Lima
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Das rasante Bevölkerungswachstum spiegelt sich auch in der kontinuierlichen Expansion des Stadtgebietes wider:
Entwicklung der Wohnsituation
informelle_Siedlungen.
Viele der älteren Siedlungen befinden sich trotz fehlender wichtiger Infrastrukturen (zum Beispiel Leitungswasser) gegenwärtig in einem Prozess der allmählichen Konsolidierung. In den letzten Jahren hat sich das Bevölkerungswachstum Limas verlangsamt und der Zustrom aus dem ländlichen Raum konzentriert sich nun verstärkt auf die Mittelstädte Perus.
Da der überwiegende Teil des Wachstums der letzten Jahrzehnte durch Landbesetzungen und Eigenbau an der Peripherie der Stadt vonstattenging (informelle Siedlungen), fehlt ein verdichteter Wohnungsbau mit Mehrfamilienhäusern praktisch vollständig. Die ganze Stadt ist, bis auf wenige Ausnahmen, von Einfamilienhäusern mit ein bis drei Stockwerken verschiedenster Qualität (vom Villen- bis zum Bastmattenbau) geprägt.
Das Stadtzentrum hat in der Vergangenheit an Bedeutung zugunsten anderer Standorte im mittleren Bereich eingebüßt, so dass sich eine polyzentrale Stadtstruktur von ausschließlich mittlerer Dichte herausgebildet hat. Locker bebaute Randbereiche fehlen hingegen fast vollständig. Die Straßenquerschnitte der jüngeren Stadtviertel und damit des größten Teils der Stadt sind
durchweg sehr großzügig angelegt worden.
Politik
Stadtregierung
Der Bürgermeister von Lima ist Luis Castañeda Lossio vom Wahlbündnis Solidaridad Nacional (Nationale Solidarität). Er übernahm das Amt am 1. Januar 2003 von seinem Vorgänger Alberto Andrade Carmona (parteilos), der von 1996 bis 2002 regierte. Castañeda ist Rechtsanwalt und war im Vorstand verschiedener öffentlicher Institutionen - überwiegend sozialer Sicherungssysteme - tätig.Hauptziele seiner Politik sind vor allem die Verbesserung der unzureichenden Infrastruktur und die Bekämpfung der hohen Kriminalität. Eine seiner ersten Maßnahmen war die Verbannung der täglich bis zu einem Dutzend Protestveranstaltungen aus dem Stadtzentrum und Regierungsviertel Limas, wobei er die Unterstützung der unter den Protesten leidenden Händler und Geschäftsleute erhielt.
Mehrere neuralgische Verkehrsstaupunkte wurden entschärft und einige größere Straßenbauprojekte begonnen. Positiv wurde von den Bürgern zudem das großangelegte Programm zur Begrünung der Stadt aufgenommen, das den Freizeitwert der Stadt erhöht und die eklatantesten Probleme bei der Müllbeseitigung gelöst hat.
Siehe auch: Liste der Bürgermeister von Lima
Städtepartnerschaften
Lima ist Partnerstadt von Bordeaux (1957), von Buenos Aires (1983) und von Peking (1983).
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen
Lima besitzt zahlreiche Museen und Ausstellungszentren. Der archäologische Komplex Huaca Pucllana (auch bekannt als Huaca Juliana) - heute Park und Museum - war zwischen 200 und 700 n. Chr. ein administratives Zeremonialzentrum der Lima-Kultur.
Das Instituto Riva-Agüero, 1947 als Forschungszentrum für Gesellschaftswissenschaften der Katholischen Universität von Peru gegründet, beherbergt unter anderem Sektionen für Archäologie sowie Kunst und Volkskultur. Zum Institut gehören auch das Museum für Kunst und Volkskulturen und das Archäologische Museum Josefina Ramos de Cox.
Zu den wichtigsten Museen der Stadt gehört das archäologische Museum Rafael Larco Herrera. Es besitzt die weltweit größte Privatsammlung vorspanischer Kunst. Diese entstand aus den Sammlungen und Fundstücken der Ausgrabungen von Rafael Larco Hoyle. Das Museum Banco Central De Reserva del Perú beherbergt Sammlungen unter anderem der Archäologie, der zeitgenössischen peruanischen Malerei und Volkskunst.
