Flughafen Frankfurt-Hahn
Der Flughafen Frankfurt-Hahn (engl. Frankfurt Hahn Airport) ist ein militärischer Flugplatz und seit 1993 zusätzlich ein ziviler Flughafen in Rheinland-Pfalz. Es handelt sich um den viertgrößten Frachtflughafen Deutschlands. Frankfurt-Hahn gilt außerdem als der am schnellsten wachsende Flughafen Deutschlands. Im Passagierverkehr wird er vor allem von Billigfluggesellschaften bedient. Für die irische Ryanair bildet er nach London-Stansted das wichtigste europäische Luftfahrt-Drehkreuz. Betreibergesellschaft ist die Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH. Die militärische Bedeutung des Flugplatzes ist mittlerweile nach Abzug der US Truppen nicht mehr vorhanden und existiert nur noch auf dem Papier.
Geographie
Der Flughafen Frankfurt-Hahn befindet sich auf Höhe auf einer Cochem-Zell und Rhein-Hunsrück zwischen Hahn, Bärenbach, Lautzenhausen, Sohren und Büchenbeuren, überwiegend in der Gemarkung Lautzenhausen. Die nächstgelegenen Oberzentren sind Trier, Koblenz und Mainz. Der Flughafen liegt etwa 120 km westlich von Frankfurt am Main zwischen den Bundesstraßen 50, 327 und 421.
Geschichte
thumb|left|Eingang_zur_Hahn_Air_Base_1986
Entstehung
Die französische Besatzungsmacht begann 1951 mit dem Bau eines Militärflughafens im Hunsrück, der später von der US-amerikanischen_Luftwaffe übernommen wurde. Nach dem Ende der meisten militärischen Nutzung übergaben die US-Streitkräfte die Airbase Hahn 1993 der zivilen Verwaltung. In den 1990er-Jahren wurde ein internationaler Flughafen geplant, der den Rhein-Main-Flughafen in Frankfurt am Main entlasten soll. Besonders durch die vorhandene Nachtfluggenehmigung und die Erweiterbarkeit begeistert, stieg die Fraport als Betreiber mit ins Boot. Der erste zivile Flug vom Flughafen Frankfurt-Hahn, ein Charterflug nach Mallorca, fand am 22. Mai 1993 statt. der Ryanair]]]]
Namensgeschichte des Flughafens
Die Bezeichnung ?Hahn? stammt aus der US-amerikanischen Zeit. Üblicherweise tragen Flughäfen den Namen des Ortes, auf dessen Fläche sie gebaut sind. Im Fall des Flughafens Hahn wäre dies die Ortsgemeinde Lautzenhausen. Einer Legende zufolge soll es so gewesen sein, dass die Amerikaner diesen Namen nur schwer aussprechen konnten,("Lausihausi"). Daher entschieden sie sich für den Namen der Gemeinde Hahn, auf deren Gemarkung ein kleiner Teil der Flughafenfläche liegt.
Um im starken Wettbewerb mit anderen Flughäfen zu bestehen und mehr Passagiere anzulocken, entschied sich die Leitung des Flughafen den Namen "Hahn" um den Zusatz einer großen Stadt zu erweitern. Wegen der Konzernzugehörigkeit im Fraport-Konzern, aber sicherlich auch aus Marketinggründen der irischen Ryanair wurde der Flughafen in Flughafen Frankfurt-Hahn umbenannt. Dies brachte jedoch die Lufthansa auf den Plan, die sich einem unlauterem Wettbewerb gegenüber sah, diese Namensgebung gerichtlich verbieten zu lassen. Nach der endgültigen gerichtlichen Entscheidung darf der Flughafen offiziell ?Frankfurt-Hahn? genannt werden. Durch diesen Prozess machte die Lufthansa ihren neuen Gegner am kleinen Frankfurter Flughafen deutschlandweit bekannt.
