Heinrich Heine
Christian Johann Heinrich Heine (13. Dezember 1797 in Düsseldorf als Harry Heine; ? 17. Februar 1856 in Paris) war einer der bedeutendsten deutschen Dichter und Journalisten des 19. Jahrhunderts.Heine gilt als ?letzter Dichter der Romantik? und gleichzeitig als deren Überwinder. Er machte die Alltagssprache lyrikfähig, erhob das Feuilleton und den Reisebericht zur Kunstform und verlieh der deutschen_Sprache eine zuvor nicht gekannte elegante Leichtigkeit. Als kritischer, politisch engagierter Journalist, Essayist, Satiriker und Polemiker war er ebenso bewundert wie gefürchtet. Wegen seiner jüdischen Herkunft und seines unbequemen, kritischen Denkens saß Heine schon zu Lebzeiten ?zwischen den Stühlen?. Gleichwohl gehört er zu den am häufigsten übersetzten Dichtern deutscher Sprache.
Leben
Jugend und Lehrjahre
?Die Stadt Düsseldorf ist sehr schön, und wenn man in der Ferne an sie denkt und zufällig dort geboren ist, wird einem wunderlich zu Mute. Ich bin dort geboren und es ist mir, als müsste ich gleich nach Hause gehn. Und wenn ich sage nach Hause gehn, dann meine ich die Bolkerstraße und das Haus worin ich geboren bin?, schrieb Heinrich Heine 1827 in Ideen. Das Buch Le Grand.aus: Reisebilder. Zweiter Teil: Ideen. Das Buch Le Grand, zit. nach Heine: Werke, Bd. II, S. 114)Während über Heines Geburtsort kein Zweifel besteht, lässt sich sein genaues Geburtsdatum nicht mehr zweifelsfrei feststellen. Alle zeitgenössischen Akten, die darüber Auskunft geben könnten, sind im Laufe der letzten 200 Jahre verloren gegangen. Heine selbst bezeichnete sich scherzhaft als ?ersten Mann des Jahrhunderts?, da er in der Neujahrsnacht 1800 geboren sei. Gelegentlich gab er auch 1799 als Geburtsjahr an, wahrscheinlich aus Verehrung für Napoléon Bonaparte, der in diesem Jahr durch den Staatsstreich des 18. Brumaire VIII die Macht in Frankreich an sich riss. Nach heutigem Forschungsstand gilt aber als gesichert, dass Harry Heine ? so sein Geburtsname ? am 13. Dezember 1797 zur Welt kam.
Er war das älteste von vier Kindern des Tuchhändlers Samson Heine und seiner Frau Betty (eigentlich Peira), geborene van Geldern. Seine Geschwister waren Charlotte, Gustav, später Baron Heine-Geldern und Herausgeber des Wiener Fremdenblatts und Maximilian, später Arzt in Sankt Petersburg. Er wuchs in einem weitgehend assimilierten, vom Geist der Haskala geprägten jüdischen Elternhaus auf und besuchte das Düsseldorfer Lyzeum. Das spätere Hohenzollern- und heutige Görres-Gymnasium wirkte im Sinne der Spätaufklärung. Schon als Schüler schrieb Harry erste Gedichte. 1814 verließ er das Lyzeum ohne Abgangszeugnis. Der Familientradition folgend sollte er sich an einer Handelsschule auf einen kaufmännischen Beruf vorbereiten.
Image:Betty Heine (Isidor Popper).jpg/'>Heinrichs Mutter Betty Heine (1771?1859)
Image:Charlotte Heine.jpg|Heinrichs Schwester Charlotte, verheiratete Embden (1803?1899)
Image:Gustav Heine.jpg|Heinrichs Bruder Gustav (1805?1886)
Image:Maximilian Heine.jpg|Heinrichs Bruder Maximilian (1807?1879)
Studium in Bonn, Göttingen und Berlin
Obwohl Heine sich auch für die Rechtswissenschaft nicht sonderlich interessierte, nahm er 1819 ein Jurastudium auf. Zunächst schrieb er sich in Bonn ein, wo er aber nur eine einzige juristische Vorlesung belegte.Dagegen hörte er im Wintersemester 1819/20 die Vorlesung zur Geschichte der deutschen Sprache und Poesie von August Wilhelm Schlegel. Der Mitbegründer der Romantik übte einen starken literarischen Einfluss auf den jungen Heine aus, was diesen aber nicht daran hinderte, sich in späteren Werken spöttisch über Schlegel zu äußern. Das gleiche geschah einem weiteren Lehrer Heines in Bonn, Ernst Moritz Arndt, dessen reaktionäre Ansichten er in späteren Gedichten und Prosatexten mehrfach aufs Korn nahm.
Im Wintersemester 1820 ging Heine an die Universität Göttingen. Dort schloss er sich der Landsmannschaft der Westfalen an (heute Corps Hildeso-Guestphalia Göttingen). Schon im Februar 1821 musste er Göttingen wegen einer Duellaffäre wieder verlassen: Heine suchte aufgrund der gesellschaftlichen Zurücksetzung, der Juden im damaligen Deutschland ausgesetzt waren, seine Herkunft möglichst zu verbergen. Als er von einem Kommilitonen wegen seines Judentums beleidigt wurde, forderte er diesen zum Duell. Die Universität relegierte ihn und seinen Duellgegner daher für ein Semester.
Heine wechselte zur Berliner_Universität, wo er von 1821?1823 studierte und u. a. Vorlesungen bei Georg Wilhelm Friedrich Hegel hörte. Bald fand er Kontakt zu den literarischen Zirkeln der Stadt, und war u. a. regelmäßiger Gast im Salon von Rahel und Karl August Varnhagen von Ense. Von Berlin aus unternahm er 1822 eine Reise nach Posen. Hier begegnete er erstmals dem chassidischen_Judentum, das ihn zwar zum Teil faszinierte, mit dem er sich aber nicht identifizieren konnte. Im Frühjahr 1823, zwei Jahre vor seinem Übertritt zum Christentum, schrieb er in einem Brief an den Freund Immanuel Wohlwill: ?Auch ich habe nicht die Kraft, einen Bart zu tragen und mir Judenmauschel nachrufen zu lassen.?zit. nach Heinrich Heine: Leben Sie wohl und hole Sie der Teufel. Biographie in Briefen, hg. v. jan-Christoph Hauschild, Berlin 2005, Seite 45
Taufe und Platen-Affäre
Wieder in Göttingen, promovierte Heine im Juli 1825 zum Doktor der Rechte. Um seine Anstellungschancen als Jurist zu erhöhen, hatte er sich im Juni zuvor in Heiligenstadt protestantisch taufen lassen und den Vornamen Christian Johann Heinrich angenommen. Von da an nannte er sich Heinrich Heine. Gegen außen versuchte er zunächst, die Taufe möglichst geheim zu halten: sie wurde in der Wohnung des Pfarrers, mit dem Taufpaten als einzigem Zeugen, durchgeführt. Religiös eher indifferent, betrachtete er den Taufschein ohnehin nur als Entréebillet zur europäischen Kultur.aus: Aphorismen und Fragmente, zit. nach Heine: Werke, Bd. IV, S. 706)
Doch er musste feststellen, dass viele Träger dieser Kultur auch einen getauften Juden wie ihn nicht als ihresgleichen akzeptierten. Heine war jedoch nicht bereit, Zurücksetzungen und Kränkungen unwidersprochen hinzunehmen.Dies zeigte sich besonders deutlich in der so genannten Platen-Affäre: Der Dichter August Graf von Platen griff Heine wegen seiner jüdischen Herkunft öffentlich an, um seine Anstellung an der Münchner Universität zu hintertreiben. Daraufhin machte Heine seinerseits die Homosexualität Platens publik und diesen damit gesellschaftlich unmöglich. In Die Bäder von Lucca bezeichnete er Platen als warmen Freund aus: Reisebilder. Dritter Teil: Italien. Die Bäder von Lucca, zit. nach Heine: Werke, Bd. II, S. 286
und schrieb, der Graf sei mehr ein Mann von Steiß als ein Mann von Kopfaus: Reisebilder. Dritter Teil: Italien. Die Bäder von Lucca, zit. nach Heine: Werke, Bd. II, S. 294
. Platen ging anschließend nach Italien ins freiwillige Exil. Ohne den Anlass der Affäre zu erwähnen, wurden diese Äußerungen von Gegnern Heines immer wieder als Beleg für dessen angebliche Charakterlosigkeit zitiert.
