Jewgeni Alexandrowitsch Jewtuschenko
Jewgeni Alexandrowitsch Jewtuschenko (russisch , wiss. Transliteration ; Moskau zu ermöglichen.Jewtuschenkos Schulzeit verlief nicht sehr erfolgreich, er musste wegen Schwänzens und diverser Aufsässigkeiten die Mittelschule wechseln und wurde schließlich aufgrund einer falschen Beschuldigung vor Erreichen eines Abschlusses als Fünfzehnjähriger von der Schule gewiesen. Er arbeitete eine Zeit lang in der geologischen Expedition seines Vaters in Kasachstan und kehrte nach Moskau zurück, um Dichter zu werden. 1949 druckte die Zeitschrift Sowjetsport sein erstes Gedicht. Von da an wurde er zum "Zeitungsdichter"; auch die obligatorischen Zeilen über Stalin waren regelmäßig in seinen Werken enthalten. Sein 1952 erschienener erster Gedichtband Kundschafter der Zukunft wurde von der Kritik zwar gelobt, war beim Publikum aber wenig erfolgreich. Jewtuschenko wurde aufgrund seiner Veröffentlichungen auch ohne Schulabschluss in den Schriftstellerverband und an das Moskauer Gorki-Literaturinstitut aufgenommen, wo er die Studienzeit nutzte, seinen Stil und seine Themen zu überdenken.
Nach diversen Veröffentlichungen in den 50er Jahren kam der Durchbruch beim Publikum 1961 mit den beiden Gedichten Babi Jar (????? ??), und Meinst Du, die Russen wollen Krieg? (????? ?? ??????? ??????), das auch vertont wurde. Gleichzeitig sah sich Jewtuschenko kritischen Stimmen des etablierten sowjetischen Kulturbetriebs ausgesetzt. Trotz einiger Repressionen - zeitweise lebte er in Petschora im Norden Russlands - war er jedoch äußerst produktiv und wurde auch international beachtet; seine Werke erschienen in 72 Sprachen. Etiketten wie "Dichterrebell", "Kultfigur der 60er Jahre" und "Polit-Idol" oder auch "politisch unzuverlässig" versuchen ihn zu charakterisieren.
Bereits in frühen Jahren widmete sich Jewtuschenko auch der Prosa. Seine erste Erzählung Die Vierte Meschtschanskaja-Straße (????????? ?????????; eine Straße in Moskau; von "???????", eigentlich "Kleinbürger", jedoch auch im Sinne von "Spießbürger" gebraucht) wurde 1959 in der Zeitschrft Junost veröffentlicht. Sein erster Roman Beerenreiche Gegenden (??????? ?????, in der Bundesrepublik unter dem Titel Wo die Beeren reifen) erschien Anfang der 80er_Jahre.
Seinen Blick auf den Wandel in der Sowjetunion zeigte der 1993 erschienene Schlüsselroman Stirb nicht vor deiner Zeit (?? ?????? ????? ??????); ein autobiographisches Werk erschien 1989 unter dem Titel Wolfspaß (?????? ???????).
In beiden Büchern gibt es ein (identisches) Kapitel, das den Ereignissen um den Militärputsch 1991 gegen Gorbatschow gewidmet ist. Nachdem Jewtuschenko 1988 bis 1991 Parlamentsabgeordneter gewesen war, war er unmittelbarer Augenzeuge der Verteidigung des Weißen Hauses - er trug von dessen Balkon ein Gedicht vor, das den demonstrierenden Menschen draußen auf der Straße gewidmet war.
Neben zahlreichen Auszeichnungen in seinem eigenen Land erhielt er 1999 als erster ausländischer Dichter den renommierten amerikanischen Walt-Whitman-Preis. An amerikanischen Universitäten hielt er Vorlesungen aus seinem Lehrbuch Anthologie der russischen Poesie.
Der Dichter lebt und arbeitet heute in Moskau.
Werke
auf deutsch erschienen
* Unter der Haut der Freiheitsstatue/Die Universität von Kasan. Versdichtungen 1974, ISBN 3455036678
* Lyrik, Prosa, Dokumente. München 1979, ISBN 348500300X
* Wo die Beeren reifen, Roman, Wien 1982, ISBN 3552034285 (BRD-Ausgabe) als Beerenreiche Gegenden, Roman, Berlin 1984 in der DDR erschienen
* Mutter und die Neutronenbombe. (mit Aljonna Möckel, Klaus Möckel, Pablo Picasso), Wien 1984, ISBN 3552036261
* Fuku, Poem. Berlin 1987
* Der Hühnergott. 3 Liebesgeschichten. Wien 1985, ISBN 3552037241
* Die Gedichte. Eine Auswahl des Autors, München 1997 ISBN 3795112842
* Ausgewählte Gedichte. München 1991 ISBN 3257200617
* Herzstreik, Gedichtsammlung, Hamburg 1996, ISBN 3203787652
* Stirb nicht vor deiner Zeit, Roman, München 1996, ISBN 342312282X
* Der Wolfspaß, Autobiographie, 2002, ISBN 3423129476
Zitate
* Ziolkowski hat es gut gesagt: ?All unser Wissen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ist ein Nichts im Vergleich zu dem, was wir niemals wissen werden?. Das ist nicht traurig. Das ist schön. Wenn es die Unendlichkeit des Unerreichbaren gibt, hat auch das Wissen Hoffnung auf Unendlichkeit. aus: Beerenreiche Gegenden
Weblinks
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