Leipzig
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ist eine kreisfreie Stadt im Nordwesten Sachsens. Mit etwa 506.000 Einwohnern ist sie mit Stand November 2006 knapp vor Dresden die bevölkerungsreichste Stadt Sachsens und der fünf_neuen_Bundesländer.
Nach Verleihung des Stadtrechts und der Marktprivilege im Jahre 1165 entwickelte sich Leipzig während der Deutschen_Ostsiedlung schnell zu einem Handelszentrum. Die Einwohnerzahl überschritt etwa 1870 die Grenze von 100.000, wodurch Leipzig Großstadt wurde. Es gehört zu den sechs Oberzentren Sachsens und ist Sitz des Regierungsbezirks_Leipzig.
Leipzigs Tradition als bedeutender Messestandort in Mitteleuropa mit einer der ältesten Messen der Welt geht auf das Jahr 1190 zurück.
Neben Frankfurt am Main ist die Stadt ein historisches Zentrum des Buchdrucks und -handels. Außerdem befinden sich in Leipzig eine der ältesten Universitäten sowie die älteste Handels- und Musikhochschule Deutschlands.
Leipzig ist ein Kern des Ballungsraums_Leipzig-Halle und damit Teil der Metropolregion Sachsendreieck. Die Stadt ist ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt und bildet einen der wirtschaftsstärksten Räume der neuen_Bundesländer.
Geographie
Geographische Lage
Leipzig liegt im Zentrum der Leipziger Tieflandsbucht, einem Teil der Norddeutschen_Tiefebene. Im Osten grenzt daran das nördliche Elbland und im Südosten und Süden das Mittelsächsische Hügelland an. Im westlichen Thüringen und Sachsen-Anhalt geht die Tieflandsbucht durch das Tal der Saale in die Saale-Unstrut-Region über.
In der Nähe liegende Großstädte sind Halle (etwa 30 km nordwestlich), Chemnitz (etwa 70 km südlich), Dresden (etwa 100 km südöstlich), Erfurt (etwa 100 km südwestlich), Magdeburg (etwa 100 km nordwestlich) und Berlin (etwa 145 km nördlich). Leipzig liegt fast im Schwerpunkt der drei benachbarten Landeshauptstädte Dresden, Magdeburg und Erfurt.
Durch die Stadt fließt die Weiße Elster, in die hier die Pleiße und die Parthe münden. Aus der Weißen Elster entspringt im Stadtgebiet mit der Luppe ein zweiter Flusslauf. Mit Leipzig wird aber vor allem die Pleiße in Verbindung gebracht, da sie unmittelbar am Stadtzentrum vorbeifließt.
Die höchsten Erhebungen Leipzigs sind der Monarchenhügel (159 m), der künstlich aufgeschüttete Fockeberg (153 m) sowie der knapp außerhalb der Stadtgrenze liegende Galgenberg (163 m).
Natur und Umwelt
im Leipziger Osten]]
Entlang der Flüsse zieht sich ein ausgedehntes Auwaldgebiet mitten durch die Stadt. Es gilt als größtes innerstädtisches, zusammenhängendes Waldgebiet dieser Art in Europa. Da sich unter Leipzig und seinem Umland bedeutende Braunkohlelagerstätten befinden, wurde bereits in den 1930er Jahren mit dem industriellen Abbau dieses Rohstoffes in Tagebauweise begonnen. Durch den Bergbau, der sich während der DDR-Zeit immer weiter ausbreitete (Braunkohle war der Hauptenergieträger), wurden südlich von Leipzig Teile des Auwaldes zerstört. Zahlreiche Hochwasserschutzmaßnahmen, unter anderem der Bau des Elsterbeckens und die Verlegung natürlicher Flussläufe sowie mit dem Kohleabbau verbundene Absenkungen des Grundwasserspiegels führten zu Störungen des hochspezialisierten Ökosystems, das ursprünglich als natürliches Überflutungsgebiet diente.
In den 1950er Jahren wurden der Pleißenmühlgraben und ein Teil des Elstermühlgrabens ? im Mittelalter für den Betrieb von Mühlen teilweise künstlich angelegte Nebenarme der beiden Flüsse ? wegen der Verschmutzung durch Industrieabwässer aus der Braunkohleverarbeitung südlich von Leipzig verrohrt oder zugeschüttet, sodass Leipzig seinen Charakter als Flussstadt teilweise verlor. Die Einleitung der hochgiftigen Abwässer führte dazu, dass die Flüsse biologisch tot waren. Seit den 1990er Jahren werden beide Flussläufe nach und nach wieder freigelegt.
Neben der Gewässerverunreinigung brachte die Braunkohlebefeuerung veralteter Industrieanlagen und Kraftwerke, die teilweise noch dem Vorkriegsstandard entsprachen, sowie häuslicher Ofenheizungen eine sehr starke Luftverschmutzung mit sich. Die schwefel- und phenolreiche Luft und der damit einhergehende saure_Regen griff Teile der Bausubstanz, v. a. die aus Sandstein, an. In den 1970er und 1980er Jahren galt Leipzig als eine der mit Umweltgiften am meisten belasteten Großstädte Europas.
Nach der Wende führte die Stilllegung der Altindustrie und die Modernisierung von Kraftwerken und häuslichen Heizungsanlagen sehr schnell zu erheblich verbesserten Wasser- und Luftverhältnissen und einer sichtbaren Gesundung der Tier- und Pflanzenwelt. Leipzig zählt heute mit seinen zahlreichen Stadtparks, wie beispielsweise dem zentrumsnahen Clara-Zetkin-Park und dem Rosental, vielen neu geschaffenen Anlagen in den Wohngebieten sowie den traditionellen Schrebergartenvereinen ? die von Daniel Gottlob Moritz Schreber initiierte Kleingartenbewegung hat in Leipzig ihren Ursprung ? mit einem Grünflächenanteil von etwa 50 % und einem Waldanteil von etwa 7 % zu den grünsten Städten Deutschlands.
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Anfang der 1990er Jahre wurde auch der Braunkohleabbau gestoppt und mit der Rekultivierung der Tagebaurestlöcher und der Renaturierung des Umfeldes begonnen. Inzwischen sind aus den gefluteten Tagebauen mehrere Seen mit sehr guter Wasserqualität entstanden. Weitere Tagebaue befinden sich noch in der Flutung. Der Cospudener See liegt dem Leipziger Stadtzentrum am nächsten und dient bereits als sehr gut erschlossenes Naherholungsgebiet. Der so entstehende großflächige Erholungsraum wird als ?Leipziger Neuseenland? auch touristisch vermarktet. Um Natur und Landschaft der Region gemeinsam mit den umliegenden Kommunen und Landkreisen zu entwickeln und erlebbar zu machen, ist Leipzig seit 1996 Mitglied im Grünen_Ring_Leipzig.
