Geest dominieren, finden sich im mittleren Osten und Südosten in der Lössbördenzone äußerst ertragreiche Böden mit hoher natürlicher Fruchtbarkeit. Unter diesen Voraussetzungen (lehm- und sandhaltigen Böden) ist das Land landwirtschaftlich gut erschlossen. Im Westen liegen die Grafschaft_Bentheim, das Osnabrücker Land, das Emsland, das Oldenburger Land, das Oldenburger Münsterland und ? küstennah ? Ostfriesland.
Die von Süden/Südosten nach Norden/Nordwesten verlaufenden Flüsse Ems, Weser, Aller und Elbe prägen Niedersachsen.
Der höchste Berg Niedersachsens ist der Wurmberg (971 m) im Harz. Der höchste Berg des Gesamtharzes, der Brocken, liegt nahe der niedersächsischen Grenze in Sachsen-Anhalt. Für weitere Berge siehe: Liste der Berge und Erhebungen in Niedersachsen. Die meisten Berge und Hügel sind im Südosten des Landes zu finden. Der tiefste Geländepunkt ist mit rund zweieinhalb Metern unter dem Meeresspiegel eine Senke bei Freepsum in Ostfriesland.
Der Siedlungs-, Wirtschafts- und infrastrukturelle Schwerpunkt Niedersachsens befindet sich im Bereich der Städte Stadthagen ? Hannover ? Celle ? Braunschweig ? Wolfsburg ? Hildesheim ? Salzgitter.
Regionen
= Kreisfreie Städte
={|
|-
| width="250" valign="top" |
:1. Braunschweig
:2. Delmenhorst
:3. Emden
:4. Oldenburg (Oldb)
/'> width="250" valign="top" |
:5. Braunschweig
/'> kreisfrei
| align="right" | 245.816
| align="right" | 245.141
|-
| align="right" | 3
| Göttingen
/'> Göttingen
| align="right" | 124.132
| align="right" | 121.531
|-
| align="right" | 6
| Hildesheim
/'> Hildesheim
| align="right" | 103.909
| align="right" | 102.486
|-
| align="right" | 9
| Lüneburg
/'> Lüneburg
| align="right" | 67.398
| align="right" | 71.909
|-
| align="right" | 12
| Hameln
/'> Hameln-Pyrmont
| align="right" | 58.807
| align="right" | 58.696
|-
| align="right" | 15
| Cuxhaven
/'> Cuxhaven
| align="right" | 53.391
| align="right" | 52.177
|-
| align="right" | 18
| Langenhagen
/'> Region Hannover
| align="right" | 49.432
| align="right" | 51.004
|-
| align="right" | 21
| Stade
/'> Stade
| align="right" | 44.929
| align="right" | 45.949
|-
| align="right" | 24
| EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreicht Niedersachsen einen Index von 94.8 (EU-25:100) (2003). Eurostat News Release 63/2006: Regional GDP per inhabitant in the EU 25[http://epp.eurostat.cec.eu.int/pls/portal/docs/PAGE/PGP_PRD_CAT_PREREL/PGE_CAT_PREREL_YEAR_2006/PGE_CAT_PREREL_YEAR_2006_MONTH_05/1-18052006-EN-AP.PDF] Damit liegt Niedersachsen etwas unter dem EU-Durchschnitt.
Industrie
Das industrielle Zentrum Niedersachsens befindet sich im Raum Hannover-Braunschweig/Wolfsburg mit mehreren Automobilwerken, darunter das Hauptwerk von Volkswagen in Wolfsburg, und das der in Peine und Salzgitter ansässigen Stahlindustrie. Braunschweig ist außerdem ein bedeutender Wissenschaftsstandort.
Messe
Ein bedeutender Wirtschaftsfaktor sind die in Hannover stattfindenden Messen (z. B. CeBIT und Hannover Messe).
Strukturförderung
Das Emsland, das Oldenburger Land,das Elbe-Weser-Dreieck, die Lüneburger Heide, die Mittelweserregion und Teile der Küstenregion gehören dagegen seit langem zu den strukturschwachen Räumen. Die Ausnahme ist das Oldenburger Münsterland.
Es gibt inzwischen eine Anzahl von Projekten, um die wirtschaftliche Lage in diesen Gebieten zu verbessern. Dazu gehören:
* Die aus Mitteln der örtlichen Wirtschaft mitfinanzierte Emslandautobahn A 31, die von Ostfriesland durch das Emsland nach Bottrop ins westliche Ruhrgebiet führt.
