Kenia
Kenia [] (Swahili, engl.: Kenya []) ist ein Staat in Ostafrika. Er grenzt an den Sudan, Äthiopien, Somalia, Tansania, Uganda und den Indischen_Ozean.Nationalfeiertag ist der 12. Dezember.
Geographie und Verwaltung
Geologie
Zentral-Kenia wird vom Rift Valley, einem Teil des Ostafrikanischen_Grabenbruchs, durchzogen. Die höchste Erhebung, der Batian mit 5.199 m, befindet sich im Mount-Kenya-Massiv, der tiefste Punkt liegt bei 0 m an der 480 km langen Küste des Indischen Ozeans; dort sind teilweise Korallenbänke vorgelagert. Die längsten Flüsse des Landes sind: Tana, Athi und Kerio.
Klima
Kenia kann in zwei Klimazonen unterteilt werden:
Im Hochland, das höher als 1.820 m liegt, kommt es von April bis Juni und von Oktober bis November zu Regenperioden. Der Niederschlag fällt meist nachmittags, abends und nachts. Die Nächte sind relativ kühl. Die kältesten Zeit in dieser Region liegt im Juli und August mit etwa 10 °C Durchschnittsstemperatur. Die warme Periode liegt im Januar und Februar mit 25 bis 26 °C Höchsttemperatur. Die Luftfeuchtigkeit beträgt etwa 65 Prozent. In Nairobi liegen die Temperaturen im Juli bei angenehmen 11 bis 21 °C und im Februar bei 13 bis 26 °C. Die jährliche durchschnittliche Niederschlagsmenge liegt in Nairobi bei 958 mm. Am Victoria-See sind die Temperaturen viel höher, hier gibt es zum Teil auch starke Regenfälle. Das eher gemäßigte Klima macht den Aufenthalt im Hochland angenehmer.
An der Küste liegen die Temperaturen zwischen 22 und 32 °C, und die mittlere Luftfeuchtigkeit beträgt etwa 75 Prozent. Der meiste Niederschlag fällt von April bis Juni. Die trockensten Monate sind Januar und Februar. Die wärmsten Monate sind Januar/Februar, die kühle Periode liegt im Juli/August.
Städte
Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005):
Nairobi: 2.750.562 Einwohner
Mombasa: 799.636 Einwohner
Kisumu: 394.684 Einwohner
Nakuru: 259.934 Einwohner
: Siehe auch: Liste der Städte in Kenia
Tiere und Pflanzen
Die Flora und Fauna Kenias ist sehr vielfältig. Viele Tier- und Pflanzenarten kann man auf Safari-Tours durch zahlreiche Parks entdecken: Bäume im Nairobi Arboretum, Schmetterlinge im Karen Butterfly Centre, Strauße im Ostrich Park, Giraffen im Lang?ata Giraffe Centre und Elefantenbabys im David Sheldrick Wildlife Trust. Schlangenparks gibt es häufig, oft angeschlossen an andere Sehenswürdigkeiten wie Museen, aber auch an Hotels.
Nationalparks und Tierschutz
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Kenia besitzt eine Vielzahl an Nationalparks, die ein wichtiges Standbein für den Tourismus darstellen. Der größte Nationalpark ist der Tsavo Nationalpark, der in Ost und West gegliedert ist. Der bekannteste Nationalpark Kenias ist die Massai Mara, der nördliche Ausläufer der Serengeti. Hier findet man besonders in den Monaten Juli und August einen großen Tierreichtum, bedingt durch die atemberaubenden Herdenwanderungen, bei denen meist der gesamte Horizont mit abertausenden Gnus, Zebras, Antilopen, Büffeln und Impalas übersät ist. Kleinere bedeutende Nationalparks sind Tsavo Ost und West, Amboseli, Kimana und Meru. Ebenso sehenswert ist der Nationalpark_in_Nairobi, ein kleineres tierreiches Reservat inmitten der Hauptstadt. Wohl nirgends sonst kann man Giraffen und Elefanten so dicht vor einer Großstadtskyline beobachten.
