Ethanol
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| S =
| MAK = 500 ml·m?3 bzw. 960 mg·m?3
| Leitfähigkeit = leitet elektrischen Strom nicht
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Ethanol ist eine farblose, leichtentzündliche, stechend riechende Flüssigkeit, die umgangssprachlich als Alkohol bezeichnet wird. Auf ältere Nomenklaturen gehen die Bezeichnungen Äthanol, Äthylalkohol oder Ethylalkohol zurück; umgangssprachlich werden auch die noch älteren Namen Weingeist und Spiritus benutzt.
Es ist ein Rauschmittel. Der Konsum von Alkohol ist in den meisten Ländern der Welt erlaubt, das Führen_von_Kraftfahrzeugen_unter_Alkoholeinfluss jedoch in der Regel unter Strafe gestellt.
Systematik
Ethanol mit der Formel C2H5OH gehört zu den n-Alkanolen. Es leitet sich von dem Alkan (gesättigten_Kohlenwasserstoff) Ethan (C2H6) ab, in dem formal ein Wasserstoffatom durch die funktionelle Hydroxylgruppe (OH) ersetzt ist. Deshalb wird an den Namen Ethan das Suffix -ol angehängt.
Der Name Ethanol gilt erst seit dieserer Systematisierung der Namen chemischer Verbindungen, während der Begriff Alkohole fachsprachlich inzwischen eine ganze chemische Stoffklasse bezeichnet.
Wortherkunft Alkohol
Zum ersten Mal ist die Gewinnung des reinen Alkohols dem persischen Arzt, Naturwissenschaftler, Philosophen und Schriftsteller Abu Bakr Mohammad Ibn Zakariya al-Razi durch die Destillation des Weins gelungen. Er nannte diesen Substanz ?Alkoll?, was im Arabischen ?das Ganze? bedeutet. Er fand die sterilisierende Eigenschaft des Alkohols heraus und verwendete ihn in seinen medizinischen Praktiken.
Im Arabischen stand al-kuhl ursprünglich für Augenschminke und Antimonpulver. Alkohol war die ?geistige Essenz?, die für die ?irdene Essenz? als Lösungsmittel diente und übernahm daher den Namen (im heutigen Arabisch bedeutet al-kuhul jedoch Alkohol). Nach Europa gelangte dieser Begriff während der langen arabischen Herrschaft in Spanien. In der Pulver, was in die Alchemistensprache Eingang fand.
Kulturgeschichte des Alkohols
Ethanol entsteht schon auf natürlichem Wege bei der Vergärung zuckerhaltiger Früchte. Auf diese Weise wurden wohl unabhängig voneinander, schon in einem frühen Stadium der Geschichte, Menschen auf diese Substanz aufmerksam.Westermeyer J.: Cross-cultural studies on alcoholism. In: Goedde HW: Alcoholism: Biomedical and genetic aspects. Pergamon Press, New York, S. 305-311. So finden sich in ägyptischen Schriftrollen der III._DynastieCranach von, D.: Drogen im Alten Ägypten. In: Völger G, Welck K: Rausch und Realität: Drogen im Kulturvergleich Bd 2. Rowohlt, Reinbek, 1982, S. 480-487. sowie auf alt-mesopotamischen KeilschrifttafelnFärber W.: Drogen im Alten Ägypten. In: Völger G, Welck K: Rausch und Realität: Drogen im Kulturvergleich Bd 2. Rowohlt, Reinbek, 1982, S. 480-487. Hinweise auf die Herstellung alkoholischer Getränke. Die erste Erwähnung des Alkohols in der Bibel erfolgt bereits im ersten Buch Mose (Gen. 9,18-29.)
Diese Völker erzeugten mit Hilfe von Wildhefen erst Biere, später auch Wein. Meist hatten solche Alltagsgetränke einen deutlich geringeren Alkoholgehalt als heutige Biere und Weine, da die Wildhefen ab einer bestimmten Alkoholkonzentration die Umwandlung von Zucker in Alkohol einstellen, weil sie sich ansonsten selbst vergiften würden. Durch jahrhundertelange Züchtung tolerieren heutige Hefestämme höhere Alkoholgehalte. Zu dieser Zeit wurde Alkohol bereits aufgrund seiner berauschenden Wirkung getrunken.