Die unmittelbaren Folgen der judenfeindlichen Angriffe Platens waren für Heine fatal: König Ludwig_I._von_Bayern zog das Angebot einer Professur in München zurück, wofür Heine auch ihn mit spöttischen Versen bedachte, etwa in Lobgesänge auf König Ludwig:
:Das ist Herr Ludwig von Bayerland.
Desgleichen gibt es wenig;
Das Volk der Bavaren verehrt in ihm
Den angestammelten König.aus: Nachlese der Gedichte, zit. nach Heine: Werke, Bd. I, S. 721
Aufgrund der Platen-Affäre war Heines letzter Versuch gescheitert, als Jurist eine Anstellung in einem der deutschen Staaten zu erhalten. Die erhofften Folgen der Taufe waren also ausgeblieben, und Heine hat seinen Übertritt zum Christentum später mehrfach ausdrücklich bedauert. Heine entschloss sich daher, für damalige Verhältnisse eher ungewöhnlich, seinen Lebensunterhalt als freischaffender Schriftsteller zu verdienen.
Fast alle Biografien betonen die Bedeutung der jüdischen Herkunft für Heines Leben und Dichtung. Insbesondere der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki vertritt die Ansicht, Heines spätere Emigration nach Paris sei weniger politisch motiviert gewesen als vielmehr durch seine Ausgrenzung aus der deutschen Gesellschaft. In Deutschland sei Heine als Jude immer ein Ausgestoßener gewesen, in Frankreich dagegen als Deutscher nur ein Ausländer.
Erste literarische Erfolge
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Seine ersten Gedichte (u. a.: Ein Traum, gar seltsam, Mit Rosen, Zypressen) veröffentlichte Heine bereits 1816, in seiner Hamburger Zeit, unter dem Pseudonym Sy. Freudhold Riesenharf (ein Anagramm von Harry Heine, Dusseldorff) in der Zeitschrift Hamburgs Wächter. Als H. Heine publizierte er im Dezember 1821 in Berlin seinen ersten Lyrikband Gedichte. 1823 folgte Tragödien, nebst einem Lyrischen Intermezzo. 1824 erschien die Sammlung Dreiunddreißig Gedichte, darunter Heines in Deutschland heute bekanntestes Werk: Die_Loreley. Im selben Jahr besuchte er während einer Harzreise den von ihm hoch verehrten Johann Wolfgang von Goethe in Weimar. Bereits zwei Jahre zuvor hatte er ihm seinen ersten Gedichtband mit einer Widmung zugesandt. Der Besuch verlief für Heine aber eher enttäuschend, da er sich ? ganz im Gegensatz zu seinem Naturell ? befangen und linkisch zeigte und Goethe ihm nur höflich-distanziert begegnete.Im Jahr 1826 veröffentlichte Heine den Reisebericht Harzreise, der sein erster großer Publikumserfolg wurde. Im gleichen Jahr begann seine Geschäftsbeziehung zu dem Hamburger Verlag Hoffmann und Campe. Julius Campe sollte bis zu Heines Tod sein Verleger bleiben. Er brachte im Oktober 1827 den Lyrikband Buch_der_Lieder heraus, der Heines Ruhm begründete und bis heute populär ist.
Der romantische, oft volksliedhafte Ton dieser und späterer Gedichte, die unter anderem in Robert Schumanns Dichterliebe vertont wurden, traf den Nerv nicht nur seiner Zeit.
Aber Heine überwand den romantischen Ton bald, indem er ihn ironisch unterlief und die Stilmittel des romantischen Gedichts auch für Verse politischen Inhalts nutzte. Er selbst nannte sich einen ?entlaufenen Romantiker?. Hier ein Beispiel für die ironische Brechung, in dem er sich über sentimental-romantische Naturergriffenheit lustig macht:
:Das Fräulein stand am Meere
und seufzte lang und bang.
Es rührte sie so sehre
der Sonnenuntergang.
:Mein Fräulein! Sein sie munter,
das ist ein altes Stück;
hier vorne geht sie unter
und kehrt von hinten zurück.aus: Neue Gedichte, zit. nach Heine: Werke, Bd. I, S. 204
Heine selbst erlebte das Meer zum ersten Mal in den Jahren 1827 und 1828 auf Reisen nach England und Italien. Seine Eindrücke schilderte er in weiteren Reisebildern, die er zwischen 1826 und 1831 veröffentlichte. Dazu gehören z. B. der Zyklus Nordsee und die Werke Die Bäder von Lucca und Ideen. Das Buch Le Grand, letzteres ein Bekenntnis zu Napoléon und den Errungenschaften der Französischen_Revolution. In dieser Zeit wurde Heine allmählich als großes literarisches Talent wahrgenommen. Seit Anfang der 1830er Jahre verbreitete sich sein Ruhm in Deutschland und Europa.
Pariser Jahre
Wegen seiner politischen Ansichten zunehmend angefeindet ? vor allem in Preußen ? und der Zensur in Deutschland überdrüssig, ging Heinrich Heine 1831, nach dem Ausbruch der französischen Julirevolution, nach Paris. Hier begann seine zweite Lebens- und Schaffensphase. Zeit seines Lebens sollte Heine sich nach Deutschland sehnen, wie sein Gedicht In_der_Fremde belegt:
:Ich hatte einst ein schönes Vaterland.
Der Eichenbaum
Wuchs dort so hoch, die Veilchen nickten sanft.
Es war ein Traum.
:Das küsste mich auf deutsch und sprach auf deutsch
(Man glaubt es kaum
Wie gut es klang) das Wort: ?Ich liebe dich!?
Es war ein Traum.aus: Neue Gedichte, zit. nach Heine: Werke, Bd. I, S. 238
Doch er sollte dieses Vaterland nur noch zweimal wiedersehen. Endgültig wurde Paris zu Heines Exil, als seine Werke ? auch alle zukünftigen ? 1833 in Preußen und 1835 auf Beschluss des Frankfurter_Bundestages in allen Mitgliedsstaaten des Deutschen_Bundes verboten wurden. Das gleiche Schicksal traf die Dichter des Jungen_Deutschland. Im Beschluss des Bundestages hieß es, die Mitglieder dieser Gruppe zielten darauf ab, ?in belletristischen, für alle Klassen von Lesern zugänglichen Schriften die christliche Religion auf die frechste Weise anzugreifen, die bestehenden Verhältnisse herabzuwürdigen und alle Zucht und Sittlichkeit zu zerstören?.
