Karlsruher SC
Der Karlsruher Sport Club Mühlburg-Phönix e. V., meist kurz als Karlsruher SC oder KSC bezeichnet, ist mit rund 3.200 Mitgliedern (Stand März 2007) einer der größten Sportvereine der Stadt Karlsruhe.
In dem 1952 durch Fusion des Karlsruher FC Phönix mit dem VfB Mühlburg entstandenen Verein dominiert die Fußballabteilung: Neben der Männermannschaft, die ab der Saison 2007/08 wieder der 1._Bundesliga angehört, spielen auch die Frauenmannschaft (2._Liga_Süd), die Nachwuchsmannschaft (KSC II, Regionalliga_Süd) und die Jugendmannschaften durchweg höherklassig.
Des Weiteren betreibt der KSC auch eine Leichtathletikabteilung (gegründet 1922) und eine Boxabteilung (gegründet 1959), welche aber im Vergleich zum Fußball einen geringeren Stellenwert im Verein besitzen. Zwar brachten beide Abteilungen in früheren Jahrzehnten einige erfolgreiche Sportler hervor, doch mit Ausnahme des in den 1990er Jahren für den KSC kämpfenden Boxers Sven Ottke und der Leichtathletin Heike Drechsler, die Anfang der 2000er zwei Jahre lang für den Verein an den Start ging, hatten die Leistungen und Erfolge in den letzten Dekaden nur noch eine regionale Bedeutung.
Geschichte
Die frühen Jahre des Fußballs in Karlsruhe
Die noch junge Sportart Fußball war Ende des 19. Jahrhunderts in vielen Sportvereinen noch verpönt, so dass es in den 1880er Jahren zu den ersten Gründungen reiner Fußballvereine kam und dieser Trend sich um die Jahrhundertwende weiter verstärkte. Karlsruhe war neben Berlin in den frühen Jahren des Fußballs_in_Deutschland eine der Hochburgen, woran der in Karlsruhe lebende Walther Bensemann einen wesentlichen Anteil hatte. Zu den ältesten Fußballvereinen in Karlsruhe zählen die von Bensemann gegründeten International Football Club (1889) und Karlsruher FV (1891) sowie der FC Karlsruher Kickers (1893). Mit dem Karlsruher FC Phönix und dem 1. FSV Mühlburg (später VfB Mühlburg) folgten 1894 bzw. 1895 die Vorläufervereine des heutigen Karlsruher SC.
Die Vorgängervereine
=KFC Phönix
=Am 6. Juni 1894 gründeten einige Mitglieder der Karlsruher Turngemeinde den Karlsruher FC Phönix. Nach dem Anschluss des Karlsruher SC Alemannia im Jahre 1912 hieß der Verein fortan KFC Phönix (Phönix Alemannia). Während des Zweiten_Weltkriegs spielte der Verein ab 1943 gemeinsam mit Germania Durlach als Kriegssportgemeinschaft Phönix/Germania Karlsruhe.Phönix Karlsruhe gehörte im Jahr 1900 zu den 86 Gründungsvereinen des DFB und war auch bald in den Meisterschaftsrunden erfolgreich. 1909 konnte Phönix erstmals die Südkreisliga gewinnen und später auch die Endrunde um die Süddeutsche Meisterschaft als Sieger beenden. In den Endrundenspielen besiegten die Karlsruher im Viertelfinale den FC_Mönchengladbach und im Halbfinale den SC_Erfurt und standen so erstmals im Finale. Dieses gewannen die Badener am 30. Mai in Breslau vor 1.500 Zuschauern mit 4:2 gegen BFC Viktoria 1889 und wurden Deutscher Meister. Schon knapp zwei Monate vor dem Meisterschaftsendspiel wurden erstmals zwei Spieler der späteren Meisterelf, Emil Oberle und Robert Neumaier, ins Team der Nationalmannschaft berufen; das Spiel der deutschen Auswahl am 4. April war nicht nur das erste Länderspiel, das in Karlsruhe stattfand, sondern gleichzeitig auch im sechsten Spiel der erste Sieg (1:0 gegen die Schweiz). Mit Karl Wegele (15 Länderspiele ab 1910) und Otto Reiser (ein Einsatz 1911) konnten sich in den folgenden Jahren noch zwei weitere Phönix-Spieler in der Nationalmannschaft beweisen.
In der folgenden_Saison besiegten die ?Blau-Schwarzen? im Viertelfinale den VfB Leipzig, scheiterten dann aber im Halbfinale ausgerechnet am Stadtrivalen Karlsruher FV, der anschließend auch im Finale siegreich blieb und den Meistertitel 1910 errang. In den folgenden Jahren dominierte der KFV in der süddeutschen Verbandsstaffel, so dass Phönix zu keinen weiteren Endrundenteilnahmen mehr kam.
Die Stadt Karlsruhe verpachtete dem Verein, der bis dato im ?Stadion an der Maxaubahn? beheimatet war, nach dem Ersten_Weltkrieg ein Gelände im Hardtwald nördlich der Innenstadt. 1923 später waren die Anlagen am ?Wildpark?, Vorläufer des heutigen Wildparkstadions, fertiggestellt. Sportlich lag Phönix in den 1920er Jahren wie schon in den Jahren vor dem Krieg meist hinter dem Karlsruher FV, zeitweise stieg man sogar in die Zweitklassigkeit ab.