So heißt es in einem ägyptischen Text über das Verhalten junger Männer:
:::Du verlässt die Bücher und gehst von Schenke zu Schenke; der Biergenuss allabendlich, der Biergeruch verscheucht die Menschen von dir.
In der Antike wurde der Wein schließlich ein wesentlicher Bestandteil römischer und griechischer Kultur. Beide Kulturen bedachten ihn mit einer eigenen Gottheit: Bacchus bzw Dionysos.
Vermutlich wurde im Gebiet der heutigen Türkei um etwa 1000 n. Chr. die Destillation von Wein zur Herstellung hochprozentiger Branntweine entwickelt. So war es möglich, den Spiritus vini (Geist des Weines) aus Wein herzustellen. In Ostasien wurden schon früh Weine aus Litschi und Pflaumen hergestellt sowie der Sake, ein warm genossener Reiswein (eigentlich gehört Sake aber zu den bierartigen Getränken).
Mitte des 18. Jahrhunderts vergrößerte sich mit der Neuen Welt die landwirtschaftlich nutzbare Fläche des Königreichs England um ein Vielfaches. Dies führte in der Folge zu sinkenden Getreidepreisen und einer damit verbundenen Verarmung der Unterschicht. Die Überproduktion an Getreide wurde zum Teil zur Herstellung von Gin genutzt, welcher in den Armenviertel des Mutterlandes dankbare Abnehmer fand. Zeitweise kostete eine Kalorie Gin weniger als eine Kalorie BrotSinger, Teyssen (Hrsg.): Alkohol und Alkoholfolgekrankheiten. 2. Auflage. Springer, Heidelberg 2005, ISBN 3-540-22552-8.. In der Folge entwickelte sich die Gin-Krise, welche die damalige Regierung erst durch eine Reihe von Gesetzen (hohe Steuern auf Gin, Erschwerung des Handels, Ausgabe von Lizenzen für Händler, etc.) beenden konnte. Erst aus dieser Zeit finden sich die ersten Schriften, die sich mit Alkoholabhängigkeit und deren Folgeerkrankungen beschäftigen. Ebenso wurde vor diesem Hintergrund Alkohol zum ersten Mal als Ursache für gesellschaftliche Probleme und Fehlentwicklungen verstanden.
Während sich der Alkoholkonsum Mitte des 19. Jahrhunderts wieder verringerte, begann mit der Industrialisierung wiederum eine Zeit in der sehr billiger Alkohol auf breite verarmte Bevölkerungsschichten traf. Die industrielle Produktion und die vor allem nach dem Zweiten_Weltkrieg einsetzende massive Vermarktung der alkoholischen Getränke führten zu einem großen Überangebot in der 1. und 2. Welt. So wurden die Frauen und seit kurzem die Jugendlichen zu Zielgruppen der Nachfrage- und Absatzförderung. Inzwischen zählt man die alkoholbedingten Schäden zu den Zivilisationskrankheiten.
Vorkommen in Lebensmitteln und Getränken
Alkohol ist ein in reifen Früchten und Säften natürlich vorkommendes Produkt der alkoholischen_Gärung mit berauschender Wirkung. Aus diesem Grund werden heutzutage alkoholische Getränke industriell erzeugt. Alkohol ist die am weitesten verbreitete Droge weltweit. Regelmäßiger Konsum von Alkohol kann zu Alkoholismus führen.Alkoholgehalte (mit Angabe des Alkoholgehaltes in Volumenprozent):
* Brot: bis 0,3 %
* Apfelsaft: bis 0,4 %
* alkoholfreies Bier: bis 0,5 %
* Sauerkraut: 0,5 %
* Traubensaft: bis 0,6 %
* reife Banane: bis 1 % (durchschnittlich 3 ml)
* reifer Kefir: bis ca. 1 %
Bier
** Leichtbiere: 1?2,5 %
** Vollbiere: ca. 3?5 %, meist um 5 %
** Starkbiere: 6?12 %
Weine: 7?14 %, meist um 12 % und mehr bei Rotweinen
*Met: ca. 5?15 %
*Apfelwein: ca. 5,5?7 %
Liköre: ca. 15?75 %, meist unter 30 %
Spirituosen: ca. 30?80 %, meist ca. 40 %
Konsum
In Deutschland konsumierte im Jahr 2003 durchschnittlich jede Person (ab 15 Jahren) die folgenden Mengen Alkohol:
* 117,5 Liter Bier
* 19,8 Liter Wein
* 3,8 Liter Schaumwein
* 5,9 Liter Spirituosen
Diese Mengen entsprechen insgesamt etwa 10,2 Liter reinem Ethanol pro Person und Jahr.