Interessant ist auch das Museo de Arquelogía y Antropología de la Universitario Mayor de San Marcos (Museum für Archäologie und Anthropologie der Universität San Marcos). Es wurde 1919 von Dr. Julio C. Tello gegründet und war das erste archäologische Museum in Peru, das sich von Anfang an auf die Forschung konzentrierte.
Einen Besuch wert ist auch das Goldmuseum (Museo d'Oro). Es birgt eine verblüffende und einzigartige Sammlung von Goldornamenten verschiedener vorspanischer Andenkulturen. Dazu gehören unbezahlbare Gegenstände und Juwelen, die von Goldschmieden angefertigt wurden, deren Werke auf der ganzen Welt zu sehen sind. Des Weiteren sind dort eine große und interessante Sammlung von Waffen aus der ganzen Welt und bedeutende Stoffe aus der vorinkaischen Zeit ausgestellt. Leider entstammen viele Exponate zweifelhaften_Quellen und sind damit ihrem archäologischen und kulturellen Kontext entzogen.
Eine Übersicht über die Geschichte und Geografie von Peru bietet auch das Nationalmuseum (Museo de la Nación), welches neben archäologischen Fundstücken auch dreidimensionale Modelle bekannter peruanischer archäologischer Orte zeigt (beispielsweise Machu Picchu, Nazca-Linien, Chavín de Huántar).
Seit 1997 befährt eine Museumsstraßenbahn einen kurzen Streckenabschnitt auf übriggebliebenen Straßenbahngleisen in der Avenida Pedro Osma im Stadtteil Barranco. Eingesetzt wird ein restaurierter Breda-Triebwagen aus dem Jahre 1924. Betreiber ist das städtische Elektrizitätsmuseum (Museo de la Electricidad).
Bauwerke
Die Altstadt von Lima mit ihren schachbrettartig angelegten Straßen und prächtigen Bauten aus der Kolonialzeit steht seit 1991 unter dem Schutz der UNESCO und gehört damit zum Weltkulturerbe der Menschheit.Die Kathedrale, die zwischen 1535 und 1625 erbaut wurde - nach 1746 teilweise restauriert - mit einem Glassarg, in dem der Gründer von Lima, Francisco Pizarro, liegen soll; die Kirche und das Kloster von San Francisco, die durch ihre Größe und Farbe als best erbauter architektonischer Komplex in Lateinamerika betrachtet wird; und Santo Domingo, mit einer wunderschönen Hauptklausur, sind nur einige wenige bekannte Bauwerke von unschätzbarem Wert, die sich in Lima befinden.
Den Glanz und Schimmer des Lebens im Vizekönigreich Perú symbolisieren die Häuser Limas wie zum Beispiel das Haus Aliaga, das über dem Göttertempel des Kaziquen Taulichusco errichtet wurde, das Haus Goyoneche oder Rada mit eindeutigem französischen Einfluss, und das Palais des Torre Tagle, einer der schönsten Wohnsitze von 1735.
Lima bewahrt auch Erbstücke der vorspanischen Zeit, die an den Ufern des Flusses Rimac und an der Pazifikküste liegen. Das große Heiligtum von Pachacamac ist das wichtigste Erbstück. Es wurde zu Ehren des gleichnamigen Gottes erbaut. Das Heiligtum Pucllana in Miraflores ist ein weiteres Erbstück, welches 400 n. Chr. ein wichtiges administratives Zentrum der Kultur Lima darstellte.
Sehenswert sind außerdem die große Plaza de Armas und das nahe gelegene Rathaus, der Präsidentenpalast von 1938 und einige Sakralbauten aus dem 16. und 17. Jahrhundert wie La Merced und San Pedro, die das große Erdbeben von 1746 überstanden. Das im neokolonialen Stil errichtete erzbischöfliche Palais ist mit Arkaden und Holzbalkonen geschmückt. Die 1794 erbaute Acho-Stierkampfarena - 1945 restauriert - liegt nördlich des Río Rímac.