Stadtgliederung und Nachbargemeinden
Leipzig besteht aus zehn Stadtbezirken mit 63 Ortsteilen, siehe Liste der Ortsteile Leipzigs für die politische Gliederung und Liste der Stadtteile Leipzigs für die historisch gewachsene Struktur.
Die nachfolgenden Gemeinden grenzen an die Stadt Leipzig. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Osten genannt:
* im Muldentalkreis (MTL): Borsdorf, Brandis und Naunhof
* im Landkreis Leipziger Land (L): Großpösna, Markkleeberg, Zwenkau, Kitzen und Markranstädt
* im Landkreis Delitzsch (DZ): Schkeuditz, Rackwitz, Krostitz, Jesewitz und Taucha
Klima
Leipzig liegt in der kühlgemäßigten Klimazone. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 8,4 °C und die mittlere jährliche Niederschlagsmenge 556,8 mm (Mittel 1972?2001). Die mittlere Frostdauer beträgt 79 Tage.
Leipzig liegt im Regenschatten des Harzes und noch vor den Regenstaulagen am Erzgebirge. Der meiste Niederschlag fällt in den Sommermonaten Juni bis August mit einem Spitzenwert von 72 mm im Juli. Im Februar fällt der geringste Niederschlag mit 27 mm, in den anderen Wintermonaten liegt er etwa bei 30 mm. Aufgrund des unterschiedlichen Ausmaßes des Regenschattens des Harzes unterscheiden sich auch die Niederschlagsmengen innerhalb des Stadtgebietes. Am trockensten ist der Norden Leipzigs, der meiste Niederschlag fällt im Südraum der Stadt, wobei die Jahresdifferenz etwa 100 mm beträgt. [http://www.leipzig.de/de/buerger/freizeit/leipzig/stadtwald/wissen/02998.shtml leipzig.de- Klima]
Der heißeste Tag war der 9. August 1992 mit 38,8 °C, der kälteste der 14. Januar 1987 mit ?24,1 °C.[http://www.uni-leipzig.de/~meteo/KLIMASTATISTIK/ Klimastatistik der Uni Leipzig]
Nach Leipzig benannte Ortschaften
In der kanadischen Provinz Saskatchewan gibt es eine Kleinstadt namens Leipzig.
Ferner befinden sich mehrere nach Leipzig benannte Ortschaften in den USA. So tragen zwei Orte, in Delaware (203 Einwohner; Stand: 2000) und in Ohio (2.236 Einwohner; Stand: 2000), den der englischen Aussprache angepassten Namen Leipsic. In North Dakota liegt zudem das im Jahre 1901 von Russlanddeutschen gegründete New Leipzig, welches heute 326 Einwohner zählt.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte der Stadt Leipzig
im Jahr 1632]]Etwa 900 n. Chr. wurde an beiden Ufern der Parthe eine slawische Siedlung angelegt, wie Grabungen von Herbert Küas im Gebiet des heutigen Matthäikirchhofs bestätigten. Erstmals erwähnt wurde Leipzig 1015, als Thietmar von Merseburg von einer urbs Libzi berichtete (Chronikon VII, 25). Als Gründungsjahr der Stadt gilt das Jahr 1165, in dem Markgraf Otto_der_Reiche von Meißen dem Ort an der Kreuzung der Via Regia mit der Via Imperii das Stadtrecht und das Marktrecht erteilte. Mit der Stadtgründung entstanden die beiden großen Kirchbauwerke der Thomaskirche und der St._Nikolaikirche.
Leipzig lag in der Markgrafschaft Meißen, die 1439 säkularisiert zum Kurfürstentum Sachsen wurde. Das Kurfürstentum wurde bereits 1485 durch die beiden Brüder Albrecht_den_Beherzten und Ernst mit der Leipziger Teilung aufgeteilt. Leipzig gehörte danach zum Herzogtum Sachsen, zu dessen Hauptstadt das bis dahin im Vergleich zu Leipzig oder Meißen unbedeutende Dresden ernannt wurde. Leipzig war darin häufig Tagungsort des Landtags. Nach der Verwaltungsreform 1499 lag Leipzig als sogenanntes Amt im Leipziger Kreis neben dem es sieben weitere im Kurfürstentum gab.
Im Jahre 1409 wurde die Universität Leipzig als ?Alma Mater Lipsiensis? gegründet und gehört damit zu den ältesten Universitäten in Deutschland. 1519 trafen sich Martin Luther, Andreas Karlstadt und Philipp Melanchthon mit dem katholischen Theologen Johannes Eck auf Einladung der Universität in der Pleißenburg zu einem Streitgespräch, das als Leipziger Disputation in die Geschichte einging.
1539 wurde die Reformation endgültig durch Luther und Justus_Jonas in Leipzig eingeführt. Leipzig war auch vom Schmalkaldischen_Krieg 1546 und 1547 betroffen, in dem es für Leipzig und Sachsen vorrangig um die Gleichstellung der protestantischen Konfession ging. In Folge wechselte die Kurwürde an die albertinische Linie, in deren Herzogtum Leipzig lag.
In diesen Jahren war die Entwicklung Leipzigs vor allem durch die sich stetig verbessernden Lebensbedingungen gekennzeichnet. Als immer bedeutendere Handels- und Messestadt profitierte Leipzig dabei von einem wohlhabenden Bürgertum. Bereits im 16. Jahrhundert entstand eine Trinkwasserversorgung. 1650 erschienen erstmals die Einkommenden_Zeitungen sechs mal pro Woche und gelten als älteste Tageszeitung der Welt.
Leipzig erwarb sich den Spitznamen ?Klein Paris?, als die fortschrittsbewusste Messestadt im Jahr 1701 mit einer Straßenbeleuchtung ausgestattet wurde und sich fortan mit der mondänen Seine-Metropole vergleichen konnte.
und Umgebungskarte von Leipzig von 1876]]
(Oper) am Augustusplatz um 1900]]
Im Jahre 1813 fand die Völkerschlacht bei Leipzig im Zuge der sogenannten Befreiungskriege statt. Die verbündeten Heere der Österreicher, Preußen, Russen und Schweden brachten in dieser Schlacht Napoleons Truppen und deren Verbündeten, darunter das Königreich Sachsen, die entscheidende Niederlage bei, die schließlich zu seiner Verbannung auf die Insel Elba führte.
1839 wurde die Leipzig-Dresdner Eisenbahn als erste deutsche Fernbahnstrecke eröffnet. Leipzig entwickelte sich allmählich zum wichtigsten Verkehrsknotenpunkt in Mitteldeutschland, was sich auch darin äußerte, dass der damals nach Mailands Stazione_Centrale größte Kopfbahnhof Europas von 1902 bis 1915 in Leipzig entstand.