Herstellung
Zum ersten Mal ist die Gewinnung von reinem Alkohol dem persischen Arzt, Naturwissenschaftler, Philosophen und Schriftsteller Abu Bakr Mohammad Ibn Zakariya al-Razi durch die Destillation aus Wein gelungen. siehe auch alkoholische Gärung
thumb|180px|right|Ablauf_der_alkoholischen_Gärung
Alkohol entsteht unter anderem bei der Vergärung von zucker- oder stärkehaltigen Materialien durch Hefe oder Bakterien. Daher wird dieser Prozess kontrolliert mit einer Reihe von Nahrungsmitteln durchgeführt, wodurch zum Beispiel Wein (aus Weintrauben) oder Bier (aus Malz und Hopfen) entstehen. Durch Destillation kann der Alkoholgehalt noch erhöht und fast reiner Alkohol (Azeotrop) gewonnen werden. Solche Getränke bezeichnet man als Spirituosen (z. B. Whisky, Cognac, Schnaps, Wodka oder Rum). Liköre sind Spirituosen, denen nach der Destillation noch Zucker und Aromen zugesetzt werden. Branntwein darf aber nur beschränkt privat hergestellt werden (max. 0,5l Maische), es sei denn der Branntwein wird verzollt.
Ethanol wird inzwischen hauptsächlich durch Gärung aus Biomasse gewonnen, man kann es aber auch durch rein chemische Synthese aus Wasser und Ethen unter Zugabe von Schwefelsäure als Katalysator herstellen, auf welche Weise es lange Zeit im 20. Jahrhundert aus Erdöl hergestellt wurde. Durch Gärung gewonnenes Ethanol bezeichnet man im Kontext alternativer Treibstoffe auch als Agrar- oder Bioethanol.
In Deutschland wurden im Jahr 2006 folgende Mengen an alkoholischen Getränken produziert:
:
Weltweit werden etwa 330 Millionen hl (33 Mrd. l) Ethanol hergestellt, wovon mit 42 Mio. hl etwa 13 % auf die europäischen Länder fallen. Größte europäische Erzeuger sind Russland und Frankreich. Deutschland erzeugt jährlich fast 4 Mio. hl zu gleichen Teilen als Getränkealkohol und als Alkohol für chemisch-technische Zwecke, was einer Eigenbedarfsdeckung von etwa 62 % entspricht. Neben der Produktion von Rektifikation. Die Anlage besteht hauptsächlich aus zwei Rektifikationssäulen. In der Haupttrennsäule erfolgt die normale Rektifikation des Ethanol/Wasser-Gemischs bis in die Nähe des azeotropen Punkts. Das Sumpfprodukt ist Wasser.
Dem Kopfprodukt (95,6 % Ethanol und 4,4 % Wasser) wird der Hilfsstoff Cyclohexan beigemischt. Dieses Dreistoffgemisch gelangt in die Hilfsstoff-Trennsäule. Dort erfolgt eine Auftrennung in den im Sumpf anfallenden reinen Alkohol sowie in ein Cyclohexan/Wasser-Gemisch als Kopfprodukt. Cyclohexan und Wasser sind im flüssigen Zustand nicht mischbar und trennen sich nach der Kondensation in einem Abscheider (Dekanter). Der Hilfsstoff Cyclohexan wird am Einlauf der Hilfsstoff-Trennsäule wieder dem zuströmenden azeotropen Ethanol/ Wasser-Gemisch beigefügt. Er läuft im Kreislauf im oberen Bereich der Hilfsstoff-Trennsäule und wird deshalb auch als ?kopflaufender Hilfsstoff? bezeichnet.