1933 qualifizierte sich der KFC Phönix als Meister der Bezirksliga Württemberg/Baden, Gruppe Baden, für die neu gegründete Gauliga, die damals höchste deutsche Spielklasse. Dort spielten sie mit einer Unterbrechung (Saison 1936/37), bis 1944 der Spielbetrieb kriegsbedingt eingestellt wurde. Phönix konnte sich aber in der von den drei Mannheimer Vereinen Waldhof, VfR und Neckarau dominierten Spielklasse, die von 1933 bis 1945 alle zwölf Meisterschaften der Gauliga Baden gewannen, nicht durchsetzen.
Auch nach dem Zweiten Weltkrieg konnte der KFC Phönix nicht mehr an frühere Erfolge anknüpfen. In der ersten Saison nach dem Krieg belegte man in der neu geschaffenen Oberliga Baden/Württemberg 1946 nur den 15. Platz und stieg ein Jahr später sogar in die Landesliga ab, wo der Verein bis zum Fusionsjahr 1952 spielte.
=VfB Mühlburg
=Der zweite Vorgängerverein des KSC hat selbst wiederum mehrere Vorgängervereine. Im Jahre 1895 wurde der 1. FV Sport-Mühlburg gegründet. 1905 erfolgte die Gründung des FC Mühlburg 1905, dem der 1. FV Sport Mühlburg geschlossen beitrat. Dieser fusionierte am 28. Juli 1933 mit dem VfB Karlsruhe zum VfB Mühlburg. Die Spielstätte der Mühlburger in der Honsellstraße nahe des Karlsruher Rheinhafens wurde am 3. September 1942 vollständig zerstört, nach dem Krieg aber wieder zu einem Stadion mit einem Fassungsvermögen von 30.000 Besuchern aufgebaut.
Die Mühlburger Vereine waren nicht ganz so erfolgreich wie die Karlsruher Konkurrenten Phönix und KFV. Der FC Mühlburg konnte sich zwar einige Jahre in der ersten Spielklasse halten, Erfolge stellten sich aber erst nach der Fusion zum VfB Mühlburg in den späten 1930er Jahren ein, als man badischer Pokalmeister wurde (1938 und 1939) und in den Kriegsjahren bis in die Zwischenrunde des Tschammerpokals, dem Vorläufer des DFB-Pokals, vordrang.
In der Nachkriegszeit spielte der VfB Mühlburg in der Oberliga_Süd, der nach Kriegsende bis zur Einführung der Bundesliga 1963 höchsten deutschen Spielklasse in Deutschland. 1947 stiegen Phönix Karlsruhe und der Karlsruher FV aus der Oberliga ab, der VfB Mühlburg stieg gleichzeitig auf und etablierte sich bis zur Fusion 1952 in dieser Spielklasse; als bestes Ergebnis erreichte man 1950/51 hinter dem 1. FC Nürnberg und der SpVgg Fürth den dritten Platz.
Bekannte Spieler des VfB Mühlburg waren in den 1930er Jahren Franz Dienert und Anfang der 1950er Jahre ?Ossi?_Traub und Horst Buhtz.
Sportliche Entwicklung seit 1952
= Die Fusion und erste Erfolge des Karlsruher SC (1952?1963)
=Am 16. Oktober 1952 schlossen sich Phönix Karlsruhe und der VfB Mühlburg zusammen und der Verein erhielt seinen heutigen Namen Karlsruher SC von 1894 Mühlburg-Phönix e.V. Kurz nach der Fusion war der Karlsruher SC der größte deutsche Sportverein, was nicht zuletzt daran lag, dass allen Mitgliedern zunächst freier Eintritt gewährt wurde. Nach der Gründung des neuen Vereins wurde im Wildpark mit dem Neubau eines modernen Stadions begonnen, so dass der KSC seine Heimspiele in den ersten drei Jahren in der Honsellstraße austrug.
In der Folgezeit avancierte der Karlsruher SC zu einem der stärksten Vereine der Oberliga_Süd, bereits die erste Saison schloss der neue Verein, noch unter dem Namen ?KSC Mühlburg-Phönix?, mit dem vierten Platz ab. Mit Adolf Patek konnte zur Spielzeit 1953/54 ein erfahrener Trainer verpflichtet werden, der die Mannschaft 1955 bis ins Finale des DFB-Pokals führte, das die Karlsruher gegen den FC Schalke 04 mit 3:2 gewannen und sich damit den Pokal sicherten. In der darauf folgenden Saison 1955/56 wurde der KSC erstmals Meister der Oberliga Süd und qualifizierte sich damit für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft. Nach dem Gruppensieg in der Endrundengruppe mit dem FC Schalke 04, 1. FC Kaiserslautern und Hannover 96 standen die Karlsruher zum zweiten Mal nach 1909 im Finale. Dieses verloren sie jedoch im Berliner Olympiastadion gegen Borussia Dortmund mit 2:4. Im selben Jahr verteidigten die Badener den DFB-Pokal nach einem 3:1 im Endspiel gegen den Hamburger SV, das im heimischen, gerade ein Jahr zuvor fertiggestellten Wildparkstadion ausgetragen wurde. Nach dem knapp verpassten ?Double? verließ Patek im Sommer 1956 den KSC.