Infolge der Industrialisierung, aber auch vielfältiger Eingemeindungen der Vororte, stieg am Ende des 19. Jahrhunderts die Bevölkerungszahl rasant an. 1871 wurde Leipzig mit 100.000 Einwohnern Großstadt. Im Jahr 1900 konstituierte sich in Leipzig der Deutsche_Fußball-Bund. Der VfB Leipzig war 1903 erster deutscher Fußballmeister.
Am 1. Oktober 1879 entstand in Leipzig das Reichsgericht als oberstes Zivil- und Strafgericht des 1871 gegründeten Deutschen_Reiches. Es diente in der Funktion des heutigen Bundesgerichtshofs. Während der Leipziger Prozesse wurde versucht, am Gericht Verbrechen des Ersten_Weltkriegs aufzuklären und die Täter zu verurteilen. Mit der Machtübernahme 1933 integrierten die Nationalsozialisten das Gericht in das Regime Hitlers. Im Dezember 1933 verhandelte das Reichsgericht im Prozess um den Reichstagsbrand gegen Marinus van der Lubbe. Er wurde zum Tode verurteilt und im Januar 1934 in Leipzig hingerichtet. Freisprüche weiterer Angeklagter führten zur Einrichtung des Volksgerichtshofs, um die Justiz bei den Delikten Hoch- und Landesverrat zu zentralisieren. Bis zum Ende der Krieges verschärfte man die Strafpraxis am Reichsgericht und revidierte viele Strafen zu Todesurteilen. Die Auflösung des Gerichtes erfolgte 1945.
Während des Zweiten_Weltkrieges kam es in den Jahren 1943 bis 1945 zu mehreren Luftangriffen_auf_die_Stadt, die zu erheblichen Zerstörungen der Innenstadt führten ? bis zu 60 % der Bausubstanz waren betroffen ? und etwa 6.000 Opfer forderten. Am 18. April 1945 erreichten Einheiten der 3. US-Armee die Stadt. Auf Grund des 1. Londoner Zonenprotokolls von 1944 und der Beschlüsse der Konferenz von Jalta übernahm am 2. Juli 1945 die Rote Armee Leipzig und die Stadt kam zur sowjetischen_Besatzungszone. Die sowjetische Militäradministration bildete den ?Rat_der_Stadt? und die Stadtverordnetenversammlung, deren Zusammensetzung mit Gründung der DDR die SED diktierte.
Nach dem Zweiten_Weltkrieg ließ die wirtschaftliche Bedeutung Leipzigs in Folge der Zugehörigkeit zur sowjetischen Besatzungszone bzw. zur DDR stark nach, was sich auch in einem kontinuierlichen Rückgang der Einwohnerzahl äußerte. Während der DDR-Zeit war Leipzig Hauptstadt des Bezirks_Leipzig und bevölkerungsmäßig die zweitgrößte Stadt der Deutschen Demokratischen Republik. In die Großstädte Berlin, Leipzig und Dresden wurden die meisten Kombinatsleitungen und Stammbetriebe angelegt, so dass sich die wirtschaftliche Bedeutung Leipzigs in der DDR bis 1990 erhielt.
1989 leiteten die von der Nikolaikirche ausgehenden Montagsdemonstrationen mit das Ende der DDR ein. Bereits fünf Tage vor den ersten großen Demonstrationen gab es gewaltsame Auseinandersetzungen am Dresdner Hauptbahnhof. Aus der Erkenntnis, dass Gewalt gegen die staatlichen Ordnungsmächte und Zerstörungen von den DDR-Regierungen und -Behörden massiv propagandistisch ausgenutzt wurden, organisierte man die Montagsdemonstrationen unter der Losung ?Keine Gewalt? in Leipzig friedlich. 1990 wurden Leipzig und weite Teile des Bezirks Leipzig dem Freistaat Sachsen zugeordnet. Leipzig ist seitdem Hauptstadt des Regierungsbezirks_Leipzig.
Am 12. April 1996 wurde mit einem Festakt das neue Messegelände eröffnet, das als modernstes Ausstellungs- und Kongresszentrum Europas in knapp dreijähriger Bauzeit errichtet wurde. Heute ist Leipzig wieder zunehmend als Messe-, Medien- und Universitätsstadt bekannt, wenn auch die Bedeutung geringer ist als vor dem Zweiten Weltkrieg. Die Bewerbung um die Olympischen_Sommerspiele_2012 scheiterte. 2006 war Leipzig ein Austragungsort der Fußball-Weltmeisterschaft 2006, im Zentralstadion fanden vier Länderspiele statt.
Religionen
Für eine ausführliche Geschichte der Religionen siehe: Geschichte der Religionen in Leipzig
Die Bevölkerung der Stadt Leipzig gehörte bis zur Reformation zum Bistum Merseburg. Merseburg war bereits ab 968 Sitz eines Archidiakonats, das der Domdekan des Merseburger Hochstifts innehatte. Im 13. Jahrhundert entstanden in Leipzig vier Klöster: St. Paul (Dominikaner), St. Thomas (Augustiner-Chorherren), Zum Heiligen Geist (Franziskaner) und St. Georg (Zisterzienserinnen bzw. Benediktinerinnen).
Erste lutherische Predigten wurden bereits 1522 abgehalten. 1539 wurde die Reformation eingeführt. Gegenwärtig gehören alle Kirchengemeinden der Stadt zum Kirchenbezirk Leipzig, der Evangelisch-Lutherischen_Landeskirche_Sachsens gehört. Der Kirchenbezirk umfasst auch Gemeinden außerhalb der Stadt. Innerhalb der Landeskirche gibt es eine Landeskirchliche Gemeinschaft.
Seit 1697 gibt es in Leipzig wieder katholische Gottesdienste. 1921 wurde das Bistum Meißen (heute Dresden-Meißen) wiedererrichtet, in dem die Messestadt Sitz eines Dekanats ist. Katholische Hauptkirche der Stadt ist die Propsteikirche St. Trinitatis.