Zwischenfälle
Eine ?schwere Störung? ereignete sich am 16. Oktober 2006. Ein Tornado der Luftwaffe kam einer Ryanair-Passagiermaschine so gefährlich nahe, dass diese den bereits eingeleiteten Bodenanflug abbrechen musste, um eine Kollision zu vermeiden. Beide Flugzeuge landeten dennoch kurz darauf sicher; die Passagiermaschine auf dem Flughafen Frankfurt-Hahn, der Tornado im nordrhein-westfälischen Nörvenich im Kreis Düren. Es handelte sich um ein Ereignis, bei dem sich ?beinahe ein Unfall ereignet hätte?, so die Bundesstelle für Fluguntersuchung.[http://www.volksfreund.de/nachrichten/rheinlandpfalz/rheinlandpfalz/art806,1236463.html "Pilot hat gesehen, was er tut"] in: Trierischer Volksfreund, 15. Dezember 2006 Der Ryanair-Pilot äußerte sich nach der Landung dementsprechend wütend: Der Bundeswehrtornado habe die Passagiermaschine als ?Target? gebraucht.[http://www.volksfreund.de/nachrichten/politik/leserbriefe/art8042,1230941.html Nicht zu fassen] in: Trierischer Volksfreund, 9. Dezember 2006 Das Ereignis löste eine Diskussion über die Sicherheit im Luftraum aus. [http://www.volksfreund.de/nachrichten/heuteimtv/art852,1126643.html Flugplatz Hahn: Wie sicher ist der Luftraum?] in: Trierischer Volksfreund, 28. Oktober 2006
Ausbaupläne
Eine Verlängerung der Landebahn von 3.040 m auf 3.800 m nach Westen ist bereits fertiggestellt, um für Langstrecken-Frachtflugzeuge geeignet zu sein. Deshalb soll auch die Hunsrückhöhenstraße nochmals verlegt werden. Bereits beim ersten Bau wurde sie verlegt. Gegen den Ausbau wurde von Naturschutzbund und BUND geklagt, da die geschützte Mopsfledermaus im Rodungsgebiet gefunden wurde. Die Klage des Naturschutzbundes wurde mittlerweile zurückgezogen, nachdem sich die Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH bereit erklärte, zusätzliche Naturschutzmaßnahmen im Rahmen des Ausbaus vorzunehmen.
Am 26. Januar 2006 entschied das Oberlandesgericht Koblenz in einem Eilantrag, dass die bisher verlängerte Landebahn Richtung Nordosten auf einer Länge von 3.500 m benutzt werden darf, unter der Voraussetzung, dass keine weiteren Rodungen notwendig sind.
Inzwischen wurde der Streit zwischen Flughafen und BUND außergerichtlich beigelegt. Die Betreibergesellschaft verzichtet auf einige Rodungen, die Start- und Landebahn kann aber dennoch voraussichtlich noch 2006 (nach Abschluss der restlichen Rodungen sowie Überprüfung durch die Flugsicherung) genutzt werden.
Ende 2005 kündigte die Betreibergesellschaft an, in den nächsten Jahren weiter in den Flughafenausbau investieren zu wollen. Es soll unter anderem ein neues Abfertigungsgebäude errichtet werden. Ryanair möchte sich mit der Hälfte an den Baukosten beteiligen. Die Betreibergesellschaft ist zurzeit auf der Suche nach einer weiteren größeren Fluggesellschaft neben Ryanair.
Die stillgelegte Hunsrückquerbahn soll mittelfristig von Bingen bis Morbach reaktiviert werden. Damit würde insbesondere die Anbindung an das Rhein-Main-Gebiet verbessert. Der Flughafen ist bisher nicht per Bahn zu erreichen. Der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Hendrik Hering veröffentlichte Ende November 2006 außerdem Überlegungen, die Flughäfen Frankfurt-Hahn, Saarbrücken und Zweibrücken in ein gemeinsames System einzubinden.
Eine neue 440 Meter lange Cargo-Zufahrtsstraße wurde am 15. Januar 2007 eröffnet; von ihr aus gehen insgesamt drei Stichstraßen mit einer Länge von 265 Metern aus, die die Frachthallen mit dem Vorfeld verbinden.