Bevölkerung
Große Volksgruppen
-Frauen]]
Kenia nimmt mit etwa 36,7 Millionen Einwohnern (2006) Rang 36 unter allen Ländern der Erde ein. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei etwa 49 Jahren.[https://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/ke.html#People Bevölkerung Kenyas im World Factbook des CIA]
Das Land wird von ca. 40 verschiedenen Kulturen bevölkert. Die meisten Einwohner sind Angehörige von Bantuvölkern (Kikuyu, Luhya, Kamba, Kisii), wobei die Kikuyu mit ca. 22 % die größte Ethnie Kenias darstellen. Weiterhin gibt es einige nilotische und hamito-nilotische (Kalenjin, Luo, Massai, Iteso) sowie kleinere ethnische Gruppen wie die el-Molo, Njemps und Rendille, die der ursprünglichen Einwohnergruppe der Kuschiten angehören. Die el-Molo am Turkanasee z. B. haben kaum noch 1.000 Angehörige und vermischen sich so mit den umliegenden Ethnien, dass sie wohl aussterben werden. Der Nordosten des Landes wird überwiegend von Somali bewohnt.Aus der jüngeren Geschichte (Kolonialzeit) sind natürlich auch Europäer vorwiegend englischer Herkunft zu finden.
Völker, Sprachen und Dialekte
-Grün: Kuschitische Sprachen
-Blau: Bantusprachen]]
Die wichtigsten Sprachen von insgesamt 52 Volksgruppen (die Linguisten führen ganz genau 61 Sprachvarianten inkl. indischer Dialekte auf):
Englisch ist eine der beiden offiziellen Amtssprachen Kenias und besonders durch den Gebrauch als Schulunterrichtssprache weit verbreitet.
Suaheli (oder Kisuaheli, Swahili) ist die zweite Amtssprache Kenias; es wird an der Küste um Mombasa z. B. bei den Giriamas gesprochen. Gleichzeitig ist Kisuaheli die lingua franca Ostafrikas. In Kenia ist es die vor allem auf dem Land am meisten gesprochene Sprache. Die bekanntesten Wörter aus dem Kisuaheli sind bei uns wohl jambo (Gruß), safari (Reise), simba (Löwe) oder hakuna matata (kein Problem). Auch malaika (Engel) - ein kenianischer Popsong - dürfte z. B. durch Miriam Makebas Song bekannt sein.
Kikuyu: Sprache der größten Volksgruppe, um Nairobi (41 Prozent); berühmte Kikuyus: Jomo Kenyatta, Mwai Kibaki, Wangari Muta Maathai und Ngugi wa Thiong'o.
Kamba: dem Kikuyu verwandt, wird von 11 Prozent der Bevölkerung östlich des Mount Kenya gesprochen.
Luhya: Sprache der gleichnamigen zweitgrößten Volksgruppe (14 Prozent) im Westen um Kakamega (Provinzhauptstadt) umfassend aus mehreren Sprachen z. B. Bukusu, Maragoli, Tiriki.
Luo: Die Sprache der drittgrößten Ethnie (13 Prozent), wird am Viktoriasee um Kisumu gesprochen. Berühmte Luos: Jael Mbogo, Oginga Odinga und Tom Mboya.
Kalenjin: Ist eine mehrere Sprachen umfassende Sprachgruppe (11 Prozent), z. B. das Tugen, die Sprache der Ethnie, aus der der zweite Präsident Daniel arap Moi entstammt. Die meisten der kenianischen "Wunderläufer" sind Kalenjin, besonders aus der Ethnie der Nandis.
Turkana: Sprache der Turkana-Ethnie; ca. 340.000 Sprecher.*Die Sprache der Maas(s)ai und verwandter Völker wie die Samburu oder Njemps ist das Maa
* Indische Dialekte der "Asians" genannten Inder im Land.
Sheng ist die aktuelle Jugendsprache.
Ki-Settler ist die auf Kisuaheli basierende lingua franca der weißen Kolonialherren mit ihren Bediensteten, ähnlich dem Fanakalo in Südafrika oder dem Chilapalapa im kolonialen Rhodesien. Die Vorsilbe "ki" steht in den Bantusprachen für "Sprache", heißt hier also: "Sprache der Siedler" (was aber nicht für Kikuyu gilt).