Die erste Erwähnung jüdischen Lebens in Leipzig stammt aus einer Urkunde Heinrich_des_Erlauchten von 1248. Im 14. Jahrhundert kam es erstmals zu Pogromen gegen Juden und es vergingen mehrere Jahrhunderte, in denen Juden untersagt war, in Leipzig zu siedeln. Erst ab 1710 durften sie wieder in Leipzig sesshaft werden. Nach 1800 bildete sich erstmals eine Jüdische Gemeinde. Einerseits ließen sich hier viele traditionell geprägte osteuropäische_Juden nieder, andererseits wurde 1820 eine Reformsynagoge errichtet, die allerdings nur während der Leipziger Messe in Betrieb war. Bis zum Nationalsozialismus prägten jüdische Bürger die Stadt als Unternehmer, Wissenschaftler, Künstler und Stifter wesentlich mit. 1912 gründete der Rabbiner Ephraim Carlebach die Höhere Israelitische Schule, die erste jüdische Schule in Sachsen. Sie bestand bis 1942. 1929 hatte Leipzig mit über 14.000 Mitgliedern die größte jüdische Gemeinde Sachsens und eine der größten Deutschlands. Ab 1933 begann die systematische Auslöschung jüdischen Lebens in der Stadt, die mit der Deportation und Ermordung fast aller Leipziger Juden ihr Ende fand. Nach dem Krieg bestand die Jüdische Gemeinde nur noch aus 24 Mitgliedern. Die Mitgliederzahl stagnierte bis Anfang der 1990er Jahre. 2004 zählte die ?Israelitische Religionsgemeinde zu Leipzig?, insbesondere durch die Einwanderung russischer Juden, wieder über 1.000 Mitglieder. In der heutigen Gottschedstraße, an der Stelle der ehemals größten Leipziger Synagoge, die in der Reichspogromnacht den Flammen zum Opfer fiel, erinnert seit 2001 unter Einbeziehung eines dort 1966 aufgestellten Denkmales eine Gedenkstätte an die Vertreibung und Ermordung der Leipziger Juden.
In Leipzig gibt es etwa 5.000 Muslime. Die größte Moschee heißt Ar-Rahman-Moschee (e.V.). Des Weiteren gibt es hier eine türkische und eine schiitische Moschee, die aber eine eher geringe Rolle spielen.
Namensentwicklung
Der Name Leipzig leitet sich vom sorbischen Lipsk her (gleichlautend aus dem Altsorbischen abgeleitet) und bedeutet ?Linden-Ort?. Im Lateinischen wird er mit Lipsia wiedergegeben. Im heutigem Lausitzer Sorbisch ist Lipsk immer noch die offizielle Bezeichnung für die Stadt.
In Auerbachs Keller seinen Studienort Leipzig als Klein-Paris. Goethe lässt einen Studenten sagen: Mein Leipzig lob' ich mir! Es ist ein klein Paris und bildet seine Leute. Die Bezeichnung etablierte sich in der Umgangssprache des zur Großstadt aufstrebenden und fortschrittlichen Leipzig des 19. Jahrhunderts.
Einwohnerentwicklung
Für detaillierte Einwohnerzahlen siehe Hauptartikel: Einwohnerentwicklung von Leipzig
Leipzig zählt aktuell nach umfangreichen Eingemeindungen Ende der 1990er Jahre zu den flächengrößten_Städten_Deutschlands.
Vorher war es, im Gegensatz dazu, eine der kompaktesten Städte, die 1870 zur Großstadt wurde. Die gegenwärtige Bevölkerungszahl hatte Leipzig bereits vor 1914 erreicht. In den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts holte die Bevölkerungszahl Leipzigs sprunghaft auf die größten Städte auf: Vor Beginn des Zweiten_Weltkriegs war es mit knapp 600.000 Einwohnern die fünftgrößte_Stadt_Deutschlands. 1939 hatte die Bevölkerungsentwicklung mit etwas mehr als 700.000 Einwohnern den historischen Höchststand erreicht.
Nach kriegsbedingtem Rückgang stieg die Bevölkerung in Leipzig in den 1960er Jahren wieder auf etwa 600.000 Einwohner. Vor allem seit Ende der 1980er-Jahre, aber schon in den 1970er-Jahren, hatte die Stadt einen erheblichen Bevölkerungsschwund zu verzeichnen. Der Tiefststand wurde Mitte der 1990er-Jahre mit etwas weniger als 440.000 Einwohnern erreicht. Der Bevölkerungsschwund ist einerseits durch Abwanderung in Regionen der westlichen Bundesländer begründet, andererseits durch einsetzende Suburbanisierung. Wie alle größeren Städte versucht Leipzig, die Bevölkerungszahl aktiv zu erhöhen, um die Erträge aus dem Kommunalen_Finanzausgleich zu steigern, die über die Schlüsselzuweisung berechnet werden. Durch umfangreiche Eingemeindungen im Jahr 1999, versuchte Leipzig der Suburbanisierung entgegen zu wirken. Es kamen mehrere große Industriegemeinden hinzu, so dass sich die Fläche der Stadt in etwa verdoppelt hat. Durch die Eingemeindungen, ansteigende Geburtenraten und eine positive Bilanz bei Zu- und Wegzügen wächst die Einwohnerzahl Leipzigs langsam wieder, so dass 2005 die Halbe-Million-Einwohnergrenze wieder überschritten wurde. Außerdem soll die Zweitwohnungsteuer Bewohner am Zweitwohnsitz dazu anregen, in Leipzig ihren Erstwohnsitz zu melden.
Politik
Nach der Wiedervereinigung_Deutschlands wurde das zunächst als ?Stadtverordnetenversammlung?, nunmehr als Stadtrat bezeichnete Gremium wieder frei gewählt. Erster Vorsitzender war zunächst der Stadtpräsident Friedrich Magirius (parteilos) in den Jahren 1990 bis 1994. Seit 1994 ist der Oberbürgermeister Vorsitzender des Stadtrats. Der Stadtrat wählte anfangs auch den Oberbürgermeister, seit 1994 wird er jedoch direkt vom Volk gewählt.
Der amtierende Oberbürgermeister der Stadt ist seit März 2006 Burkhard Jung (SPD). Er löste Wolfgang Tiefensee ab, der die Stadtgeschäfte von 1998 bis 2005 führte, das Amt aber wegen seiner Berufung zum Bundesverkehrsminister am 22. November 2005 niederlegte.
(Liste aller Leipziger Bürgermeister seit 1778 im Hauptartikel: Liste der Bürgermeister der Stadt Leipzig)
In den letzten Jahren wurde die Leipziger Kommunalpolitik von einer informellen Koalition der großen Parteien CDU und SPD geprägt, in die fallweise auch die PDS einbezogen wurde (so genanntes ?Leipziger Modell?). Dadurch wurde die Kontrollfunktion des gewählten Stadtrats weitgehend ausgehebelt. Es kam deshalb zum überraschenden Konkurs städtischer Unternehmen und verschiedenen Korruptionsfällen, die 2004 zur Beurlaubung des Stadtkämmerers und 2005 zur Beurlaubung des beigeordneten Ordnungsbürgermeisters führten.
Ergebnis der Stadtratswahl vom 13. Juni 2004
Die Wahlbeteiligung sank von 42,3 auf 38,6 Prozent.
Der DSU-Stadtrat hat sich der CDU-Fraktion angeschlossen.