Für Heine tat sich aber schon 1832 eine neue Einnahmequelle als Pariser Korrespondent der Augsburger Allgemeinen_Zeitung von Johann Friedrich Cotta auf, dem Verleger Schillers und Goethes. Seine Zeitungsartikel aus dieser Zeit veröffentlichte er 1833 in Buchform unter dem Titel Französische_Zustände.
Im selben Jahr zeigten sich die ersten Symptome der Krankheit ? Lähmungserscheinungen, Kopfschmerzattacken und Sehschwächen ?, die ihn am Ende seines Lebens acht Jahre ans Bett fesseln sollte.
Zunächst aber genoss er das Leben in Paris. Er begegnete etwa dem utopischen_Sozialisten Prosper Enfantin, Schüler Saint-Simons, und Größen des französischen und deutschen Kulturlebens wie Hector Berlioz, Ludwig Börne, Frédéric Chopin, George Sand, Alexandre_Dumas und Alexander von Humboldt.
Die Weltstadt inspirierte Heine in den folgenden Jahren zu einer Flut von Essays, politischen Artikeln, Polemiken, Denkschriften, Gedichten und Prosawerken. In Schriften wie Französische Zustände (1832) versuchte er, den Deutschen Frankreich und den Franzosen Deutschland näher zu bringen. Dabei gelangen ihm Analysen von nahezu prophetischer Qualität, beispielsweise im Schlusswort von Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland. Heine schrieb diesen Text 1834 an die Adresse der Franzosen, 99 Jahre vor der Machtergreifung jener, die auch seine Bücher verbrennen sollten:
:Das Christentum ? und das ist sein schönstes Verdienst ? hat jene brutale germanische Kampflust einigermaßen besänftigt, konnte sie jedoch nicht zerstören, und wenn einst der zähmende Talisman, das Kreuz, zerbricht, dann rasselt wieder empor die Wildheit der alten Kämpfer, die unsinnige Berserkerwut (?) Der Gedanke geht der Tat voraus wie der Blitz dem Donner. Der deutsche Donner ist freilich auch ein Deutscher und ist nicht sehr gelenkig und kommt etwas langsam herangerollt; aber kommen wird er, und wenn ihr es einst krachen hört, wie es noch niemals in der Weltgeschichte gekracht hat, so wißt: der deutsche Donner hat endlich sein Ziel erreicht. Bei diesem Geräusche werden die Adler aus der Luft tot niederfallen, und die Löwen in den fernsten Wüsten Afrikas werden sich in ihre königlichen Höhlen verkriechen. Es wird ein Stück aufgeführt werden in Deutschland, wogegen die französische Revolution nur wie eine harmlose Idylle erscheinen möchte.aus: Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland, zit. nach Heine: Werke, Bd. III, S. 518f
Früher als die meisten seiner Zeitgenossen erkannte Heine den zerstörerischen Zug im deutschen Nationalismus, der sich ? anders als der französische ? zusehends von den Ideen von Demokratie und Volkssouveränität entfernte. Der Dichter spürte in ihm vielmehr einen untergründigen Hass auf alles Fremde, wie er in dem Gedicht Diesseits und jenseits des Rheins schrieb:
:Aber wir verstehen uns bass,
Wir Germanen auf den Hass.
Aus Gemütes Tiefen quillt er,
Deutscher Hass! Doch riesig schwillt er,
Und mit seinem Gifte füllt er
Schier das Heidelberger Fass.aus: Nachlese der Gedichte, zit. nach Heine: Werke, Bd. I, S. 757f
Weitere wichtige Werke jener Jahre waren Die romantische Schule (1836), das Romanfragment Der Rabbi von Bacherach (1840) und die Denkschrift Über Ludwig Börne (1840). In ihr reagierte Heine auf den Vorwurf seines früheren Freundes, Ziele der Revolution verraten zu haben. Börne, der zu Lebzeiten größere Bekanntheit als Heine genoss, hatte ihm mehrfach Gesinnungsmangel und Opportunismus vorgeworfen. Heine hingegen verstand sich in besonderem Maße als freier, unabhängiger Journalist und fühlte sich deshalb Zeit seines Lebens keiner politischen Strömung verpflichtet. Dass das Werk erst nach Börnes Tod im Jahr 1837 erschien und zudem persönliche Angriffe auf dessen Freundin Jeanette Wohl enthielt, wurde Heine selbst von ansonsten wohlwollenden Lesern übel genommen. Jeanette Wohls Ehemann Salomon Strauß, der sich durch die Denkschrift bloßgestellt fühlte, schlug Heine öffentlich ins Gesicht, worauf dieser ihn zu einem Pistolenduell aufforderte.
Noch vor dem Duell heiratete Heine 1841 in der Kirche St. Sulpice in Paris die Schuhverkäuferin Eugenie Crescentia Mirat, die er seit 1834 kannte und die er für den Fall seines Todes versorgt wissen wollte. Viele seiner Freunde, wie Marx und Engels, lehnten seine Verbindung mit der einfachen, aber lebenslustigen Frau ab. Heine dagegen schätzte Mathilde, wie er sie liebevoll nannte, auch deshalb, weil sie kein Wort deutsch sprach und - erst auf sein Drängen lernte sie Lesen und Schreiben - ein Gegenstück zu Welt der Intellektuellen war. Nach seinem Tod sollte sie sich allerdings als die bessere Geschäftsfrau erweisen: Mit dem Verleger Cotta verhandelte sie erfolgreicher um die Veröffentlichungsrechte, als es ihr Mann zu Lebzeiten getan hatte.
1843 schrieb Heine sein Gedicht Nachtgedanken, das mit den oft zitierten Worten beginnt:
:Denk? ich an Deutschland in der Nacht,
Dann bin ich um den Schlaf gebracht.aus: Neue Gedichte, zit. nach Heine: Werke, Bd. I, S. 290f
Er verband darin die Sorge um die politischen Zustände in Deutschland mit der um seine dort allein lebende, verwitwete Mutter. Nicht zuletzt um sie wiederzusehen und ihr seine Frau vorzustellen, unternahm Heinrich Heine 1843 und 1844 seine zwei letzten Reisen nach Deutschland. Dazwischen lernte er auch Karl Marx und Ferdinand Lassalle kennen. Später arbeitete Heine an Marx? Zeitschriften Vorwärts! und Deutsch-Französische Jahrbücher mit.
Mitte der 40er Jahre entstanden auch Heines große Versepen Atta Troll und ? angeregt durch seine erste Reise ? Deutschland. Ein Wintermärchen. Darin kommentierte er äußerst bissig die staatlichen, kirchlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse Deutschlands, durchaus im Sinne von Karl Marx. In den Eingangsversen schildert er eine Szene gleich nach dem Grenzübertritt, in der ein Mädchen eine fromme Weise singt:
:Sie sang das alte Entsagungslied,
Das Eiapopeia vom Himmel,
Womit man einlullt, wenn es greint,
Das Volk, den großen Lümmel.
:Ich kenne die Weise, ich kenne den Text,
Ich kenn auch die Herren Verfasser
Ich weiß, sie tranken heimlich Wein
Und predigten öffentlich Wasser.
:Ein neues Lied, ein besseres Lied
O Freunde, will ich euch dichten!
Wir wollen hier auf Erden schon
Das Himmelreich errichten.