Unter Ludwig Janda (1956-59) und Eduard Frühwirth (1959-62) wurde der KSC 1958 und 1960 noch zweimal Südmeister und verpasste das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft als Gruppenzweiter beide Male nur knapp. 1960 stand man zudem erneut im Pokalfinale, unterlag aber in Düsseldorf überraschend gegen den Außenseiter Borussia Mönchengladbach mit 2:3.
Mit Gerhard Siedl, Horst Szymaniak und Günther Herrmann stellte der Karlsruher SC Ende der 1950er bzw. Anfang der 1960er Jahre erstmals Spieler für die Nationalmannschaft ab.
= Die ersten Jahre in der Fußball-Bundesliga (1963?1968)
=1963 war der Karlsruher SC eines der 16 Gründungsmitglieder der Bundesliga, für die man sich mit den Plätzen drei (1960/61) und fünf (1962/63) der Oberliga Süd qualifizierte. Obwohl Trainer Kurt Sommerlatt mit Otto Geisert einen erfolgreichen Torjäger und mit den Jugendnationalspielern Rolf Kahn und Horst Wild zwei vielversprechende Talente zur Verfügung hatte, spielte der KSC bereits in der ersten_Bundesligasaison gegen den Abstieg, dem man nur haarscharf mit einem Punkt Vorsprung entging. Im Januar 1965, als der KSC auf einem Abstiegsplatz stand, wurde Sommerlatt entlassen, dennoch belegte der Club am Saisonende den vorletzten Platz; absteigen musste man nur deshalb nicht, weil es aufgrund der Aufstockung der Bundesliga auf 18 Vereine keine Absteiger gab. Die Saison 1964/65 bescherte dem KSC zudem zwei Rekordergebnisse, die bis heute Bestand haben: Dem mit 7:0 höchsten Sieg bei Eintracht Frankfurt im September 1964 folgte fünf Monate später mit dem 0:9 bei 1860 München die bis heute höchste Niederlage der Karlsruher in der Bundesliga.
Nachdem man dem Abstieg 1965/66 mit Platz 16 erneut nur knapp entgangen war, konnte der KSC unter Trainer Paul Frantz dank einer furiosen Rückrunde 1966/67 nicht nur den Klassenerhalt sichern, sondern erreichte mit Platz 13 das bisher beste Ergebnis in der Bundesliga. Die zwischenzeitliche Euphorie verflog jedoch wieder, als man in der darauffolgenden fünften Bundesligasaison 1967/68 mit 6:14 Punkten aus den ersten zehn Spielen einen klassischen Fehlstart hinlegte und sich auf dem 17. Tabellenplatz wiederfand. Frantz wurde im Oktober 1967 entlassen; da jedoch auch seine drei Nachfolger in dieser Saison den Abstieg nicht mehr verhindern konnten, spielte der Karlsruher SC ab 1968 erstmals seit der Fusion 1952 zweitklassig.
= ?Fahrstuhlmannschaft? der 1. und 2. Bundesliga (1968?1986)
=Mit Kurt Baluses wurde ein erfahrener Trainer für den ?Neubeginn? des Karlsruher SC in der Regionalliga verpflichtet. Zahlreiche Leistungsträger, darunter Klaus Zaczyk, Günther Herrmann und Jürgen Rynio hatten den Verein verlassen. Dennoch gelang es Baluses, mit einer neu formierten Elf um ?Rückkehrer? Horst Wild gleich in der ersten Saison die Meisterschaft der Regionalliga Süd und damit die Aufstiegsrunde zur Bundesliga zu erreichen. Dort scheiterte man jedoch ebenso wie nach den darauffolgenden zwei Spielzeiten, in denen man jeweils den 2. Platz in der Regionalliga belegt hatte. Bereits am 21. Mai 1971, kurz vor der dritten Aufstiegsrunde in Folge, entließ das Präsidium des KSC völlig überraschend den Trainer. Sein Nachfolger Heinz Baas konnte der Mannschaft in diesem Jahr allerdings ebensowenig zum Aufstieg verhelfen wie in den beiden darauffolgenden Spielzeiten, 1972/73 scheiterte man zum vierten Mal in der Aufstiegsrunde zur Bundesliga.
Im Februar 1974 begann mit der Wahl von Roland Schmider zum neuen Präsidenten eine neue Ära des Vereins, er führte den Verein 26 Jahre lang an. Unter Trainer Carl-Heinz Rühl gelang der Elf um Rudi Wimmer, Rainer Ulrich und Wilfried Trenkel 1975 der direkte Aufstieg als Meister der neu gegründeten 2._Bundesliga_Süd. Nach siebenjähriger Abstinenz gehörte der Karlsruher SC wieder dem Fußball-Oberhaus an.
Bis Mitte der 1980er Jahre war der KSC eine ?Fahrstuhlmannschaft? und spielte zwischen 1975 und 1986 jeweils sechs Jahre in der ersten und zweiten Bundesliga. Der Verein ?verschliss? in dieser Zeit nicht weniger als neun Trainer, allein in der Saison_1977/78 wurden drei Trainer entlassen. In den Bundesligaspielzeiten belegte der KSC stets Plätze in der unteren Tabellenhälfte, als beste Platzierung erreichte man unter Manfred_Krafft 1980/81 einen zehnten Platz.
