Krefeld
Die Stadt Krefeld (bis 1929 auch Crefeld, Stadtkreis Krefeld (Crefeld) mit der Stadt Uerdingen und anderen Gemeinden zur Stadt Krefeld-Uerdingen vereinigt wurde. 1940 wurde diese in Krefeld umbenannt und 1975 nochmals geringfügig vergrößert. In der Landesplanung ist Krefeld als Oberzentrum eingestuft.
Geographie
Räumliche Lage
Krefeld liegt am westlichen Ufer des Rheins, an der ?Krefeld-Kempener Platte? zur mittleren Niederrheinebene. Das Stadtzentrum liegt etwa 7 km vom Rheinufer entfernt, doch reicht das Stadtgebiet seit der Eingemeindung Linns bis an den Fluss heran. Die Uferlänge auf Krefelder Gebiet beträgt 6,2 km. Die Breite des Flusses variiert zwischen 320 und 400 m. Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets beträgt in Nord-Süd-Richtung 12 km und in West-Ost-Richtung 13,1 km. Die Höhenlage der Stadtmitte beträgt . Die höchste natürliche Erhebung im gesamten Stadtgebiet ist der Hülser Berg und misst , die höchste Erhebung überhaupt ist der Niederrheinischen_Tiefland. Die oberflächennahen Schichten bestehen überwiegend aus Kies- und Sandablagerungen des Eiszeitalters. Die bis zu 30 m mächtigen Schichten setzte der Rhein hier ab. Vor 240.000 Jahren wurden diese Schichten teilweise von den Rändern der Inlandeismassen zu Stauchmoränen aufgepresst. Der Hülser Berg ist ein Beispiel hierfür. Unter den Kies und Sandschichten befinden sich Meeressande die sich dort im Tertiär (2,4 bis 65 Mio. Jahre vor heute) ablagerten. Sie reichen bis in eine Tiefe von 250 m hinab. Darunter sind Meeresablagerungen (überwiegend aus Sandstein, Tonstein und Kalkstein bestehend) älterer Erdgeschichtlicher_Phasen zu finden. Am nördlichen Stadtrand sind in größerer Tiefe auch kohleführende Schichten aus dem Karbon zu finden, die Verbindung zu den Kohlegebieten in Belgien und an der Ruhr haben.
Auf den höhergelegenen Flächen des Krefelder Stadtgebiets findet man überwiegend Parabraunerden und Braunerden. Diese stellen gute Ackerstandorte.
Die im westlichen Stadtgebiet gelegene durch Bruchtektonik etwas herausgehobene Kempener Platte hat eine ca. 1 m dicke Deckschicht aus Löß. Diese ist während der letzten Eiszeit hier abgelagert worden. Die daraus entstandenen fruchtbaren Lehmböden werden als Getreide- und Rübenfelder geschätzt.
In den Altarmrinnen des Rheins entstand Niedermoortorf, der auch an den Niepkuhlen abgebaut wurde, heute aber keine wirtschaftliche Bedeutung mehr hat.
Zum Ende der letzten Eiszeit hat der Rhein, östlich der Terrassenkante Dießem - Inrath ? Hüls sandige bis lehmige Sedimente abgelagert. Durch Grundwassereinfluss entstanden in den tiefergelegenen Bereichen Gleyeböden. Diese Flächen werden wie z. B. der Hülser und Latumer Bruch als Grünland und Wald genutzt.
In der überflutungsgefährdeten Rheinaue entstanden aus angeschwemmtem Bodenmaterial fruchtbare Böden.
Stadtgebiet
Das Stadtgebiet Krefelds gliedert sich in die 9 Stadtbezirke: Mitte, West, Nord, Hüls, Süd, Fischeln, Oppum-Linn, Ost und Uerdingen. Jeder Stadtbezirk hat eine eigene Bezirksvertretung und einen Bezirksvorsteher. Die Bezirksvertretung wird von der Bevölkerung des Stadtbezirks bei jeder Kommunalwahl gewählt. Des Weiteren existieren 19 Stadtteile, diese sind in mehrere statistische Bezirke unterteilt. Siehe hierzu Liste der Stadtteile von Krefeld.
Die 19 Stadtteile mit ihren amtlichen Nummern:
Nachbarstädte
Die Stadt Krefeld grenzt im Norden an die Städte Neukirchen-Vluyn und Moers im Kreis Wesel, im Osten und Nordosten an die kreisfreie Stadt Duisburg, im Süden an die Stadt Meerbusch im Rhein-Kreis Neuss sowie die Städte Willich, Tönisvorst und Kempen im Kreis Viersen.
Demografie
In Krefeld lebten im Juni 2006 237.301 Menschen. Davon waren 114.975 männlich und 122.326 weiblich.
Die Einwohnerdichte beträgt 17,4 Einwohnern je ha. Die Arbeitslosenquote liegt bei 13,9 %. Der Ausländeranteil beläuft sich auf 13,6 %. Von den ca. 84 000 Sozialversicherungspflichtig beschäftigte Arbeitnehmer sind etwa 30 % im verarbeitenden Gewerbe angestellt, nur 0,5 % in der Landwirtschaft.
17,5 % der Krefelder sind unter 18 Jahren, 62,5 % sind zwischen 18 und 65 Jahre alt und 20 % sind über 65 Jahre alt.
Geschichte
Von den Anfängen bis zum 17. Jahrhundert
Im 1. Jahrhundert n. Chr. erbauten die Römer am Rhein auf dem Gebiet des heutigen Krefelder Stadtteils Gellep das Kastell Gelduba. An verschiedenen anderen Plätzen im Krefelder Stadtgebiet fanden sich die Überreste römischer Landhäuser sowie einer Tempelanlage.
Im Mittelalter wuchs eine Bauernsiedlung an einem Ort namens ?Krinvelde?.
Daß ein ?Krähenfeld? der Namensgeber ist, ist bislang nicht eindeutig geklärt. Die Trutzburg Krakau lag östlich der Stadtmauern inmitten des heutigen Stadtgebietes. ?Krah-Kau? in der Krefelder Mundart bedeutet Krähenkäfig, so daß Krefeld ebenso ein Krähenfeld sein kann.
Die ?Hohe Straße? zwischen Köln und Geldern war eine bedeutende Straße, die ihren Namen ?Hochstraße? bis heute behalten hat. Sie wurde so genannt, weil sie nicht unmittelbar am Rheinufer entlang führte, sondern oberhalb einer Geländekante verlief, wodurch sie vor Überschwemmungen sicher war.
Erstmals wird Krefeld 1150 im Urbar des Kloster_Werden erwähnt. Ebenfalls im 12. Jahrhundert begann Otto von Linn nach seiner Rückkehr vom 3. Kreuzzug die Burg Linn zu einer Festung auszubauen.
1361 erhielt das Dorf Krefeld das Recht, einen Jahr- und Wochenmarkt abzuhalten.
Am 1. Oktober 1373 verlieh Kaiser Karl_IV. ?Crefeld? die Stadtrechte. Dadurch war der Ort, der zur Grafschaft Moers gehörte, besser vor Übergriffen durch Räuberbanden geschützt. Insbesondere die Herren auf der nahegelegenen Burg Linn betrieben Raubrittertum. Die Burg gehörte damals zur Grafschaft Kleve. Heinrich von Strünkede war Amtmann der Mechthild von Kleve auf der Linner Burg und wurde zu Raubzügen gegen Krefeld ausgschickt. Um 1400 wurde zur besseren Verteidigung Krefelds die Burg Krakau etwa 800 Meter östlich der Stadt errichtet. Sie existierte bis ins 17. Jahrhundert, heute sind nur noch ein paar Mauerreste der Wehranlagen an der Bogenstraße übrig. Die älteste Krefelder Kirche, die Dionysiuskirche (heute Alte Kirche), wurde auf einem aus dem 12. Jahrhundert stammenden Bau errichtet und erhielt 1472 einen neuen Turm. Schon wenige Generationen später breiteten sich die Ideen der Reformation in Europa aus, und 1560 wurde die Grafschaft Moers nach dem Grundsatz cuius regio, eius religio protestantisch. Allerdings gab es in den Wirren der folgenden Jahre weiterhin Katholiken in Krefeld, die katholische Pfarrei wurde erst durch die Neutralitätsvereinbarung von 1607 aufgehoben, und auch danach wurden Katholiken geduldet. 1584 wurde Krefeld im Truchsessischen_Krieg völlig zerstört und blieb für zwei Jahrzehnte nahezu unbewohnt. 1594 verschenkte Gräfin Walburga, die Witwe des Grafen Adolf von Neuenahr-Moers, die Herrlichkeit Krefeld an Prinz Moritz von Oranien. Die Grafschaft Moers, und damit auch Krefeld, wurden daraufhin am 4. Juli 1598 von den Generalstaaten und Erzherzog Albrecht VII. von Österreich für neutral erklärt. Die Bedeutung dieser Neutralität für die politische und wirtschaftliche Entwicklung Krefelds kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Sie wurde in mehreren Folgeverträgen erneuert und bezog sich auf den Unabhängigkeitskampf_der_Niederlande, auf den Dreißigjährigen_Krieg und auf die Folgezeit. Das neutrale Krefeld wurde nun zum Zufluchtsort für Wiedertäufer und Mennoniten, die in den benachbarten katholischen Regionen wegen ihres Glaubens verfolgt wurden. Es kamen mehr Andersgläubige, als die alteingesessenen Krefelder ertragen wollten. Nicht zuletzt waren diese frommen Menschen oft tüchtige Handwerker und Geschäftsläute und daher waren viele von ihnen schon bald recht wohlhabend. Dies schürte natürlich den Neid und verbreitete damit Unmut unter der sonst eher ärmlichen Krefelder Bevölkerung. 1646 beklagten sich die reformierten Pfarrer Krefelds öffentlich beim Grafen von Moers darüber, dass die Mennoniten in Krefeld Versammlungen abhielten. Aufgrund dieser für Nicht-Mennoniten undurchsichtigen Treffen wurden die Mennoniten der Aufrührerschaft und Verschwörung bezichtigt. Da ihr Glaube sie als überzeugte Pazifisten auszeichnet, waren sie oft üblen Beschimpfungen und Gängeleien ausgesetzt.