* Die Küstenautobahn A 22, die von Schleswig-Holstein durch den geplanten Elbtunnel bei Stade und den Wesertunnel bei Dedesdorf die A 29 zwischen Oldenburg und Wilhelmshaven kreuzen und im Raum Westerstede an die A 28 anschließen soll
* Mehrere Ethen-Pipelines, die die Chemiestandorte in Nordrhein-Westfalen mit denen in Niedersachsen und Schleswig-Holstein verbinden sollen und in Niedersachsen insbesondere den Produktionsstandorten Stade und Wilhelmshaven zu Gute kommen werden
* Der Containerhafen JadeWeserPort in Wilhelmshaven, der als einziger deutscher Seehafen auch von den größten Containerschiffen künftiger Generationen angelaufen werden können wird.
Landwirtschaft
Die Landwirtschaft findet in Niedersachsen sehr unterschiedliche Bedingungen vor. Die Böden in der Hildesheimer Börde und zwischen Harz und Mittellandkanal zeichnen sich durch sehr hohe Bodenzahlen aus und eignen sich besonders für den Anbau von Zuckerrüben und Getreide. In der Lüneburger Heide ist der Boden karg, Hauptprodukte sind Kartoffeln und als Spezialität Spargel. In den Marschgebieten an der Küste dominiert hingegen die Viehzucht.
Neben Getreide werden Raps, Zuckerrüben, Salat (speziell Eisbergsalat), Kohl, Möhren (Mohrrüben, Karotten) und dank des sandhaltigen Bodens Spargel in Teilen des Landes angebaut. Bekannt ist auch die niedersächsische Grünkohlkultur (in südöstlichen Regionen auch als Braunkohl bekannt). Neben dem Gemüseanbau und der Viehzucht ist der Obstanbau (speziell im Norden, Altes Land) ein wichtiger Wirtschaftszweig.
Wirtschaft an der Küste
An der Küste spielt die Hafenwirtschaft eine bedeutende Rolle, während die Bedeutung des Schiffbaus abgenommen hat.
Bundeswehr als Wirtschaftsfaktor
Die Bundeswehr wird auch künftig ein wichtiger Arbeitgeber in Niedersachsen sein. Mit über 55.000 Soldaten und zivilen Beschäftigten wird Niedersachsen nach der geplanten Bundeswehrreduzierung das Bundesland mit der größten Zahl von Bundeswehrbediensteten sein.
Energiewirtschaft
An drei Standorten in Niedersachsen finden sich in Betrieb befindliche Kernkraftwerke, bei Lingen, bei Grohnde und bei Nordenham. Darüber hinaus hat Niedersachsen die größten Erdgasvorkommen Deutschlands.
Tourismus
= Nordseebäder
=Anziehungspunkt für den Fremdenverkehr ist insbesondere die Nordseeküste mit Schwerpunkt im sogenannten ?Cuxland? und auf den Ostfriesischen_Inseln. Wichtige Fremdenverkehrsorte sind hier Cuxhaven (mit seinen Stadtteilen Duhnen, Döse und Sahlenburg), die Samtgemeinde Land Wursten und Otterndorf an der Elbmündung. Weitere wichtige Seebadeorte befinden sich in Butjadingen, im oldenburgischen_Friesland und an der ostfriesischen_Küste.
= Binnenland
=Weitere Anziehungspunkte sind der Harz, die Städte Hannover, Braunschweig, Osnabrück, Lüneburg, Celle und Wolfsburg mit der Autostadt, das Eichsfeld, das Weserbergland und das Leinebergland, die Lüneburger Heide, das Wendland, die Wümmeniederung, das Steinhuder Meer, der Dümmer, das Alte_Land, das Elbetal und die weiteren Flüsse Aller, Leine, Ems, Hunte und Weser. Das Brauchtum umfasst unter anderem das Grünkohlessen und Schützenfeste.
Verkehr
Entsprechend der Bevölkerungsverteilung befindet sich ein Schwerpunkt des Verkehrsnetzes im südöstlichen Niedersachsen mit den Zentren Hannover, Braunschweig, Hildesheim und Salzgitter. In diesem Raum kreuzen sich Verkehrsströme (Eisenbahnen sowie Autobahnen 2 und 7/27) vom Ruhrgebiet nach Berlin und von Süddeutschland an die Küste. Eine weitere wichtige Verkehrsachse in Form von Eisenbahn und Autobahn verläuft vom Ruhrgebiet über Osnabrück, Bremen nach Hamburg (Rollbahn und A 1_(Hansalinie)), sowie die A 30 von Amsterdam über Osnabrück nach Hannover (über A 2).