= Die Ära Winfried Schäfer (1986?1998)
=Mit der Verpflichtung von Winfried Schäfer als neuem Trainer und Carl-Heinz Rühl als Manager im Jahr 1986 begannen die erfolgreichsten zehn Jahre des Vereins in der jüngeren Geschichte. Schäfer, der bereits als Spieler (1975-77) zwei Spielzeiten für den KSC aktiv gewesen war, war nach Beendigung seiner aktiven Karriere 1985 ein Jahr lang Talentsucher für Mönchengladbach gewesen, bevor er in Karlsruhe seine erste Trainerstelle antrat. In dem durch das Auf und Ab der vergangenen Spielzeiten sportlich und vor allem auch finanziell angeschlagenen Verein galt es, aus der Not eine Tugend zu machen und das Gerüst erfahrener Spieler wie Sre?ko Bogdan, Michael Harforth und Emanuel Günther durch junge, hungrige Kräfte zu ergänzen. Der Saisonstart verlief alles andere als optimal und nach einer deftigen 0:8-Schlappe in Hannover hatten viele die Saison bereits abgehakt, doch dank einer Serie, die mit einem 6:0-Erfolg gegen Saarbrücken am letzten Vorrundenspieltag begann und zehn Siege hintereinander einbrachte, stand der Aufstieg in die Bundesliga bereits am vorletzten Spieltag fest. Mit Torhüter Alexander Famulla, Oliver Kreuzer in der Abwehr und Arno Glesius als treffsicheren Torjäger (14 Saisontore) hatten sich in der Aufstiegssaison gleich drei Nachwuchsspieler in die Stammformation gespielt.
Nach einer durchwachsenen ersten Bundesliga-Saison 1987/88, in der man dem sofortigen Abstieg nur knapp entging, wurde die als ?Elf der Namenlosen? titulierte Mannschaft auch in der zweiten Spielzeit als Abstiegskandidat gehandelt. Winfried Schäfer gelang es jedoch im Gegensatz zu seinen Vorgängern, den Karlsruher SC in der Eliteklasse zu etablieren. Da die Mittel für prominente Verstärkungen nicht vorhanden waren, setzte Schäfer weiterhin vorwiegend auf Talente aus den eigenen Reihen und der Region, darunter Oliver Kahn (1987), Michael Sternkopf (1988), Mehmet Scholl (1989) und Jens Nowotny (1991) ? mit zunehmenden Erfolg: In den nächsten Spielzeiten setzte man sich im gesicherten Mittelfeld der Bundesliga fest und schloss die Saison_1991/92 mit Rang acht und damit erstmals auf einem einstelligen Tabellenplatz ab.
Mit dem sechsten Rang 1992/93 qualifizierte sich der Verein erstmals für den UEFA-Pokal und spielte dort eine herausragende Runde. In der zweiten Runde besiegten die Karlsruher nach einem 1:3 im Hinspiel den FC Valencia mit 7:0. Dieses Spiel gilt bis heute als Höhepunkt der neueren Vereinsgeschichte. Außerdem warf der KSC die renommierten Clubs PSV Eindhoven, Boavista Porto und Girondins Bordeaux aus dem Wettbewerb und zog somit ins Halbfinale ein. Dort schieden die Karlsruher denkbar unglücklich gegen Austria_Salzburg nach zwei Unentschieden (0:0 und 1:1) aufgrund der Auswärtstorregel aus. In den Folgejahren nahm der KSC noch zweimal (1996/97 und 1997/98) am UEFA-Pokal teil und erreichte das Finale im DFB-Pokal 1996, das mit 0:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern verloren ging. Im selben Jahr gewann der Verein allerdings das Finale um den UEFA Intertoto Cup gegen Standard Lüttich (3:1 nach 0:1 im Hinspiel) und sicherte sich somit nochmals die Teilnahme am UEFA-Pokal.
Mit der Saison_1997/98 begann die plötzliche sportliche Talfahrt des Karlsruher SC. Der Verein hatte sich als Tabellen-Sechster der Vorsaison zwar noch einmal für den UEFA-Cup qualifiziert (wo man im Achtelfinale gegen Spartak Moskau ausschied), im Verlauf der Runde zeigte sich jedoch, dass man die Abgänge von Leistungsträgern der Vorjahre wie Jens Nowotny (1996 zu Bayer Leverkusen), Thorsten Fink und Michael Tarnat (beide 1997 zu Bayern München) mannschaftlich nicht kompensiert hatte, so dass sich der KSC in der unteren Tabellenhälfte der Bundesliga wiederfand. Aufgrund des enttäuschenden Saisonverlaufs wurde Winfried Schäfer im März 1998 nach zwölf Jahren im Amt entlassen, die Karlsruher stiegen am Ende der Saison ? nach elf Jahren ununterbrochener Zugehörigkeit ? aus der Bundesliga ab.