Von größter Bedeutung für Krefeld war die Niederlassung des 1656 aus Radevormwald ausgewiesenen Mennoniten Adolf von der Leyen. Seine Söhne begründeten die Seidenweberei in Krefeld. Von_der_Leyen war der Stammvater einer ganzen Dynastie von Seidenfabrikanten, unter ihnen die sogenannten Seidenbarone, die Krefeld zu großem Wohlstand verhalfen.
Der Strom von Glaubensflüchtlingen aller Konfessionen hielt stetig an - es waren mehr, als die Stadt fassen konnte. Die Stadt wurde erst bei der 1. Stadterweiterung von 1693 gezielt vergrößert. Schon bald kam es zu Ausschreitungen und Übergriffen auf die Andersgläubigen. 1683 wanderten daher die ersten 13 Familien auf einem Schiff mit dem Namen ?Concord? nach Amerika aus und gründeten in Pennsylvania die Ortschaft Germantown. Sie waren hauptsächlich Quäker und Mennoniten, welche die in Pennsylvanien vom Gouverneur William Penn zugesicherte absolute Meinungs- und Glaubensfreiheit lockte. Heute ist Germantown ein Stadtteil von Philadelphia. Diese 13 Familien waren die ersten Deutschen, die als geschlossene Gruppe nach Amerika auswanderten. Die Deutsche Bundespost nahm 1983 die 300 Jahrfeier ?Deutsche in Amerika?, die in Philadelphia und in Krefeld als ?Philadelphiade? gefeiert wurde zum Anlass, eine Sonderbriefmarke herauszugeben.
18. Jahrhundert
1702 starb Wilhelm_III._von_Oranien, und Krefeld fiel daraufhin an Preußen. Die beiden Brüder Friedrich und Heinrich von_der_Leyen verließen 1731 den elterlichen Betrieb und gründeten eine eigene Firma. Dieses Textilunternehmen entwickelte sich in den nächsten Jahren zu einem Unternehmen mit Weltruf und übte zunehmend Einfluss auf die Verhältnisse der Stadt aus. Friedrich war der Repräsentant der Firma, Heinrich ihr Organisator. Die beiden reichen Brüder unterstützten ihre Mennonitengemeinde, indem sie die Prediger bezahlten, ein Armenhaus stifteten und eine neue Kirchenorgel kauften. Dennoch hat der Reichtum der von der Leyens mit ihrem fürstlichen Lebensstil die einstigen Glaubensgedanken wie Frömmigkeit und Bescheidenheit verdrängt. Friedrich_Wilhelm_I. erkannte bei seinem Besuch in Krefeld 1738:
?Die Mennonisten sind hier keine rechten Mennonisten, sondern Bastarde, sonst aber gute Christen und biedere Leute.?.
Den Von der Leyens machte er dennoch, oder gerade deshalb Zugeständnisse:
?Sie können sich auf mich verlassen, ich werde sie zu jeder Zeit protegieren, daß dero Fabrik und Handlung kein Mensch Tort tun kann.?.
Trotz der pazifistischen Privilegien, die der preußische König weiterhin bestätigte, wurde die Stadt im 18. Jahrhundert wieder durch mehrere Kriege in Mitleidenschaft gezogen (s. Spanischer Erbfolgekrieg, Polnischer Erbfolgekrieg). Der nächste preußische König Friedrich_II. erlaubte den Katholiken in Krefeld eine eigene Kirche, die Dionysiuskirche, zu bauen: Sie wurde 1754 fertiggestellt.
thumb|Die_Seidenweberhäuser_waren_Wohnort_und_Arbeitsplatz_zugleich
Durch Monopole förderte Friedrich II. in Krefeld die Seidenweberei. Somit entwickelte sich in Krefeld eine stark ausgeprägte Textilindustrie. Diese Situation machte die Stadt Krefeld sehr wohlhabend und sie bekam ihren noch heute gültigen Beinamen ?Samt- und Seidenstadt?. Hundert Jahre später war die Hälfte der Krefelder Bevölkerung in der Seidenindustrie beschäftigt. An die vielen Weber der Stadt erinnert heute am Südwall Ecke Ostwall das Seidenweberdenkmal, die Statue eines Seidenwebers mit geschulterter Tuchrolle, von den Krefeldern Meister Ponzelar genannt. Auf dem Bild unter der Statue, im Sockel eingelassen, ist eine für damals typische Webstube dargestellt. Gewebt wurde seinerzeit in Heimarbeit in einer eigens dafür mit einem Webstuhl eingerichteten Webstube eines Weberhauses. Einige dieser typischen Häuser haben die Bombardierungen im Zweiten_Weltkrieg und mehrere Stadtmodernisierungen unversehrt überstanden und stehen heute unter Denkmalschutz.
thumb|Denkmal_der_Schlacht_an_der_Hückelsmay
Durch die ?Schlacht bei Krefeld? ging der Name der friedliebenden Stadt in die Kriegsgeschichte ein: Im Siebenjährigen_Krieg trafen am 23. Juni 1758 preußische Truppen unter dem Kommando des Prinzen Ferdinand von Braunschweig und ein französisches Heer am südlichen Stadtrand zusammen. Trotz ihrer Übermacht wurden die Franzosen besiegt - ein Gedenkstein am einstigen Schlachtfeld, der Hückelsmay, erinnert heute noch an die über 2.800 Gefallenen, die dort begraben liegen. Friedrich II. besuchte zweimal die Stadt Krefeld: 1751 und 1763. Bei seinem zweiten Besuch verlieh er der Familie von der Leyen Monopolrechte für die Seidenproduktion, so dass aufkommende Konkurrenten gezwungen waren, in das benachbarte Herzogtum_Jülich-Berg beziehungsweise das Kurfürstentum Köln abzuwandern. An die 4.000 Bürger arbeiteten bereits für die Von der Leyens, das war etwa die Hälfte aller Einwohner der Stadt. 80 % der produzierten Waren gingen in den Export auch nach Amerika und Russland. Das Portfolio umfasste Seiden- und Samtbänder, Paramenten, Borten, Hals- und Taschentücher und Seidenstrümpfe sowie Tuchware, all dies in exklusiven und erlesenen Qualitäten. Um 1768 liefen allein für die beiden Brüder von der Leyen über 700 Webstühle. Der zweitgrößte Krefelder Seidenfabrikant, die Firma Floh, besaß etwa 100 Seidenwebstühle. Die Webstühle waren stets Eigentum des jeweiligen Fabrikanten und wurden an die angestellten Weber lediglich ausgeliehen. Gewebt wurde meist in Heimarbeit. 1781 vermerkte Friedrich der Große, König von Preußen:
?Crefeld und die dasigen Manufacturen sehe ich als ein Kleinod an, von welchem die Werber wegbleiben müssen; zeigt Mir daher nur die Regimenter näher an, welche sich dergleichen Exzesse zu Schulden kommen lassen. Ich werde ihnen schon den Weg zur Stadt und ihren Manufacturen zu versperren wissen. Auswärts mögen sie werben, soviel sie wollen, von dergleichen nützlichen Fabriquen sollen sie aber durchaus wegbleiben.?.
Dies bedeutete, dass in Krefeld von nun an keine Rekruten von der Armee angeworben werden durften. Die übliche Methode der Werber bestand darin, abends vor den Kneipen angetrunkenen jungen Männern aufzulauern und ihnen sofort einen Betrag als Vorschuss auf den Sold auszuzahlen. Wer dieses ?Handgeld? annahm, verpflichtete sich quasi umgehend zum Wehrdienst. Während anderenorts ganze Stammbelegschaften in den Krieg zogen, konnte in Krefeld auch in Kriegszeiten mit nahezu gleicher Quantität die gewohnt hohen Qualitäten gefertigt werden. Zudem verfügte man in Krefeld durch diese Protektion über die höchste Dichte an Webermeistern, welche ebensolche meisterlichen Arbeiten ablieferten.
