Frauenmantel
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! Wissenschaftlicher_Name
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| class="taxo-name" | Alchemilla
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| class="Person" | L.
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Der Frauenmantel (Alchemilla) ist eine Gattung der Rosengewächse (Rosaceae), die in ganz Europa, Asien und Amerika verbreitet ist. Die rund 300 Arten dieser Gattung sind taxonomisch äußerst schwierig zu unterscheiden.
Namensherkunft
Den Namen Frauenmantel trägt diese horstbildende mehrjährige krautige Pflanze seit etwa 1500. Der Name leitet sich von den Schutzmantelmadonnen, die seit dem 14. Jahrhundert ein Bildtypus der abendländischen Kultur waren, ab. An diesen Mantel erinnern die halbkreisförmigen Blätter, die auch voll ausgebildet den Eindruck erwecken, als besäßen sie eine feine regelmäßige Fältelung. Der wissenschaftliche Namen Alchemilla leitet sich von Alchemie ab.http://www.kraeuter-almanach.de/kraeuter/frauenmantel.htm Dies beruht darauf, dass die mittelalterlichen Alchimisten sich vom kristallklaren Guttationstropfen inspiriert fühlten und ihn in ihren Versuchen zur Herstellung mystischer Essenzen und sogar zur Goldherstellung gebrauchten.
Alchemilla vulgaris (Gemeiner Frauenmantel) wird oft als Sammelname für die insgesamt 21 Unterarten verwendet. Allen werden Heilkräfte zugeschrieben.
Der Wurzelstock der Gattung ist verholzt, kräftig, mit vielen Köpfen und dunkel gefärbt. Die Pflanzen erreichen Größen von 10 bis 50 cm. Die Blätter sind rund, behaart und wie ein Mantel in mehrere Lappen geteilt.
Frauenmantel in der Pflanzenheilkunde
Frauenmantel wurde lange Zeit bei allen Frauenleiden als Heilmittel hochgeschätzt. Die dem Frauenmantel zugesprochenen positiven Wirkungen in der Frauenheilkunde konnten durch Untersuchungen bis jetzt nicht bestätigt werden. Frauenmantelblätter haben jedoch einen hohen Gerbstoffgehalt und finden daher in Tees gegen Durchfallerkrankungen Einsatz.
In der Antike wird der Frauenmantel nicht als Heilpflanze erwähnt. Die ersten schriftlichen Überlieferungen stammen aus dem frühen Mittelalter. Die hl. Hildegard von Bingen empfahl ihn gegen Kehlgeschwüre. Tabernaemontanus bezeichnet Frauenmantel dementsprechend auch der rechten und berühmten Wundkräuter eins.
Vielversprechend ist auch, dass dieses Kraut in Regenwasser/ oder aber in Löschwasser darinn die Schmiede das glüend Eisen ablöschen/ gesotten/ und mit demselbigen Wasser die heimlichen Oerter der Weiber gewaschen/ bringt es dieseligen zusammen/ als wann sie Jungfrauen wären. (New Kreuterbuch, 1588)
Frauenmantel im Aberglauben
Schon bei den Germanen war der Frauenmantel Freya, der Göttin der Liebe und Fruchtbarkeit, heilig. Er wurde von den heilkundigen Frauen bei abnehmendem Mond gesammelt, um die Blutflüsse der Frauen zu stillen und Wunden zu heilen.
Die Blätter sondern nachts bei entsprechender Luftfeuchtigkeit kleine Wassertröpfchen aus den Spaltöffnungen der Blattzahnwinkel ab (Wetterpflanze!). Die Tröpfchen sammeln sich in der Blattmitte zum so genannten Guttationstropfen. In früheren Zeiten wurde ihm Zauberkraft zugesprochen. Die Anwendung der Flüssigkeit führe dazu, dass ältere Weiber in den Zustand der Jungfräulichkeit zurückversetzt werden.