Parks
Einer der bekanntesten Parks in Lima ist der Universitätspark (Parque Universitario). Im Jahre 1870 wurden die kolonialen Mauern, die Lima umgaben, zerstört und 20.000 Quadratmeter für die Errichtung des Platzes bestimmt. Erst 1921 wurde er mit Pflastersteinen ausgelegt und zum 100. Jahrestag der Unabhängigkeit Perus, eine 30 Meter hohe Turmuhr errichtet, welche um 12 Uhr die Nationalhymne spielt.Interessant ist auch Miraflores mit seinen gepflegten Parkanlagen und Gärten. Der Bezirk ist bekannt für seine mit zahlreichen Blumen überfüllten Parks. Erwähnenswert sind dort der Parque Central und der Parque Kennedy mit der Kathedrale. An beiden Parkanlagen vorbei verläuft die Avenida Larco Richtung Meer. Die Strände der Gegend sind ein Teil des ?Costa Verde?-Gebietes, wo im Sommer viele Tausende von Surfern ihren Sport ausüben. Einen Besuch wert ist sowohl der Parque del Amor als auch der Parque El Olivar in San Isidro mit seinen Olivenbäumen, die einst im 15. Jahrhundert aus Spanien importiert wurden.
Im Süden Limas liegt das Vogelschutzgebiet ?Zona Reservado de los Pantanos de Villa?. Das 396 Hektar große Wasserschutzgebiet ist hauptsächlich für Vogelliebhaber interessant. 154 Vogelarten wurden dort identifiziert, die Hälfte davon Wandervögel. Hinzu kommen 55 Pflanzenarten. Das Sumpfgebiet befindet sich im Bezirk Chorrillos, am Ende der Avenida Huaylas, ganz in der Nähe der Panamericana Sur.
Sport
Das El Nacional in Lima ist das geschichtsträchtigste Stadion in Peru. Dort spielt für gewöhnlich die peruanische Nationalmannschaft und dort fanden 2004 das Eröffnungsspiel sowie das Finale der Copa_América statt. Das Stadion wurde im Jahre 1952 eingeweiht und hat Platz für 45.000 Zuschauer.In den letzten Jahren wurde es mit modernen Kommentatorenkabinen ausgestattet, die Bestuhlung und die elektrischen Installationen sind erneuert worden. Seit dieser Zeit verfügt das Stadion, in dem regelmäßig die beiden Serienmeister des Landes, Alianza Lima und Sporting Cristal, aufeinander treffen, über eine moderne elektronische Anzeigetafel und eine Flutlichtanlage.
Eine weitere beliebte Sportart ist der Stierkampf. In der Hauptsaison im Oktober und November kommen international bekannte Toreros nach Lima, in den übrigen Monaten finden meist am Sonnabend- und Sonntagnachmittag Stierkämpfe statt. Diese werden in der Plaza de Acho, der ältesten Stierkampfarena Amerikas ausgetragen. Interessant sind auch die Hahnenkämpfe, die im Coliseo Tradicional Sandia in Barranco und im El Rosedal in Surco veranstaltet werden.
Pferderennen finden im Jockey Club del Perú in Monterrico statt.
Freizeit und Erholung
Zwischen den Bezirken Miraflores und Chorrillos erstrecken sich die Strände der Costa Verde (Grüne Küste). Pflanzenbewuchs ist aber nur an wenigen Stellen der Klippen vorhanden und die Wasserqualität ungenügend. Die Wellen in diesem Bereich sind allerdings hoch genug zum Surfen. Die Strände bestehen meist aus Kies mit kleineren sandigen Stücken. Zu Miraflores gehören die Surfstrände Punta Roquitas, Pampillas, Miraflores, Makaha und Redondo.
Der beliebteste Strand der Costa Verde ist La Herradura in Chorrillos am Fuße des Berges Morro Solar, sowie der Strand Barranquito, welcher zum Bezirk Barranco gehört. Die Buchten verfügen meist nur über eine einfache Infrastruktur, bieten keinen Schatten (auch an bewölkten Tagen ist die Sonneneinstrahlung stark) und die Meeresströmungen des Pazifiks sind recht gefährlich. Trotzdem sind die Strände zwischen Januar und März gut besucht.
Beliebt in den Wintermonaten April bis November sind die landeinwärts gelegenen Naherholungsgebiete zwischen den Orten Chaclacayo auf 650 Meter Höhe und Chosica auf 850 Meter Höhe. Sie liegen circa 25 beziehungsweise 40 Kilometer östlich von Lima entlang der Carretera Central. Dort befinden sich diverse Country Clubs, Restaurants und private Freizeitareale.
