Mstislaw Leopoldowitsch Rostropowitsch
thumb|Mstislaw_Rostropowitsch,_1978Mstislaw Leopoldowitsch Rostropowitsch (russisch , wiss. Transliteration ; Prokofjew.
thumb|right|_Rostropowitsch_und_seine_Frau_Nobelpreisträger Alexander_Solschenizyn, der beim sowjetischen Regime in Ungnade gefallen war, bei sich aufnahm. 1974 verließ er nach schweren Konflikten mit der Regierung die Sowjetunion und wurde Chefdirigent des National Symphony Orchestra in Washington_DC, welcher er bis 1994 blieb. Er konzertierte jedoch auch weiterhin als ein sehr aktiver Cellist. 1976 erhielt er den Ernst von Siemens Musikpreis.
1978 wurden ihm die sowjetische Staatsbürgerschaft und alle sowjetischen Auszeichnungen aberkannt. Danach nahm er die Schweizer_Staatsbürgerschaft an. Er lebte allerdings in Washington und Paris.
Rostropowitsch setzte sich, nicht nur in seinem eigenen Land, für Demokratie und Menschenrechte ein. Er gab zahlreiche Konzerte, mit denen er sich für Dissidenten und Bürgerrechtler aus Osteuropa einsetzte. Einen Tag nach dem Fall der Mauer reiste er nach Berlin und spielte am 11. November 1989 am Checkpoint Charlie für die wiedervereinigten Berliner Cello. 1990 wurde er durch Michail_Gorbatschow, den damaligen Präsidenten der Sowjetunion, rehabilitiert und erhielt die Staatsbürgerschaft und seine Rechte wieder zurück. Während des Putschversuchs in Moskau im August 1991 reiste er spontan in die Hauptstadt, um die Demokratie zu verteidigen.
Rostropowitsch gilt als einer der bedeutendsten Cellisten aller Zeiten. Besonders nachdrücklich setzte er sich für die Musik zeitgenössischer Komponisten ein. Er war an den Uraufführungen zahlreicher Werke beteiligt ? als Cellist an mehr als 100, als Dirigent an etwa 65. Zu den Komponisten, die für ihn Stücke komponierten, zählen Nikolai_Mjaskowski, Sergei_Prokofjew, Aram Chatschaturjan, Dmitri_Kabalewski, Dmitri_Schostakowitsch, Witold Lutos?awski, Benjamin Britten, Henri Dutilleux, Arno Babadschanjan, Leonard Bernstein, Pierre Boulez, Alfred Schnittke sowie Sofia Gubaidulina. Sein Instrument war eine Duport_Stradivarius aus dem Jahr 1711.
Zu seinen bekannntesten Schülern zählen unter anderem Mischa Maisky, David Geringas und Natalia Gutman.
Rostropowitsch war seit 1955 mit der Sopranistin Galina_Wischnewskaja verheiratet, mit der er zwei Töchter hatte.
Am Freitag, dem 27. April 2007, verstarb Rostropowitsch im Alter von 80 Jahren. Wladimir_Putin würdigte ihn mit den Worten: ?Das ist ein enormer Verlust für die russische Kultur?. Der Trauergottesdienst wurde am 29. April 2007 in der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau gehalten. russland.ru: [http://russland.ru/rukul0010/morenews.php?iditem=1523 ?Mstislaw Rostropowitsch ? Stationen seines Lebens?], 28. April 2007 Er wurde nach russisch-orthodoxem Ritus auf dem Friedhof_des_Neujungfrauenklosters beerdigt.
Auswahldiskografie
Als Cellist
Johann Sebastian Bach: Cellosuiten
Ludwig van Beethoven: Tripelkonzert (mit Herbert von Karajan und David_Oistrach und Swjatoslaw_Richter)
Benjamin Britten: Cello Symphony (mit Benjamin Britten)
Henri Dutilleux: Cellokonzert (mit Serge Baudo)
Antonín Dvo?ák: Cellokonzert (mit Herbert von Karajan)
Witold Lutos?awski: Cellokonzert (mit Witold Lutos?awski)
Sergei Sergejewitsch Prokofjew: Sinfonia Concertante (mit Malcolm Sargent)
Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch: Cellokonzerte (mit David Oistrach)
Richard Strauss: Don Quixote (mit Herbert von Karajan)
Als Dirigent
Sergei Sergejewitsch Prokofjew: Sinfonie Nr. 3, Sinfonie Nr. 4 (Op. 47 und 112), Krieg und Frieden
Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch: Lady Macbeth von Mzensk
Giacomo Puccini: Tosca
Quellen
Auszeichnungen (Auswahl)
1971, 1978, 1981, 1984, 2004: Grammy-Awards
* 1976: Ernst von Siemens Musikpreis
* 1992: Kennedy-Preis
* 1993: Medaille ?Verteidiger der Freiheit Russlands?
* 1993: Praemium Imperiale
* 1997: Preis Prinz von Asturien
* 2004: Sonderpreis_der_Deutschen-Phonoakademie
* 2007: Orden ?Für Verdienste um das Vaterland? erster Klasse (Russland)
* 2007: Mozart-Goldmedaillle der UNESCO
Mitgliedschaften
* Ehrenmitglied der Akademie der Künste von Frankreich
* Ehrenmitglied Club of Budapest
* Ehrenmitglied bei der Gesellschaft_der_Musikfreunde_in_Wien
* Mitglied der amerikanischen Akademie der Wissenschaften und Künste
* Mitglied der Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom
* Mitglied der Royal Academy of Music
* Mitglied der Königlichen Akademie Schweden
* Mitglied der Bayerischen_Akademie_der_Schönen_Künste
* ca. 50 Ehrendoktorwürden
Literatur
Autobiographie
*Mstislaw & Galina Rostropowitsch: Die Musik und unser Leben. Aufgezeichnet von Claude Samuel. Aus dem Französischen von Annette Lallemand, Scherz, Bern 1985, ISBN 3-502-18641-3 (223 S., im Anhang 10 S. mit Diskographie der Rostropowitsch- und Wischnewskaja-Aufnahmen)
Sekundärliteratur
• Heinz Stuckenschmidt] / Joachim Kaiser : Laudatio auf Mstislaw Leopoldowitsch Rostropowitsch / Laudatio auf Herbert von Karajan. Ernst von Siemens-Musikpreis, Callwey, München 1977 (37 S., Reihe der Bayerischen Akademie der Schönen Künste 22)
*Ideologisch entartete Elemente. Streng geheime Akten und andere Dokumente über Täter und Opfer bei der Ausbürgergung von Galina Wischenewskaja und Mstislaw Rostropowitsch aus der UdSSR (1974?1978), Ernst Kuhn, Berlin 1995, ISBN 978-3-928864-25-1 (131 S.)
*Mstislaw Rostropowitsch (ZEIT Klassik-Edition), Metzler, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-476-02219-6 (64 S., 20 schw.-w. Abb., mit 1 CD)
Weblinks
*
• Liste aller von Rostropowitsch uraufgeführten Werke
• ?Spiel mit der Nase, wenn's nicht anders geht! Dem Jahrhundert-Cellisten Mstislaw Rostropowitsch zum 80. Geburtstag?, Dirigent
/'>GEBURTSDATUM=27. April 2007
|STERBEORT=Moskau
}}