Religion
Über 70 Prozent der Bevölkerung sind Christen: (davon 51 Prozent Anhänger der über 200 verschiedenen afrikanischen_Kirchen und Protestanten. 20 Prozent der Gesamtbevölkerung sind Katholiken).[http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laender/Kenia.html] 2005 zählte man ferner knapp 20.000 Zeugen Jehovas im Land. Und mit 105.000 Mitgliedern hat Kenia die größte Quäker-Gemeinde der Welt (Noch vor USA und GB).
Mindestens 10 Prozent der Kenianer werden Anhänger traditioneller afrikanischer Religionen zugerechnet. Daneben gibt es vor allem an der Küste über 20 Prozent Muslime der sunnitischen Richtung.
Mungiki
Das traditionalistische Mungiki hat sich ab etwa 1985 meist unter den jungen und verarmten Kikuyu besonders in den Slums von Kenia als Massenbewegung schnell verbreitet.
Beschneidung
2002 wurde in Kenia mit dem ?Childrens Act? eine moderne Kinderschutzgesetzgebung verankert. Hiernach ist die Genitalbeschneidung an unter 16-Jährigen gesetzlich verboten und wird in Artikel 14 unter Strafe gestellt. Es ist nicht bekannt, ob dieser Artikel vor Gericht schon einmal zur Anwendung kam.
Die kenianische Regierung hat im Übrigen einen ?Nationalen Aktionsplan zur Abschaffung der Genitalbeschneidung von 1999 bis 2019? (also ein Programm gegen die weibliche Genitalverstümmelung) aufgestellt. Dieser Plan deutet schon darauf hin, dass die weibliche_Beschneidung - wie sie z. B. wieder von Mungiki praktiziert wird, noch nicht überall erfolgreich verhindert werden kann.
Die männliche_Beschneidung wird - je nach Ethnie durchaus unterschiedlich - praktiziert.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Kenias
Politik
Hauptartikel: Politik Kenias
Parteien, Wahlen und Verfassungskonflikt
Wegen Korruptionsvorwürfen wurden 2005/06 zehn Minister entlassen oder traten wegen größerer Finanzskandale (Anglo-Leasing-Skandal und Goldenberg-Skandal) selbst zurück. Zu den aus mangelnder Loyalität zur Regierung von Präsident Kibaki 2006 entlassenen Ministern gehörten unter anderem Bauminister Raila Odinga und Außenminister Kalonzo Musyoka.
Am 22. März 2006 trat das (nach der für die Regierung gescheiterten Volksabstimmung über die neue Verfassung) von Präsident Kibaki beurlaubte Parlament zur neunten Periode zusammen. Kibaki äußerte sich zur neuen Verfassung und positiv zum Kampf gegen die Korruption. Er bejahte die Pressefreiheit (hier bezog er sich auf den "Sturm auf den Standard", siehe weiter unten), mahnte die Presse aber gleichzeitig zur Verantwortung.
Am 28. November 2006 gelang in der KANU ein interner Parteicoup, in dem durch eine nicht durch die Führung der Partei einberufene Delegiertenkonferenz in Mombasa eine neue Parteiführung gewählt und wohl mit Hilfe der Regierung und Ex-Präsident Moi registriert wurde. Damit wurde trotz lautstarker Proteste Uhuru Kenyatta fast die gesamten alte Parteiführung entmachtet und Nicolas Biwott neuer Parteichef. Gleichzeitig wurde er damit auch der mit zahlreichen Privilegien versehene offizielle Führer der Opposition im Parlament.
Der Oberste Gerichtshof (High Court) hob diese Entscheidung am 29. Dezember 2006 aber wieder auf, bis in der Hauptsache am 11. Februar 2007 entschieden würde. Damit war Uhuru wieder Partei- und Oppositionsführer - auf Zeit.
Hungersnöte und Überflutungen
Im Januar 2006 litt der Nordosten des Landes unter den Folgen einer Dürre und dem damit einhergehenden Nahrungsmittelmangel, von dem auch in den angrenzenden Ländern bis zu 3 Millionen Menschen bedroht waren.
Anfang April 2006 kam es nach rekordartigen Regenfällen (Nairobi: 54,5 mm) im ganzen Land zu Überflutungen. Einige Menschen starben in den Fluten. Mehrere Orte im Norden waren von der Außenwelt abgeschnitten, so dass die Armee Hubschrauber zur Versorgung der Bevölkerung einsetzte.