Bei Temperaturen um ?20 °C (Gefrierschrank) verdunstet Ethanol (96 %) kaum noch und zeigt eher zähflüssige Eigenschaften. Bei ?70 °C (durch Trockeneis) wird es noch zähflüssiger (Kühlol).
Verwendung
Ein Großteil des produzierten Ethanols wird als Lösungsmittel sowohl für Konsumprodukte u. a. im Haushalt (Parfüm, Deodorant), als auch für medizinische Anwendungen (Medikamente, Desinfektionsmittel) sowie in der Industrie selbst verbraucht.
Haushalts- und Konsumprodukte
Ethanol findet u. a. als hervorragendes Lösungsmittel überall im Haushalt Verwendung, so als
* Träger für Geruchsstoffe (Parfüm, Deodorant, Duftspray)
* Reinigungsmittel (Glas, Chrom, Kunststoff, Scheibenwaschanlage)
* Frostschutzmittel
* Lebensmittelzusatz (Portweinen wird beispielsweise Ethanol zugegeben (gespritzt), um zum gewünschten Zeitpunkt den Fermentationsprozess zu beenden).
* Brennstoff
Ethanol ist ein sehr gutes Lösungsmittel für Harze. Bei verschmutzten Textilien sollte man zuerst das Harz grob abkratzen. Anschließend ein mit Wasser leicht angefeuchtetes Tuch unter den Stoff legen, den Stoff straff spannen und den Fleck mit einem in 90%igem Ethanol getränkten Lappen vorsichtig von innen nach außen betupfen. Das Harz sollte sich anschließend in dem angefeuchteten Tuch befinden. Vor der Behandlung empfiehlt es sich aber unbedingt, den zu reinigenden Stoff an einer unauffälligen Stelle mit dem Ethanol zu betupfen, um die Farbechtheit sicherzustellen.
Medizin
* Die Wirksamkeit als Desinfektionsmittel hängt von der Konzentration des Ethanol-Wasser-Gemisches ab. Bei ca. 70 % Alkoholgehalt wird die Bakterienhülle zerstört und der Alkohol wirkt damit tödlich. Lösungen mit 80 % Alkoholgehalt zeigen eine noch stärkere Wirkung, aber werden aufgrund der mangelnden Hautverträglichkeit nicht regelmäßig eingesetzt. Reiner Alkohol härtet die Bakterienhülle, das Bakterium bleibt am Leben.Herbert Hof, Rüdiger Dörries : Medizinische Mikrobiologie, Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2005, 3. Aufl. S.686 Das Trinken von Ethanol oder alkoholischen Getränken wirkt jedoch nicht antiseptisch. Alkoholische Getränke mit einem Ethanolgehalt von weniger als 16 % können sich selbst nicht keimfrei halten. Deshalb sind die meisten Alkoholika etwa zur Desinfektion von Wunden nicht geeignet. 70%iger Ethanol wird als ausgezeichnetes Antiseptikum besonders zur Händedesinfektion verwendet. Alle Bakterien einschließlich der Tuberkelbakterien werden innerhalb einer Minute durch Denaturierung der Bakterienzellwand abgetötet (Bakterizidie). Eingeschränkt wirksam ist er gegen Viren, nicht wirksam gegen Bakterien-Endosporen. Allerdings verursacht er Brennen in offenen Wunden.
* 95%iger Ethanol kann zur Verödung ?heißer?_Schilddrüsenknoten und anderer umschriebener Tumore benutzt werden Artikel [http://www.madeasy.de/6/sdc2.htm Percutane Alkohol Injektion (PEI) der Schilddrüse] von www.madeasy.de
* Viele flüssige Medikamente enthalten Ethanol als Lösungsmittel, da sich die wirksamen Substanzen in Wasser selbst nicht lösen. Ethanol ist damit eine wichtige Trägersubstanz bei der Herstellung pflanzlicher Medikamente (Phytomedizin).