Ergebnis der letzten Oberbürgermeisterwahl
Die letzten Bürgermeisterwahlen fanden am 5. Februar (erster Wahlgang) und am 26. Februar 2006 (zweiter Wahlgang) statt. Da kein Kandidat im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit der Stimmen auf sich vereinen konnte, bedurfte es des zweiten Wahlgangs, in dem bereits die einfache Mehrheit ausreicht. Im ersten Wahlgang kandidierten SPD || 41,6 || 51,6
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| Uwe Albrecht /'>| PDS || 15,5 || nicht mehr angetreten
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| Michael Weichert /'>| Einzelbewerber /'>| 2,4 || 3,0
|-
| Bernd-Rüdiger Kern || BüSo || 0,8 || 1,5
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Die Wahlbeteiligung betrug 31,7 % (34,9 %) gegenüber 43,9 % im Jahr 2005.
Wappen
Das Wappen der Stadt Leipzig zeigt in gespaltenem Schild, vorn in Gold einen rot gezungten und bewehrten schwarzen steigenden Löwen; hinten in Gold zwei blaue Pfähle. Der Löwe der Markgrafen_zu_Meißen und die sogenannten ?Landsberger Pfähle? des Markgrafen von Landsberg sind alte wettinische Wappenbilder, die auf die Einbindung der Stadt Leipzig ins mittelalterliche Kursachsen verweisen. Nachweisen lässt sich das heutige Wappen erstmals 1468 als Siegel, vorher (um 1287) war auf ihm nur eine Burg bzw. eine Burg mit dem Löwen der Markgrafen zu sehen.
Im Volksmund des 17. Jahrhunderts erzählte man sich übrigens folgende Sage: Der Löwe habe einst in die andere Richtung geblickt und mit den Tatzen nach den Pfählen gegriffen, sei später aber ?zur Strafe? umgekehrt worden. Und wirklich: Auf Groschen des 15. Jahrhunderts wendet sich der Löwe den Pfählen zu.
Der Unterschied zum Dresdner Wappen besteht lediglich in der Tingierung der Landsberger Pfähle, der zum Chemnitzer und Delitzscher Wappen in der Anordnung der Schilde ? beim Wappen des Leipziger_Lands wurde dem Leipziger Wappen noch ein Fluss hinzugefügt.
Die Stadtfarben sind dem Wappen entsprechend blau-gelb.
Bundestag und Bundespolitik
Das Leipziger Stadtgebiet bedeckt zwei Wahlkreise vollständig. Diese sind der Wahlkreis 153 Leipzig I mit etwa 197.000 Wahlberechtigten und der Wahlkreis 154 Leipzig II mit etwa 203.000 Wahlberechtigten. Seit 1998 vertritt der Bundestagsabgeordnete Rainer Fornahl (SPD) den Wahlkreis Leipzig I, Gunter Weißgerber (SPD) den Wahlkreis Leipzig II.
Der langjährige Oberbürgermeister Leipzigs, Wolfgang Tiefensee, ist seit dem Jahr 2005 Bundesminister_für_Verkehr,_Bau_und_Stadtentwicklung im Kabinett Merkel. Bereits nach den Wahlen im Jahr 2002 erhielt er von Gerhard Schröder ein Angebot für diesen Ministerposten, lehnte diesen aber mit der Begründung der Verbundenheit mit seiner Arbeit in Leipzig ab. Wolfgang Tiefensee ist gegenwärtig der Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer.
Städtepartnerschaften
Leipzig unterhält mit 13 Städten eine Städtepartnerschaft:
Kino
Leipzig besitzt eine lebendige Kinoszene. Internationale Bedeutung gewann das seit 1955 alljährlich stattfindende Festival_für_Dokumentar-_und_Animationsfilm. Nach zunehmender Beeinflussung des Festivalprogramms durch staatliche Organe der DDR in den Jahren ab 1968 entwickelte es sich nach der Wiedervereinigung mit modernisierter Ausrichtung erneut zu einem Publikumsmagneten.
Neben größeren Kinos, wie CineStar und Passage Kinos im Zentrum, Regina Filmpalast in Reudnitz und Cineplex Leipzig im Allee-Center in Grünau präsentieren zahlreiche Programmkinos anspruchsvolle Filme für kleinere Zielgruppen. Einige Filmtheater wie UT Connewitz und das Kino in der naTo werden auch für Musikveranstaltungen genutzt. Einmal jährlich finden seit 1995 in mehreren Spielstätten des Großraumes Halle-Leipzig die Französischen_Filmtage statt. Ein Tipp für den Sommer sind auch die vielen kleinen Freilichtbühnen wie die des Sommer-Kino Leipzig im Freibad Kleinzschocher (Schleußig/Kleinzschocher) und/oder die des Sommerkinos an der Pferderennbahn (Südvorstadt).
Nachtleben
Das alltägliche kulturelle Leben spielt sich vor allem in der Innenstadt, in der Gottschedstraße und der Südvorstadt entlang der Karl-Liebknecht-Straße bis zum Stadtteil Connewitz ab. Die Stadt hat ein bemerkenswertes und reges Nachtleben. Die Entwicklung der vielseitigen Kneipenlandschaft wurde dabei durch den Verzicht der Stadtverwaltung auf eine Sperrstunde begünstigt. Ganz besonders in den Abend- und Nachtstunden der Sommermonate kann man im Barfußgässchen und in der Gottschedstraße, wenn die Freisitze gefüllt sind, italienisches Flair erleben. Einmal im Jahr bietet darüber hinaus Deutschlands größtes Honky-Tonk-Festival Live-Musik in zahlreichen Lokalen.
Durch den Verfall der Bausubstanz während der DDR-Zeit sind viele ehemalige Kulturhäuser in den Stadtteilen verschwunden, so dass Leipzig nur noch eine begrenzte Anzahl an größeren Sälen für Musikveranstaltungen besitzt. Im Norden sind dies der Anker und das Haus Auensee, in der Westvorstadt das Haus Leipzig, im Zentrum die Moritzbastei, in der Südvorstadt die naTo und in Connewitz das Werk II und das Conne Island. Vor kurzem eröffnete mit dem Volkspalast eine neue Veranstaltungshalle, die auch größere Konzerte erlaubt, die bisher der Sport-Mehrzweckhalle Arena Leipzig vorbehalten waren. In Connewitz und Teilen der Südvorstadt entwickelte sich nach der Wende eine vivante alternative Szene. Aus dem ehemaligen Kino UT Connewitz wurde eine für alle Kulturformen genutzte Einrichtung. Das ?Tanzcafé Ilses Erika?, ebenfalls in Connewitz gelegen, mit seiner heimeligen Wohnzimmeratmosphäre ist mit seinen Clubabenden und -konzerten einer der bekanntesten Indie-Adressen in Ostdeutschland. Mit der Distillery hat auch Ostdeutschlands dienstältester Technoclub in Leipzig sein Domizil.