Eingerahmt ist das Tal auf beiden Seiten von steil aufragenden unbewachsenen Bergketten. Nur im Bereich des Río Rímac ist ein wenig Pflanzenbewuchs zu finden. Auf der Straße nach Chosica steht der rekonstruierte präinkaische Lehmziegelpalast Puruchuco. Er liegt hinter dem gleichnamigen Dorf. Neben Räumen und Gängen stellt ein kleines Museum Fundstücke der Ausgrabungsstätte aus.
Weitere Naherholungsgebiete finden sich landeinwärts im Tal des Flusses Lurín, im Bezirk Cieneguilla, mit Freizeitanlagen, Reitmöglichkeiten und Klubs. Eine Zufahrt ist über La Molina, Rinconada und Musa möglich.
15 Kilometer nordwestlich von Miraflores liegt die Stadt Callao. Dort befinden sich der Hafen, ein Marinestützpunkt und der Aeropuerto Internacional Jorge Chávez. Ein Ausflug von Callao zur Landzunge von La Punta ist lohnend. Von dort können Bootsausflüge zur vorgelagerten Insel Palomino oder Hafenrundfahrten unternommen werden. Zudem befinden sich dort neben der Museumsfestung San Felipe zahlreiche kleine Restaurants, die vorwiegend Meeresfrüchte-Gerichte servieren.
Regelmäßige Veranstaltungen
Eine Prozession zu Ehren der Schutzpatronin Limas, der Heiligen Santa_Rosa_de_Lima (1586-1617), findet jährlich am 30. August statt. Rosa von Lima hieß mit bürgerlichem Namen Isabel de Flores. Ihre Eltern hießen Gaspar de Flores und María de Oliva. Mit 20 Jahren trat sie in den Dritten Orden der Dominikaner ein und nannte sich Rosa a Santa Maria. Sie lebte fortan in einer Hütte in der Nähe des Hauses ihrer Eltern. Mit Weber- und Gärtnerarbeiten verdiente sie ihren Unterhalt. Aus Sühne führte sie ein hartes Büßerleben.Rosa wirkte an der Gründung des ersten kontemplativen Klosters in Südamerika mit, das aber erst 1623, nach ihrem Tod, eröffnet werden konnte. Schnell nach ihrem Ableben setzte zunächst in Lima später auch in Peru und schließlich in ganz Lateinamerika ihre Verehrung als Heilige ein. 1671 wurde sie durch Papst_Clemens_X. offiziell heilig gesprochen und so zur ersten Heiligen Amerikas.
Eine weitere wichtige Veranstaltung ist die jährlich am 28. Juli stattfindende Militärparade auf der Plaza Mayor anlässlich des Nationalfeiertages (Fiestas Patrias). Am ersten Sonntag im August wird zu Ehren der Virgen Shiquita, María de la Asunción, mit Umzügen, Prozessionen und Andentänzen in der ?Iglesia San José de Barrios Alto? das Patronatsfest gefeiert. Am 18. Oktober zieht eine Großprozession mit mehreren hunderttausend Gläubigen zu Ehren des Señor de los Milagros, des Herrn der Wunder, durch die Stadt.
Kulinarische Spezialitäten
Besonders im Süden der Stadt, in den ?europäischsten? Distrikten Barranco und Miraflores, findet sich ein reichhaltiges und diverses Angebot an Restaurants, Cafés und Bars. Eine Spezialität ist die typische Criollo-Küche Limas mit schmackhaften Gerichten mit Fisch und Meeresfrüchten, die in einer Vielzahl an verschiedenen Restaurants zubereitet und serviert werden.Zu diesen landestypischen Spezialitäten gehört auch der Ceviche - ein Gericht aus rohem Fisch, welches aber durch die Zugabe von Limettensaft gar ist. Dieses Gericht beinhaltet noch Aji also Chili. Meistens wird dazu noch Canchita gegessen.
Eine weitere Spezialität ist die Causa Limeña, eine kalte Vorspeise, die aus gestampften Kartoffeln fast wie Püree, Thunfisch und Mayonnaise besteht. Dies Zutaten werden wie in einer Auflaufform aufeinander gestapelt.