Die für das Land wichtigsten Luftdrehkreuze sind der Flughafen Langenhagen bei Hannover und die außerhalb Niedersachsens gelegenen Flughäfen Bremen (Bremen (Land)) und Münster/Osnabrück_(FMO) in Greven (Nordrhein-Westfalen). Größte Seehäfen sind Wilhelmshaven, Emden, Cuxhaven und Brake. Wichtigste Binnenwasserstraßen sind der Mittellandkanal, die Weser, die Elbe und die Ems.
Wissenschaft
Bedeutende wissenschaftliche Standorte sind Braunschweig, Göttingen, und Hannover mit der: Technischen_Universität_Braunschweig, der Georg-August-Universität Göttingen, der Universität Hannover und der Medizinischen_Hochschule_Hannover.
Weitere wichtige wissenschaftliche Einrichtungen sind die Universität Osnabrück, die Fachhochschule Osnabrück, die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg in Oldenburg, die Technische Universität Clausthal, die Universität Lüneburg, die Universität Hildesheim und die Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel.
Die Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven ist die größte Fachhochschule des Landes.
Siehe auch: Liste von wissenschaftlichen Einrichtungen in Niedersachsen, Wissenschaftliche Kommission Niedersachsen
Bevölkerung
Allgemeines
Niedersachsen war schon immer ein Durchgangsland, das zudem in kulturellen Dingen eine große regionale Differenzierung aufweist und fließende Übergänge insbesondere nach Westfalen zeigt, daher ist es schwierig, verallgemeinernd von ?den Niedersachsen? zu sprechen. Allerdings weisen die meisten lange ansässigen Bevölkerungsteile Gemeinsamkeiten auf wie beispielsweise den ursprünglichen Gebrauch der niederdeutschen Sprache. Gemeinsam sind auch bestimmte Aspekte der vorherrschenden traditionellen Architektur und Bauweise von Gebäuden (Niedersachsenhaus). Da Niedersachsen ein in weiten Teilen ländliches Land ist, wiegen in Lebenseinstellung und Mentalität häufig ? unabhängig von politischer Präferenz ? eher konservativere Grundeinstellungen vor. Im Saterland existiert eine alteingesessene friesische Sprachminderheit.
Zuwanderung
Nach dem Zweiten Weltkrieg war Niedersachsen eines der Hauptansiedlungsgebiete für Heimatvertriebene aus (nach Personenzahl absteigend sortiert) Schlesien, Ostpreußen, Pommern und dem Sudetenland. Nach der letzten entsprechend aufgeschlüsselten Zählung waren 30 % der Einwohner Niedersachsens Vertriebene, Flüchtlinge oder Kinder aus entsprechenden Familien. Durch die vielen Industriebetriebe im Raum Hannover-Braunschweig-Salzgitter-Wolfsburg entstand während des Wirtschaftswunders ein hoher Bedarf an Arbeitskräften, weswegen man viele Gastarbeiter aus Italien, Spanien und der Türkei anwarb, die häufig in Niedersachsen blieben. Seit dem Ende des kalten Krieges kamen Aussiedler und Spätaussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion und aus Polen ins Land.
Religionen
Wichtigste Konfessionen sind die evangelische Kirche (52,0 % der Bevölkerung) und die römisch-katholische Kirche (17,9 % der Bevölkerung). Über 30 % der Bevölkerung bekennen sich zu keiner dieser beiden Religionsgemeinschaften. (Statistik der EKD, Stand 31. Dezember 2004)
= Protestantismus
=Der größte Teil Niedersachsens ist ursprünglich durch die Evangelisch-lutherische Kirche geprägt. Landeskirchen existieren als Evangelisch-Lutherische Landeskirche Hannovers, Evangelisch-Lutherische Landeskirche Schaumburg-Lippe, Evangelisch-Lutherische Landeskirche in Braunschweig und Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg.