Mit den Beschlüssen der 3. Hochschulreform der DDR 1968 entstanden in Leipzig zahlreiche Studentenclubs, von denen die meisten heute noch existieren und die nicht nur von Studenten genutzt werden. Der älteste Studentenclub ist der TV-Club Leipzig, der größte die Ende der 1970er Jahre aus einer mittelalterlichen Festungsanlage ausgebaute Moritzbastei. Sie ist gleichzeitig auch der größte Studentenclub Europas. Die Studentenclubs haben sich mit dem Runden Tisch Leipziger unabhängiger Studentenclubs (RuTiLuSt) Anfang der 1990er Jahre eine gemeinsame Plattform geschaffen.
Regelmäßige Veranstaltungen
Das Bachfest Leipzig ist ein Musikfestival, das erstmals 1908 stattfand. Seit 1999 wird es jährlich ausgerichtet und widmet sich ganz der Pflege der Werke von Johann Sebastian Bach. Das Internationale_Kammermusikfestival_Leipzig wird in Kooperation mit dem Gewandhaus seit 1996 im November durchgeführt. Die Classic open Leipzig sind eine seit 1995 von Peter Degner und der Stadt Leipzig organisierte Konzertreihe mit Freiluftkonzerten und Videoübertragungen von Konzerten in der Leipziger Innenstadt im August. Das a-cappella - Festival für Vocalmusik ist ein seit 1997 stattfindendes Festival für Vokalmusik in Leipzig, bei dem Ende April international renommierte, aber auch Nachwuchskünstler dieses Genres auftreten.
Über Pfingsten ist Leipzig jährlich Austragungsort des viertägigen Wave-Gotik-Treffens (WGT), welches seit 1992 stattfindet, derzeit regelmäßig bis zu 20.000 Besucher aus der Schwarzen_Szene in die Stadt lockt und selbst szenefremde Leipziger und die Besucher mit ?weniger schwarzen? Veranstaltungen wie dem ?Wikingerlager?, dem ?Heidnischen Dorf? und mehreren Mittelalter-Märkten erfreut. Die Leipziger Jazztage werden seit 1976 im Oktober ausgerichtet. Sie widmen sich dem zeitgenössischen Jazz und werden vom jazzclub leipzig e.V. ausgerichtet. Die Pop-Up ist eine alternative Messe zur Popkultur, zu der auch Diskussionsforen und ein Musikfestival in Leipziger Clubs gehören.
Seit 1991 findet jährlich im November das Festival euro-scene Leipzig statt. Es widmet sich dem experimentellen Theater und dem modernen Tanz. Die Lachmesse ist ein Europäisches Humor- und Satire-Festival, das seit 1991 jährlich im Oktober in Leipzig veranstaltet wird. Sie vergibt den mit 3.500 Euro dotierten Kleinkunstpreis Leipziger Löwenzahn.
Seit ihrer Gründung im Jahr 1994 hat sich die Internationale Studentische Woche zu einem akademischen und kulturellen Höhepunkt in Leipzig entwickelt. Die ISW ist die bundesweit größte studentisch organisierte Veranstaltungsreihe mit internationalem Charakter. Während der Sommermonate finden weitere Freiluftveranstaltungen wie der Hörspielsommer, das Leipziger Sommertheater und das Sommerkino statt.
Alljährlich richtet der Leipzig Tourist Service e.V. das Leipziger Stadtfest aus, welches mit seinen über 300.000 Besuchern zu den zehn größten Open Air Veranstaltungen Deutschlands zählt. Die Leipziger Kleinmesse ist ein jetzt dreimal (früher zweimal) jährlich stattfindendes Volksfest, das 1907 als Ableger der Leipziger Messe entstand. Bis 1935 wurde es auf der sogenannten "Vogelwiese" an der Alten Elster veranstaltet. 1936 erfolgte dann der Umzug an den Cottaweg, westlich vom Elsterbecken. Der Leipziger Weihnachtsmarkt ist einer der größten in den neuen Bundesländern und wird seit 1767 ausgerichtet.
Courage zeigen ist ein seit 1998 am 30. April stattfindendes Rockkonzert vor dem Leipziger Völkerschlachtdenkmal, das als Antwort auf die Neonazi-Aufmärsche am 1. Mai entstand. Bei den Gegenveranstaltungen dieser Aufmärsche kommt es meist zu Zerstörungen und Krawallen durch Linksextremisten, besonders in der Südvorstadt. Der Sprachenabend ist eine wöchentliche Veranstaltung im Soziokulturellen_Zentrum_?Die_VILLA?, die dem interkulturellen Kontakt dient.
Der Karneval spielt im protestantischen Leipzig nur eine untergeordnete Rolle. Ab den 1950er Jahren entstand mit dem Leipziger Studentenfasching eine ganz eigene Spielart. 1992 gründete sich das Förderkomitee Leipziger Karneval e.V. und richtet alljährlich einen Rosensonntagsumzug unter dem Motto Leila helau aus.
Von April bis Oktober jedes Jahres hat der Vergnügungspark Belantis im Süden Leipzigs geöffnet, der unmittelbar an der Bundesautobahn 38 und dem Cospudener See gelegen ist.
Mit der Energy_Clubzone beherbergt Leipzig das größte Clubfestival Mitteldeutschlands. Es findet unregelmäßig, meist aber im Frühjahr und Herbst, statt.
Kulinarische Spezialitäten
Leipzig hat mehrere lokale Spezialitäten zu bieten, darunter das Leipziger Allerlei, die Leipziger Lerche und die Leipziger_Gose. Das Leipziger Allerlei ist ein gemischtes Gemüse, das in der Originalversion auch mit Flusskrebsen, Krebsbutter und Semmelklößchen angerichtet wurde. Die Leipziger Lerchen wurden im 18. und 19. Jahrhundert wirklich aus Singvögeln hergestellt. Diese wurden beispielsweise als gefüllte Pasteten gereicht. Nachdem 1876 ein Fangverbot für Singvögel verhängt wurde, entwickelten findige Bäcker ein feines Gebäck, das heute in der Regel aus Mürbeteig mit Marzipanfüllung besteht und nur noch in der Form an die damaligen Pasteten erinnert. Die Gose ist ein ursprünglich aus Goslar stammendes obergäriges Bier.