= Absturz in die Regionalliga, drohende Insolvenz und Wiederaufstieg (seit 1998)
=Das ausgerufene Ziel, postwendend wieder in die Bundesliga zurückkehren zu wollen, geriet durch einen Fehlstart mit vier Niederlagen aus den ersten fünf Begegnungen gleich zu Beginn der Zweitligasaison 1998/99 in Gefahr. Nachdem die Vereinsführung sich gezwungen sah, Trainer Jörg Berger zu entlassen, schien der KSC unter Nachfolger Rainer Ulrich wieder in die Erfolgsspur zurückzukehren ? der angestrebte Wiederaufstieg wurde am Saisonende jedoch knapp verpasst.
Mit der darauffolgenden Saison_1999/2000 begannen turbulente Jahre für den Verein. Geld, das man zuvor mit vollen Händen ausgegeben hatte, war nun nicht mehr vorhanden; der Versuch, mit einem kleineren Budget einen leistungsfähigen Spielerkader zusammenzustellen, misslang völlig: der KSC belegte am Ende der Spielzeit abgeschlagen den letzten Tabellenplatz und stieg in die Regionalliga ab. Den Gang in die Drittklassigkeit, den der Verein erstmals in seiner Geschichte antreten musste, konnte auch der nach dem ersten Saisondrittel verpflichtete Trainer Joachim Löw nicht verhindern. Der Aufenthalt in der Regionalliga blieb jedoch nur eine kurze Episode in der Vereinschronik; nach einem kompletten Neuaufbau der Mannschaft gelang unter Trainer Stefan Kuntz die sofortige Rückkehr in die Zweite Bundesliga.
Viel bedrohlicher für den Verein als die sportliche Talfahrt der ersten Fußballmannschaft sollte sich zu jener Zeit seine finanzielle Situation erweisen. Obwohl der KSC in den 1990er Jahren durch Transfers von Stars wie Mehmet Scholl (ca. 6,5 Millionen DM) und Oliver Kahn (mit 5 Millionen DM der damals teuerste Torwart der Bundesliga-Geschichte) große Summen einnahm, stand durch Missmanagement der finanzielle Kollaps kurz bevor. Fehlende Weitsicht bei Spielereinkäufen für die Fußballmannschaft, kostspielige Imagekampagnen (wie z. B. die Verpflichtung von Heike Drechsler für die Leichtathletikabteilung), sowie die Denkweise, das Vorankommen des Vereins alleine mit Geld erzwingen zu können, hatten den Karlsruher SC an den Rande des Ruins gebracht. Dies bedeutete im Mai 2000 auch das Ende der Ära Roland Schmider, der den KSC seit 1974 geführt hatte. Die drohende Insolvenz des Vereins konnte 2002 erst durch den Übergangspräsidenten und ehemaligen Oberbürgermeister von Karlsruhe, Gerhard Seiler, verhindert werden. In seiner nur neunmonatigen Amtszeit rettete Seiler den Club durch seine guten Verbindungen zur regionalen Politik und Wirtschaft vor der Auflösung. Nachfolger von Seiler wurde der bis heute amtierende Präsident Hubert H. Raase, der mit den Vize-Präsidenten Rainer Schütterle und Michael Steidl, sowie Manager Rolf Dohmen den Club weiter saniert.
Auch sportlich gesehen hatte der Verein nach der Rückkehr in die zweite Liga immer wieder zu kämpfen. In der Saison_2003/04 drohte dem Karlsruher SC lange Zeit der erneute Abstieg in die Regionalliga ? er wurde erst durch einen Sieg am letzten Spieltag gegen den Aufstiegsfavoriten Alemannia Aachen verhindert. In der darauf folgenden Spielrunde sicherte sich der KSC durch einen furiosen Schlussspurt (die letzten vier Saisonspiele wurden gewonnen) erstmals seit dem Wiederaufstieg den Klassenerhalt bereits vor dem letzten Spieltag. Unter Trainer Edmund Becker setzte sich die positive sportliche Entwicklung der Mannschaft auch weiterhin fort, und so spielte der Club in der Saison_2005/06 erstmals seit Jahren wieder um den Aufstieg in die Bundesliga mit. Der KSC hatte bis zum letzten Spieltag eine Chance auf einen Aufstiegsplatz, schloss die Saison dann aber auf dem 6. Tabellenrang ab.
In der Saison_2006/07 sicherte sich der Verein bereits drei Spieltage vor Saisonende die Meisterschaft in der 2. Bundesliga und damit den Wiederaufstieg in die erste Spielklasse. Damit ist der KSC der erste Verein seit Einführung der eingleisigen 2. Bundesliga, der vom ersten bis zum letzten Spieltag auf einem Aufstiegsplatz stand.
Bilanz der Fußballmannschaft
Als größten Erfolg kann der Karlsruher SC auf zwei Pokalsiege (1955 und 1956) zurückblicken; der Vorgängerverein KFC Phönix gewann 1909 den deutschen Meistertitel.