Die Evangelisch-reformierte Kirche in Nordwestdeutschland hat eine große Bedeutung in Ostfriesland und der Grafschaft Bentheim, sie hat ihre eigene landeskirchliche Organisation. In der gleichen Region gibt es noch die evangelisch-altreformierten Kirchen. Neben den protestantischen Landeskirchen wirken auch viele evangelische Freikirchen im Bereich des Landes Niedersachsen. Die älteste unter ihnen ist die Mennonitenkirche. Ihre Wurzeln reichen in die Reformationszeit und hier in die Täuferbewegung zurück. Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten- und Brüdergemeinden) besitzt in Niedersachsen drei Landesverbände, den Landesverband Niedersachsen-Ostwestfalen-Sachsen-Anhalt, Baptisten im Nordwesten und den Landesverband Norddeutschland.
Eine niedersächsische Wurzel haben die Gemeinden der Selbständigen_Evangelisch-Lutherische_Kirche. Weitere Freikirchen in Niedersachsen sind u. a. die Evangelisch-methodistische Kirche, die Gemeinschaft_der_Siebenten-Tags-Adventisten und der Bund Freier evangelischer Gemeinden.
= Katholizismus
=Das Emsland, das Oldenburger Münsterland, das Untereichsfeld, die sog. Stiftsdörfer des Hochstifts_Hildesheim und manche Dörfer im ehemaligen Hochstift Osnabrück sind traditionell katholisch geprägt. Die römisch-katholischen Gemeinden gehören zu den Bistümern Hildesheim, Osnabrück, beides Suffraganbistümer von Hamburg, Münster, zur Kirchenprovinz Köln gehörend und Paderborn (Bad Pyrmont), zur gleichnamigen Kirchenprovinz gehörend. Durch die Ansiedlung von Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg und durch den Zuzug von Spätaussiedlern existieren jedoch mittlerweile große Gemeinden der jeweils anderen großen christlichen Konfession in früher nahezu rein-konfessionell geprägten Regionen.
= weitere Gruppen
=Nach dem Krieg kam es wie in ganz Deutschland zu einer Vielzahl von Kirchenaustritten und zur Bildung von islamischen Gemeinden vor allem für türkischstämmige Einwohner. Durch den Zuzug vieler Menschen jüdischen Glaubens aus der ehemaligen Sowjetunion verzeichnen die jüdischen Gemeinden seit 1990 ein verstärktes Wachstum.
Sprache
Amtssprache
Amtssprache ist Hochdeutsch und in der Gemeinde Saterland auch Saterfriesisch. Besonders geschützt ist seit der Unterzeichnung der europäischen Sprachencharta auch Plattdeutsch.
Umgangssprache
= Hochdeutsch
=In Niedersachsen wird Hochdeutsch vom weitaus größten Teil der Bevölkerung gesprochen. Sehr verbreitet ist in weiten Teilen ein Hochdeutsch mit spezifischen niederdeutschen Wendungen, ähnlich dem in Hamburg gesprochenen Missingsch.
= Plattdeutsch
= Nordniedersächsisch
Am weitesten verbreitet ist unter den niedersächsischen Mundarten der Nordniedersächsische_Dialekt. Diese niederdeutschen Sprachformen werden heutzutage im Oldenburger Land, in der Wümmeniederung, der Mittelweserregion, der Lüneburger Heide und an der Waterkant (Nordseeküste) verwendet.
Ostfälisch
Dialekte des Ostfälischen werden noch in geringem Maße im Weserbergland, im Braunschweiger Land und im Eichsfeld gesprochen. Die Aussprache des Hochdeutschen in der Umgebung von Hannover gilt allgemein als vorbildlich, weil der Schriftsprache am nächsten (das ostfälische Plattdeutsch ist dort schon seit längerer Zeit verschwunden). Jedoch besitzt die Sprache auch dort eine ortseigene Färbung, welche am Ursprünglichsten in den westlichen, von Arbeitertraditionen geprägten Stadtteilen Linden und Ricklingen ? vorwiegend unter älteren Alteingesessenen ? gesprochen wird (Beispiel: Leine=Laane, Garten=Gachten, jetzt=getze). Mitunter wird diese Sprechweise auch als Lindener Platt bezeichnet. Besonders zelebriert wird dieses vom hannoverschen Comedy-Duo Siggi und Raner.