Unternehmensentwicklung
* Hauptartikel zur Flughafen-Betreibergesellschaft
Basisdaten
* Allwetterflugbetriebsstufe ILS Cat. IIIa
* 24-Stunden-Betrieb für Flugzeuge nach Kapitel III (ICAO)
* Flugbewegungen (2006): 39.619 (+ 6 %)
* Passagieraufkommen (2006): 3,7 Mio. (+ 20 %)
* Luftfrachtumschlag (2006): 266.000 Tonnen (+ 16 %)
* Verkehrsreichster Monat: August 2006 mit 380.266 Passagieren
* Flugzeugwartungshalle; 81x72 Meter; genügend Platz für eine Boeing 747
PLZ: 55483
Passagierverkehr
Ryanair ist die größte Passagierfluglinie auf dem Flughafen Hahn. Das irische Unternehmen kündigte im November 2005 an, die Zahl der auf dem Flughafen Frankfurt-Hahn stationierten Flugzeuge bis 2012 auf 18 aufzustocken und ihn damit zum zweitgrößten Drehkreuz ihrer Fluggesellschaft nach London-Stansted zu machen. Bisher sind zehn Ryanair-Boeing 737-800 in Frankfurt-Hahn stationiert. Die Zahl der Ryanair-Passagiere im Hunsrück soll damit bis 2012 auf jährlich 8 Millionen (von 2,7 Millionen im Jahre 2004) steigen.
Luftfracht
Hahn ist der viertgrößte Frachtflughafen Deutschlands (hinter Frankfurt, Köln/Bonn und München). Insbesondere Aeroflot bedient den Flughafen mehrmals täglich. Das russische Unternehmen hat sechs Frachtmaschinen vom Typ DC-10F fest am Flughafen stationiert. Frachtflüge starten vor allem nach Russland, Asien, Afrika und Europa. Frachtflüge in die Vereinigten_Staaten wurden bereits aufgenommen, befinden sich aber zu großen Teilen noch in Konzeption. Ebenfalls landen auf dem Hahn die Fluggesellschaften Egypt Air, Air Armenia, und MNG. Seit dem 03.05.2007 fliegt die Fluggesellschaft Ethiad 4x pro Woche "den Hahn" an.
Im März des Jahres 2006 konnte der Bereich Fracht am Flughafen Frankfurt-Hahn im Vergleich zum Vorjahr um 62 Prozent zulegen. Der Ausbau dieses Segmentes wird weiter vorangetrieben. 2006 sollen zwei große Frachthallen entstehen. Im Übrigen will Freshline, ein Lowcost-Cargo-Carrier für verderbliche Lebensmittel (Perishables), in Frankfurt-Hahn eine Basis errichten.
Militär
Personen- und Frachttransporte für das US-amerikanische Militär werden von Omni Air International, Evergreen International Airlines, American Airlines und Ryan International Airlines durchgeführt. Durchschnittlich 13.100 Soldaten waren in den Monaten Mai und Juni 2006 offiziell auf dem Flughafen gelandet, um nach kurzem Tankstopp weiterzufliegen.[http://www.volksfreund.de/nachrichten/rheinlandpfalz/rheinlandpfalz/art806,1069848.html Soldaten als Passagiere] in: Trierischer Volksfreund, 24. August 2006
Die Bundeswehr versandte bis 2006 mehrmals wöchentlich Fracht aus dem Materialdepot Mechernich nach Afghanistan. Hierzu werden Tupolew Tu-154 verschiedener Gesellschaften gechartert. Seit 2007 finden diese Flüge vom Flughafen Neubrandenburg aus statt.
Polizei
Auf dem Gelände der ehemaligen Family Housing Hahn der US Air Force, ist die Landespolizeischule des Landes Rheinland Pfalz beheimatet.
Literatur
* Henn, Sebastian: Konversionsobjekt Flugplatz. Charakteristika, Typen und Folgenutzungsformen. In: Europa Regional (Heft 3). S. 187-198. (2004)
Fußnoten
Siehe auch
Liste der Verkehrsflughäfen
Weblink
• Homepage des Airports

