Harzburg
Die Harzburg ist eine ehemalige Kaiserburg am Harz-Nordrand direkt oberhalb von Bad Harzburg im Landkreis Goslar, Niedersachsen (Deutschland).
Die Burg ist fast vollkommen verschwunden, lediglich Fragmente der Grundmauern und der Türme sowie der Brunnen sind erhalten.
Lage
Die Ruine der Großen Harzburg befindet sich oberhalb des Ortes bzw. des Radautales auf dem Großen Burgberg (). Dieser ist durch die Burgbergseilbahn erreichbar und bietet vorbei am Kleinen Burgberg () eine hervorragende Aussicht in das nördliche Harzvorland und in südliche Richtungen über den waldreichen Harz.
Die auf dem Großen Burgberg befindlichen Burgreste können frei besichtigt werden. Neben einer Gastwirtschaft befindet sich hauptsächlich die 19 m hohe 1877 und die Bismarck-Ulme auf dem Burggelände. Von den zwei unterschiedlichen Bergfrieden ist der viereckige in neuer Zeit in geringem Umfang aufgemauert worden (s. Foto). Der Umfang der Burg und die geringen Mauerreste werden auf einer Infotafel vor Ort erläutert. Interessant ist der in den Fels getriebene Graben, der die Burg in einen östlichen und einen westlichen Teil trennt.
Auf dem nördlich benachbarten Kleinen Burgberg befinden sich die Reste der so genannten Kleinen Harzburg und auf dem östlich benachbarten Sachsenberg die Spuren einer Wallanlage, die möglicherweise den aufständischen Sachsen zur Belagerung der Großen Harzburg gedient hat (s. u.).
Die Burg unter Heinrich IV.
Die Große Harzburg (Hartesburg) wurde während des Burgenbauprogramms in Sachsen 1065 bis 1068 an strategisch günstiger Stelle von König_Heinrich_IV. errichtet. Heinrichs Baumeister war der spätere Bischof von Osnabrück, Benno_II.. Die Burg diente der Sicherung der nahen Kaiserpfalz Goslar, war zugleich aber besonders prachtvoll ausgestattet. So enthielt die Burg unter anderen einen ungewöhnlich großen, dreiräumigen Palas und eine Stiftskirche, in die Heinrich zahlreiche Reliquien überführen ließ. Auch eine Art Familiengruft legte er auf der Burg an, indem er die Gebeine seines jung verstorbenen Bruders Konrad und seines ebenfalls früh verstorbenen Sohnes Heinrich hierher umbettete.
Zum Auftakt des Sachsenkriegs 1073 musste Heinrich IV. mitsamt den Reichsinsignien aus der Kaiserpfalz Goslar auf die Harzburg fliehen. Der König floh schließlich der Sage nach durch den Brunnen der Burg und einen Geheimgang, während die Burg durch sächsische Truppen belagert wurde. Im Friedensvertrag von Gerstungen vom 2. Februar 1074 musste Heinrich der Schleifung unter anderen auch der Harzburg zustimmen, zögerte diese aber hinaus und ließ schließlich nur die Mauern und Türme der Harzburg umlegen. Die Harzburg wurde daraufhin im Frühjahr 1074 von aufgebrachten Bauern der Umgebung geplündert und vollkommen zerstört. Dabei wurden auch die Stiftskirche nicht verschont und die königliche Familiengruft geschändet. Dies bot für Heinrich den Anlass, erneut mit aller Härte gegen die aufständischen Sachsen vorzugehen und so erfolgte am 9. Juni 1075 die Niederlage der aufständischen Sachsen in der Schlacht bei Homburg an der Unstrut.
Die Burg unter den Staufern und Welfen
Unter Kaiser_Friedrich_I. erfolgte der Wiederaufbau bis 1180 und wurde durch Kaiser_Otto_IV. vollendet, welcher 1218 auf der Burg verstarb. Der Status als Reichsburg ging der Harzburg verloren, weil Kaiser Otto IV. die Übergabe der Reichsinsignien an die staufische_Seite verfügt hatte.
Die weitere Geschichte der Burg
Danach erfolgten häufige Besitzerwechsel. Die Bedeutung der Anlage nahm ständig ab, was einen langsamen Verfall zur Folge hatte. Ein im 16. Jahrhundert geplanter Wiederaufbau wurde wegen der hohen Kosten nicht durchgeführt. Im 17. Jahrhundert wurden die verbleibenden Ruinenteile vollends abgerissen. Die Burganlage ist seit dieser Zeit nicht mehr vorhanden. Die städtische Ansiedlung ?Neustadt? am Fuß des Großen Burgbergs übernimmt den Burgnamen.
Literatur
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Weblinks
• Heinrich, der Harz und die Harzburg
• Harzburg bei burgenwelt.de