Flugzeugabsturz bei Friedensmission
Am 10. April 2006 ereignete sich in der Nähe von Marsabit ein Flugzeugunglück, bei dem 14 Menschen ums Leben kamen. Drei Insassen überlebten den Absturz der Y-12-Militärmaschine (eine chinesische Produktion), die bei stürmischem Wetter und Nebel in einen Hügel raste. Das Flugzeug brannte sofort völlig aus.
Unter den 14 Personen befanden sich hochrangige Politiker. Es handelte sich hierbei um vier (Assistant) Minister, sechs Parlamentarier, einen anglikanischen Bischof und weitere Regierungsangestellte. Die Gruppe war auf dem Weg, um Friedensgespräche mit verfeindeten nomadischen Clans zu führen. Im Turbi-Massaker, wo es um Viehdiebstahl, Weideland und Wasserrechte ging, waren 2005 bei Kämpfen zwischen verfeindeten Ethnien 90 Menschen ums Leben gekommen. Drei der getöteten Politiker repräsentierten die hier angesiedelten und seit langem verfeindeten Clans. MP Dr. Bonaya Godana war ein Gabbra, MP Abdi Sasura ein Borana und Vize-Minister Titus Ngoyoni ein Rendille. Erst seit kurzem waren sie übereingekommen, für den Frieden in der Region zusammenzuarbeiten. Da fast alle Toten im Flugzeug aus dieser Gegend stammten, verlor die Provinz mit einem Schlag einen Großteil ihrer politischen Elite.
Präsident Kibaki ordnete drei Tage Staatstrauer an; das Parlament unterbrach seine Arbeit für eine Woche.
Die durch den Tod notwendigen fünf Nachwahlen brachten am 24. Juli 2006 in drei Fällen Verwandte der Getöteten ins Parlament. In Nakuru gewann William Kariuki Mirugi, der 28-Jährige Sohn des verstorbenen Mirugi Kariuki. Er gehört der neuen - von Präsident Kibaki favorisierten - Partei NARC-K an.
Korruption
Korruption kann in Kenia in allen Regierungsperioden der drei bisherigen Präsidenten Kenyatta, Moi und Kibaki beobachtet werden. Im Korruptions-Index (Corruption Perceptions Index; CPI) von Transparency International rangiert Kenia unter 159 Ländern an 144. Stelle. Eine Schätzung besagt, dass der durchschnittliche kenianische Stadtbewohner 16 Mal pro Monat besticht, z. B. Polizisten an Straßensperren. Sicherlich sind die meisten dieser Bestechungsgelder klein und nicht immer im politischen Raum zu suchen. In die großen Korruptionsfälle, seien es Bestechungen, Verschwendungen oder das Abzweigen von Geldern bei völlig überteuerten Geschäften, waren nicht nur Geschäftsleute, sondern immer auch Regierungsstellen, teils in großem Ausmaß, verwickelt.
Zwei der bedeutendsten Korruptionsskandale waren der sog. Goldenberg-Skandal, in dem Kenia Anfang der neunziger Jahre 700 Mio. EUR durch gefälschte Gold- und Diamantenexporte verlor, sowie der Anglo-Leasing-Skandal.
= Anti-Korruption
=Die aktuelle Politik ist stark mit der Auseinandersetzung um die Korruption beschäftigt. Zwei Körperschaften bekämpfen neben der Presse und den gesellschaftlichen Gruppierungen offiziell die Korruption:
* Das ?Public Accounts Committee? (PAC) - ein Komitee des Parlaments - steht unter der Leitung von Uhuru Kenyatta.
* Die Kenya Anti-Corruption Commission (KACC) wird von einem Direktor geleitet, seit 2005 von dem Richter Aaron Ringera. Diese Kommission ist Nachfolgerin der aufgelösten KACA. Kritisiert wird, dass sie nur Ermittlungs-, aber keine Strafverfolgungsbefugnisse hat. Parallel hierzu war als unabhängiger Antikorruptionsberater des Präsidenten seit 2003 der frühere Journalist John Githongo tätig, der aufgrund von Drohungen um sein Leben fürchtete und 2005 ins selbst gewählte Exil nach London ging.
