Jos
Jos [] ist die Hauptstadt des nigerianischen Bundesstaates Plateau und liegt im östlichen Zentralnigeria. Einer Schätzung von 2007[http://www.bevoelkerungsstatistik.de/ World Gazetteer] zufolge hat sie 860.895 Einwohner. Damit ist die Stadt, die namensgebend für das Josplateau ist, die elftgrößte in Nigeria.
Geographie
Die Stadt liegt am Nordrand des zentralnigerianischen Josplateaus, am Ufer des Delimi auf 1250 Meter über Meer. Sie hat eine Fläche von ungefähr 50 km² und befindet sich etwa 300 km von der Hauptstadt Abuja entfernt. Außer im Norden ist Jos von allen Seiten von Bergen umgeben. Im Norden erreichen der Dogon Dutse und der Shere eine Höhe von 1300 bzw. 1400 m, im Westen liegt der 1300 m hohe Berg Jenta.
Stadtgliederung
Von den 17 Local_Government_Areas (LGA) des Bundesstaates Plateau liegen drei auf dem Stadtgebiet von Jos. Sie stellen eigenständige Munizipien auf dem geographischen Stadtgebiet dar; ein politisches Stadtgebiet gibt es nicht.
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! align="left" ; width="20%" | LGA
! align="left" ; width="20%" | Verwaltungssitz
! align="left" ; width="20%" | Fläche in km²
! align="left" ; width="30%" | Einwohner (Zensus 1991)[http://www.nigeriacongress.org/fgn/administrative/statedetails.asp?state=plateau Nigeria Congress]
|-
|Jos-Nord
|Jos
|291,49
|392.831
|-
|Jos-Ost
|Angware
/'>1019,55
|55.884
|-
|Jos-Süd
|Klima als andere Städte des Landes. Von Dezember bis Januar liegen die Temperaturen tiefer als 10° C, in der wärmsten Zeit von März bis April erreichen sie bis zu 30° C. Der Jahresniederschlag beträgt 1.400 mm.
Geschichte
Jos liegt am Rand des Verbreitungsgebiets der prähistorischen Nok-Kultur. Terrakottafunde auf dem Josplateau beweisen, dass das Gebiet um Jos bereits um 500 v. Chr. besiedelt war. Die heutige Stadt wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von der britischen Kolonialmacht an der Stelle des Dorfes Geash, das von den Ethnien Berom, Jawara und Anaguta bewohnt war, gegründet. 1905 begann die Royal Niger Company in der Umgebung von Jos mit dem industriellen Abbau von Columbit und Zinn.
Die Herkunft des Namens Jos ist nicht bekannt. Einige glauben, dass die ersten europäischen Siedler den Namen des ursprünglichen Dorfes, Geash oder Gwosh falsch aussprachen. Nach einer anderen Theorie ist Jos ein Akronym für Jesus our Saviour (?Jesus unser Erlöser?). Lizzie Williams: Nigeria: The Bradt Travel Guide. Chalfont St. Peter 2005, S. 258f.
Mit der Inbetriebnahme der Eisenbahnstrecke nach Port Harcourt 1914 erlebte die Stadt einen rapiden Aufschwung, der britische, indische und libanesische Siedler anzog. Ab 1927 war es möglich, den Zinn über mehrere hundert Kilometer zum Seehafen Loko am Fluss Benue zu transportieren. Der Zinnexport erreichte während des Zweiten_Weltkrieges ein Hoch von 17.463 Tonnen im Jahr 1943, sank aber nach einem Preissturz in den 1930er Jahren. Die meisten Bergwerke sind heute Teil der informellen_Wirtschaft und fördern noch etwa 1000 Tonnen jährlich.
Die Bevölkerungszahl stieg von 8.000 Einwohnern im Jahr 1920 auf 11.000 im Jahr 1931. Zur Zeit der Unabhängigkeit 1960 zählte Jos ca. 80.000 Einwohner. Beim vorletzten Zensus von 1991 hatte Jos 637.036 Einwohner. Die größten Volksgruppen sind heute die Yoruba, die Hausa, die Ibo, die Berom, die Anaguta, die Jawara und die Afisere. Atlas du Nigeria. Les éditions J. A., Paris 2003, S. 142f. Die Bevölkerung ist überwiegend christlich.
