Lilli Finzelberg
thumb|Trauernde_(1910)_von_Lilli_Finzelberg_für_ihr_Grab_mit_Hans_Wislicenus,_5. November 1877 in Andernach; ? 14. Dezember 1939 in Berlin) war eine deutsche Bildhauerin.Leben
Lilli Finzelberg, mütterlicherseits eine Nachfahrin des Philosophen Georg Christoph Lichtenberg, war die Tochter von Hermann Finzelberg, einem führenden Chemiker bei Schering in Berlin, lebte aber bis zu ihrem 15. Lebensjahr bei ihrem Onkel, dem Maler Hermann Wislicenus in Düsseldorf.
Sie studierte an der Technischen_Hochschule_in_Charlottenburg Bildhauerei bei den Dozenten Otto Geyer und Adolf Jahn. Über den Vater wurde sie mit Otto von Bismarck bekanntgemacht, der ihr für eine Büste Modell sass. Sie schenkte ihm ihr Werk Bauernjunge mit zwei Blumentöpfen, das diesem so gut gefiel, dass er es an exponierter Stelle in seinem Empfangszimmer in Friedrichsruh aufstellte.
1896 heiratete sie ihren Vetter, den Maler Hans Wislicenus (Düsselhans). Lilli Finzelberg signerte ihre Skulpturen und Reliefs ab da manchmal mit Lilli Finzelberg-Wislicenus, manchmal auch mit Lilli Wislicenus. Sie wurde Mutter eines Sohnes.
Die Eheleute Wislicenus starben im Dezember 1939 innerhalb von zwei Tagen, wobei angeblich "keiner vom anderen wusste". Sie wurden auf dem Friedhof Wilmersdorf in Berlin-Wilmersdorf bestattet. Das Familiengrab wurde mit einer blumenstreuenden Trauernden von ihr geschmückt.
Weitere Werke
* Einige Arbeiten für die Technische Hochschule Charlottenburg, darunter ein Gefallenendenkmal, fast alles zerstört.
* Gänseliesel. Bronze. Höhe: 70cm
* Stehender Frauenakt mit gefesselten Händen und einer Kopfbinde, (manchmal auch als Andromeda bezeichnet)
* Mädchen mit Puppe
* Wandgrabmal für Paul Köthner (1848-1902). Jugendstil, roter Granit mit bronzener Porträtbüste und Bronzereliefs, an der Ostmauer des Friedrichswerderschen_Friedhofs (signiert: Lilli Finzelberg)
* Bismarck-Standbild für die Säulenhalle des Bismarckturmes in Rathenow aus dem Jahr 1915, 1942 eingeschmolzen.
* Eine Trauernde aus Bronze (1910), auch für ihr gemeinsames Grab mit Hans Wislicenus.
Zitate
*In einem im Schering-Archiv erhalten gebliebenen Tagebuch eines Angestellten wird sie als blond mit lockigen Haaren und graublauen Augen, gutherzig, lieblich und zart, weiche Seele, zarte Erscheinung, sieghafte Schönheit, grazile Gestalt beschrieben.
*Kompaniechef Hauptmann Paul Oskar Höcker, zur Zeit im Felde (Erster Weltkrieg), schreibt aus seinem Quartier in Belgien an die Lieben daheim: ''Mein Quartier enthält einen eleganten Salontisch, einen Stuhl mit der Waschschüssel, eine Matratze auf dem Boden und auf dem Kaminsims einen lieben alten Bekannten. Das ist ein Gipsabguß des Jungen mit dem Frosch, den eine verehrte künstlerische Freundin, Frau Lili Wislicenus-Finzelberg, als sechzehnjähriges Mädchen modelliert hat. Der kleine Bursche steht daheim auch auf dem Spielschrank meines jüngsten Töchterchens, und ich trage ihm Grüße nach Westend auf, wo es am Sedantage ein Geburtstagskind gibt, von dem ich nicht weiß, ob es meinen Feldpostbrief erhalten hat.....[http://www.1914-18.info/erster-weltkrieg.php?u=749&start=40&goto=1925&e=59846&s=finzelberg#goto]
Quellen
Weblinks
• Lilli Finzelberg (1907), gemalt von ihrem Mann
• Über Lilli und Hermann Wislicenus