Administrative Gliederung
Der Staat Kenia gliedert sich in sieben Provinzen und einen Hauptstadt-Distrikt:
Bildung
Der Lehrplan orientiert sich am sog. 8-4-4-System, das das koloniale Schulsystem mit seinen eurozentristischen Inhalten ablöste, das heißt acht Jahre Grundschule, vier Jahre Gymnasium und vier Jahre Hochschule.
Jedes Jahr findet zwischen den Schulen ein spannender Wettkampf um die höchsten Punktzahlen im nationalen Wettbewerb statt. Die Medien berichten ausführlich und mit gefühlvollen Homestorys über die stolzen Sieger und Siegerinnen. Die besten Schüler des Landes erhalten vom Präsidenten manchmal einen Ochsen oder ein Universitätsstipendium.
Vorschulerziehung
Kindergärten und Vorschulerziehung (preschool education) sind überwiegend auf die Städte beschränkt und kostenpflichtig. Sie werden meist von bildungsstarken und wohlhabenderen Elternhäusern verlangt. Einige der Kindergärten arbeiten z. B. nach der Streiks der Dozenten oder Studenten häufig.
Noch immer zieht es die Elite des Landes (oder Gemeinschaften, die über Harambee das Geld aufbringen) vor, ihre Kinder in Großbritannien oder den USA studieren zu lassen. Einige kommen zum Studium auch nach Deutschland. Ein Auslandsstudium gibt ihnen in der Regel einen Startvorteil bei der Berufssuche. Manche Studiengänge können in Kenia nicht belegt werden.
Wissenschaftliche Forschungsinstitute
In zahlreichen Instituten und Programmen wird meist afrikaspezifisch geforscht.
ICIPE, (International Centre for Insect Physiology and Ecology) in Nairobi
KIOF, (Kenya Institut for Organic Farming)
Medien
Sturm auf die Medien
Standard: Im März 2006 kam es zu einem recht mysteriösen Überfall einer Spezialeinheit der Polizei auf die Tageszeitung The Standard und deren Fernsehsender KTN. Bei der Polizeiaktion liefen die üblichen Überwachungskameras weiter. Die Spezialeinheit hatte vergessen, die Kameras auszuschalten oder wenigstens die Videos zu beschlagnahmen. Diese Bilder wurden am nächsten Tag im Fernsehen gesendet und konnten weltweit von der Website des Standard herunter geladen werden.
Die Attacke wurde von einer Schnellen Eingreiftruppe namens ?Kanga Squad? durchgeführt, die von Offizieren der Geheimpolizei (CID) und der paramilitärischen Einheit General Service Unit (GSU) befehligt wurden. Die Kanga Squad waren mit russischen AK 47- und deutschen G3-Gewehren bewaffnet. Der Überfall erfolgte simultan auf die Büros des Standard bzw. der KTN-Senderäume in Nairobi. Gleichzeitig wurden die Druckanlagen im Industriegebiet stillgelegt und Stapel frisch gedruckter Zeitungen in Brand gesetzt. In den Büros wurde Equipment wie Computer und Unterlagen beschlagnahmt. Die TV-Sendung wurde sofort unterbrochen.
Als spätere Begründung für die Attacke gab der Innenminister John Michuki einen Verdacht auf angebliche staatsfeindliche Aktivitäten der Zeitungsredaktion an. Die Zeitung hatte zuvor veröffentlicht, dass sich Kibaki mit Kalonzo Musyoka, einem seiner stärksten politischen Gegner, heimlich im Präsidentenpalast getroffen haben sollte. Die Opposition protestierte.
Radio Hope: Am 12. Mai 2006 ereignete sich ein ähnlicher Überfall auf Radio ?Hope FM?, eine christliche Station der Nairobi Pentecostal Church, bei der bewaffnete Gangster die Senderäume stürmten, einen Wachmann erschossen und zwei weitere Menschen verletzten und anschließend die Räumen in Brand setzten.
Das Media Council of Kenya (MCK) gründete daraufhin am 2. Juni 2006 unter der Leitung des altgedienten Journalisten Mitch Odero einen Presserat (Ethics Team), um alle Vorwürfe gegen die Presse selbst regeln zu können.