:Wir wollen auf Erden glücklich sein,
Und wollen nicht mehr darben;
Verschlemmen soll nicht der faule Bauch
Was fleißige Hände erwarben.aus: Deutschland - Ein Wintermärchen, zit. nach Heine: Werke, Bd. I, S. 375f
Seine ?neuen und besseren Lieder? veröffentlichte Heine 1844 in der Lyriksammlung Neue Gedichte, in der auch das ?Wintermärchen? zuerst erschien.
Heine und der Marxismus
Zu Beginn der vierziger Jahre des 19. Jahrhunderts radikalisierte sich Heines Ton zusehends. Er gehörte zu den ersten deutschen Dichtern, die die Folgen der einsetzenden Industriellen_Revolution zur Kenntnis nahmen und das Elend der neu entstandenen Arbeiterklasse in ihren Werken aufgriffen. Beispielhaft dafür ist sein Gedicht Die schlesischen Weber vom Juni 1844. Es war von dem Weberaufstand inspiriert, der im selben Monat in den schlesischen Ortschaften Peterswaldau und Langenbielau ausbrach.
:Die schlesischen Weber
Im düstern Auge keine Träne,
sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne;
Deutschland, wir weben dein Leichentuch.
Wir weben hinein den dreifachen Fluch.
Wir weben, wir weben!
Ein Fluch dem Gotte, zu dem wir gebeten
In Winterskälte und Hungersnöten;
Wir haben vergebens gehofft und geharrt,
Er hat uns geäfft und gefoppt und genarrt-
Wir weben, wir weben!
Ein Fluch dem König, dem König der Reichen,
den unser Elend nicht konnte erweichen,
der den letzten Groschen von uns erpresst
und uns wie Hunde erschießen lässt!
Wir weben, wir weben!
Ein Fluch dem falschen Vaterlande,
Wo nur gedeihen Schmach und Schande,
Wo jede Blume früh geknickt,
Wo Fäulnis und Moder den Wurm erquickt-
Wir weben, wir weben!
Das Schiffchen fliegt, der Webstuhl kracht,
Wir weben emsig Tag und Nacht-
Altdeutschland, wir weben dein Leichentuch,
Wir weben hinein den dreifachen Fluch,
Wir weben, wir weben!
aus: Nachlese der gedichte, zit. nach Heine: Werke, Bd. I, S. 327
Das auch als Weberlied bekannt gewordene Gedicht erschien im Juli im von Karl Marx herausgegebenen Vorwärts! und wurde in einer Auflage von 50.000 Stück als Flugblatt in den Aufstandsgebieten verteilt. Der preußische Innenminister Arnim bezeichnete das Werk in einem Bericht an König Friedrich_Wilhelm_IV. als ?eine in aufrührerischem Ton gehaltene und mit verbrecherischen Äußerungen angefüllte Ansprache an die Armen im Volke?. Das Königlich Preußische Kammergericht ordnete ein Verbot des Gedichts an. Ein Rezitator, der es dennoch gewagt hatte, es öffentlich vorzutragen, wurde 1846 in Preußen zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Friedrich Engels, der Heine im August 1844 in Paris kennenlernte, übersetzte das Weberlied ins Englische und publizierte es im Dezember des selben Jahres in der Zeitung ?The New Moral World?.
Heine pflegte seit Beginn seiner Pariser Zeit Kontakte zu Vertretern des Saint-Simonismus (vgl. Henri de Saint-Simon), einer frühen sozialistischen Strömung. Trotz dieser Kontakte und der freundschaftlichen Beziehungen zu Marx und Engels, hatte er jedoch stets ein ambivalentes Verhältnis zur kommunistischen Philosophie. Heine erkannte die Not der entstehenden Arbeiterschicht und unterstützte ihre Anliegen. Zugleich fürchtete er, dass der Materialismus und die Radikalität der kommunistischen Idee vieles von dem vernichten würde, was er an der europäischen Kultur liebte und bewunderte. Im Vorwort zur französischen Ausgabe von ?Lutetia? schrieb Heine im Jahr vor seinem Tod:
:Daß die Zukunft dem Kommunismus gehört, dieses Bekenntnis mache ich im Ton der Besorgnis und äußersten Furcht, und ? ach! das war keineswegs Verstellung! Wahrhaftig, nur mit Schauder und Schrecken denke ich an die Zeit, da diese finsteren Bilderstürmer zur Herrschaft gelangen werden; mit ihren schwieligen Händen werden sie erbarmungslos alle Marmorstatuen der Schönheit zerbrechen, die meinem Herzen so teuer sind; sie werden all jene Spielereien und phantastischen Nichtigkeiten der Kunst zertreten, die der Dichter so liebte; sie werden meine Lorbeerhaine zerstören und dort Kartoffeln anpflanzen (?) und ? ? ach! mein Buch der Lieder wird dem Gewürzkrämer dazu dienen, Tüten zu drehen, in die er den armen, alten Frauen der Zukunft Kaffee und Tabak schütten wird. Ach! Ich sehe all dies voraus, und ich bin von einer unaussprechlichen Traurigkeit ergriffen, wenn ich an den Untergang denke, mit dem das siegreiche Proletariat meine Verse bedroht, die mit der ganzen alten romantischen Welt vergehen werden.
Und dennoch, ich bekenne es mit Freimut, übt eben dieser Kommunismus, so feindlich er all meinen Interessen und meinen Neigungen ist, auf meine Seele einen Reiz aus, dem ich mich nicht entziehen kann; zwei Stimmen erheben sich in meiner Brust zu seinen Gunsten, zwei Stimmen, die sich nicht zum Schweigen bringen lassen wollen (?).
Denn die erste dieser Stimmen ist die der Logik. (?) Wenn ich diesen ersten Satz nicht widerlegen kann, dass ?alle Menschen das Recht haben zu essen?, so bin ich gezwungen, mich auch allen anderen Folgerungen zu unterwerfen. (?)
Die zweite der beiden gebieterischen Stimmen (?) ist die des Hasses, des Hasses, den ich gegen eine Partei hege, deren schrecklichster Gegner der Kommunismus ist und die aus diesem Grunde unser gemeinsamer Feind ist. Ich spreche von der Partei der sogenannten Repräsentanten der Nationalität in Deutschland, von jenen falschen Patrioten, deren Vaterlandsliebe in nichts anderem besteht als in einer idiotischen Abneigung gegen das Fremde und gegen die Nachbarvölker, und die jeden Tag ihre Galle verspritzen, besonders gegen Frankreich.
Die gescheiterte Revolution
Der liberal-konstitutionellen Bewegung nahestehend, verfolgte der überzeugte DemokratHeine gab sich als politisch dem Saint-Simonismus nahestehender Pantheist in der Nachfolge Baruch Spinozas zu erkennen:
?Wir [die Pantheisten] wollen keine Sansculotten sein, keine frugale Bürger, keine wohlfeile Präsidenten: wir stiften eine Demokratie gleichherrlicher, gleichheiliger, gleichbeseligter Götter.(...)
Die Saint-Simonisten haben etwas der Art begriffen und gewollt. Aber sie standen auf ungünstigem Boden, und der umgebende Materialismus hat sie niedergedrückt, wenigstens für einige Zeit. In Deutschland hat man sie besser gewürdigt.?
Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland, S. 104, zit. nach Digitale Bibliothek Band 3: Geschichte der Philosophie (vgl. Heine-WuB Bd. 5, S. 234-235) Heine, dessen Gesundheitszustand sich im Februar 1848 deutlich verschlechtert hatte, 1848 die revolutionäre Entwicklung in ganz Europa. Die Pariser Februarrevolution betrachtete er mit großer Skepsis und nannte sie ?Universalanarchie, Weltkuddelmuddel, sichtbar gewordener Gotteswahnsinn.?Brief an Julius Campe, 9.6.1848, zit. nach [http://www.lankau.de/studentenprojekte/heine/zwischen_den_welten/februarrevolution_3.html]. Die Märzrevolution in den Staaten des Deutschen_Bundes forderte unter dem Vorzeichen des Liberalismus einen demokratisch verfassten, deutschen Nationalstaat. Auch von der Entwicklung in Deutschland wandte sich Heine bald enttäuscht ab, da die Verfechter einer republikanisch-demokratischen Staatsform sowohl in den neu besetzten Kammerparlamenten als auch in der Frankfurter Nationalversammlung in der Minderheit blieben. Im Versuch des ersten gesamtdeutschen Parlaments, eine Monarchie unter einem erblichen Kaisertum zu schaffen, sah er nur politisch untaugliche, romantische Träumereien von einer Wiederbelebung des 1806 untergegangenen Heiligen_Römischen_Reichs.
In dem Gedicht Michel nach dem März schrieb Heine:
:Doch als die schwarz-rot-goldene Fahn,
Der altgermanische Plunder,
Aufs neue erschien, da schwand mein Wahn
Und die süßen Märchenwunder.
:Ich kannte die Farben in diesem Panier
Und ihre Vorbedeutung:
Von deutscher Freiheit brachten sie mir
Die schlimmste Hiobszeitung.
:Schon sah ich den Arndt, den Vater Jahn
Die Helden aus anderen Zeiten
Aus ihren Gräbern wieder nahn
Und für den Kaiser streiten.
:Die Burschenschaftler allesamt
Aus meinen Jünglingsjahren,
Die für den Kaiser sich entflammt,
Wenn sie betrunken waren.
:Ich sah das sündenergraute Geschlecht
Der Diplomaten und Pfaffen,
Die alten Knappen vom römischen Recht,
Am Einheitstempel schaffen- (?)aus: Nachlese der Gedichte, zit. nach Heine: Werke, Bd. I, S. 752
Die erste Phase der Revolution scheiterte, als Preußens König Friedrich_Wilhelm_IV. im Frühjahr 1849 die Annahme der erblichen Kaiserwürde ablehnte, die ihm die Mehrheit der Nationalversammlung angetragen hatte. Als Reaktion darauf entstand in West- und Südwestdeutschland eine demokratische Aufstandsbewegung, die die Fürsten zur Annahme der Paulskirchenverfassung zwingen wollte. Aber schon im Sommer und Herbst wurde diese zweite Welle der Revolution vor allem durch preußische Truppen niedergeschlagen. Resigniert kommentierte Heine die Vorgänge in seinem Gedicht Im Oktober 1849:
:Gelegt hat sich der starke Wind
und wieder wird?s stille daheime.
Germania, das große Kind
erfreut sich wieder seiner Weihnachtsbäume.(?)
:Gemütlich ruhen Wald und Fluß,
Von sanftem Mondlicht übergossen;
Nur manchmal knallt?s ? Ist das ein Schuß? ?
Es ist vielleicht ein Freund, den man erschossen.aus: Romanzero, zit. nach Heine: Werke, Bd. I, S. 535
Matratzengruft
thumb|right|180px|Heinrich_Heine_und_seine_platonische_Geliebte_Elise_Krinitz,_Holzschnitt_von_Heinrich_Lefler
Im selben Monat, in dem die Revolution in Paris ausbrach, im Februar 1848, erlitt Heine einen Zusammenbruch. Sein Nervenleiden, das sich seit 1845 zusehends verschlimmert hatte, warf ihn nun endgültig aufs Krankenlager. Heine selbst war der Überzeugung, an Syphilis erkrankt zu sein. Dagegen sprach jedoch, dass er bis zu seinem Tode bei klarem Verstand blieb. Eine Untersuchung von Haaren des Dichters im Jahr 2003 ergab, dass er an einer chronischen Bleivergiftung gelitten hat.siehe hierzu: Kijewski, H., Huckenbeck, W., Reus, U.: Krankheit und Tod des Dichters Heinrich Heine aus der Sicht neuer spurenkundlicher Untersuchungen an Haaren. In: Rechtsmedizin 13 (2003), S. 131?136 Fast vollständig gelähmt, sollte er die acht Jahre bis zu seinem Tod in der von ihm so bezeichneten ?Matratzengruft? verbringen.
Heinrich Heines Gesundheitszustand verschlechterte sich in mehreren Schüben dramatisch. Einmal wurde er vorzeitig für tot erklärt. Gegen die drohende Vereinsamung halfen gelegentliche Besuche von Kollegen und Freunden, die seine Matratzengruft nach eigenem Bekunden meist trauriger verließen als ein wirkliches Grab. Friedrich Engels suchte Heine im Januar 1848 auf, also noch vor dem endgültigen Zusammenbruch. Er berichtete:
:Heine ist am Kaputtgehen. Vor vierzehn Tagen war ich bei ihm, da lag er im Bett und hatte einen Nervenanfall gehabt. Gestern war er auf, aber höchst elend. Er kann keine drei Schritte mehr gehen, er schleicht an den Mauern sich stützend von Fauteuil bis ans Bett und vice versa. Dazu Lärm in seinem Hause, der ihn verrückt macht.
In den Jahren vor seinem Tod gelangte Heine zu einer milderen Beurteilung der Religion. In seinem Testament von 1851 bekannte er sich zum Glauben an einen persönlichen Gott, ohne sich aber einer der christlichen Kirchen oder dem Judentum wieder anzunähern. In seinem Testament heißt es:
:Obschon ich durch den Taufakt der lutherischen Konfession angehöre, wünsche ich nicht, daß die Geistlichkeit dieser Kirche zu meinem Begräbnisse eingeladen werde; ebenso verzichte ich auf die Amtshandlung jeder andern Priesterschaft, um mein Leichenbegängnis zu feiern. Dieser Wunsch entspringt aus keiner freigeistigen Anwandlung. Seit vier Jahren habe ich allem philosophischen Stolze entsagt und bin zu religiösen Ideen und Gefühlen zurückgekehrt; ich sterbe im Glauben an einen einzigen Gott, den ewigen Schöpfer der Welt ?
In seiner Schrift Geständnisse von 1854 stellte er noch einmal fest:
:Ausdrücklich widersprechen muß ich jedoch dem Gerüchte, als hätten mich meine Rückschritte bis zur Schwelle irgendeiner Kirche oder gar in ihren Schoß geführt. (?) Ich habe nichts abgeschworen, nicht einmal meine alten Heidengötter, von denen ich mich zwar abgewendet, aber scheidend in Liebe und Freundschaft.
Heines geistige Schaffenskraft ließ auch in den qualvollen Jahren des Krankenlagers nicht nach. Da er nicht mehr selbst schreiben konnte, diktierte er seine Verse und Schriften einem Sekretär. So veröffentlichte er im Oktober 1851 den Gedichtband Romanzero und 1854 sein politisches Vermächtnis Lutetia.