Ostfriesisches Platt
Besonders lebendig ist das Plattdeutsche noch in Ostfriesland. Plattdeutsch hat sich hier unabhängig von anderen niederdeutschen (genauer: niedersächsischen) Dialekten entwickelt und zeigt große Verbindung mit dem Niederländischen und dem Friesischen, das in Ostfriesland aber seit dem 18. Jahrhundert durch das Niederdeutsche verdrängt wurde. Die Anzahl der Sprecher des Niederdeutschen ist in Ostfriesland mit mehr als der Hälfte der Bevölkerung besonders hoch, insgesamt sprechen und verstehen etwa 40 % der niedersächsischen Bevölkerung den traditionellen Dialekt ihrer Region, wobei ein starkes Stadt-Land-Gefälle festzustellen ist.
Plattdeutsch im südwestlichen Niedersachsen
Das im Emsland und im Oldenburger Münsterland gesprochene Plattdeutsch sowie das Platt des Osnabrücker Landes weist eine große Ähnlichkeit zum Westfälischen_Platt des Münsterlandes auf, die Übergänge hierzu sind fließend.
= Friesisch
=In der Gemeinde Saterland wird teilweise Friesisch (Saterfriesisch) gesprochen.
= Sprachen von Zuwanderern
=Die am weitesten verbreiteten Sprachen von Zuwanderergruppen sind russisch, türkisch und polnisch, ferner werden noch italienisch, serbisch, kroatisch, albanisch und griechisch von großen Zuwanderergruppen gesprochen.
Kultur
Siehe Hauptartikel: Niedersächsische Küche
Landschaften und Landschaftsverbände
Nach Auflösung der Regierungsbezirke wurden zwischen dem Land Niedersachsen auf der einen Seite und den Landschaften_und_Landschaftsverbänden auf der anderen Seite Verträge geschlossen, nach denen diese künftig für kulturelle Belange in den jeweiligen Regionen verantwortlich sind.
Kunstgeschichte
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= Architektur
=Baugeschichtlich bedeutsam in Niedersachsen war die Epoche der Renaissance, die sich in vielen Bauten im Stil der Weserrenaissance widerspiegelt. Eine weitere Sehenswürdigkeit sind die Gärten_in_Herrenhausen (Hannover) ? die einzig erhaltenen und nie veränderten Barockgärten der Welt. In Osnabrück finden sich viele Gebäude des Klassizismus und der Zeit des Rokoko. Sehenswürdigkeiten sind u. a. die Altstadt mit Dom und dem Rathaus des Westfälischen_Friedens sowie zahlreichen Steinwerken und Fachwerkhäusern. Auch Niedersachsens größtes Barockschloss und mit St. Katharinen höchstes mittelalterliches spätgotisches Bauwerk sind hier zu sehen.
= Bildende Kunst
=Niedersachsen hat seit dem 19. Jahrhundert bedeutende Künstler von internationalem Rang hervorgebracht. Der populärste ist wohl Wilhelm Busch, der durch seine Bildergeschichten bekannt wurde. Weniger bekannt ist sein Werk als Landschaftsmaler. Er schuf mehr als 1000 Gemälde, die aber erst posthum veröffentlicht wurden.
1895 kaufte der Künstler Heinrich Vogeler den Barkenhoff in Worpswede und gründete somit die Künstlerkolonie Worpswede. Diese war Heimat namhafter Künstler des deutschen Impressionismus und des Expressionismus.
Die bekanntesten Künstler der ersten Generation der Kolonie waren:
Fritz Mackensen, Maler
Paula Modersohn-Becker, Malerin
Otto Modersohn, Maler
Fritz Overbeck, Maler
Heinrich Vogeler, Maler
Clara Westhoff, Malerin
Hans am Ende, Maler
Richard Oelze, Maler
Rainer Maria Rilke, Lyriker
Zwischen den 1920er und 1930er Jahren war der hannoversche Maler und Lyriker Kurt Schwitters in Niedersachsen tätig. Er ist der Erfinder der Merzkunst, die als Weiterentwicklung des Dadaismus gilt. Schwitters bezeichnete sich selbst nicht als Dadaist sondern als Merzkünstler, arbeitete jedoch zeitweise eng mit den Berliner Dadaisten zusammen.
Seine bekanntesten Gedichte sind ?An Anna Blume? und die ?Sonate in Urlauten?.
Von den Nationalsozialisten als ?entartet? eingestuft, flüchtete der Künstler 1937 und kehrte nie mehr in seine Heimatstadt zurück. Eine Rekonstruktion seines berühmten Merzbaus ist im Sprengel-Museum in Hannover zu besichtigen.