Der Turrón de Doña Pepa ist eine sehr dekorative Süßspeise, die besonders im Monat Oktober hergestellt wird, in Verbindung zum kirchlichen Fest des Señor de los Milagros.
Weitere Spezialitäten, die man besonders bei kleinen Essständen in den Straßen der Stadt findet, sind: Anticuchos (Spießchen mit mariniertem Rindsherz-Fleisch), Emoliente (Nahrhaftes Getränk aus Leinsamen und weiteren Zutaten) sowie Picarones (Süßspeise aus frittierten Süßkartoffeln mit Zuckersirup).
Eine sehr spezielle Mischung verschiedener internationaler Speisen ist die peruanisch-chinesische Küche Chifa, welche in allen Bevölkerungsschichten populär ist und im Gegensatz zur weltweit üblichen China-Küche verschiedene Elemente der andinen und europäischen Küche beinhaltet.
Sehr beliebt bei der Stadtbevölkerung sind auch Geflügel am Spieß, genannt Pollo a la brasa mit ihrem unverkennlichen Geruch an echter Glutkohle und pikanter Sauce, welche in unzähligen Restaurantketten in allen Preisklassen serviert wird.
Einkaufen
Das Centro Comercial Jockey Plaza in La Molina gehört zu den größten Einkaufszentren der Stadt. Der Konsumtempel wurde im Stil einer US-amerikanischen Mall errichtet. Dort findet man unter anderem Supermärkte, Banken, Boutiquen, Sportgeschäfte, Heimwerkerläden und Restaurants.Das Centro Comercial San Isidro besitzt eine ähnliche Ladenstruktur wie Jockey Plaza, aber kleiner. Das Centro de Entretenimiento Larcomar ist ein modernes, an der Uferpromenade gelegenes Einkaufszentrum mit zahlreichen Restaurants, Cafés, einem großen Kino und Bowlingbahnen. Ein weiteres groß angelegtes Einkaufszentrum ist das Centro Comercial San Miguel, nahe des wichtigsten Zoo's von Lima, dem Parque de las Leyendas, gelegen.
Der Mercado Central, ein Obst- und Gemüsemarkt, befindet sich im Zentrum von Lima, zwischen Huallaga und Ucayali. Auf der Rückseite des Parque Reducto erhält man mit dem Ökosiegel ?Bio Latina? ausgezeichnete Bioprodukte wie beispielsweise Vollkornbrot, Eier, Honig und Kaffee. Die Bioferia findet jeden Sonnabendvormittag statt. Der Mercado Indio in Miraflores, das Centro Artesanal Carabaya und das Centro Artesanal Santo Domingo bieten eine große Auswahl von peruanischem Kunsthandwerk (unter anderem Leder, Silber, Holz, Textilien, Keramik).
Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaft
Die Hauptstadt ist das größte Wirtschaftszentrum des Landes. Die Metropolregion Lima ist mit rund 7.000 Betrieben der dominierende Schwerpunkt der industriellen Entwicklung geworden. Dazu trägt die große Zahl und höhere Qualität von Arbeitskräften, die Bedeutung des Absatzmarktes, die günstige Infrastruktur und insbesondere die Verkehrserschließung bei. Die bedeutendsten Wirtschaftszweige sind die Textil- und Bekleidungsindustrie, sowie Nahrungs- und Genussmittel verarbeitende Industrien. Außerdem werden Chemikalien, Fahrzeuge, Fisch- und Erdölprodukte sowie Lederwaren hergestellt.Limas Hafen in Callao ist einer der bedeutendsten Fischerei- und Handelshäfen Südamerikas und bewältigt 75 Prozent der Im- und Exporte Perus. Außerdem besitzt er ausgedehnte Kühlhaus-Kapazitäten und mehrere Trockendocks. Wichtigste Exportgüter des Hafens sind Erdöl, Kupfer, Eisen, Silber, Zink, Blei, Baumwolle, Zucker und Kaffee. Diese Rolle soll durch den San Lorenzo Hub Port auf der Isla San Lorenzo weiter ausgebaut werden.