* Durch Einreiben der Haut mit Spiritus (z. B. Franzbranntwein) wird die Durchblutung gefördert.
* Eine weitere Anwendung ist der Einsatz von Ethanol zur Behandlung von Insektenstichen. Ein alkoholgetränktes Tuch wird dazu einige Zeit auf den frischen Stich gelegt. Die Schmerzlinderung geschieht aufgrund der kühlenden Wirkung der Ethanollösung; der Juckreiz wird unterdrückt. Eine chemische Veränderung oder Inaktivierung von Giften bewirkt Ethanol jedoch nicht.
* Bei einer Vergiftung mit Methanol wird als erste Maßnahme Ethanol intravenös gegeben, sodass die Leber bzw. das Enzym Alkoholdehydrogenase die Umwandlung des Methanols in seine toxischen Abbauprodukte hinausschiebt. Ethanol bindet ca. 25 mal stärker an Alkoholdehydrogenase als Methanol.
* Nach einer schweren Alkoholsucht mit Delirium tremens als Entzugserscheinung gibt man Ethanol, um zugunsten eines dringenden Eingriffes am Patienten die Symptome (u. a. Tremor) zu unterdrücken.
Ethanol als Kraftstoff für Ottomotoren
: Hauptartikel: Ethanol-Kraftstoff und Zellulose-Ethanol
Ethanol wird auch herkömmlichen Kraftstoffen zugemischt. Als Bioethanol bezeichnet man Ethanol, das ausschließlich aus regenerativer Biomasse hergestellt wurde. Chemisch gesehen gibt es keinen Unterschied zwischen Bioethanol und anders hergestelltem Ethanol. Die in der als Rohstoff dienenden Biomasse enthaltene Stärke oder die Zellulose wird enzymatisch in Glukose aufgespalten und dieser anschließend mit Hefepilzen zu Ethanol vergoren.
Im Zusammenhang mit dem Kyoto-Protokoll wird heute häufig über die Herstellung und den Einsatz biogener Treibstoffe (also Treibstoffe biologischen oder organischen Ursprungs) und die Reduzierung von Kohlenstoffdioxid-Emissionen pro gefahrenem Kilometer debattiert. Der Preis für Bioethanol beträgt 2004 in Brasilien 0,19 US-$/l, in den USA 0,33 $/l und in Europa 0,65 $/l.
Andere Nutzung von Alkohol
* Ethanol ist ein wichtiges Lösungsmittel und Zwischenprodukt in der Chemischen_Industrie.
* Ethanol wurde von Wernher von Braun bis in die 1950er-Jahre als Treibstoff für die Raketen der Typen A1, A2, A3, A4, A4b und A5 verwendet, da zum einen bei Ethanol im Unterschied zu Benzin durch Verdünnen mit Wasser für Testzwecke leicht der Brennwert heruntergesetzt werden kann, um bei Probeläufen von Triebwerken Explosionen zu verhindern und er zum anderen während des Zweiten_Weltkriegs leicht aus landwirtschaftlichen Produkten gewinnbar war, im Gegensatz zum knappen Benzin.
Besteuerung und Vergällung
Grundsätzlich unterliegt Ethanol in Deutschland der Branntweinsteuer. Diese beträgt derzeit ? 13,03 / Liter reinem Alkohol und wird in Deutschland von der Zollverwaltung beim Hersteller erhoben. Die Verwendung von Ethanol ist für technische Zwecke (Druckerei, Lackherstellung, Reinigungsmittelproduktion, Kosmetik etc.) und als Brennspiritus steuerfrei möglich. Um zu verhindern, dass dieser Ethanol ohne Entrichtung dieser Steuer als Genussmittel getrunken oder diesen beigefügt wird, wird unversteuerter Alkohol unter Zollaufsicht vergällt. Vergällung bedeutet, dass Ethanol mit anderen Chemikalien, wie z. B. MEK (Methyl-Ethyl-Keton = 2-Butanon, mit zwei weiteren branntweinsteuerrechtlich vorgeschriebenen Markierungskomponenten), Petrolether, Cyclohexan, Phthalsäurediethylester (Diethylphtalat) oder ähnlichem versetzt wird, um es für den menschlichen Genuss unbrauchbar zu machen.