Ebenfalls große Bekanntheit erlangte der jüdische Maler Felix Nussbaum (1904?1944). Als Maler der Neuen_Sachlichkeit zählte er zur ?Verschollenen_Generation? der um 1900 Geborenen. Viele seiner Werke thematisieren den Holocaust, dem er 1944 selbst zum Opfer fiel.
Der 1940 geborene Neodadaist, Performance- und Konzeptkünstler Timm Ulrichs erlangte internationale Bekanntheit. Er war unter anderem 1977 auf der documenta 6 vertreten. Im Jahr 2001 erhielt er den Niedersächsischen Staatspreis.
Niedersachsen verfügt über zwei Kunsthochschulen: die Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und die Hochschule für Musik und Theater Hannover. Darüber hinaus existiert an der Fachhochschule Hannover ein auslaufender Fachbereich Bildende Kunst.
Museen & Kunstinstitutionen
Wichtige Museen und Kunstinstitutionen sind:Felix-Nussbaum-Haus_Osnabrück
Braunschweigisches Landesmuseum
Herzog Anton Ulrich-Museum
Naturhistorisches Museum (Braunschweig)
Niedersächsisches Landesmuseum in Hannover
Sprengel-Museum Hannover
* Kunstverein Hannover
Kestner-Gesellschaft in Hannover
Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim
* Halle für Kunst Lüneburg
* Kunstverein Wolfsburg
Kunstmuseum Wolfsburg
* Kunstverein Braunschweig
Kunsthalle Wilhelmshaven
Kunsthalle Emden
Niedersächsisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg
Horst-Janssen-Museum Oldenburg
Sport
Organisatorisch sind die niedersächsischen Sportvereine eng mit denjenigen aus dem Land_Bremen verzahnt.
Handball
Niedersachsen beheimatet drei Handballvereine der 1._Bundesliga: Die HSG Nordhorn, den Wilhelmshavener HV und Eintracht Hildesheim. In der 2. Handball-Bundesliga spielen die SG Achim/Baden, die HSG Varel, der OHV Aurich und der TSV Hannover-Burgdorf.
Fußball
In der 1. Fußball-Bundesliga spielen die Fußballvereine Hannover 96 und der VfL Wolfsburg, in der 2. Fußball-Bundesliga Eintracht Braunschweig. Populär ist daneben im Bremer Umland der SV Werder Bremen, der jedoch nicht aus Niedersachsen kommt.
Basketball
In der ersten Basketball-Bundesliga ist Niedersachsen durch die Artland Dragons (Quakenbrück), EWE Baskets Oldenburg und New Yorker Phantoms Braunschweig vertreten. Die BG 74 Göttingen steht kurz vor dem Aufstieg in die erste Bundesliga. Auch die SG Braunschweig, die Cuxhaven BasCats und die Wolfenbüttel Dukes spielen in der zweiten Bundesliga.
Eishockey
Im Raum Hannover haben die Hannover Scorpions und die Hannover Indians ihre Heimat. Außerdem bekannt sind die Grizzly Adams Wolfsburg
Wassersport
An der Küste wie auch an den großen Seen und Flüssen ist der Wassersport ebenso populär wie das Angeln. Cuxhaven ist lagebedingt eine traditionsreiche Stätte des Segelns, so war es auch mal Anlegehafen des Tall Ships' Race.
Reitsport
Der Raum Verden (Aller), das Oldenburger Land und das Celler_Land sind bekannt als Zentren des Reitsportes.
sonstige Sportarten
Niedersachsen bietet sich zum Wandern und Radfahren an. In Ostfriesland und im Ammerland ist das Boßeln heute noch populär.
Persönlichkeiten
Träger der Niedersächsischen Landesmedaille
Johannes Lilje (1899?1977), Theologe, Kunsthistoriker und Landesbischof
Josef Homeyer (* 1929), katholischer Bischof des Bistums Hildesheim (im Ruhestand)
Literatur
Schriftsteller
Der Roman ?Im Westen nichts Neues? (1929) hat seinen weltweiten Ruhm begründet: Erich Maria Remarque, am 22. Juni 1898 in Osnabrück geboren, setzte sich in seinen Werken kritisch mit der deutschen Geschichte auseinander und zählt zu den meistgelesenen deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts. Er stirbt am 25. September 1970 in Locarno. Die Verbitterung über seine Ausbürgerung aus Deutschland hat Remarque nie überwunden.