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Lima im Jahre 2004 betrug 32,605 Milliarden US-Dollar. Dies entsprach etwa 45 Prozent des BIP von ganz Peru. Das Wachstum gegenüber 2003 lag bei rund fünf Prozent. Das BIP pro Kopf betrug in Lima 3.525 US-Dollar, in ganz Peru waren es 2.625 US-Dollar.
Der größte Teil der ausländischen Betriebe in Peru hat sich in Lima angesiedelt. Das hat zu einer starken Konzentration der Industrie, insbesondere des Managements sowie der Forschungs- und Vertriebsabteilungen in Lima geführt. Auch die regionalen Verflechtungen der Industrie werden überwiegend von der Hauptstadt aus bestimmt, so dass die Metropolregion ein ausgeprägtes Zentrum-Peripherie-Verhältnis aufweist.
Probleme bereiten die hohe Luftverschmutzung durch den Schadstoffausstoß der Industrie und die Abgase der Kraftfahrzeuge (hohe Ozon- und Kohlenmonoxidwerte) sowie der Verkehrslärm. In der Industrie, die sich im Ballungsgebiet von Lima konzentriert, bestehen nur unzureichende Entsorgungs- und Reinigungskapazitäten für Abwasser, Abgas und Abfälle. Vor allem die Menschen in den Marginalsiedlungen sind durch Infektionserkrankungen gefährdet, die durch unzureichende hygienische Bedingungen und eine mangelhafte Trinkwasserversorgung begünstigt werden. Hinzu kommen Atemwegs- und Hauterkrankungen aufgrund der giftigen Emissionen der zahlreichen Industriebetriebe und des Autoverkehrs.
Verkehr
= Fernverkehr
=Die größte Stadt des Landes ist der wichtigste Verkehrsknotenpunkt Perus mit einem internationalen Flughafen und Anbindung an die Panamericana. Letztere ist die wichtigste Straßenverbindung aus Lima heraus. Sie führt in Richtung Norden (Panamericana Norte; Grenze zu Ecuador) und nach Süden (Panamericana Sur; Grenze zu Chile) entlang der Pazifikküste zur jeweiligen Grenze. Die Fahrtzeit beträgt rund 15 bis 20 Stunden. Die West-Ost-Verbindung in die Anden nennt sich Carretera Central. Sie führt zunächst nach La Oroya, wo sich die Straße gabelt. Richtung Norden gelangt man über Tingo Maria nach Pucallpa, Richtung Süden geht es nach Huancayo.
In Lima gibt es keinen zentralen Busbahnhof. Alle Busgesellschaften besitzen eigene Terminals. Da die Abfahrtsorte teilweise in unsicheren Gegenden der Stadt liegen, empfiehlt sich besonders früh morgens und spät abends die Anfahrt per Taxi.
Die erste Eisenbahnlinie in Südamerika wurde am 17. Mai 1851 zwischen Lima und dem 13 Kilometer entfernten Callao in Betrieb genommen. Abfahrtsort für die bekannte Strecke nach Huancayo ist die ?Estación de Desamparados? in der Javier Ancash, unweit der Plaza Mayor im Zentrum Limas. Die zweithöchste normalspurige Bahnstrecke der Welt mit bei Lhasa-Bahn mit 5.072 Meter - führt über La Oroya (3.726 Meter) nach Huancayo (3.271 Meter) und passiert dabei 68 Brücken, neun Spitzkehren und 71 Tunnels. Die Eisenbahnstrecke wird zwischen Juni und November wöchentlich mit einem Zug der ?Ferrocarril Central Andino S.A.? befahren. Im Bahnhof ?Desamparados? befindet sich auch ein Museum, das ethnische Ausstellungen zeigt.
Der internationale Flughafen von Lima heißt Aeropuerto_Internacional_Jorge_Chávez. Er liegt an der Avenida Faucett, rund 15 Kilometer nordwestlich des Stadtzentrums in Callao. Dort starten und landen alle nationalen beziehungsweise internationalen Flüge. Die deutsche Fraport AG ist zurzeit am Ausbau des Flughafens beteiligt. Dabei werden ein neues Dienstleistungs- und Einkaufszentrum, eine zweite Start- und Landebahn sowie ein neues Terminal errichtet.