= Meisterschaften
=Deutscher_Meister: 1909 (als Karlsruher FC Phönix)
* Deutscher Vize-Meister: 1956
* Süddeutscher Meister: 1909, 1956, 1958, 1960 und 1975
* Meister der Zweiten Fussball-Bundesliga: 1975, 1984 und 2007
* Meister der Regionalliga Süd: 2001
= Pokalwettbewerbe
=UEFA-Pokal-Teilnahme 1993/94 (Halbfinale), 1996/97 und 1997/98 (jeweils Achtelfinale)
UI-Cup-Gewinner 1996
DFB-Pokal-Sieger 1955 und 1956
* DFB-Pokal-Finalist 1960 und 1996
DFB-Hallen-Pokal-Sieger 1995
= Bundesligabilanz
=Der Karlsruher SC war 1963 Gründungsmitglied der Fußball-Bundesliga, nahm bisher (Stand 2006) an 22 Spielzeiten teil und belegt in der ?Ewigen_Tabelle? der Bundesliga Rang 18. Als bestes Ergebnis erreichte der KSC Platz 6 (1993, 1994 und 1997), fünf Mal (1968, 1977, 1983, 1985 und 1998) stieg der Verein aus der Bundesliga ab, ebenso häufig (1975, 1980, 1984, 1987 und 2007) gelang die Rückkehr ins Fußball-Oberhaus.
Personen der Vereinsgeschichte
= Bekannte ehemalige Spieler
=Insgesamt zwölf Spieler trugen bis heute während ihrer Zeit beim Karlsruher SC bzw. bei Phönix Karlsruhe das Trikot der Deutschen_Fußballnationalmannschaft. Zudem spielte der Karlsruher Kurt Sommerlatt beim Olympischen_Fußballturnier_1952 für Deutschland; für diese Spiele wurde aber nur eine Amateurnationalmannschaft gestellt.
In den Reihen des Karlsruher SC standen außerdem zahlreiche Spieler, die ihre Länderspiele entweder vor ihrer Zeit beim KSC absolvierten (u. a. Cieslarczyk, Kargus, Buchwald) oder erst danach in die Nationalelf berufen wurden (Kahn, Scholl, Nowotny, Engelhardt und zuletzt Fritz). |
Weitere Fußballmannschaften
Der Karlsruher SC II, das Nachwuchsteam (U 23) der Profimannschaft, spielt derzeit (Saison_2006/07) in der Regionalliga Süd. Auch die männlichen Jugendmannschaften des KSC spielen meist höherklassig, die A-Junioren (U 19) beispielsweise in der Bundesliga Süd/SW.
Bei den Frauen spielt die erste Mannschaft in der Saison_2006/07 in der 2._Bundesliga_Süd, die zweite Mannschaft stieg 2005/06 aus der Oberliga Baden-Württemberg in die Verbandsliga ab. Auch bei den Juniorinnen stellt der Karlsruher SC mehrere Teams. Die Abteilung besteht seit 2001, als der KSC den eigenständigen Frauenfußballverein DFC Eggenstein übernahm. Größter Erfolg des DFC war der Gewinn der deutschen B-Juniorinnen-Meisterschaft 2001.
Neben dem ?regulären? Spielbetrieb hat der KSC eine ?Alte Herren?-Mannschaft (für ältere Spieler) sowie die ?KSC Allstars?, eine Traditionsmannschaft mit ehemaligen Profispielern wie Rainer Schütterle, Burkhard Reich, die mehrmals jährlich zu Benefizspielen antritt (der Erlös geht jeweils zur Hälfte an die KSC-Jugendabteilung und den gastgebenden Verein).
Boxabteilung
Am 7. Dezember 1959 wurde die Boxabteilung des Karlsruher SC gegründet. Seit der Gründung holten Boxer der Abteilung zwei Titel bei Europameisterschaften und 20 bei nationalen Meisterschaften. Der Verein stellte auch mehrfach Teilnehmer an Olympischen Spielen: Horst Rascher (1960_in_Rom), Alexander Künzler und Markus Bott (beide 1984_in_Los_Angeles und 1988_in_Seoul), sowie Sven Ottke und Tyson Gray (beide 1992_in_Barcelona und 1996_in_Atlanta).
Leichtathletikabteilung
Als dem KFC Phönix von der Stadt Karlsruhe 1921 ein großes Gelände im Hardtwald für den Bau einer neuen Sportstätte überlassen wurde, entschloss sich der Verein, das Stadion auch mit Laufbahnen und Sprunganlagen auszustatten und eine Leichtathletik-Abteilung zu gründen, was 1922 auch realisiert wurde. Schon zwei Jahre später feierten Phönix-Athleten erste Erfolge: in der Besetzung Natan, Faist, von Rappard und Suhr gewann die 4x100m-Staffel des Vereins den deutschen Meistertitel und verbesserte mehrfach den deutschen Rekord.
Danach wurde es vorübergehend still um die Abteilung, bis in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg Lilli Unbescheid, die deutsche Meisterin im Kugelstoßen, vom MTV zum KSC wechselte und der vormalige Phönix-Sprinter Robert Suhr zur Wettkampfsaison 1949/50 die Leichtathletikabteilung neu belebte, indem er rund 30 Athleten für den Verein gewann. 1951 kam der Sprinter Heinz Fütterer nach Karlsruhe, 1954 folgte der 400m-Läufer Carl Kaufmann seinem Beispiel.