Im Romanzero fasste er sein politisches Leben mit dem Gedicht Enfant Perdu so zusammen:
:Verlorner Posten in dem Freiheitskriege,
Hielt ich seit dreißig Jahren treulich aus.
Ich kämpfe ohne Hoffnung, daß ich siege.
Ich wußte, nie komm ich gesund nach Haus.
[?]
Doch fall ich unbesiegt, und meine Waffen
Sind nicht gebrochen ? nur mein Herze brach. aus: Romanzero, zit. nach Heine: Werke, Bd. I, S. 539
thumb|180px|right|Elise_Krinitz,_die_?Mouche?
Trotz seines Leidens kamen Heine Humor und Leidenschaft nicht abhanden. Die letzten Monate seines Lebens erleichterten ihm die Besuche seiner Verehrerin Elise Krinitz, die er zärtlich ?Mouche? nannte. Sie wurde zu seiner ?angebeteten Lotosblume?. Diese Anbetung konnte jedoch wegen seiner Hinfälligkeit nur noch auf geistiger Ebene stattfinden, was Heine selbstironisch mit den Versen kommentiert:
:Worte! Worte! keine Taten!
Niemals Fleisch geliebte Puppe.
Immer Geist und keinen Braten,
Keine Knödel in der Suppe.aus: Nachlese der Gedichte, zit. nach Heine: Werke, Bd. I, S. 817
Dass er sich seine Ironie auch in den letzten Krankheitsjahren bewahrte, zeigt sein Gedicht Epilog:
:Unser Grab erwärmt der Ruhm.
Torenworte! Narrentum!
Eine bessre Wärme gibt
eine Kuhmagd, die verliebt
uns mit dicken Lippen küsst
und beträchtlich riecht nach Mist (?)aus: Gedichte 1853 und 1854, zit. nach Heine: Werke, Bd. I, S. 646 Am 17. Februar 1856 starb Heinrich Heine. Drei Tage später wurde er auf dem Friedhof Montmartre beerdigt, wo nach dem ausdrücklichen Willen des Dichters 27 Jahre später auch Mathilde ihre letzte Ruhe fand. Das im Jahre 1901 erstellte Grabmal ziert eine von dem dänischen Bildhauer Louis Hasselriis stammende Marmorbüste Heines und sein Gedicht Wo?:
:Wo wird einst des Wandermüden
letzte Ruhestätte sein?
Unter Palmen in dem Süden?
Unter Linden an dem Rhein?
:Werd ich wo in einer Wüste
eingescharrt von fremder Hand?
Oder ruh ich an der Küste
eines Meeres in dem Sand?
:Immerhin, mich wird umgeben
Gotteshimmel, dort wie hier.
Und als Totenlampen schweben
nachts die Sterne über mir.aus: Nachlese der Gedichte, zit. nach Heine: Werke, Bd. I, S. 796
Bedeutung und Nachleben
in Berlin]]
thumb|180px|right|Heine-Denkmal_auf_dem_Brocken
thumb|180px|right|Heinrich-Heine-Monument_in_Düsseldorf
Aufgrund seiner Eigenständigkeit sowie seiner formalen und inhaltlichen Breite lässt sich Heines Werk keiner eindeutigen literarischen Strömung zuordnen. Heine geht aus der Romantik hervor, überwindet aber bald deren Ton und Thematik ? auch in der Lyrik. Sein Biograph Joseph A. Kruse sieht in seinem Werk Elemente der Aufklärung, der Weimarer Klassik, des Realismus und des Symbolismus.
Vor allem war er ein politisch kritischer Autor des Vormärz. Mit den Autoren des Jungen_Deutschland, denen er bisweilen zugerechnet wird, verbindet ihn das Streben nach politischer Veränderung hin zu mehr Demokratie in ganz Europa, speziell in Deutschland. Seine Distanzierung von der ?Tendenzliteratur? der Jungdeutschen, die er als ?gereimte Zeitungsartikel? verspottete, geschah nicht aus politischen, sondern aus ästhetischen Gründen. Persönlich stand Heine Karl Marx und Friedrich Engels nahe, ohne jedoch deren politische Philosophie bis ins Letzte zu teilen (vgl. u.a. Reich-Ranicki 2000, S. 34 ff.).
Heine polarisierte schon seine Zeitgenossen, nicht zuletzt, weil er selbst polarisierende Urteile nicht scheute. Er griff tatsächliche oder vermeintliche Gegner ebenso hart an wie er selbst angegriffen wurde und schreckte vor keiner Polemik zurück. Nach seinem Tod nahm die Schärfe der Auseinandersetzungen um ihn eher noch zu ? und sie hielt mehr als ein Jahrhundert an. Symptomatisch dafür war der Streit um ein würdiges Heine-Denkmal in Deutschland.
Nationalistisch und antisemitisch argumentierende Literaturwissenschaftler wie Adolf Bartels prägten seit dem Ende des 19. Jahrhunderts zunehmend die öffentliche Wahrnehmung Heines. Die seit dem Jubiläumsjahr 1897 anhaltenden Bemühungen, ihm in seiner Geburtsstadt Düsseldorf ein Denkmal zu setzen, denunzierte Bartels 1906 in seinem berühmt-berüchtigten Aufsatz ?Heinrich Heine. Auch ein Denkmal? als ?Kotau vor dem Judentum?, ihn selbst als ?Decadence-Juden?. Erst in den 1920er Jahren wurden Heine-Denkmäler in Hamburg und Frankfurt am Main errichtet. Diese wurden jedoch schon wenige Jahre später, in der Zeit des Nationalsozialismus, wieder zerstört oder entfernt.
Im ?Dritten Reich? waren Heinrich Heines Werke verboten und seine Bücher wurden zusammen mit denen zeitgenössischer Dichter verbrannt. Für die nach dem Krieg von Theodor W. Adorno verbreitete Behauptung des Germanisten Walter Arthur Berendsohn, Heines Loreley-Lied sei in Lesebüchern der Nazi-Zeit mit der Angabe ?Dichter: unbekannt? erschienen, fehlt allerdings bis heute jeder Beleg.
Selbst in der Bundesrepublik hielt der Streit um Heine an. Die geplante Benennung der Düsseldorfer Universität nach dem bedeutendsten Dichter, den die Stadt hervorgebracht hat, verursachte einen 20 Jahre währenden Streit, der erst zu Beginn der 1980er Jahre beigelegt wurde. Mittlerweile aber gibt es in Heines Geburtsstadt eine Heinrich-Heine-Universität und seit 1981 auch ein Heine-Denkmal, das von Bert Gerresheim gestaltet wurde. Darüber hinaus verleiht die Stadt Düsseldorf seit 1972 den Heinrich-Heine-Preis. Im Jahr 2006 stimmte die bayerische Staatsregierung nach langer, kontrovers geführter Debatte der Aufstellung einer Heine-Büste in der Walhalla zu.
Gleichwohl erfreut sich besonders Heines Lyrik ungebrochener Popularität, ließen sich doch seine romantischen, oft volksliedartigen Gedichte ? allen voran das Buch_der_Lieder ? erfolgreich mit der Musik verbinden. Ein Standardwerk über ?Heine in der Musik? zählt annähernd 10.000 Vertonungen, unter denen Friedrich_Silchers Bearbeitung der Loreley von 1838 hervorragt. Auch Opernkomponisten ließen sich von Heine inspirieren, zuletzt Günter Bialas zu seiner 1992 uraufgeführten Oper ?Aus der Matratzengruft?. Im Theater hingegen ist Heine mit eigenen Stücken wenig präsent. Zu erwähnen ist aber Tankred_Dorsts ?Harrys Kopf? aus dem Heine-Jahr 1997, das sich der Persönlichkeit des Dichters nähert.
