Sterz
Sterz bezeichnet ein aus Buchweizen (Heidensterz), Mais-Grieß (Türkensterz) oder Kartoffeln hergestelltes einfaches Gericht in Österreich. Wie die meisten schlichten Gerichte aus Getreidebrei ist auch der Sterz historisch ein ?Armeleuteessen?; heute noch essen Bauern und Landarbeiter in Kärnten und der Steiermark häufig Sterz mit Schweinsschmalz und Grammeln als Gabelfrühstück. In Vorarlberg wird ein ähnliches Gericht als Riebel bezeichnet, in Tirol als Terpel.Im Niederdeutschen nennt man die Handgriffe eines Pfluges "Sterze".
Heidensterz
Der Sterz wird auf den Teller gestürzt und ist ein breiiges Gericht aus Heidenmehl (österreichisch für Buchweizenmehl). Das Knöterichgewächs Buchweizen wird mehr oder weniger fein geschrotet zu Heidenmehl. Die meisten Rezepte aus der Steiermark empfehlen, das Mehl vor der Weiterverarbeitung erst in der trockenen Pfanne bei schwacher Hitze zu erwärmen, bis ein angenehm nussiger Geruch entsteht. Das Mehl wird im Verhältnis eins zu zwei langsam in kochendes, leicht gesalzenes Wasser gerührt. Die entstandene feste Masse wird mit Gabeln aufgerissen und soll im Ofen oder am Herdrand ausdünsten. Zum Servieren lässt man durchwachsenen Speck aus und gibt die Grammeln samt Fett über den Heidensterz. Dazu eignet sich Rindsuppe; heutzutage findet man Heidensterz meist als Beilage zu Klachelsuppe, einer deftigen Suppe mit Sauerrahm und zerkleinerten Schweinefüßen.
Türkensterz
Der Türkensterz, auch gelber Sterz genannt, wird aus einem Teil Maisgrieß und zwei Teilen gesalzenem Wasser gekocht. Er ist ein Verwandter der Polenta, wird aber wie der Heidensterz nach dem Kochen gerissen. Er wird entweder süß mit Milch oder Milchkaffee, mit Joghurt, mit Sauermilch oder aber deftig mit Grammeln serviert. Mit Speck und Käse in einer Pfanne geröstete Polenta wird im österreichischen Bundesland Kärnten als Frigga bezeichnet.
Kartoffelsterz
Beim Kartoffelsterz oder Kartoffelschmarrn werden gekochte, kalte geschälte Kartoffeln fein gerieben und anschließend mit 1 Prise Salz und etwas Mehl verrührt, so dass kleine Knöllchen entstehen. Anschließend wird die Masse in einer Pfanne mit rauchend-heißem Öl herausgebacken. Kann sowohl als pikante Beilage wie auch als Süßspeise gegessen werden (in diesem Falle mit Staubzucker überstäuben).
Weblinks
• 3-Sat: Gerichte mit Geschichte