Das Engagement Suhrs sowie die Erfolge und olympischen Medaillen der Karlsruher Vorzeigeathleten (der zeitweilige 100m-Weltrekordler Fütterer gewann 1956_in_Melbourne eine Bronze-, Kaufmann 1960_in_Rom zwei Silbermedaillen) sorgten für einen vorübergehenden Boom der Leichtathletik in Karlsruhe, der aber längst verflogen ist; in den letzten Jahrzehnten sorgten lediglich die jährlich stattfindenden internationalen Leichtathletik-Meetings in der Karlsruher Europahalle sowie der Wechsel von Heike Drechsler zum KSC für Schlagzeilen in dieser Sportart.
Sponsoren und Partner
EnBW (Hauptsponsor seit der Saison 2004/05)
JAKO (Ausrüster seit der Saison 2000/01; aktueller Vertrag läuft bis 30. Juni 2009)
Pfizer (Jugendsponsor)
= Ehemalige Hauptsponsoren
=* 1974?1978 Karlsruher_Leben (Versicherungen)
* 1978?1981 Hettel (Autovermietung)
* 1981?1983 BIC (Kugelschreiber)
* 1983?1985 Moninger (Brauerei)
* 1985?1985 "Ka" (Marketinggesellschaft)
* 1986?1989 SüBa (Bauunternehmen)
* 1989?1991 Trigema (Textilien)
* 1991?1998 Ehrmann (Milchverarbeitung)
* 1998?2000 Becker (Autoradio)
* 2000?2004 Karlsruher Versicherungen
Stadion
siehe auch Hauptartikel: Wildparkstadion
Das Wildparkstadion liegt inmitten eines größeren Sportareals im Karlsruher Hardtwald. In seiner heutigen Form als Fußball- und Leichtathletikstadion wurde es im Jahr 1955 anstelle der alten FC-Phönix-Sportplätze erbaut und verfügte ursprünglich über ein Fassungsvermögen von 50.000 Zuschauern. Nach mehreren Modernisierungs- und Umbaumaßnahmen am Stadion bietet es mittlerweile 32.306 Zuschauern Platz, 14.724 davon auf Sitzplätzen.
Die schon mehrere Jahre währenden Planungen für die Umwandlung des Wildparks in ein reines Fußballstadion werden derzeit verstärkt vorangetrieben ? verursacht vor allem dadurch, dass die älteren Tribünen des Wildparkstadions und die fehlende Rasenheizung bald nicht mehr den gestiegenen Ansprüchen und den verschärften Auflagen des DFB und der DFL genügen. Nachdem im Februar 2007 der Finanzierung des Umbauprojektes von Seiten der Stadt Karlsruhe ? als jetziger und auch zukünftiger Eigentümerin des Stadions ? zugestimmt wurde, kann derzeit von einem Baubeginn im Frühjahr 2008 ausgegangen werden.
Zum 7,5 Hektar großen Gesamtareal des Wildparkstadions gehören des Weiteren eine Sporthalle, vier Rasentrainingsplätze und ein Kunstrasenplatz ? auf Platz 2 des Wildparkstadions bestreitet die Nachwuchsmannschaft des KSC ihre Heimspiele.
Fanszene und Fankultur
Die Fans des Karlsruher SC kommen überwiegend aus dem Nord- und Mittelbadischen Raum, der südlichen Vorderpfalz und dem Elsass. Der KSC pflegt eine langjährige und sehr intensive Fanfreundschaft mit Hertha BSC, Racing Straßburg und Pisa Calcio. Bis Mitte der 1990er Jahre bestand auch eine lose Fanfreundschaft mit Borussia Dortmund.
Größter Rivale ist der VfB Stuttgart. Die Rivalität begründet sich einerseits in einer historisch gewachsenen Antipathie der Badener gegenüber dem schwäbischen Teil der Landesbevölkerung, die vor allem auf die Fusion der vormals eigenständigen Länder Baden und Württemberg zurückgeht, welche von vielen Badenern als Zwangseingliederung empfunden wurde. Zum anderen sind häufige Bevorzugungen des VfB gegenüber dem KSC (z. B. bezüglich Stadionausbau oder Sponsorengelder) für die gespannten Verhältnisse zwischen den Fans beider Vereine verantwortlich. Aus genannten Gründen zählt diese Rivalität zu den ausgeprägtesten und intensivsten im deutschen Fußball (in etwa vergleichbar mit der Rivalität zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04).
Weitere Rivalen sind der 1. FC Kaiserslautern und SV Waldhof Mannheim 07.
Dachverband der KSC-Fans
Im Jahr 1986 riefen einige engagierte KSC-Fans ein Fanprojekt ins Leben, das als gemeinsame Basis der Fanarbeit in Karlsruhe dienen sollte (z. B. Organisation von Auswärtsfahrten und Fußballturnieren, Verbesserung des Fanimages in der Öffentlichkeit). Das Projekt wurde am 12. September 1986 durch Gründung des Vereins ?Interessengemeinschaft Karlsruher Fußballfans e. V. (IG)? initiiert und die Trägerschaft 1989 vom Stadtjugendausschuss der Stadt Karlsruhe übernommen. Von Seiten des Vereins wurde das Projekt ab den 1990er Jahren u. a. durch verbilligte Dauerkarten und Unterstützung von Auswärtsfahrten gefördert. Seit dem 31. August 2001 heißt die IG ?Supporters Karlsruhe 1986 e. V.?, der Verein hat aktuell etwa 2000 Mitglieder.