Sport
Leipzig besitzt eine lange und große Sporttradition. Es war 1900 Gründungsort des DFB. Die Gründung fand in der Karlstraße 10, im Restaurant ?Zum Mariengarten? statt. Der VfB Leipzig war der erste_deutsche_Fußballmeister und konnte diesen Triumph zweimal (1906, 1913) wiederholen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er von der sowjetischen Besatzungsmacht aufgelöst und bestand von 1966 bis 1991 als 1. FC Lokomotive Leipzig, dessen Namen der inoffizielle Nachfolgeverein des aufgrund einer Insolvenz liquidierten VfB Leipzig seit 2004 wieder trägt. Lok Leipzig war viermaliger DDR-Pokalsieger, dreimaliger DDR-Vizemeister und schaffte es 1987 bis in das Finale des Europapokals_der_Pokalsieger. Der zweite traditionsreiche Fußballclub, der FC Sachsen Leipzig (bis 1990 BSG Chemie Leipzig), war zweimaliger DDR-Meister und einmal FDGB-Pokal-Gewinner. Beide Mannschaften spielen aktuell nur in der Oberliga bzw. Bezirksliga.
Das Zentralstadion wurde 1956 mit 100.000 Plätzen als größtes Stadion Deutschlands eröffnet. Der Zuschauerrekord liegt weit über dem Fassungsvermögen und datiert aus dem Spiel Wismut Aue ? 1.FC Kaiserslautern, bei dem 125.000 Zuschauer im Stadion waren (1958). Dies ist bis heute auch der Zuschauerrekord für Fußballspiele in Deutschland.
Zwischen 2000 und 2004 wurde innerhalb des alten Stadionwalls ein neues Fußballstadion mit 44.345 Plätzen integriert, es gehört heute mit der Arena Leipzig und der Festwiese zum Leipziger_Sportforum. Hier fanden fünf Spiele der Fußball-WM_2006 statt. Das Bruno-Plache-Stadion in Probstheida war bei seiner Einweihung 1922 das größte vereinseigene Stadion Deutschlands (40.000 Plätze) und ist heute Spielstätte des 1. FC Lokomotive Leipzig. Der Alfred-Kunze-Sportpark in Leutzsch ist das Heimstadion des FC Sachsen Leipzig.
Die Deutsche Hochschule für Körperkultur und Sport (DHfK) war in der DDR eine international renommierte Sporthochschule, aus der zahlreiche Spitzensportler und -trainer hervorgingen. Einige Angehörige waren allerdings auch in das in der DDR systematisch betriebene Doping verwickelt. Dies war einer der Gründe, warum diese Hochschule 1990 abgewickelt wurde. In ihrer Tradition steht die 1993 gegründete Sportwissenschaftliche Fakultät der Universität Leipzig. Die Abkürzung ?DHfK? tragen noch die HSG DHfK und der SC DHfK im Namen.
Der Handball-Club Leipzig (HCL) ist einer der besten Frauen-Handballclubs Deutschlands. Er war viermal Europapokal-Sieger, viermal Deutscher Meister, dreimal DHB-Pokalsieger und 13 Mal DDR-Meister. Der VC Leipzig spielt in der Volleyball-Bundesliga. Als SC Leipzig war er 1964 Europapokalsieger der Landesmeister und vielmaliger DDR-Meister (1962-1976, 1982, 1983, 1985, 1987, 1989). Der Basketball Verein Leipzig (BBVL) spielt in der Basketball-Bundesliga der Damen, der CFC-Leipzig und die Unihockey-Löwen-Leipzig in der Unihockeybundesliga. Die Eishockeymannschaft Blue Lions Leipzig spielt in der Eishockey-Regionalliga Nord/Ost. Das Leichtathletikzentrum_Leipzig übernahm die ehemals sehr erfolgreiche Leichtathletiksektion der DHfK. Der 1992 gegründete American Football Club Leipzig Lions ist der erste sächsische Verein in dieser Sportart. Er engagiert sich in Zusammenarbeit mit dem Rotary Club auch in einer Vielzahl sozialer Projekte.
Leipzig konnte sich mit seiner Bewerbung um die Ausrichtung der Olympischen_Sommerspiele_2012 national durchsetzen, wurde auf internationaler Ebene jedoch am 18. Mai 2004 in der Vorauswahl abgelehnt.
In Leipzig wurden im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 am 9. Dezember 2005 die Gruppen des Turniers in der Messehalle ausgelost.
Regelmäßige Sportveranstaltungen
Der Leipzig-Marathon wird seit 1977 ausgetragen und findet im April statt. Der erste deutsche Marathon überhaupt fand am 5. September 1897 ebenfalls in Leipzig statt. Der Leipzig City Man ist ein internationaler Triathlon und wird seit 1984 am Kulkwitzer See ausgetragen.
Die Sparkasse Leipzig sponsert eine Reihe von Weltcupwettkämpfen, so einen Einzel-Weltcup im Florettfechten der Damen und im Tennis der Damen. Seit Eröffnung der Arena in Leipzig, findet jährlich im Februar das von der LAZ Leipzig ausgerichtete, internationale Leichtathletik-Meeting LE-Athletics statt.
Im Rahmen des German Beach Cups findet jährlich ein Wettkampf im Beach-Volleyball in Leipzig statt. Die Saxonia International Balloon Fiesta ist mit über 100 Ballons aus aller Welt eines der größten Ballonfahrertreffen Europas und findet am Silbersee in Lößnig statt. Auf der Galopprennbahn Scheibenholz werden jährlich mehrere Pferderennen ausgetragen.
Persönlichkeiten
Leipzig hat zahlreiche prominente Söhne und Töchter, beispielsweise den Philosophen und Wissenschaftler Gottfried Wilhelm Leibniz, den Komponisten Richard Wagner (geb. 1813), den Kunsthistoriker Nikolaus Pevsner (geb. 1902) oder den Sozialisten Karl Liebknecht.
Zahlreiche nicht weniger berühmte Persönlichkeiten haben zumindest Teile ihres Lebens in Leipzig verbracht und gewirkt, wie die Komponisten Johann Sebastian Bach und Felix Mendelssohn Bartholdy, der Philosoph Friedrich Nietzsche, der Physiknobelpreisträger Werner Heisenberg oder der Automobilbauer August Horch.
* (Siehe auch die Artikel Liste der Söhne und Töchter der Stadt Leipzig und Prominente Bewohner der Stadt Leipzig).
Die Stadt Leipzig hat seit 1832 82 Persönlichkeiten das Ehrenbürgerrecht verliehen. Vier Personen (Adolf Hitler, Hans Frank, Wilhelm Frick und Walter Ulbricht) wurde das Ehrenbürgerrecht wieder aberkannt.
* (Siehe auch: Liste der Ehrenbürger von Leipzig).
Zitate
* ?Mein Leipzig lob' ich mir! Es ist ein klein Paris und bildet seine Leute.? ? Bürger Frosch in Faust I von Johann Wolfgang von Goethe, Z. 2171 f.