1794 betrug das Betriebsvermögen der Von der Leyens enorme 1.280.000 Taler. Ein Webergeselle verdiente zu der Zeit im Monat etwa 10 Taler, ein Seidenweber das doppelte, Bandweber sogar bis zu 30 Taler. Eine einfache Wohnung kostete 1 Taler Miete pro Monat. Für einen Webstuhl musste man schon 80 Taler bezahlen, ein Roggenbrot von 500 g kostetet 4 Deut und der Liter Bier 1 Stüber und 3 Deut. Ein Taler kam 60 Stüber gleich und ein Stüber hatte 8 Deut. Ein Taler von 1770 entspricht heute etwa 25,- Euro.
Der Wohlstand lockte auch Ganoven und Banditen an. Oft wurden die frommen und gutgläubigen Mennoniten zu ihren Opfern. Räuberbanden zogen um Krefeld umher und verbreiteten Angst und Schrecken. Die ?Krefelder Bande? war nur eine von vielen. Der Grefrather Matthias Weber, ob seiner Art des Kampfes vielen besser bekannt als ?Der Fetzer?, war seinerzeit wohl das prominenteste und gefürchtetste Mitglied dieser Gruppe.
In dem auf die Französische Revolution folgenden französisch-preußischen Krieg wurde Krefeld wie das übrige linksrheinische Territorium 1794 von den Franzosen besetzt. Die Stadt wurde wie das gesamte linksrheinische Gebiet von Frankreich annektiert und 1798 zum Verwaltungssitz eines Arrondissements des Département de la Roer bestimmt. In dieser Zeit wurde auch gezielt Jagd auf die umherstreunenden Banditen und Räuber gemacht. Mit den meisten wurde kurzer Prozess gemacht. So endete 1803 auch das Leben von Matthias Weber auf einer Guillotine in Köln.
19. Jahrhundert
Die Gedanken der Revolution fanden durchaus Zustimmung bei vielen Bürgern, die auch Napoléon Bonaparte 1804 bei seinem Besuch in der Stadt zujubelten. Aus den Aufzeichnungen der Familie von Beckerath geht zum Besuch Napoleons in Krefeld folgendes hervor: ?Bonaparte wurde auf dem Felde bei Königshof empfangen. Der Kaiser hatte einen gelblichen Teint, graue Augen, dunkles Haar und seine Züge waren nicht unangenehm. Nachdem der Maire von der Leyen seine Rede abgelesen hatte, nickte er freundlich mit dem Kopf, sah auf seine Uhr und befahl fortzufahren. Er war kaum in der Stadt, so sahen wir ihn mit dem Maire Arm in Arm gehen. Nachdem Bonaparte die Fabriken besehen, ließ er den Gemeinderat zusammenkommen und fragte unter anderem, wie viele Millionäre denn in Crefeld seien.?.Die Franzosenzeit endete am 14. Januar 1814 - von nun an war Krefeld wieder preußisch.
1816 wurde Krefeld Sitz des Kreises_Krefeld, der 1929 im Kreis Kempen-Krefeld aufging. 1828 rebellierten Seidenweber der Firma von der Leyen gegen Lohnkürzungen. Preußische Husaren schlugen die Aufständischen nieder. Um 1840 wurden die mittelalterlichen Befestigungsanlagen eingeebnet, um Platz für einen Ring breiter Boulevards (Nord-, West-, Süd-, Ostwall) zu schaffen. Dies wird fälschlicherweise dem Baumeister und Architekten Adolph von Vagedes zugeschrieben. Der wahre Baumeister bleibt jedoch unbekannt. Vagedes indes machte bereits 1819 Pläne für die Erweiterung der Stadt. 1843 wurde Krefeld nach Plänen von Umpfenbach bis zu den heutigen Ringstraßen erweitert. Die Märzrevolution von 1848 war auch in Krefeld spürbar - im Januar 1849 gab es bei Straßenkämpfen sogar ein Todesopfer. Das technische Zeitalter begann in Krefeld 1849 mit Eröffnung der Eisenbahn von Aachen nach Oberhausen (Bergisch-Märkische Eisenbahn). 1863 kam es zu einem Eklat beim Besuch von König Wilhelm_I.. Außer den Mitgliedern des Preußenvereins verweigerten die meisten Krefelder dem König die üblichen Ehrenbezeugungen und blieben einfach zu Hause. Als ihm 1870 ein Denkmal gesetzt werden sollte, verlangte Wilhelm, der die Beleidigung nicht vergessen hatte, es müsse der Stadt den Rücken zukehren. Der Sockel dieses Denkmals ist noch heute im Krefelder Stadtgarten zu sehen. Die Statue selber wurde im Zweiten_Weltkrieg für die Rüstung eingeschmolzen. 1872 schied Krefeld aus dem Kreis Krefeld aus und wurde kreisfreie Stadt. Am 17. Juni 1894 starb der Luftfahrtpionier Hermann Lattemann in Krefeld bei einem fatalen Experiment, als er seinen Ballon zum Fallschirm umwandeln wollte.
20. Jahrhundert
thumb|Postkarte_von_1908_zeigt_die_Hochstraße_wahrscheinlich_Ecke_Schwanenmarkt
Am 9. Juni 1902 wurde die 3. Sinfonie Gustav Mahlers in Krefeld unter der Leitung des Komponisten uraufgeführt. Elf Tage später jubelten die Krefelder Kaiser Wilhelm_II. zu - die Zurückhaltung, die sie seinem Großvater entgegengebracht hatten, war vergessen. 1914 zogen auch Krefelder in den Ersten_Weltkrieg - die pazifistischen Privilegien waren schon seit 1794 Geschichte. Nach Kriegsende wurde Krefeld 1919 von belgischen Truppen besetzt. Am 22. Oktober 1923 stürmten rheinische Separatisten das Krefelder Rathaus, es gab Tote und Verletzte, aber ansonsten blieb die Aktion ohne politische Folgen. 1929 wurde Krefeld mit Uerdingen, Fischeln, Gellep-Stratum, und anderen Gemeinden zum Stadtkreis Krefeld-Uerdingen vereinigt und der Restkreis in Landkreis_Kempen-Krefeld umbenannt. Bereits 1907 hatte es eine große Erweiterung des Stadtgebietes gegeben, damals wurden Bockum, Oppum und Verberg eingemeindet. 1933 marschierte Krefeld mit dem übrigen Deutschland in den Nationalsozialismus. Am 9. November 1938 wurden auch in Krefeld die Synagogen niedergebrannt und Geschäfte jüdischer Kaufleute zerstört. Der Zweite_Weltkrieg verschonte Krefeld nicht: Am 21. Juni 1943 wurden bei einem britischen Luftangriff im Rahmen der moral bombing-Strategie große Teiles des Ostens der Stadt getroffen, die Innenstadt wurde durch einen von Brandbomben verursachten Feuersturm erheblich zerstört. Wundersamerweise blieb der große Hauptbahnhof bis auf wenige Beschädigungen unversehrt. Am 3. März 1945 marschierten US-amerikanische Truppen in Krefeld ein und befreiten die Stadt damit von der nationalsozialistischen Herrschaft. Nach Kriegsende sollten die Krefelder Stahlwerke ursprünglich demontiert werden, aber man konnte dies noch abwenden. In den 50er Jahren erlebten sie ebenso wie die Textilindustrie einen neuen Aufschwung. 1975 wurde Krefeld durch die Eingemeindung von Hüls erneut vergrößert. Noch einmal war der Name Krefeld Synonym für eine pazifistische Bewegung: Am 16. Oktober 1980 wurde in der Stadt auf einer Konferenz der Friedensbewegung (unter anderem mit Petra Kelly und Gert Bastian) der ?Krefelder Appell? gegen den NATO-Doppelbeschluss formuliert. Bei einem Staatsbesuch des US-Vizepräsidenten George H. W. Bush anlässlich der Philadelphiade in Krefeld am 25. Juni 1983 demonstrierten über 20.000 Menschen, dabei kam es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen militanten Demonstranten und der Polizei.
Wachstum bis 1843
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¹ Volkszählungsergebnis
Religionen
Christen
thumb|Die_Katholische_Hauptpfarrkirche_Krefelds,_St. Dionysius_
thumb|Evangelische_Kirche_Alt-Krefeld_
Krefeld und Uerdingen gehörten anfangs zum Erzbistum Köln und waren dem Archidiakonat des Domdekans, beziehungsweise dem Dekanat Neuss unterstellt. 1560 führten die Grafen von Moers in Krefeld die Reformation ein. Durch die Verpfändung Krefelds an die Oranier galt in Krefeld eine begrenzte Religionsfreiheit, die sich auf das private religiöse Leben beschränkte. Das Kloster Johannes Baptista wurde von den Katholiken weiter genutzt. Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen waren jedoch dem reformierten Pfarrer vorbehalten. Diese, wenn auch eingeschränkte, Religionsfreiheit führte viele aus religiösen Gründen verfolgte Menschen aller Konfessionen in die Stadt. Eine besonders starke Gruppe bildeten die Mennoniten, die schon im Jahre 1693 eine eigene Kirche bauen konnten.
Erst unter den Preußen durften ab 1744 die Katholiken wieder selber Taufen, Hochzeiten und Begräbnisse vornehmen. 1748 bauten die Lutheraner ihre eigene Kirche;
1754 wurde die katholische Dionysiuskirche fertiggestellt.