Badnerlied
Vor Heimspielen des KSC gehört es ? ebenso wie bei vielen anderen badischen Fußballvereinen ? zur Tradition, dass die Fans gemeinsam das Badnerlied singen. Mit dem Anstimmen dieser inoffiziellen Landeshymne wird der, zumindest auf den Fußball bezogene, Lokalpatriotismus der Badener demonstriert. Vereinzelt hört man im Stadion immer wieder auch umgedichtete Textzeilen, in denen die Rivalität zu den benachbarten Schwaben zum Ausdruck gebracht wird.
Maskottchen
Das Maskottchen des Karlsruher SC stellt ein Wildschwein dar und heißt Willi Wildpark. In Anlehnung an das Vereins-Gründungsjahr 1894 trägt es auf seinem Trikot die Rückennummer 94.
Trivia
* Als inoffizielle Vereinshymne gilt das Lied ?Für immer KSC?, das von Sabine Wittwer, der Ehefrau des früheren KSC-Spielers Michael Wittwer, zusammen mit anderen Liedern 1994 auf eine LP zum 100. Vereinsjubiläum eingespielt wurde.* In den 1990er Jahren wurde das traditionelle Wappen des KSC durch eine stilisierte rot-gelbe Pyramide ergänzt. Die Farben repräsentieren die der Stadt Karlsruhe und des Landes Baden, die Pyramide (Grabmal des Stadtgründers Karl_Wilhelm auf dem Karlsruher_Marktplatz) ist das Wahrzeichen Karlsruhes. Das Logo stieß bei den Fans allerdings auf wenig Gegenliebe, 2004 kehrte der Verein zum alten, schlichten Emblem zurück.
* Nicht sportliche Gründe, sondern ein Sponsor des Vereins sorgte für die kürzeste Amtszeit eines Trainers in der Geschichte des KSC: Nachdem die Mannschaft unter Trainer Köstner zur Winterpause der Saison 2004/05 nur einen Abstiegsplatz belegte, wurde dieser entlassen, und das KSC-Präsidium stellte am 28. Dezember mit Reinhold Fanz einen Nachfolger vor. Fanz war allerdings einige Jahre zuvor mit Utz Claassen ? 1997 Präsident bei Hannover 96 und nun Vorstandsvorsitzender des KSC-Sponsors EnBW ? aneinandergeraten, so dass EnBW andeutete, sich aus dem Sponsoring zurückzuziehen, wenn Fanz Trainer bliebe. Der KSC entließ Fanz nach sieben Tagen wieder, um den Vertrag mit EnBW nicht zu gefährden; den Verantwortlichen wurde daraufhin vorgeworfen, sie hätten sich erpressen lassen.
Literatur
* Jürgen Autenrieth: KSC. Badens Bester. Dasbach Verlag, Taunusstein 1993, ISBN 3-928231-14-6
: Beschreibung: Das rund 170 Seiten starke, Ende 1993 erschienene Buch beschäftigt sich sehr ausführlich mit der Situation und den Persönlichkeiten des KSC ab Mitte der achtziger Jahre bis zu den ersten UEFA-Cup-Spielen 1993. Nur jeweils ein Kapitel beschreibt die Entstehungsgeschichte bis zur Fusion, die ?goldenen 50er Jahre? sowie die beiden anderen Abteilungen. Das Buch ist reichhaltig illustriert, überwiegend mit Schwarz-Weiß-Bildern.
: 2001 erschien, ebenfalls im Dasbach Verlag, eine Taschenbuchfassung des Buchs (gleiche ISBN)
* Frank Göhringer: In guten wie in schlechten Tagen, Taschenbuch ISBN 978-3931624132 - März 2000 & Herzenssache, Broschiert ISBN 978-3931624279 - September 2006
* 100 Jahre Karlsruher Sport-Club. Eigenverlag des Karlsruher SC, Karlsruhe 1994, ohne ISBN
* Matthias Kropp: Deutschlands große Fußballmannschaften, Teil 11: Karlsruher SC. Agon Sportverlag, Kassel 1998, ISBN
3-89609-115-8
: Beschreibung: Das 380 Seiten dicke Buch besteht zum größten Teil aus einem umfangreichen Statistikteil, der sämtliche Spielzeiten und nationalen Pokalwettbewerbe von 1945/46 bis 1996/97 abdeckt. Aus der Zeit vor 1945 sind lediglich die Endrunden um die deutsche Meisterschaft 1909 und 1910 dokumentiert. Des Weiteren enthält das Buch eine zehnseitige, stichwortartige Chronik (1894-1997), sowie rund 50 Kurzbiografien der wichtigsten Spieler des KSC bzw. seiner Vorgängervereine.
* Peter Putzing: Badens blaues Wunder. Geschichte und Geschichten des Karlsruher Sportclubs. Agon Sportverlag, Kassel 1998, ISBN 3-89609-136-0
Weblinks
• Offizielle Webpräsenz des Karlsruher SC
• www.ka-fans.de KSC-Fanbetreuung
• Supporters Karlsruhe Fandachverband
* Abschlusstabellen des KSC [http://soccer.fan.de/clubs/ksc63.html 1945-63] und [http://soccer.fan.de/clubs/ksc.html 1963-99]
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