Zahlreiche Schriftsteller des 19. und 20. Jahrhunderts griffen Heines Werke auf und fühlten sich ihm verpflichtet, darunter die großen Erzähler Theodor Fontane und Thomas Mann. Wie Heine wagten Bertolt Brecht und Kurt Tucholsky die Gratwanderung zwischen Poesie und Politik. In der Tradition des Dichters stehen ebenfalls die Heine-Preisträger, so etwa Wolf Biermann und Robert Gernhardt.
Während die Rezeption in Deutschland und Frankreich Höhen und Tiefen kennt, wurde Heines Werk im Ausland immer bereitwillig aufgenommen. Schon zu Lebzeiten des Dichters wurden einzelne Werke ins Japanische übersetzt. Heine war einer der ersten deutschen Autoren, die in allen Weltsprachen zu lesen waren. So erklärt sich auch der Einfluss, den er auf andere Nationalliteraturen hatte. Auf besonders große Anerkennung trifft Heine in England, Osteuropa und Asien.
Die Alltagssprache verdankt Heine u.a. das Wort ?Fiasko?, das er aus Frankreich mitbrachte, sowie die Metapher ?Vorschusslorbeeren? (aus seinem Gedicht Plateniden).
Zitate von Heine
*Dies war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.aus: Almansor, 1823, Vers 243*Ja, mich dünkt zuweilen, der Teufel, der Adel und die Jesuiten existieren nur so lange, als man an sie glaubt.aus: Reisebilder. Dritter Teil: Italien, Reise von München nach Genua, zit. nach Heine: Werke, Bd. II, S. 181)
*Die Tiroler sind schön, heiter, ehrlich, brav, und von unerschütterlicher Geistesbeschränktheit. Sie sind eine gesunde Menschenrasse, vielleicht weil sie zu dumm sind, um krank sein zu können.aus: Reisebilder. Dritter Teil: Italien, Reise von München nach Genua, zit. nach Heine: Werke, Bd. II, S. 184)
*Rom wollte herrschen; als seine Legionen gefallen, schickte es Dogmen in die Provinzen.aus: Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland, zit. nach Heine: Werke, Bd. III, S. 406)
*Friedliche Gesinnung. Wünsche: bescheidene Hütte, Strohdach, aber gutes Bett, gutes Essen, Milch und Butter, sehr frisch, vor dem Fenster Blumen, vor der Tür einige schöne Bäume, und wenn der liebe Gott mich ganz glücklich machen will, lässt er mich die Freude erleben, daß an diesen Bäumen etwa sechs bis sieben meiner Feinde aufgehängt werden. Mit gerührtem Herzen werde ich ihnen vor ihrem Tode alle Unbill verzeihen, die sie mir im Leben zugefügt ? ja, man muß seinen Feinden verzeihen, aber nicht früher, als bis sie gehenkt worden.aus: Aphorismen und Fragmente, zit. nach Heine: Werke, Bd. IV, S. 735)
*Luther erschütterte Deutschland ? aber Franz Drake beruhigte es wieder: er gab uns die Kartoffel.aus: Aphorismen und Fragmente, zit. nach Heine: Werke, Bd. IV, S. 709)
*Die deutschen Censoren -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- ---- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- - -- -- -- -- Dummköpfe -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- --.aus: Reisebilder. Zweiter Teil: Ideen. Das Buch Le Grand, zit. nach Heine: Werke, Bd. II, S. 136)
Zitate über Heine
*?Den höchsten Begriff vom Lyriker hat mir Heinrich Heine gegeben. Ich suche umsonst in allen Reichen der Jahrtausende nach einer gleich süßen und leidenschaftlichen Musik. Er besaß eine göttliche Bosheit, ohne die ich mir das Vollkommene nicht zu denken vermag (...). ? Und wie er das Deutsche handhabt! Man wird einmal sagen, dass Heine und ich bei weitem die ersten Artisten der deutschen Sprache gewesen sind.? ? Deutschland. Ein Wintermärchen)
* 1847: Atta_Troll_?_Ein_Sommernachtstraum
* 1851: Romanzero und Der Doktor Faust. Ein Tanzpoem
* 1854: Vermischte Schriften, 3 Bände
(darin Geständnisse, Die Götter im Exil, Die Göttin Diana, Ludwig Marcus, Gedichte 1853 und 1854, Lutetia. Erster Teil und Lutetia. Zweiter Teil)
* 1857 (postum): Tragödien
* 1869 (postum): Letzte Gedichte und Gedanken
* 1884 (postum): Memoiren
* 1892 (postum): Heinrich Heines Familienleben. 122 Familienbriefe des Dichters und 4 Bilder. (Digitale Rekonstruktion: [http://www.ub.uni-bielefeld.de/diglib/2005/embden_familienleben/ UB Bielefeld])
Gesamtausgaben
* Heinrich-Heine-Säkularausgabe. Werke, Briefwechsel, Lebenszeugnisse. 53 Bände, hg. v. Nationale Forschungs- und Gedenkstätten der klassischen deutschen Literatur in Weimar / Centre National de la Recherche Scientifique in Paris, Akademie Verlag, Berlin 1970ff
* Sämtliche Werke. Historisch-kritische Gesamtausgabe der Werke. Düsseldorfer Ausgabe, 16 Bände, hg. v. Manfred Windfuhr, Hoffmann und Campe, Hamburg 1973?97
* Sämtliche Schriften. Sechs Bände, hg. v. Klaus Briegleb, Hanser, München 1968?76, ISBN 978-3-446-10726-7
** Taschenbuch-Ausgabe: dtv, München 2005, ISBN 978-3-423-59074-7
* Sämtliche Werke in 4 Bänden, Artemis & Winkler, Düsseldorf 2001, ISBN 978-3-538-05498-1
Neuere Ausgaben (Auswahl)
* Buch der Lieder, Reclam, Stuttgart 1998, ISBN 978-3-15-002231-3
* Auf Flügeln des Gesanges. Sämtliche Gedichte, Artemis & Winkler, Düsseldorf 2003, ISBN 978-3-538-06958-9
* Sämtliche Gedichte in zeitlicher Folge in einem Band, Insel, Frankfurt am Main (4. A.) 2006, ISBN 978-3-458-33663-1
* Die Prosa nimmt mich auf in ihre weiten Arme. Verrisse und Visionen, Hanser, München 1997, ISBN 978-3-446-19117-4
* Denn das Meer ist meine Seele. Reisebilder, Prosa und Dramen, Artemis & Winkler, Düsseldorf 2003, ISBN 978-3-538-06959-6
* Die romantische Schule, Reclam, Stuttgart 2002, ISBN 978-3-15-009831-8
* Mit scharfer Zunge. 999 Aperçus und Bonmots (ausgewählt von Jan-Christoph Hauschild), dtv, München 2005, ISBN 978-3-423-13392-0