Kultur
Schriftsteller
Abdilatif Abdalla (*1946)
Carolyne Abdalla
Karen Blixen alias Tania Blixen
Jennifer Bobito
Rocha Chimera
Jane Tapsubei Creider
Valerie Cuthbert
Monicah Genya
Corney Gichuki
Jomo Kenyatta
Mary Kize
Muthoni Likimani
Lily Mabura
Marjorie Oludhe MacGoye
Omondi Mak'Oloo
Hazel Mugo
Micere Githae Mugo (*1942)
Meja Mwangi (*1948)
Lydiah Mumbi Nguya
Rebeka Njau (*1930)
Stella Kahaki Njuguna
Asenath Bole Odaga
Margaret Ogola
Grace Ogot (*1930)
Moyez C. Vassanje
Jameela Saddiqi
Charity Waciuma
Ngugi wa Mirii (*1951)
Ngugi wa Thiongo (*1938)
Miriam Were
Museen und Archive
Die meisten der kenianischen Museen, die über das ganze Land verstreut liegen, werden von den "National Museums of Kenya" (NMK) verwaltet.
Nairobi National Museum; dieses Museum ist besonders interessant und wichtig. Dort werden spartenübergreifend naturgeschichtliche, zoologische, anthropologische, kulturelle und historische Aspekte behandelt.
Fort Jesus in Mombasa
Gedi Ruinen, in Gedi bei Malindi
Hyrax Hill bei Nakuru
Jumba la Mtwana, in Mtwapa bei Mombasa
Kabarnet Museum in Kabarnet
Karen Blixen Museum in Nairobi
Kapenguria Museum in Kapenguria
Kariandusi Museum bei Gilgil
Kisumu Museum in Kisumu
Kitale Museum in Kitale
Koobi Fora im Sibiloi National Park
Lamu Museum in Lamu
Meru Museum in Meru
Mnarani Ruinen in Kilifi
Narok Museum in Narok
Olorgesailie in der Nähe des Magadisees
Siyu Fort auf Pate Island
Takwa Ruinen auf Manda Island
Thimlich Ohinga 45 km westlich von Migori
Weitere Museen werden von anderen organisationen unterhalten, so das Railway Museum oder die National Archives.
Musik und Tanz
Besonders Nairobi bietet häufige nationale oder internationale Musik-, Tanz- und Akrobatik-Shows, sei es in großen Hotels, Theaterspielstätten, Schulen oder Kulturzentren. Der Tradition verschrieben sind die Gonda Traditional Entertainers, die Bomas of Kenya und die Original Zengala Band.
Die unbestritten bekannteste Band aus Kenia ist die Safari Sound Band, die bereits unzählige Male mit Platin ausgezeichnete Alben veröffentlichen konnte. Auch in Europa feierte die SSB bereits große Erfolge auf Tourneen.
Kenia hat eine reiche Chormusikszene mit einer starken Betonung auf religiösen Gesang. Einer der bekanntestes Chöre ist der Muungano National Choir unter der Leitung von Boniface Mganga, der u.a. auch die bekannte kongolesische Messe Missa Luba singt.
Bekannte kenianische Sänger sind: Susan Awiyo, Merry Johnson, Alex und Merry Ominde, Kim4Love, Necessary Noize (Sängerin: Nazizi), Longombaz und Redsan, Juacali.
Theater
Das Theaterleben wird stark vom Schultheater geprägt. Jedes Jahr finden in den Distrikten, Provinzen und auf nationaler Ebene Wettbewerbe und Festivals statt. Die Stücke, die sich um das Genre des Volkstheaters bewegen - und thematisch z. B. häufig Aids oder frühe Schwangerschaft aufgreifen - werden häufig im Fernsehen gezeigt.
Klassische Theaterspielstätten gibt es wenige, so das Kenya National Theater, das aber kein festes Ensemble hat, sondern nationalen und internationalen Truppen und Show-Events Raum bietet.
Bekanntere Theatergruppen sind Heartstrings Ensemble, Mbalamwezi Players, Tufani, Hearts Ablaze und Winds of Change. Bekannte Schauspieler sind Winnifred Gitao, Angel Waruinge, Antony Kinuthia und Benta Stephanie Ochieng. Mumbi Kaugwa ist zudem Stückeschreiber und Regisseurin.