= Nahverkehr
=Am 24. März 1878 fuhr die erste Pferdestraßenbahn und am 17. Februar 1904 die erste elektrische Straßenbahn_in_Lima. Der Betrieb wurde am 18. September 1965 eingestellt. Trolleybusse verkehrten zwischen 1928 und 1931 in der Stadt.Lima besitzt außer einem zehn Kilometer langen Abschnitt der am 18. Januar 2003 eröffneten Tren_Urbano kein Massentransportmittel (U-Bahn, S-Bahn, Straßenbahn). Ein Ausbau des kurzen Streckenabschnitts der U-Bahn ist geplant. Gleichzeitig soll ein System neuer Express-Buslinien als Zubringer zur U-Bahn eingerichtet werden.
Der gesamte öffentliche Nahverkehr wird bis heute weitestgehend privat von Bussen, Kleinbussen, Taxis und in einigen Stadtvierteln auch von Mototaxis abgewickelt. Dementsprechend chaotisch ist der Straßenverkehr. Feste Haltestellen finden sich nur an wenigen Stellen. Wer mitfahren möchte, stellt sich an den Straßenrand und macht ein Handzeichen. Auf den Hauptverkehrsachsen der Stadt verkehren Transportmittel im Sekundentakt. Das Fahrtziel steht an der Frontscheibe angeschrieben.
In den letzten Jahren hat sich die Anzahl der Taxis auf Limas Straßen vervielfacht. Grund hierfür sind die schlechte wirtschaftliche Lage, die niedrigen Gehälter und die hohe Arbeitslosigkeit. So ist es keine Ausnahme, wenn ein Taxifahrer über einen akademischen Abschluss verfügt oder als Arzt in einem Krankenhaus gearbeitet hat. Viele der privaten Taxifahrer besitzen kein eigenes Fahrzeug und müssen von ihrem niedrigen Arbeitsentgelt die Wagenmiete bezahlen.
Medien
Zu den wichtigsten Tageszeitungen in Lima gehören die linksoppositionelle La República, die konservative Zeitung El Comercio, die als regierungsfreundlich geltende Tageszeitung Expreso sowie die Zeitschrift Caretas. Weitere Zeitungen in der Hauptstadt sind Diario Correo, El Bocón, El Peruano, Informalisimo, Ojo und Gestión.Bedeutende Radiostationen sind Radio Alpamayo, Radio América, Radio Nacional, Radio A, Radio Inca Sat und RPP Noticias 2, die alle ein breites Angebot an Informationen und Musik ausstrahlen. Weitere Rundfunkstationen sind die beiden katholischen Sender Frecuencia Primera und La Luz, die Sportsender Radio Ovación und RPP Noticias 1 sowie die Musiksender CPN, Radio 100 (erstes peruanisches Radio im FM-Sendebereich), Radio Rítmo Romantica und Panamericana Radio.
Die wichtigsten landesweit ausgestrahlten Fernsehstationen sind América Televisión, ATV, Frecuencia Latina, Panamericana und Red Global. Die Sender bieten einen Mix aus Information, Unterhaltung, Sport und Spielfilmen. Kabel- und Satellitenfernsehen ist noch nicht sehr verbreitet und wird fast ausschließlich von Menschen der oberen Einkommensschichten genutzt.
Bildung
Von den 13 Hochschulen in Lima sind die am 12. Mai 1551 eröffnete Universität San Marcos (Universidad Nacional Mayor de San Marcos) - die älteste Südamerikas - die 1896 errichtete Universität für Ingenieurwesen (Universidad Nacional de Ingeniería) und die agrarwissenschaftliche Universität (Universidad Nacional Agraria La Molina) von 1902 die bekanntesten.Die Universität San Marcos wurde im Dominikanerkloster von Lima auf Anweisung von Fray Thomas de San Martín gegründet, aber unter der Herrschaft des Vizekönigs Francisco de Toledo (1515-1582) den Dominikanern entzogen und weltgeistlicher Verwaltung unterstellt. Die Mönchsorden stellten weiterhin nach einem Proporzsystem die Hochschullehrer, die in den ordenseigenen Colegios dafür ausgebildet wurden. Im Jahre 2002 waren an der Universität 29.710 Studenten und weitere 3.549 postgraduierte Studenten immatrikuliert.