* Confessio Judaica. Bekenntnis zum Judentum, Melzer, Neu-Isenburg 2006, ISBN 978-3-937389-97-4
* Der Gott unserer Väter. Über Juden und Judentum, Klartext, Essen 2006, ISBN 978-3-89861-674-4
* Ludwig Börne. Eine Denkschrift, WFB, Bad Schwartau 2006, ISBN 978-3-930730-44-5
* Ein deutsches Zerwürfnis (Börne?Heine), bearbeitet von Hans Magnus Enzensberger, Eichborn, Frankfurt am Main 1997, ISBN 978-3-8218-4467-1
* ?... und grüssen sie mir die Welt?. Ein Leben in Briefen, Hoffmann und Campe, Hamburg 2005, ISBN 978-3-455-09512-8
Wilma Ruth Albrecht: Harry Heine, Shaker, Aachen 2007, ISBN 978-3-8322-6062-0
* Mein Leben. Autobiographische Texte (ausgewählt von J. A. Kruse), Insel, Frankfurt am Main 2005, ISBN 978-3-458-34854-2
Literatur
Zur Biografie
Werner Steinberg: Der Tag ist in die Nacht verliebt, Verlag Kultur und Fortschritt, Berlin 1962
Fritz Mende: Heine-Chronik. Daten zu Leben und Werk, Hanser (RH 187), München 1975
* Joseph A. Kruse (Hg.): Heinrich Heine. Leben und Werk in Daten und Bildern, Insel, Frankfurt am Main 1983, ISBN 978-3-458-32315-0
Lew Kopelew: Ein Dichter kam vom Rhein. Heinrich Heines Leben und Leiden. Vom Autor gemeinsam mit Edith Kaiser überarbeitete Neuausgabe (dt. EA: Berlin 1981), dtv, München 1986
Ludwig Marcuse: Heinrich Heine, Rowohlt, Reinbek 1988, ISBN 3-257-20258-X
Wolfgang Hädecke: Heinrich Heine ? Eine Biographie, Rowohlt, Reinbek 1989, ISBN 3-499-15975-9
* Jeffrey L. Sammons: Heinrich Heine, Metzler (Realien zur Literatur: SM 261), Stuttgart 1991, ISBN 3-476-10261-0
* Ingrid Bodsch (Hg.): Harry Heine stud. juris in Bonn 1819/1820, Bonn 1997, ISBN 3-931878-05-8
* Jan-Christoph Hauschild / Michael Werner: Der Zweck des Lebens ist das Leben selbst. Heinrich Heine. Eine Biographie, Kiepenheuer & Witsch, Köln 1997; aktualisierte Neuausgabe 2005 bei Zweitausendeins, ISBN 978-3-86150-739-0
* Ernst Pawel: Der Dichter stirbt. Heinrich Heines letzte Jahre in Paris, Berlin Verlag, Berlin 1997, ISBN 3-8270-0233-8
Jochanan Trilse-Finkelstein: Gelebter Widerspruch. Heinrich-Heine-Biographie, Aufbau, Berlin 1997, ISBN 3-351-02461-4
* Karl-Josef Kuschel: Gottes grausamer Spaß? Heinrich Heines Leben mit der Katastrophe, Patmos, Düsseldorf 2002, ISBN 3-491-70350-6
* Kerstin Decker: Heinrich Heine. Narr des Glücks, Propyläen, Berlin 2005, ISBN 3-549-07259-7
* Joseph A. Kruse: Heinrich Heine, Suhrkamp (BasisBiographien 7), Frankfurt am Main 2005, ISBN 978-3-518-18207-9
* Christian Liedtke: Heinrich Heine, Rowohlt, Reinbek 2006, ISBN 3-499-50685-8
Fritz J. Raddatz: Taubenherz und Geierschnabel. Heinrich Heine ? Eine Biographie, Beltz, Weinheim 2006, ISBN 978-3-407-22176-6
Zu Werk und Rezeption
* Hans Kaufmann: Heinrich Heine. Geistige Entwicklung und künstlerisches Werk, Aufbau, Berlin 1967
* Albrecht Betz: Ästhetik und Politik. Heinrich Heines Prosa, Hanser, München 1971
** Heinrich Heines Prosa. Ästhetik und Politik I, Rimbaud, Aachen 19992, ISBN 3-89086-833-9
** Der Charme des Ruhestörers. Ästhetik und Politik II, Rimbaud, Aachen 1997, ISBN 3-89086-820-7
* Günter Oesterle: Integration und Konflikt. Die Prosa Heinrich Heines im Kontext oppositioneller Literatur der Restaurationsepoche, Metzler, Stuttgart 1972, ISBN 3-476-00254-3
* Karl-Theodor Kleinknecht (Hg.): Heine in Deutschland. Dokumente seiner Rezeption 1834?1956, Niemeyer, Tübingen 1976, ISBN 3-484-19035-3
* Jürgen Brummack (Hg.): Heinrich Heine. Epoche ? Werk ? Wirkung, Beck, München 1980, ISBN 3-406-07946-6
* Eberhard Galley / Alfred Estermann (Hgg.), Heinrich Heines Werk im Urteil seiner Zeitgenossen (Fortgeführt von Sikander Singh und Christoph auf der Horst), 12 Bände, Hoffmann und Campe, Hamburg (bzw. Metzler, Stuttgart) 1981ff
* Gerhard Höhn: Heine-Handbuch. Zeit, Person, Werk, Metzler, Stuttgart 1987 (3., überarb. u. erw. Aufl. 2004), ISBN 3-476-01965-9
* Walter Hinck: Die Wunde Deutschland. Heinrich Heines Dichtung im Widerstreit von Nationalidee, Judentum und Antisemitismus, Insel, Frankfurt am Main 1990, ISBN 3-458-16117-1
* Ralf G. Bogner (Hg.): Heinrich Heines Höllenfahrt. Nachrufe auf einen streitbaren Schriftsteller. Dokumente 1846?1858, Palatina (Bibliotheca Funebris 1), Heidelberg 1997, ISBN 978-3-932608-02-5
* Joseph A. Kruse u.a. (Hgg.) : Ich Narr des Glücks. Heinrich Heine 1797?1856. Bilder einer Ausstellung, Metzler, Stuttgart/Weimar 1997, ISBN 3-476-01525-4
Marcel Reich-Ranicki: Der Fall Heine, DVA, Stuttgart 1997; dtv, München 2000, ISBN 3-423-12774-0
* Helmut Landwehr: Der Schlüssel zu Heines Romanzero, Kovac, Hamburg 2000, ISBN 3-8300-0316-1
* Christian Liedtke (Hg.): Heinrich Heine. Neue Wege der Forschung, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2000, ISBN 978-3-534-14466-2
* T. J. Reed / Alexander Stillmark (Hgg.): Heine und die Weltliteratur, Oxford 2000
* Jeffrey L. Sammons: Heinrich Heine. Alternative Perspectives 1985?2005'', Königshausen & Neumann, Würzburg 2006, ISBN 3-8260-3212-8
Weblinks
• Wikiquote ? Zitate von Heinrich Heine
• Heinrich-Heine-Portal (alle Texte bis 2007 online)
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• Heinejahr 2006 (Leben, Werk, Material, Neuerscheinungen, Veranstaltungen)
• Biographie
• Auszug aus Heines Testament
• Heinrich-Heine-Gesellschaft e. V.
• Heinrich-Heine-Institut
• wdr.de infobox: Heine und Düsseldorf
• ub.fu-berlin.de Linksammlung der Dichter] und [[Journalist des 19. Jahrhunderts
|GEBURTSDATUM=13. Dezember 1797
/'>GEBURTSORT=1856
/'>STERBEORT= VIDEO-NEWS UND ANGEBOTE