Obwohl die Bevölkerung mehrheitlich immer katholisch war, dominierten die Reformierten die Stadt. Alle öffentlichen Ämter bis hinab zum Nachtwächter wurden von Reformierten bekleidet. Die soziale Struktur der Konfessionen ließ sich auf einen einfachen Nenner bringen: Die Mennoniten hatten das Geld, die Reformierten das Sagen und die Katholiken die Arbeit.
Anders war es in Uerdingen. Durch die Zugehörigkeit der Stadt zum Erzbistum Köln blieb die Stadt auch nach der Reformation katholisch. Alle katholischen Pfarrgemeinden im heutigen Stadtgebiet gehörten bis 1802 zum Erzbistum Köln. Nach dessen Auflösung kamen die Gemeinden zum Bistum Aachen, das jedoch 1821/1825 bereits wieder aufgehoben wurde, so dass das Gebiet ab 1821 erneut zum wieder errichteten Erzbistum Köln kam, Hüls und Benrad kamen jedoch zum Bistum Münster. Krefeld wurde Sitz eines Dekanats. 1930 wurden alle Pfarrgemeinden des gesamten Gebiets dem neu errichteten Bistum Aachen zugeordnet. Das Dekanat Krefeld wurde in die drei Dekanate Mitte, Süd und Ost aufgeteilt. Heute gehören alle Pfarrgemeinden der Stadt Krefeld zu den Dekanaten Mitte, Ost, Bockum/Oppum, West, Süd und Nordwest innerhalb der ?Region Krefeld?, zu der weitere Gebiete außerhalb Krefelds gehören. Hauptkirche der Stadt Krefeld ist die Pfarrkirche St. Dionysius. Weitere Kirchen sind St. Andreas, St. Anna, St. Antonius, St. Bonifatius, Christus König, St. Clemens, St. Cyriakus, St. Elisabeth, St. Elisabeth von Thüringen, St. Franziskus, St. Gertrudis, Heilige Schutzengel, St. Heinrich, Herz-Jesu Königshof, Herz-Jesu Bockum, St. Hubertus, St. Johann Baptist, St. Josef Krefeld-Mitte, St. Josef Krefeld-Nordwest, Liebfrauenkirche, St. Karl Borromäus, St. Margareta, St. Mariä Himmelfahrt, Maria Waldrast, St. Martin, St. Michael, St. Norbertus, St. Paul, Pax-Christi, St. Peter, St. Pius X., St. Stephan und St. Thomas Morus.
Mit dem Übergang an Preußen gehörten die protestantischen Gemeinden Krefelds zur Rheinischen Provinzialkirche der Evangelischen Kirche in Preußen. Krefeld wurde Sitz eines Superintendenten, aus dem später der Kirchenkreis Krefeld (heute Krefeld-Viersen) innerhalb der Evangelischen_Kirche_im_Rheinland hervorging. Die Kirchengemeinden wurden in mehrere Kirchengemeinden aufgeteilt beziehungsweise neue Kirchengemeinden entstanden. Der heutige Kirchenkreis Krefeld-Viersen umfasst außer den Krefelder Kirchengemeinden auch viele Gemeinden außerhalb der Stadt Krefeld. In Krefeld gibt es heute folgende Kirchen (in Klammer die zugehörige Kirchengemeinde und soweit bekannt das Baujahr der Kirche):
Alte Kirche, Erlöserkirche und Johanneskirche (alle Kirchengemeinde Alt Krefeld), Friedenskirche (Friedenskirchengemeinde, 1874), Pauluskirche (Pauluskirchengemeinde, 1900/1901), Lutherkirche (1904) und Markuskirche (beide Kirchengemeinde Krefeld Süd), Christuskirche (Kirchengemeinde Krefeld Ost), Kreuzkirche und Auferstehungskirche (beide Kirchengemeinde Oppum), Lukaskirche, Thomaskirche und das Gemeinsame Haus (ökumenisch) in Elfrath (alle Kirchengemeinde Nord), Kreuzkirche (Kirchengemeinde Hüls), Michaelskirche und Johanneskirche (beide Kirchengemeinde Uerdingen).
Neben den römisch-katholischen und evangelischen Gemeinden sowie der bereits erwähnten Mennonitengemeinde gibt es in Krefeld weitere Freikirchen, darunter eine Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten, eine Gemeinde der Apostolischen_Gemeinschaft, eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), eine Freie evangelische Gemeinde und die Heilsarmee. Ferner eine griechisch-orthodoxe Kirchengemeinde und eine altkatholische Kirchengemeinde. Sie alle sind Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Krefeld.
Daneben gibt es noch die Christengemeinschaft und die Neuapostolische Kirche.
Juden
Nach der Ordnung der jüdischen_Gemeinden aus der napoleonischen_Zeit war in Krefeld die bedeutendste jüdische Gemeinde im Rur-Departement. Folglich war hier das Konsistorium, die Verwaltung aller Gemeinden aus dem Département, ansässig. Der Krefelder Rabbiner war als Oberrabbiner zuständig für ein weites Gebiet von Kleve im Norden bis Köln im Süden. Die jüdische Gemeinde hatte in Krefeld zusätzlich eine besondere Stellung, weil sie nicht die einzige Minderheit in der Stadt repräsentierte.
Zu Beginn der dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts lebten in Krefeld, einschließlich des erst später eingemeindeten Ortsteils Hüls, etwa 1.600 Juden, etwa ein Prozent der Bevölkerung. Die Tendenz war eher abnehmend, da die jüngeren Leute in die größeren Städte, besonders nach Berlin, abwanderten. In Krefeld existierten mehrere Synagogen bzw. Bethäuser und zwar in Krefeld-Mitte, Fischeln, Hüls, Linn und Uerdingen. Es gab und gibt weiterhin einen jüdischen_Friedhof. Erfolgreiche Kaufleute und Akademiker jüdischer Herkunft waren gesellschaftlich weitgehend akzeptiert, besonders wenn die Familien seit mehreren Generationen in Krefeld lebten. Trotzdem kam es auch in Krefeld seit Mitte der 1920er Jahre zu antisemitischen Übergriffen, die im Novemberpogrom_1938 gipfelten. Bis 1939 war die Hälfte der Krefelder Juden aus Deutschland ausgewandert. Mindestens 737 Krefelder Juden wurden in der Zeit des Nationalsozialismus getötet.
Die Jüdische Gemeinde Krefeld erstreckt sich heute von Krefeld bis Kleve. Umfasste sie 1980 nur rund 130 Mitglieder, sind es zurzeit 1.084. Die meisten davon sind Osteuropäer, die nach dem Fall des Eisernen_Vorhangs nach Deutschland eingewandert sind. Im Juli 2005 wurde der Grundstein für den Neubau einer Synagoge an der Wiedstraße in der östlichen Innenstadt gelegt.
Muslime
In Krefeld leben ca. 14.000 Muslime, dies sind rund 5,6 Prozent der Krefelder Bevölkerung. Die meisten von ihnen kamen ab den 1960er Jahren hauptsächlich als Gastarbeiter aus der Türkei in die Samt- und Seidenstadt und fanden hier eine neue Heimat. Die Krefelder Muslime schlossen sich unter dem Dachverband ?Union der türkischen und islamischen Vereine in Krefeld und Umgebung e. V.? zusammen, um bürokratische Angelegenheiten mit der Stadt Krefeld einfacher und schneller zu handhaben. Derzeit existieren in Krefeld sechs muslimische Gotteshäuser. Die älteste Moschee wurde 1973 an der Gerberstraße vom Verein Islamische Gemeinschaft Krefeld e. V., nahe der Innenstadt, eröffnet. Sie befindet sich seit 1987 in der Viersener Straße. Am 3. Oktober jeden Jahres findet in NRW und auch in Krefeld der ?Tag der offenen Moschee? statt. Das Zauberwort ?Dialog? wird in Krefeld nicht nur als leere Phrase aufgefasst, sondern aktiv betrieben. Einmal im Monat findet das Christlich-muslimische Frauenfrühstück, im ?Haus der Familie? statt. Die Arbeitsgruppe ?Kinder im Licht? mit dem St. Josefs Hospital Uerdingen wird aktiv zum Austausch genutzt. Es finden ?Tarik? Treffen zwischen Schülern der Marienschule und Muslimen zum religiösen Dialog (Bibel-Koran) statt. Ein weiteres Indiz dafür, dass aus den Gastarbeitern muslimische Mitbürger geworden sind, ist der muslimische Friedhof am Elfrather See.
Die sechs Moscheen in Krefeld heißen:
Ayasofya Camii,
Fatih Camii,
Haci Bayram Veli Camii,
Merkez Camii,
Yunus Emre Camii,
Yavuz Sultan Selim Camii.
Sonstige
Des Weiteren gibt es ein buddhistisches Zentrum in der Stadtmitte.