* ?Ach wie beneide ich immer Leipzig um seine Musik!? ? Clara Schumann, Briefwechsel
* ?Ich komme nach Leipzig, an den Ort, wo man die ganze Welt im Kleinen sehen kann.? ? Gotthold Ephraim Lessing
* ?Ich war ganz benommen und möchte behaupten, daß, soweit Architektur und Stadtbild in Betracht kommen, nichts wieder in meinem Leben einen so großen, ja, komisch zu sagen, einen so berauschenden Eindruck auf mich gemacht hat wie dieser in seiner Kunstbedeutung nur mäßig einzuschätzende Weg vom Post- und Universitätsplatz bis zur Hainstraße.? Theodor Fontane: ?Von Zwanzig bis Dreißig?
* ?Leipzig [...], dieser gewiß welthaltigen Stadt,[...]? Thomas Mann: Doktor Faustus, Kapitel XXI
Literatur
Stadtführer
* Tobias Gohlis: DuMont-Reisetaschenbuch ?LEIPZIG?. DuMont Reiseverlag Köln, 2004
* Janka Löwe, Bettina Meißner: DUMONT direkt ?Leipzig?. DuMont Reiseverlag, Köln 2005
* Gabriele Walter: Merian ?Leipzig?. 4. Aufl., Gräfe & Unzer, München 2005
* Maren Goltz: ?Musikstadtführer Leipzig?. Kamprad Verlag, Altenburg 2004
* Stefan Sachs: Go Vista CITY GUIDE ?Leipzig?. Vista Point Verlag, Köln 2005
* Toma Babovic, Edgar S. Hasse: Leipzig. In englischer, deutscher und französischer Sprache. Verlag Ellert & Richter Hamburg 2005, ISBN 3-8319-0024-8
* Evelyn TerVehn: Marco Polo ?Leipzig? mit City Atlas. 2. aktual. Aufl., Mairs Geographischer Verlag, Ostfildern 2003
* D. Mundus: Leipziger Landpartien. 15 Tagesausflüge für Neugierige. 3. überarb. Aufl., Edition Neureuter, Leipzig 2002
* Wolfgang Hocquél: Leipzig - Architektur von der Romanik bis zur Gegenwart. Passage-Verlag, Leipzig 2004, ISBN 3-932900-54-5
* Thomas Nabert (Red.): Quer durch Leipzig mit dem Rad. Herausgegeben von PRO LEIPZIG in Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro StadtLabor und dem ADFC Leipzig, Leipzig, 2. überarb. Aufl. 2006, ISBN 3-9807201-5-2, 292 Seiten mit zahlreichen Karten und ca. 500 farbigen Abbildungen, Format: 12 x 18 cm, fadengeheftete Broschur.
Denkmalinventare
* Cornelius Gurlitt (Bearb.): Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen, Heft 16: Amtshauptmannschaft Leipzig. Meinhold, Dresden 1894 (betrifft zahlreiche heute eingemeindete Stadtteile)
* Cornelius Gurlitt (Bearb.): Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen, Heft 17?18: Stadt Leipzig. Meinhold, Dresden 1895?1896
* Heinrich Magirius u. a. (Bearb.): Die Bau- und Kunstdenkmäler von Sachsen. Stadt Leipzig. Die Sakralbauten: mit einem Überblick über die städtebauliche Entwicklung von den Anfängen bis 1989. 2 Bde., Deutscher Kunstverlag, München 1995, ISBN 3-422-00568-4
* Christoph Kühn, Brunhilde Rothbauer (Bearb.): Denkmale in Sachsen. Stadt Leipzig, Bd. 1: Südliche Stadterweiterung. Verlag für Bauwesen, Berlin 1998, ISBN 3-345-00628-6
* Markus Cottin et al: Leipziger Denkmale. Sax Verlag, Beucha 1998, ISBN 3-930076-71-3
Belletristik
Martin Jankowski: Rabet oder das Verschwinden einer Himmelsrichtung. Via-Verbis-Verlag, Scheidegg 1999, ISBN 3-933902-03-7
Erich Loest: Völkerschlachtdenkmal. 4. Aufl., Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1998, ISBN 3-423-12533-0
* Erich Loest: Nikolaikirche. 8. Aufl., Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 2002, ISBN 3-423-12448-2
* Erich Loest: Reichsgericht. Linden-Verlag, Leipzig 2001, ISBN 3-86152-003-6
Dieter Zimmer: Für'n Groschen Brause. 26. Aufl., Lübbe, Bergisch-Gladbach 2003, ISBN 3-404-10183-9
* Dieter Zimmer: Das Hochzeitsfoto. Lübbe, Bergisch-Gladbach 1994, ISBN 3-404-12211-9
Clemens Meyer: Als wir träumten. 3. Aufl., Fischer Verlag, Frankfurt 2006, ISBN 3-10048-600-5
Sachbücher
* Erich Keyser (Hrsg.): Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte. Im Auftrag der Konferenz der landesgeschichtlichen Kommissionen Deutschlands mit der Unterstützung des Deutschen Gemeindetages, Stuttgart 1941 (Band 2 Mitteldeutschland)
* Niels Gormsen, Armin Kühne: Leipzig. Den Wandel zeigen. 3. Aufl., Edition Leipzig, Leipzig 2000 ISBN 3-361-00509-4
* Birgit Horn: Die Nacht, als der Feuertod vom Himmel stürzte - Leipzig, 4. Dezember 1943. Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 2003, ISBN 3-8313-1340-7
* Horst Riedel: Chronik der Stadt Leipzig. 2500 Ereignisse in Wort und Bild. Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 2001, ISBN 3-8313-1111-0
* Horst Riedel: Stadtlexikon Leipzig von A ? Z, PRO LEIPZIG, Leipzig 2005, ISBN 3-936508-03-8
* Thomas Nabert (Red.): Eine Wohnung für alle. Geschichte des kommunalen Wohnungsbaus in Leipzig 1900-2000. PRO LEIPZIG, Leipzig 2000, ISBN 3-9807201-1-X
* Joachim Tesch (Hrsg.): BAUEN IN LEIPZIG 1945 - 1990. Akteure und Zeitzeugen auf persönlichen Spuren der Leipziger Baugeschichte. Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen, 2003, ISBN 3-89819-159-1
* Birk Engmann: Bauen für die Ewigkeit. Monumentalarchitektur des zwanzigsten Jahrhunderts und Städtebau in Leipzig in den fünfziger Jahren.'' SAX- Verlag Beucha, 2006, ISBN 3-934544-81-9
Fußnoten
Weblinks
• Leipzig-Lexikon ? Umfangreiches Weblexikon über Leipzig• Lipsikon ? Foto- und Kartensammlung
• Historische Fotos und Bilder von Leipzig
• Superlativ-Sammlung über Leipzighsb:Lipsk
qu:Leipzig
vo:Leipzig