Ziergarten
Im Ziergarten werden gelegentlich Sorten von Alchemilla mollis angepflanzt. Die Pflanze ist recht wuchsfreudig und vermehrt sich über die Jahre rasch.
Besonderes
Die Gattung weist zahlreiche apomiktische Arten auf, die sich in ökologischen Ansprüchen oft stark unterscheiden. Viele Arten sind alloploid.
Arten (Auswahl)
Silber-Frauenmantel (Alchemilla alpigena)
Alpen-Frauenmantel (Alchemilla alpina)
Allgäu-Frauenmantel (Alchemilla cleistophylla)
Geröteter Frauenmantel (Alchemilla colorata)
Zusammenneigender Frauenmantel (Alchemilla connivens)
Ledriger Frauenmantel (Alchemilla coriacea)
Langhaariger Frauenmantel (Alchemilla crinita)
Scharfzähniger Frauenmantel (Alchemilla cuspidens)
Wellenblättriger Frauenmantel (Alchemilla cymatophylla)
Niederliegender Frauenmantel (Alchemilla decumbens)
Ausgebreiteter Frauenmantel (Alchemilla effusa)
Rotstieliger Frauenmantel (Alchemilla erythropoda)
Kleiner Frauenmantel (Alchemilla exigua)
Färöischer Frauenmantel (Alchemilla faeroënsis)
Täuschender Frauenmantel (Alchemilla fallax)
Fadenstängel-Frauenmantel (Alchemilla filicaulis)
Fester Frauenmantel (Alchemilla firma)
Zerschlitzter Frauenmantel (Alchemilla fissa)
Fächer-Frauenmantel (Alchemilla flabellata)
Kahler Frauenmantel (Alchemilla glabra)
Bastard-Frauenmantel oder Graugrüner Frauenmantel (Alchemilla glaucescens)
Grobzähniger Frauenmantel (Alchemilla grossidens)
Verschiedenstieliger Frauenmantel (Alchemilla heteropoda)
Westtiroler Frauenmantel (Alchemilla hirtipes)
Hoppes Frauenmantel (Alchemilla hoppeana)
Ungekämmter Frauenmantel (Alchemilla impexa)
Eingeschnittener Frauenmantel (Alchemilla incisa)
Unschöner Frauenmantel (Alchemilla inconcinna)
Kerners Frauenmantel (Alchemilla kerneri)
Streifen-Frauenmantel (Alchemilla lineata)
Zierlicher Frauenmantel (Alchemilla micans)
Weicher Frauenmantel (Alchemilla mollis)
Bergwiesen-Frauenmantel (Alchemilla monticola)
Dunkler Frauenmantel (Alchemilla obscura)
Stumpfer Frauenmantel (Alchemilla obtusa)
Othmars Frauenmantel (Alchemilla othmarii)
Bleicher Frauenmantel (Alchemilla pallens)
Gefalteter Frauenmantel (Alchemilla plicata)
Verwandter Frauenmantel (Alchemilla propinqua)
Nierenblättriger Frauenmantel (Alchemilla reniformis)
Rotscheidiger Frauenmantel (Alchemilla rubristipula)
Schimmernder Frauenmantel (Alchemilla splendens)
Strohgelber Frauenmantel (Alchemilla straminea)
Gestriegelter Frauenmantel (Alchemilla strigosula)
Stumpfzähniger Frauenmantel (Alchemilla subcrenata)
Kugeliger Frauenmantel (Alchemilla subglobosa)
Dünner Frauenmantel (Alchemilla tenuis)
Tiroler Frauenmantel (Alchemilla tirolensis)
Gestutztlappiger Frauenmantel (Alchemilla trunciloba)
Welliger Frauenmantel (Alchemilla undulata)
Wechselhaariger Frauenmantel (Alchemilla versipila)
Spitzlappiger Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) (Syn.: Alchemilla acutiloba)
Gelbgrüner Frauenmantel (Alchemilla xanthochlora)
Verschiedenstieliger Frauenmantel (Alchemilla heteropoda)
Quellen
hsb:?i?manc