Politik
An der Spitze des alten Dorfes Krefeld stand zunächst ein Amtmann, der im Namen der Grafen handelte. Nach der Stadterhebung leiteten die Schöffen die Stadtverwaltung. Ihnen traten später Bürgermeister und Ratsmänner zur Seite. Im 15. Jahrhundert nahmen auch Gemeinsleute als Vertreter der Bürgerschaft an der Stadtverwaltung teil. Schöffen, Bürgermeister und Gemeinsleute bildeten später den Magistrat. Ab 1738 wurde der Magistrat ständig. Ihm gehörten 4 Bürgermeister, ein Schöffe, ein Secretarius und 3 Gemeinsleute an. Nach 1740 handelte es sich beim Magistrat um eine königliche Behörde des Staates Preußen, zu dem Krefeld seinerzeit bereits gehörte. In französischer Zeit wurde 1800 die Munizipalverfassung eingeführt. Krefeld wurde Hauptort eines Kantons mit einem Maire an der Spitze. Ferner gab es einen Munizipalrat. 1845 wurde die Rheinische Landgemeindeordnung und 1856 die Rheinische Städteordnung eingeführt. Danach leitete ein Oberbürgermeister die Stadtverwaltung, auch gab es weiterhin einen Rat.
Auch in Uerdingen gab es nach der Stadterhebung einen Rat und mehrere Bürgermeister. Ab 1648 gab es nur noch einen Bürgermeister. Auch Uerdingen wurde in französischer Zeit Sitz einen Kantons mit einem Maire an der Spitze. In preußischer Zeit leitete ein Bürgermeister die Stadt. Nach der Vereinigung beider Städte gab es einen Oberbürgermeister für die neue kreisfreie Stadt Krefeld-Uerdingen.
thumb|Die_ehemalige_Hauptverwaltung_der_VerSeidAG_ist_heute_das_Stadthaus_
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Während der Zeit der Nationalsozialisten wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt. Nach dem Zweiten_Weltkrieg setzte die Militärregierung der Britischen_Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein, und 1946 führte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten ?Rat der Stadt?, dessen Mitglieder man als ?Stadtverordnete? bezeichnet. Der Rat wählte anfangs aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Des Weiteren wählte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 1999 wurde die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wurde 1999 erstmals direkt vom Volk gewählt. Oberbürgermeister ist Gregor Kathstede (CDU).
Oberbürgermeister seit 1848
Stadtwappen
für die Geschichte und weitere Informationen siehe: Stadtwappen KrefeldDas mit Ministerialerlass vom 3. Juli 1950 genehmigte Stadtwappen wurde von dem Heraldiker Wolfgang Pagenstecher entworfen. Der gespaltene Schild zeigt vorn in Silber den hl. Dionysius mit Heiligenschein und rotem Ornat, den Bischofsstab in der Rechten, das abgeschlagene Haupt in der Linken, zu seinen Füßen ein goldenes Schildchen mit schwarzem Balken, hinten in blau über rot geteiltem Felde zwei abgewendete goldene Schlüssel, begleitet von silbernen Schilden mit schwarzen
Balkenkreuzen.
Der abgeschlagene Kopf des hl. Dionysius, der im dritten Jahrhundert erster Bischof von Paris und später fränkischer Nationalheiliger wurde, deutet seinen Märtyrertod an. Das Moerser Landeswappen zu seinen Füßen erinnert an die frühere Zugehörigkeit von Stadt und Herrlichkeit Krefeld zur Grafschaft Moers. Die kurkölnischen Schilde im Uerdinger Wappen weisen auf die Landesherrschaft des Kurfürsten von Köln über die Stadt Uerdingen hin und versinnbildlichen zugleich die Zugehörigkeit einiger Teile des alten Amtes Linn-Uerdingen zum heutigen Stadtgebiet.
Stadtfarben
Die Farben der Stadt Krefeld sind schwarz und gold.
Städtepartnerschaften
=_Botanischer_Garten_
=Der_Oppum. Bereits 1928 entwickelte sich der Botanische Garten aus einem kleinen Schulgarten heraus. Auf einer Fläche von 3,6 ha wachsen hier heute rund 5000 Pflanzenarten in wissenschaftlichen Abteilungen und Themengärten. Der Eintritt ist kostenlos, ausgenommen bei Sonderveranstaltungen.
= Krefelder Zoo
=Der Krefelder Zoo wurde 1938 gegründet. Er beherbergt auf einer Fläche von 13 ha derzeit einen Tierbestand von ca. 1300 Tieren aus 225 verschiedenen Arten. Zu den besonderen Attraktionen gehören das Affentropenhaus in welchem drei Menschenaffenarten ohne Trenngitter oder Trennscheiben leben, die tiergeografisch gegliederte Vogeltropenhalle, das 1998 eröffnete Regenwaldhaus, die Elefantendressur von Wolfgang Nehring, eine Vogelfreifluganlage und vor allem viele seltene Tierarten. Die neueste Attraktion ist das Wildkatzengehege. Jährlich besuchen rund 380.000 Besucher den Zoo.
= Hülser Berg
=Beim Hülser Berg handelt es sich um einen in der letzten Eiszeit entstandenen Geröllberg (Endmoräne), der heute vollständig bewaldet ist und als Ausflugsziel dient. Auf dem Hülser Berg befindet sich die Hülser Bergschenke. Weiterhin befindet sich dort ebenfalls ein Aussichtsturm, der damit auch den höchsten Punkt Krefelds darstellt.
Der Fachbereich Jugend veranstaltet auf dem Hülser Berg jedes Jahr im Sommer ein Seifenkistenrennen.
= Elfrather See
=Das Naherholungsgebiet Elfrather See bietet viele Möglichkeiten für Wassersport und einen Badesee. Der See entstand zwischen den 1970er und 2000er Jahren aus einer Kiesgrube. Auf der 3 km langen Regattastrecke werden Wettkämpfe im Segeln, Rudern und Windsurfen ausgetragen. Aber auch Taucher, |Angler, Jogger, Bootsmodellbauer und Spaziergänger kommen auf ihre Kosten.
Sport
Der Sport hat in Krefeld einen sehr hohen Stellenwert. In über 250 ansässigen Sportvereinen kann man über 200 Sportarten nachgehen. In zahlreichen Sportarten ist Krefeld in den ersten Ligen vertreten.
In Krefeld gibt es in jedem Stadtteil mindestens eine städtische Sportanlage mit einem Asche- oder Rasenfußballplatz und einer Laufbahn. Des Weiteren existieren drei Eisstadien, wobei der KönigPALAST nur von den Krefeld Pinguinen genutzt wird. Krefeld verfügt über drei öffentliche Badeanstalten sowie mehrere Freibäder. Einen großen Stellenwert im Krefelder Sport hat der Bayerkonzern. Er unterhält mehrere Sportvereine verschiedenster Sportrichtungen, die zusammengenommen eine Mitgliederzahl von fast 18.000 Mitgliedern erreichen, sowie mehrere Sportstätten verschiedenster Art.
Eishockey hat in Krefeld eine lange Tradition. Der Eishockey-Verein Krefeld Pinguine, ist einer der bekanntesten Vertreter des Krefelder Sports. Er spielt in der DEL und konnte sich zuletzt in der Saison 2002/03 den Meistertitel sichern. Siehe auch: Eishockey in Krefeld
Den größten fußballerischen Erfolg konnte der 1905 gegründete KFC_Uerdingen, 1985 als DFB-Pokalsieger feiern. Momentan spielt er in der Oberliga Nordrhein.
Derzeit erfolgreicher präsentiert sich der Crefelder_Hockey_und_Tennis_Club. Er spielt sowohl auf dem Feld als auch in der Halle in der Hockey-Bundesliga und wurde in der Saison 2005/2006 Deutscher Feldhockey-Meister und in der Saison 2006/2007 Deutscher Hallenhockey-Meister.
Im Rollhockey spielen sowohl die Damen- als auch die Herrenmannschaft des Hülser Sportverein jeweils in der 1.Bundesliga.
Gleich drei Krefelder Vereine spielen beim Wasserball in der ersten Bundesliga . Der SSF Aegir Uerdingen, der SV Bayer Uerdingen sowie der SVK 72.
Der Inline-Skaterhockey-Verein, ?Skating Bears?, mehrfacher Deutscher Meister und Europameister, ist der größte Skater-Hockeyverein in Deutschland.
In der Tennisbundesliga ist Krefeld durch den HTC Blau-Weiss Krefeld vertreten.
Im Handball spielt der SC Bayer 05 Uerdingen in der Regionalliga West. Der TV Krefeld-Oppum wurde 1931 (Deutscher Turngau) sowie 1966 und 1968 deutscher Feldhandballmeister.
Für Nordrhein-Westfälische Verhältnisse ist Krefeld mit seinen vier eisstocktreibenden Vereinen eine Hochburg. Die Vereine EC Krefeld, SK Bayer Uerdingen, Seidenstädter ES und Krefelder ES 90 stellen bei Damen, Herren und im Mixed Spitzenmannschaften Nordrhein-Westfalens.
Des Weiteren stammen viele Reiter von Weltrang aus Krefeld. So die Brüder Peter Schiergen (Rennreiten) und Heiner Schiergen (Dressur). Krefeld beherbergt das Trainingslager der spanischen Equipe (Kornaue, Trainer Jean Bemelmanns) und war Standort für die Ausbildung der deutschen Olympiamannschaft in der Vielseitigkeit (Stall Kühnen, Reiter Ralf Ehrenbrink). Auch dient die Pferderennbahn im Krefelder Stadtwald renommierten Rennställen als Quartier (Mäder/Hofer).