Von 1900 bis 1902 war der bedeutende österreichische Lyriker Rainer Maria Rilke in der Worpsweder Künstlerkolonie ansässig, wo er die Bildhauerin Clara Westhoff heiratete, mit der er 1901 eine Tochter hatte. Danach verschlug es den expressionistischen Autor nach Paris.
Der neben Rilke bedeutendste niedersächsische Schriftsteller der Moderne ist Arno Schmidt.
Der avantgardistischen Schriftsteller lebte von 1958 bis zu seinem Tode 1979 in Bargfeld.
Schmidt schreibt neben experimentellen Romanen wie seinem Hauptwerk ?Zettel?s Traum? auch erwähnenswerte Übersetzungen, wie z. B. von James Joyce, Edgar Allan Poe oder James Fenimore Cooper. Siehe auch: Arno-Schmidt-Stiftung.
Als einer der bedeutendsten deutschen Lyriker der 70er Jahre gilt der 1940 in Vechta geborene und 1975 bei einem Autounfall in London verstorbene Schriftsteller Rolf Dieter Brinkmann. Seine Werke sind beeinflusst vom Nouveau Roman und der amerikanischen Beat-Generation, um deren Veröffentlichung in Deutschland er sich verdient gemacht hat.
Literaturbüros
Literaturbüros (auch Literaturhäuser) des Landes Niedersachsen stehen in Braunschweig, Göttingen, Hannover, Lüneburg, Oldenburg, Osnabrück.
Literaturhinweise
* Kleine Niedersächsische Literaturgeschichte in drei Bänden Von Dichterfürsten und anderen Poeten. Herausgegeben von Dirck Linck (III), Jürgen Peters (I-III) und Wilhelm Heinrich Pott (I+II). Mit Register und Literaturverzeichnis. Gebunden. 8°.
** Band I. Zweiunddreißig Portraits von Roswitha von Gandersheim bis Johann Peter Eckermann. 256 Seiten. 38 Abb. ISBN 3-927715-29-8 (1993)
** Band II. Siebenunddreißig Portraits von Stendhal bis Arno Schmidt. 288 Seiten. 40 Abb. ISBN 3-927715-31-X (1994)
** Band III. Fünfundvierzig Portraits von Arno Schmidt bis Hans Pleschinski. Mit Fotografien von Isolde Ohlbaum, Brigitte Friedrich u. a. 336 Seiten. 60 Abb. ISBN 3-927715-30-1 (1996) »Geschichten, gesetzt aus Poetenleben, wissenschaftlich fundiert und erzählerisch aufbereitet zu einer Geschichte von Lebenden.« (NDR, Wolfgang Hausmann)
* Hans Patze (Begr.): Geschichte Niedersachsen. 7 Bände. Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1977- (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen, 36)
* Jörg Bogumil, Steffen Kottmann: Verwaltungsstrukturreform ? die Abschaffung der Bezirksregierungen in Niedersachsen. Schriftenreihe der Stiftung Westfalen-Initiative, Band 11. Ibbenbürener Vereinsdruckerei: Ibbenbüren 2006. ISBN 3-932959-48-5. [http://homepage.rub.de/Joerg.Bogumil/Downloads/Monographien/GutachtenNDS.pdf Link].
* Bernd U. Hucker ? Niedersächsische Geschichte ISBN 3-89244-223-1
* Hans-Jürgen Häßler ? Ur- und Frühgeschichte in Niedersachsen ISBN 3-933203-61-9
Siehe auch
Portal:Niedersachsen
Portal:Hannover
Portal:Braunschweig
Ergebnisse_aller_Landtagswahlen_in_Niedersachsen
Portal:Elbe-Weser-Dreieck
Portal:Lüneburger Heide
Portal:Ostfriesland
Polizei Niedersachsen
Weblinks
*
• www.niedersachsen.de ? Offizielle Seite
• www.reiseland-niedersachsen.de ? Offizielles Landes-Portal für Urlaub, Tourismus, Ferien & Freizeit in Niedersachsen
• www.niedersachsennavigator.de ? Kartenserver des Landes, vom Flurstück bis zur Übersichtskarte
• www.sachsengeschichte.de ? Geschichte der Sachsen und des Sachsennamens
• Niedersächsische Bibliographie online ? Datenbank der Niedersächsischen Landesbibliothek mit 75.000 Büchern und Aufsätzen zum Thema ?Niedersachsen? in allen Aspekten
• www.60-jahre-niedersachsen.de ? Jubiläumsseite
Quellen
vo:Dona-Saxän