Die 1917 eröffnete Katholische Universität (Pontificia Universidad Católica del Perú) ist die älteste private Universität des Landes. Sie gliedert sich in zehn Fakultäten. An diesen werden circa 40 verschiedene Studiengänge angeboten. Die Fakultäten der Katholischen Universität sind:
Fakultät für Verwaltung und Buchführung (Administración y Contabilidad), Fakultät für Kunst (Arte), Fakultät für Natur und Ingenieurswissenschaften (Ciencias e Ingeniería), Fakultät für Sozialwissenschaften (Ciencias Sociales), Fakultät für Kommunikationswissenschaft (Ciencias y Artes de la Comunicación), Fakultät für Recht (Derecho), Fakultät für Bildung (Educación), Fakultät für Geisteswissenschaften und Humanwissenschaften (Letras y Ciencias Humanas), Fakultät für Architektur (Arquitectura y Urbanismo) und Fakultät für Geschäftsführung (Gestión y Alta Dirección).
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
• Bernardo Alcedo], peruanischer Komponist
• Allende], Schriftstellerin
• Belaúnde Terry], Präsident Perus von 1963 bis 1968 und 1980 bis 1985
• Pérez de Cuéllar], peruanischer Politiker, Generalsekretär der Vereinten Nationen (1982-1991)
• Diego Flórez], peruanischer Opernsänger
• Fujimori], peruanischer Politiker und Präsident Perus (1990-2000)
• García], Präsident Perus von 1985 bis 1990 und wieder seit 4. Juni 2006
• Garrido Lecca], Komponist
• Fernán Gómez], spanischer Schauspieler und Regisseur
• Paolo Guerrero], peruanischer Fußballspieler
• Lindley López], Chef einer peruanischen Militärjunta im Jahre 1963
• Vargas Llosa], Schriftsteller
• Gutiérrez], Mitbegründer und Namensgeber der Befreiungstheologie
• Otten], Arzt, Pionier der Arbeitsmedizin
• Palacios Quispe], ?König der peruanischen Cumbia?
• Pérez Godoy], Chef einer Militärjunta in Peru von 1962 bis 1963
• Pizarro], peruanischer Fußballnationalspieler
• de Porres], peruanischer Heiliger, Dominikaner
• Prado y Ugarteche], Präsident Perus von 1939 bis 1945 und 1956 bis 1962
• Egaña Risco], chilenischer Präsident
• von Lima], Heilige, Mystikerin, Dominikaner-Terziarin
• Santiago de Salaverry], Staatspräsident von Peru
• Luis Cipriani Thorne], Erzbischof von Lima und Kardinal der römisch-katholischen Kirche
• Vargas Alzamora], Erzbischof von Lima und Kardinal der römisch-katholischen Kirche
• de Verneuil], Komponist und Dirigent
• Maroto], Wichtigster Architekt Limas in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.
Literatur
*Peter Faecke: Lima, die Schöne, Lima, die Schreckliche. Edition Köln, Köln 2005, ISBN 3936791163
*Gustavo Gutierrez (Vorwort), Franz Marcus: Kirche und Gewalt in Peru. Befreiende Pastoral am Beispiel eines Elendsviertels in Lima. LIT, Münster 1998, ISBN 3825839583
*Eberhard Kross: Die Barriadas von Lima. Stadtentwicklungsprozesse in einer lateinamerikanischen Metropole. Ruhr-Universität, Bochum 1992, ISBN 393112844X
*Stefan Roggenbuck: Straßenkinder in Lateinamerika. Sozialwissenschaftliche Vergleichsstudie - Bogotá (Kolumbien), São Paulo (Brasilien) und Lima (Peru). Peter Lang, Frankfurt am Main 1993, ISBN 3631458940
*Gerhard Stapelfeldt: Verelendung und Urbanisierung in der Dritten Welt. Der Fall Lima/Peru.'' Verlag für Entwicklungspolitik, Saarbrücken 1990, ISBN 3881564772
Weblinks
• Homepage der Municipalidad Metropolitana de Lima• Goethe-Institut Lima
• Peru Klima
• Lima Klima
am:??
ay:Lima
be-x-old:???? (???????)frp:Lima
nov:Lima
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rm:Lima
sw:Lima