= Sportveranstaltungen
=Der SSV Krefeld-Gartenstadt richtet jedes Jahr im Juni Deutschlands größtes DHB Masters-Turnier im Beachhandball aus. 16 Mannschaften (8 Frauen und 8 Männerteams) kämpfen auf der Sandanlage am Elfrather See um Masterpunkte und um den Einzug ins Finale der Deutschen Meisterschaft in Cuxhafen. Weiter finden an den Tagen Donnerstag bis Sonntag die offenen Stadtmeisterschaften im Beachhandball statt, an der 42 Männer- und Frauenteams teilnehmen.
Kurz nach Tour de France und Deutschland Tour finden jedes zweite Jahr die SWK Classics statt. Bei diesem Radrennen über etwa 40 Runden und insgesamt 90 km treten neben lokalen Radrennfahrern auch Radrennprofis an.
Der SC Bayer 05 Uerdingen richtet seit 1988 jährlich den Krefeld Triathlon am Elfrather See aus.
Im Tischtennis richtet der SC Bayer 05 Uerdingen jährlich eine Woche nach Ostern in der Uerdinger Halle das Bayer-Frühjahrsturnier aus, welches weit über die Grenzen Deutschlands bekannt ist.
Regelmäßige Veranstaltungen
In Krefeld findet eine Vielzahl von regelmäßigen Veranstaltungen statt.
Im Februar fängt es, wie im Rheinland üblich, mit dem Rosenmontagszug an. Um die 180.000 Menschen säumen jedes Jahr den Zugweg.
Am zweiten Maiwochenende steht der Niederrheinische Pottbäckermarkt an. Von Rathausplatz über die Karl-Wilhelm Straße bis zum Theaterplatz erstrecken sich die Stände von rund 120 Keramikern aus mehreren Ländern. Rund 50.000 Besucher werden jedes Jahr gezählt.
Kurz darauf findet wie auch im Herbst die Sprödentalkirmes auf dem Sprödentalplatz mit über 100 Schaustellern statt.
Im späten Frühjahr wird dann im Botanischen Garten Art of Eden veranstaltet. Im Rahmen des zum Leben erwachten, blühenden Gartens präsentieren sich Künstler mit ihren Skulpturen.
Jedes Jahr am Pfingstwochenende findet um die Burg Linn und in der angrenzenden Linner Altstadt der überregional bekannte Flachsmarkt statt. Der mittelalterliche Handwerkermarkt ist der größte Handwerkermarkt Deutschlands. Hier bieten mittlerweile über 300 Händler ihre Waren an.
Im Rahmen des Krefelder Kultursommers werden eine Vielzahl an Veranstaltungen angeboten, so das Jazzfestival Jazz an einem Sommerabend auf der Burg Linn. Auf dem vom Jazzklub veranstalteten Festival treten neben regionalen Jazzmusikern auch namhafte Jazzgrößen auf. Ebenfalls eine Veranstaltung des Krefelder Kultursommers ist das am letzten Ferienwochenende der Sommerferien stattfindende Folklorefest (Folk- und Weltmusikfestival) ?umsonst & draußen? am Platz an der Alten Kirche. Im Spätsommer findet dann im Stadtteil Hüls der Bottermaat, ein mittelalterlicher Handwerkermarkt statt.
Seit 1992 richtet Krefeld jährlich im Frühherbst die größte Straßenmodenschau der Welt aus. Einzelhändler, Designer und Hersteller verwandeln das Zentrum der Samt- und Seidenstadt für ein Wochenende in einen großen Laufsteg. Auf Großbühnen präsentieren Models den meist mehr als 500.000 Zuschauern die jüngsten Trends in Mode und Design. Musik, Moderation und viele Sonderaktionen ergänzen den Schaulauf. Im Rahmen der Veranstaltung verleiht die Stadt jedes Jahr den anerkannten Modemarketingpreis ?Die_Goldene_Seidenschleife? und das Deutsche Krawatteninstitut kürt den ?Krawattenmann des Jahres?.
Weiter gehts am 1. und 2. Advent. Da findet in Krefeld der Suedgang statt, ein Tag der offenen Ateliers.
Und mit dem ebenfalls im Advent öffnenden Weihnachtsmarkt klingt das Jahr dann aus. Die Stände erstrecken sich vom Dionysiusplatz über die Rheinstraße bis zur Hochstraße.
Des Weiteren veranstaltet der Einzelhandel übers Jahr verteilt in nicht festgelegten Abständen die so genannten Krefelder Samstage. In der Innenstadt finden dann in vielen Geschäften, aber auch in der Fußgängerzone themenbezogene Ausstellungen, Beratungen und Aktionen statt.
An den Jüdische Kulturtage im Rheinland nimmt die Stadt regelmäßig teil. Das letzte mal im März 2007.
Märkte
thumb|Schwanenmarkt
Krefeld erhielt 1361 das Marktrecht zugesprochen. Der älteste Handelsplatz in Krefeld ist der ?Schwanenmarkt?, ein Platz unweit Krefelds ältester Kirche, der ?Alten Kirche?. Der Name stammt von einem Brunnen mit einem Schwan, der sich auf dem Platz befand. Hier werden heutzutage keine Märkte mehr veranstaltet, doch wurde 1971 das ?Schwanenmarkt-City-Center?, ein modernes Einkaufszentrum mitten in der Innenstadt eröffnet. Der Haupteingang befindet sich am Schwanenmarkt.
1900 wurde die Krefelder Markthalle an der Friedrichstraße eröffnet. 120 Stände waren in der prunkvollen Halle untergebracht. Die Halle wurde im Krieg schwer getroffen, der Marktbetrieb aber nach notdürftigen Reparaturen wieder aufgenommen. 65 Jahre später - 1965 war die Markthalle Geschichte. Sie wich dem Neubau eines Kaufhauses. Ebenfalls auf der Friedrichstraße, nahe der Gartenstraße, eröffnete im gleichen Jahr eine neue Markthalle, allerdings bot sie nur noch Platz für 25 Händler. 1986 schließlich schloss auch diese nachdem nur noch ein Häufchen Händler übrig geblieben war, und der Grundstückseigentümer dort einen Neubau plante.
In der Politik wurde seitdem das Wiederbeleben der Markthallentradition immer wieder ohne Ergebnis diskutiert. 2006 erledigte sich dieses Thema von selbst. Aus privater Initiative wurde der ?Krefelder Stadtmarkt? aus der Taufe gehoben. Rund um das Behnisch-Haus führen täglich 20 feste Marktbeschicker sowie zusätzlich wechselnde Stände die Markthallentradition, wenn auch ohne Halle, fort.
Des weiteren existieren heutzutage 17 Wochenmärkte auf dem Krefelder Stadtgebiet. Der mit Abstand größte Markt findet jeden Dienstag und Freitag auf dem Westwall statt.
Kulinarisches
Braukunst
thumb|Hausbrauerei_Gleumes
Altbier hat in Krefeld Tradition. Es gab hier einst eine beträchtliche Zahl von Brauhäusern mit noch heute klangvollen Namen wie Tivoli, Wienges oder Rhenania. Von der Vielzahl an Brauereien hat jedoch nur das Traditionshaus Gleumes überlebt, das auch heute noch sehr erfolgreich nicht nur für den Hausausschank selber in Krefeld braut. Gleumes braut auch das Bier für das wiedereröffnete und ebenso traditionsreiche Krefelder Brauhaus ?Herbst Pitt? nach Originalrezept.
Letztes Opfer des großen Brauereisterbens war die Brauerei Rhenania in Krefeld-Königshof. Rhenania-Alt wird nun von der Krombacher Brauerei in Kreuztal-Krombach gebraut. Seit dem wird es von vielen Krefelder Bürgern verschmäht, auch wenn die Krombacher Brauerei mittlerweile sogar das zum Brauen benötigte Wasser aus Krefeld in Tankwagen liefern lässt, um den ursprünglichen Geschmack annähernd zu erzielen. Am Standort der alten Brauerei Rhenania wird nun von einem ehemaligen Mitarbeiter in der neuen ?Brauerei Königshof? wieder Bier gebraut und zwar unter der Marke ?Landfürst? - dies mittlerweile so erfolgreich, dass die Brauerei Ende 2004 ihre Kapazitäten durch neue Tanklager und Braukessel erweiterte. Dort wird auch für andere Altbiermarken Bier gebraut.
Als das bekannte ?Krefelder? bezeichnet man heute meistens ein Mischgetränk aus Altbier und Cola. Ursprünglich war damit jedoch die Mischung von Alt mit Dunkelbier (Malzbier) gemeint. Im Raum Krefeld heißt dieses Bier "Alt-Schuß".
Gastronomie
thumb|Gaststätte_Nordbahnhof
* Vom ?Gasthof Korff? an der Kölner Straße wird angenommen, dass er der älteste Gasthof in Krefelds ist. Sein Ursprung geht auf den ?Großbeekerhof? im Jahr 1792 zurück in dem viele Berühmtheiten der Geschichte abstiegen, wie zum Beispiel 1811 Napoléon Bonaparte sowie zehn Jahre später König Friedrich_Wilhelm_III. von Preußen. Seit diesem königlichen Besuch ist es dem Haus gestattet, den Beinamen ?Königshof? zu führen. Der Name ?Königshof? gab dem dortigen Stadtteil den Namen. Den Namen ?Gasthof Korff? erhielt der Gasthof 1869 durch den damaligen gleichnamigen Besitzer. Heute ist sein exakter Name ?Gasthof Korff - Zum Königshof?.