1967 wurde Jos die Hauptstadt des neugegründeten Bundesstaates Benue-Plateau. Dieser spaltete sich 1976 in die Bundesstaaten Benue und Plateau mit den Hauptstädten Makurdi bzw. Jos. Im September 2001 forderten Unruhen zwischen christlichen und muslimischen Bevölkerungsteilen bis zu 1000 Tote.BBC_News: [http://news.bbc.co.uk/2/hi/africa/3703775.stm ?Muslims riot in northern Nigeria?], 11. Mai 2004 Die Regierung beauftragte eine Kommission mit der Untersuchung der Ereignisse, deren Berichte bisher nicht veröffentlicht worden sind. Bei weiteren Unruhen wurde der zentrale Markt verwüstet.
Sehenswürdigkeiten
Wegen der reizvollen Lage und des angenehmen Klimas gehört Jos zu den beliebtesten Urlaubsorten in Nigeria. Zu den Sehenswürdigkeiten gehören ein 1952 gegründetes Museum, das vor allem Objekte der Nok-Kultur zeigt, ein Naturpark, ein zoologischer Garten und ein Freilichtmuseum für traditionelle nigerianische Architektur.
Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaft
Jos ist das Zentrum Nigerias für den Abbau von Zinn und Columbit sowie deren Verhüttung. Bedeutende Wirtschaftszweige sind auch die Chemie-, Druck-, Nahrungsmittel-, Stahl- und Textilindustrie. Zu den wichtigsten ansässigen Unternehmen gehören die Nasco Group und ihre Tochterfirmen (ein Hersteller von Süßwaren und Haushaltsprodukten), die Brauerei Jos International, der Gießereibetrieb Makeri Smelting Company, die Getreideverarbeitungsfabrik Grand Cereals, das Stahlwerk Jos Steel Rolling Mill, ein Abfüllunternehmen von Coca-Cola und das Unternehmen Spring Waters Nigeria, das Mineralwasser der Marke Swan produziert.
Verkehr
Jos hat ein verhältnismäßig gut ausgebautes Straßennetz und ist durch Straßen, Eisenbahn und über den Luftweg mit den größeren Städten verbunden. In Jos treffen die Schnellstraßen A3 (Port Harcourt ? Makurdi ? Jos ? Bauchi ? Maiduguri) und A236 (Zaria ? Jos) aufeinander. Der ehemalige Flughafen nahe der Innenstadt wurde durch den 29 km südlich der Stadt gelegenen Yakubu_Gowon_Airport ersetzt.
Infrastruktur
Ein Teil der Infrastruktur wurde im Zuge der ethnischen und religiösen Konflikte der letzten Jahre zerstört. Eine Müllabfuhr fehlt, die Straßen sind mit Schlaglöchern übersät, Wasser und elektrischer Strom sind selten verfügbar.IRIN: [http://www.irinnews.org/Report.aspx?ReportId=71232 ?Jos voters angry and divided?], 9. April 2007
Die Wasserversorgung speist sich aus den Stauwerken Kogon Kiri, Laminga, Tollemarche und Yakubu Gowon. Der nach dem ehemaligen nigerianischen Präsidenten Yakubu Gowon benannte Staudamm Yakubu Gowon wurde 1981 am Fluss Shen fertiggestellt und ist für die Zulieferung von 83 % des Wassers zuständig. Gesundheitliche Einrichtungen sind neben einigen Krankenhäusern und privaten Kliniken das Universitätsklinikum und das Krankenhaus des Bundesstaates Plateau.
Bildung
In Jos gibt es etwa 100 Primarschulen und 50 Sekundarschulen. Die staatliche University of Jos wurde 1972 als Zweigstelle der University of Ibadan gegründet und ist seit 1976 eigenständig. Hinzu kommen eine polytechnische Hochschule, ein Institut für politische und strategische Studien, das nationale Zentrum für Fernerkundung und das nationale Zentrum für Veterinärmedizin. Außerdem ist Jos Sitz einer UNESCO-Schule für Museumstechniker.
Persönlichkeiten
John Obi Mikel, Fußballspieler bei FC Chelsea
Victor Nsofor Obinna, Fußballspieler bei AC Chievo Verona
Quellen
Literatur
* Vincent C. Ihemegbulem, Anthony O. Nyong: Jos. In: Atlas du Nigeria. Les éditions J. A., Paris 2003, S. 142f., ISBN 2-86950-364-4.
* Lizzie Williams: Nigeria: The Bradt Travel Guide. Bradt Travel Guides, Chalfont St. Peter 2005, ISBN 1-84162-124-2.