Die einzige feste Truppe mit eigener Spielstätte, meist Laien mit einer erstaunlichen Qualität, haben die Phoenix Players Theatre Company. Der Theaterraum ohne Bühne und Vorhang ist der Keller des Professional Centre in der Innenstadt Nairobis. Die Truppe ist unter seinem Gründer James Falkland 1984 aus dem kolonialen und von der Familie Maule betriebenen Donovan Maule Theater hervorgegangen, das im modernen Kenia nicht mehr lebensfähig war. Die Phoenix Players haben sich mit einem speziellen Programm dem Thema Anti-HIV gewidmet. Sie leben von ihren Mitgliedern und Spendern, kämpfen aber trotzdem ständig um ihre Existenz.
Ansonsten bieten die Kulturzentren großer Nationen in Nairobi Theatergruppen und Säle, in denen periodisch Theater gespielt wird, so im French Cultural Centre, dem Alliance Francaise oder im Goethe-Institut.
Aufgrund dieser Bedingungen hat sich eine kleine, aber lebhafte Theaterszene entwickelt. Autoren wie Cajetan Boy oder Jimmy Makotsi schreiben moderne authentische Stücke in Englisch oder Suaheli.
Film
Das Filmleben wird in den großen Städten vom US-amerikanischen Mainstream und von Bollywood (aufgrund der starken indischen Minderheit im Land) beherrscht. Gemeinsam organisieren das Alliance Francaise und das Goethe-Institut in Nairobi z. B. Kinderfilm-Festivals.
Kenia ist ein Land, in dem relativ viele internationale Filme gedreht werden, z. B. Jenseits von Afrika (1986), Die weiße Massai (2004), Der ewige Gärtner (2005) oder Afrika, mon amour (ZDF, 2007 - http://www.presseportal.de/story.htx?nr=856550&firmaid=7840).
Für das Fernsehen, die Kenya Broadcasting Corporation (KBC) werden auch Filme im Land produziert, so z. B. Reflections oder Naliaka'' von Brutus Serucho.
Prähistorische Stätten
Prähistorische Stätten, die besucht werden können, sind z. B. die Olorgesailie Prehistoric Site oder Kariandusi bei Gilgil. Viele Grabungsstätten der Paläoanthropologen wie etwa des Orrorin tugenensis, können aber nicht besucht werden. Die anthropologische Forschung Kenias ist untrennbar mit dem Namen der Familie Leakey verbunden.
Tourismus
In Kenia findet sich eine Vielzahl an unterschiedlichen Landschaften, die alle charakteristisch für den afrikanischen Kontinent sind. Schöne Küstengebiete und ein langes Korallenriff, weite Savannen mit Großwildtieren, schneebedeckte Gipfel, Wüste und ein kleiner Dschungel (Regenwald). Dies alles ist im wesentlichen für den Tourismus erschlossen, sowohl was den Massentourismus - meist an der Küste - aber auch den Individualtourismus - eher im Landesinneren, z. B. bei der Besteigung des Mount Kenya - angeht. Tragendes Element des Tourismus sind neben den weißen Stränden an der Küste die großen Nationalparks (siehe oben).
Einzelnachweise
Weblinks
• Länder- und Reiseinformationen des Die Tageszeitung "Daily Nation" online lesen
• Die Tageszeitung "The Standard" online lesen
• Exakter Sprachkatalog Kenias
• Website der Anti-Korruptions-Kommission
• Website einer Gruppe von Parlamentsbeobachtern, "Eye on Kenyan Parliament"
• Website des Kenya Wildlife Service, zuständig für die Nationalparks und den Tierschutz
• Informationszentrum der UN zu den 24 UN-Organisationen in Nairobi/Kenia
• Liste der meisten Schulen, Colleges und Unis in Kenia
• Landes- und Reiseinformationen für Kenia auf TransAfrika
• Bilder von Kenia
am:???
az:Keniyabo:???????frp:Kenia
hsb:Kenia
hy:?????
ki:Kenya
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kn:??????lij:Kenya
ln:Kenya
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nov:Kenya
pms:Kenya
so:Kenya
sw:Kenya
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tg:?????
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