* Der ?Dachsbau? an der Hubertusstraße befindet sich seit 1858 am selben Platz und bietet heute neben regionaler Küche 18 Biere vom Fass und weitere 25 Flaschenbiere.
* Im ?Nordbahnhof? am Oranierring, dem Bahnhof für den historischen Dampfzug Schluff, befindet sich im alten Wartesaal ein Restaurant der rheinischen_Küche. Für Gesellschaften wird der ?Blaue Wagon? genutzt, ein alter Speisewagen auf einem eigenen Gleis des Bahnhofs.
Naschwerk
Eine am ganzen Niederrhein bekannte Spezialität ist die Grillagetorte, die 1908 vom Krefelder Konditor Wilms aus der Taufe gehoben wurde.
Auch die beliebten rautenförmigen Nougatstückchen mit Schokoladenüberzug der Marke ?Nappo? werden bei Dr. Helle in Krefeld produziert. Am 28. April 2006 wurde das Insolvenzverfahren über die Nappo-Dr.-Helle-Firmen eröffnet und die Schließung zum 31. Dezember 2006 angekündigt.
Bereits 1863 produzierte der niederländische Bäckermeister Johann Wilhelm Gruyters auf der Petersstraße Kekse und anderes Gebäck. Bis heute erwuchs aus dieser kleinen Bäckerei die Firma W. Gruyters, nach eigenen Angaben führender deutscher Gebäck-Anbieter auf dem Markt für Gemeinschaftsverpflegung, vor allem für Krankenhäuser und Kantinen. Produziert wird auch heute noch mitten in Krefeld, seit 1940 jedoch auf der Tannenstraße.
Das Produkt der Firma Dextro Energy wird in seiner bekannten Form bei Cerestar in Krefeld-Linn hergestellt.
Infrastruktur und Verkehr
Luftverkehr
Krefeld verfügt über einen eigenen Flugplatz, den Flugplatz Krefeld-Egelsberg im Stadtteil Traar.
Auf dem ehemaligen Verkehrsflugplatz Krefeld wurde nach dem Zweiten Weltkrieg die Siedlung Gartenstadt als komplett neuer Stadtteil Krefelds errichtet.
Der internationale Flughafen Düsseldorf International ist ungefähr 20 km entfernt und über die A 57 und A 44 erreichbar.
Schienen- und Busverkehr
Der Bahnhof Krefeld Hauptbahnhof liegt an der zweigleisigen elektrifizierten DB-Kursbuchstrecke_425 Mönchengladbach ? Duisburg ? Essen ? Gelsenkirchen ? Münster, auf der im Schienenpersonennahverkehr in der Regel im Stundentakt der ?Rhein-Haardt-Express? (RE_2) und halbstündlich die ?Rhein-Niers-Bahn? (RB_33) verkehren.
Aachen-Düsseldorf-Ruhrorter Bahn
Linksniederrheinische Strecke
Außer dem Hauptbahnhof gibt es an dieser Strecke die Bahnhöfe bzw. Haltepunkte Forsthaus, Hohenbudberg Bayerwerk, Krefeld-Linn, Krefeld-Oppum und Krefeld-Uerdingen.
In Krefeld kreuzt die Bahnstrecke von Kleve nach Düsseldorf (KBS_495). Auf dieser Strecke fährt halbstündlich der ?Niers-Express?
(RE_10) und von Krefeld nach Köln im Stundentakt der ?Rhein-Münsterland-Express? (RE_7).
Die nächstgelegenen ICE-Bahnhöfe sind Duisburg und Düsseldorf. Die frühere Bedeutung Krefelds als Eisenbahnknotenpunkt ist jedoch nach Stilllegung des großen Rangierbahnhofs Hohenbudberg (an der Strecke nach Duisburg, unmittelbar hinter der Stadtgrenze) und des östlich vom Hauptbahnhof gelegenen Güterbahnhofs sowie nach Aufgabe des Personenfernverkehrs zurückgegangen. Als wichtige Betriebseinrichtung besteht noch das Ausbesserungswerk KKROX Krefeld-Oppum, in das der ICE zur Wartung kommt.
Den Straßenpersonennahverkehr bedienen die U76 eine normalspurige Stadtbahn der Rheinbahn und vier meterspurige Straßenbahnlinien sowie zahlreiche lokale und regionale Buslinien der Krefelder SWK MOBIL.
Die U76, früher K-Bahn, der Rheinbahn Düsseldorf bietet als einzige Straßenbahn Deutschlands in manchen Zügen einen Bistro-Speisewagen.
Für den gesamten öffentlichen_Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif des Verkehrsverbundes_Rhein-Ruhr (VRR) und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.
Der Krefelder Hauptbahnhof wird der Bahnhofskategorie 4 zugeordnet. Die als ?hoch frequentierter Nahverkehrssystemhalt/Nahverkehrsknoten? bezeichneten Stationen richten sich mit ihrer hohen Dichte an RegionalBahnen und RegionalExpress-Zügen an Pendler und lassen sich mit Busbahnhöfen vergleichen. Damit ist Krefeld eine der größten deutschen Städte, an denen nur Regionalzüge verkehren. Ab Oktober 2007 stellt die DB Station&Service deswegen auch den Dienst am stationären ServicePoint ein, da eine dauerhafter Betrieb eigenwirtschaftlich nicht darstellbar ist.
Straßen
siehe auch: Bedeutende_Straßen_und_Plätze_von_Krefeld
Durch das Stadtgebiet Krefelds führt in nordsüdlicher Richtung die A_57 (Köln - Nimwegen), die sich südlich von Krefeld am Autobahnkreuz Meerbusch mit der A_44 (Aachen - Kassel) und nördlich am Autobahnkreuz Moers mit der A_40 Venlo ? Dortmund kreuzt.
Das innerstädtische Straßennetz hat eine Gesamtlänge von 760 km, davon sind 370 km als Tempo-30-Zonen (136 Zonen) gekennzeichnet. Krefeld ist eine der wenigen Städte in NRW, in der eine flächenhafte Tempo-30-Zonen-Regelung realisiert worden ist: Zwischen 1988 und 1998 kennzeichnete die Stadt all ihre Wohngebiete als ?30er-Zonen?.
Erstmals wurden in Krefeld auch die nach ihr benannten Krefelder Kissen zur Verkehrsberuhigung eingesetzt.
Fahrrad
Krefeld hat ein hohe Dichte an Radfahrern und Fahrradläden, die Fahrradfreundlichkeit wird sehr groß geschrieben. Davon zeugen mehr als 250 km ausgewiesener Radwege sowie etliche für Radfahrer in beide Richtungen befahrbare Einbahnstraßen und der Vorsitz der Arbeitsgemeinschaft_fahrradfreundlicher_Städte_NRW. Durch Krefeld verläuft die NiederRheinroute. Des Weiteren ist Krefeld ein Start-/Zielort des Niederrheinischen_Radwandertags.
Der ADFC-Ortsverband unterhält einen Infoladen am südlichen Rand der Innenstadt. Am westlichen Ende des Hauptbahnhofs gibt es eine Fahrradstation mit bewachter Unterstellmöglichkeit und Reparaturdienst. Der ADAC vergab Krefeld in seinem Test: ?Radfahren in Städten? 2004 die Note ?Gut?.
Historische Dampfeisenbahn
]]In Krefeld fährt eine der ältesten Privatbahnen Deutschlands, die bereits 1868 gegründet wurde. Im Volksmund wird diese Bahn als Schluff bezeichnet. Gemeint ist damit das niederrheinische Wort für ?Pantoffel?, die ?Schluffe?, an die das zischende Geräusch der Dampflok erinnert. Der Schluff wurde in die Denkmalliste der Stadt Krefeld aufgenommen.
Vom ursprünglichen Streckennetz ist nur noch eine Verbindung zwischen St.Tönis und dem Hülser Berg übrig geblieben. Auf dieser Strecke fährt seit dem 1. Mai 1980 eine Museumseisenbahn an jedem Sonn- und Feiertag zwischen Mai und Oktober mit Zwischenstation am historischen Krefelder Nordbahnhof. In einem Gepäckwagen können Fahrräder mitgeführt werden.
Wirtschaft
thumb|Der_Rheinhafen_-_ein_wichtiger_Bestandteil_der_Krefelder_Wirtschaft
Nach dem Niedergang der Textilindustrie liegen die Schwerpunkte bei den in Krefeld ansässigen Unternehmen in den Bereichen chemische Industrie, Metallindustrie, Maschinenbau und Fahrzeugbau. Trotz allem hat die Textilindustrie noch immer einen hohen Stellenwert.
Chemische Industrie
thumb|Multi-User_Standort_Krefeld_(Degussa,_Ashland)
Die chemische Industrie ist traditionell in Krefeld zuhause, unterhält doch der Chemie-Konzern Bayer AG sein zweitgrößtes und chronologisch gesehen zweites Werk überhaupt im Krefelder Stadtteil Uerdingen am Rhein. Hier werden hauptsächlich Kunststoffe wie zum Beispiel Makrolon, der Rohstoff für jede CD und DVD, aber auch Farbpigmente und Polyurethan produziert. Derzeit werden einige profitable Betriebe aus Bayer ausgegliedert und als eigenständiges Unternehmen weitergeführt, da sich der Konzern wieder hauptsächlich auf Pharmaprodukte und den Pflanzenschutz konzentrieren möchte.
Der Degussa-Standort Krefeld mit der Stockhausen GmbH liegt im Stadtteil Fischeln-Königshof. Hier werden Flockungshilfsmittel, Superabsorber sowie Hautpflegemittel hergestellt. Ferner sitzt in Krefeld Europas einziger Produzent von Rizinusöl- und Leinölderivaten: Alberdingk Boley GmbH.
In Rheinnähe finden sich noch viele andere kleinere Unternehmen. Des Weiteren unterhält die Firma Henkel in Linn am Hafen ein Fragrance Center. Hier werden z. B. neue Duftstoffe für Waschmittel entwickelt.
Metallindustrie
thumb|Die_alte_Betriebsverwaltung_der_ThyssenKrupp_Nirosta
Die Panzerungen der Castorbehälter werden bei der Firma Siempelkamp in Krefeld hergestellt.
Von August Thyssen und anderen Industriellen wurden 1900 in Krefeld ein Stahlwerk mit dem Schwerpunkt Werkzeugstähle errichtet. Heute befindet sich hier der Firmensitz der ThyssenKrupp_Nirosta_GmbH und das zugehörige Werk Krefeld sowie das Werk Krefeld der Firma Deutsche Edelstahlwerke GmbH (DEW).
Maschinenbau
thumb|Der_Textilmaschinenbauer_Küsters
Bedingt durch die vielen Unternehmen des Textilgewerbes in der Stadt siedelte sich auch eine ansehnliche Zahl von Maschinenbaufirmen an, vornehmlich für Textilmaschinen. Der Niedergang der Textilindustrie in Krefeld, auch aufgrund der wachsenden Konkurrenz aus Fernost, zog auch viele Maschinenbaufirmen mit sich, darunter so bekannte Namen wie zum Beispiel die Firma Zangs. Am Markt behaupten konnte sich bisher die Firma ?Küsters? im Textilmaschinenbau.
Fahrzeugbau
Im Stadtteil Oppum wurde bereits 1891 die erste Reparaturwerkstatt der Bahn errichtet. Heute ist das ICE-Instandhaltungswerk Krefeld eines der modernsten Werke für die schwere Fahrzeuginstandhaltung der Bahn. Knapp 700 Mitarbeiter sind hier beschäftigt. ICE und elektrische Triebzüge des Nahverkehrs werden generalüberholt, das heißt, alle Bauteile der Fahrzeuge werden geprüft, erneuert oder aufgearbeitet. Dazu gehören Drehgestelle, Radsätze, aber auch kleine Teile wie Stoßdämpfer.
Teile des ICE werden bei Siemens_TS im ehemaligen Werk der Düsseldorfer Waggonfabrik (Duewag) in Krefeld gefertigt, aber auch S-Bahnen, Untergrund- und Straßenbahnen.
Dulevo produziert Kehrsaugmaschinen,_Naßschrubbautomaten_und_Straßenreinigungsmaschinen.
Textilindustrie
Im 18. Jahrhundert hatte die blühende Textilindustrie Krefeld groß gemacht. Samt, Seide und Seidenbrokat waren die Verkaufsschlager. Kaiser und Könige aus der ganzen Welt und nicht zuletzt der katholische Klerus kleideten sich gerne in prunkvollen Gewändern aus den kostbaren Stoffen aus Krefeld. Zu den prominetesten Kunden gehörten Napoleon und der preußische König Friedrich_II.. Der Niedergang der Samt- und Seidenindustrie in Krefeld wurde mit der in vielen Kriegen und Revolutionen vollzogenen Dezimierung der Monarchie und letztlich durch ein päpstliches Dekret Mitte des 20. Jahrhunderts eingeleitet, welches den Geistlichen das Tragen von allzu kostbaren Gewändern verbot.
geplante VerSeidAg Fabrik
]]Vor allem die Ausrüstung spezialisiert. Die Produktpalette reicht bei den größten Firmen, zu denen die TAG (Textil Ausrüstungs-Gesellschaft), VBL (Voss-Biermann & Lawaczeck) und VerSeidAG (Vereinigte Seidenwebereien AG) gehören, von Stoffen in Tarnfarben für die US-Armee bis zu High-Tech-Material für Segel von Sportsegelbooten oder Großseglern wie zum Beispiel der Alexander_von_Humboldt.
Medien
In Krefeld befindet sich der Sitz der Veranstaltergemeinschaft Lokalfunk Krefeld/Viersen e. V. - Betriebsgesellschaft für Lokalfunk Krefeld/Viersen GmbH & Co. KG. Diese veranstalten das private Hörfunkprogramm ?Welle Niederrhein?.
In Krefeld befindet sich ferner ein Pressehaus der ?Westdeutschen_Zeitung?. Diese Tageszeitung wird in Düsseldorf mit einer Lokalausgabe als ?Krefelder Zeitung? herausgegeben. Über das regionale Geschehen Krefelds berichtet auch die ?Rheinische Post?, die ebenfalls in Düsseldorf erscheint und mehrere Lokalausgaben hat.
Nahrungs- und Genussmittelindustrie
Im Stadtteil Uerdingen wird seit dem frühen 19. Jahrhundert der bekannte Branntwein Dujardin_Imperial hergestellt, weiterhin der klare Wacholderschnaps Uerdinger.
Früher existierte noch die niederländische C.J. Van Houten & Zoon (siehe Conrad J. van Houten) in Krefeld.
Sonstiges
*In Krefeld befindet sich der Hauptsitz der Haustierbedarfs Franchise-Gesellschaft Fressnapf.
*Die Lumino Licht Elektronik GmbH, eine der führenden Hersteller in der dynamische_Fahrgastinformationstechnik, ist in Krefeld beheimatet.
*Die Deutschland-Zentrale der SITEL GmbH hat in Krefeld ihren Sitz.
*Die österreichische Firma EVVA produziert am Standort Krefeld mechanische Schließzylinder und weitere Produkte aus dem Bereich Sicherheitstechnik.
• ein japanischer]_und_weltweit_zweitgrößter_Hersteller_von_Pianos, Klavieren und Synthesizern, hat seinen Deutschlandsitz in Krefeld. Kawai veranstaltet regelmäßig Klavierkonzerte mit weltberühmten Pianisten, natürlich auf den eigenen Instrumenten.
• ein ebenfalls japanischer Hersteller von Geräten aus der Konsumelektronik], hat ebenfalls seine Deutschlandzentrale in Krefeld. Für die Sparte Foto von Canon gibt es eine weitere Niederlassung im direkt benachbarten Ort [[Willich.
• auch ein japanisches Unternehmen, hat in Krefeld seine Deutschlandzentrale für die Sparte Kassen-, Ident- und Drucksysteme.
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Die Stadt Krefeld hat folgenden Personen das cellpadding_=_?8?
|
*1863:_Gottfried_Reinarz,_Dechant
*1875:_Friedrich_August_Märklin
*1881:_Friedrich_Christian_Roos
*1907:_Emil_de_Greiff
*1915:_Fritz_de_Greiff
*1918:_[[Georg_Freiherr_von_Rheinbaben
*1922: Edmund ter Meer
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*1927: Heinrich Theißen
*1930: Johannes Johansen
*1938: Friedrich Aldehoff
*1950: Gregor von Schwamborn
*1963: Eugen Angerhausen
*1967: Otto Brües
*1970: Josef Hellenbrock
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*1973: Blind Guardian, Protagonisten des deutschen Melodic Metals und im deutschsprachigen Raum, in den USA und in Japan sehr erfolgreich
Andrea Berg, deutsche Schlagersängerin
Japanische Kampfhörspiele, Grindcore-Band
M. Walking on the Water
Whikings, Independent-Rock mit deutschen Texten
Literatur
*Preußens Städte. Denkschrift zum 100jährigen Jubiläum der Städteordnung vom 19. November 1808. Hrsg. im Auftrag des Vorstandes des Preußischen Städtetages von Prof. Dr. Heinrich Silbergleit. Berlin 1908.
*Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte. Bd 3 T 3. Rheinisches Städtebuch. Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages, hrsg. von Erich Keyser. Stuttgart 1956.
*Reinhard Feinendegen und Hans Vogt: Krefeld. Die Geschichte der Stadt. 4 Bde. Krefeld 1998ff. ISBN 3-9804181-6-2, ISBN 3-9804181-7-0, ISBN 3-9808235-2-0, ISBN 3-9806517-9-7
*Ernst Klusen, Hermann Stoffels und Theo Zart: Das Musikleben der Stadt Krefeld 1780-1945. Zwei Bde., (Beiträge zur rheinischen Musikgeschichte Band 124). Köln 1979/1980.
* Christoph Dohr: Musikleben und Komponisten in Krefeld. Das 20. Jahrhundert. (Krefelder Studien Bd. 5, zgl. Beiträge zur rheinischen Musikgeschichte Bd. 144). Kassel und Krefeld 1994.
Weblinks
• Offizielle Website der Stadt
• Mundart in Krefeldksh:Krieevel
lmo:Krefeldvo:Krefeld