Bei dem in Form von Brennspiritus als Brennstoff verwendeten Ethanol, beispielsweise für Rechauds sowie Camping- und Expeditionskocher, wird dem Ethanol zusätzlich zum MEK noch das extrem bittere Denatoniumbenzoat (1 Gramm/100 Liter) beigemischt. Die früher übliche Verwendung von Pyridinen als Vergällungsmittel für Brennspiritus ist branntweinsteuerrechtlich zwar immer noch erlaubt, diese werden aber wegen ihrer gesundheitlichen Bedenklichkeit seit ca. 1993 von deutschen Herstellern nicht mehr eingesetzt.
Zu beobachten ist zudem, dass einige Spiritusabfüller, vermutlich aus Kostengründen, dem Ethanol diverse Fremdstoffe, Regenerate etc. beimischen. Abfüller, die in ihrem Produkt nur Ethanol verwenden, werden dies zumeist durch die Kennzeichnung ?UN 1170? auf der Flasche deutlich machen.
Die Vergällungsmittel haben meist ähnliche Siedepunkte wie Ethanol, so dass sie sich durch Destillieren nur schwierig entfernen lassen. Die Vergällungsmittel Diethylphtalat (Verwendung auch als Weichmacher) und MEK stellen ein Problem bei der Verwendung als Reinigungsmittel dar: Farben und Lacke, die an sich resistent gegen Ethanol sind, können erweichen oder angegriffen werden.
Nicht zu verwechseln ist Brennspiritus mit Trockenspiritus, der das Tetramere (CH3CHO)4 des Acetaldehyds CH3CHO ist.
Physikalische und chemische Eigenschaften
Hinweis: Diese Angaben sind Durchschnittswerte und können sehr stark variieren.
Starker Alkoholkonsum führt zu einem als Trunkenheit bezeichneten Zustand. Dieser ist einerseits durch körperliche Veränderungen wie etwa psychisch durch erhöhte Emotionalität, andererseits durch eine veränderte Bewusstseinswahrnehmung und verringerte geistige Leistungsfähigkeit gekennzeichnet. Meistens führt erheblicher Alkoholkonsum zu Übelkeit und Erbrechen. Dabei wird allerdings nur der Teil des Alkohols ausgeschieden, der noch nicht in die Blutbahn gelangt ist.
Alkohol hat auch Auswirkungen auf Sexualität und Fruchtbarkeit. So führt Alkoholkonsum vielfach zu einer Enthemmung, speziell bei Männern auch zu einer Steigerung der Libido. Parallel dazu verringert sich allerdings die Erektionsfähigkeit bis hin zur völligen erektilen_Dysfunktion. Darüber wirkt sich Alkohol schädigend auf Hoden und Spermien aus. Er führt ebenso zu einer Verminderung der Testosteronproduktion, was negative Auswirkungen auf eine Vielzahl von Körperfunktionen hat.
Neuere Untersuchungen (Prof. E. Abel, USA) haben gezeigt, dass väterlicher Alkoholkonsum vor der Zeugung nicht nur das Risiko von Fehlgeburten erhöht, sondern sich auch schädigend auf die Kindesentwicklung auswirken kann.
Wesentlich schädlicher ist allerdings Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft, da sich dadurch unter anderem das so genannte fetale_Alkoholsyndrom ausbilden kann. Dieses ist häufig durch eine Beeinträchtigung der geistigen Entwicklung des Kindes sowie körperliche Fehlbildungen (z. B. Herzfehler) gekennzeichnet. Schädigungen bei Kindern alkoholabhängiger Mütter gehören zu den häufigsten pränatal bedingten Gesundheitsschäden. Generell ist bei Schwangerschaften jeglicher Alkoholkonsum zu vermeiden.
Schon eine sehr kleine Menge kann, wenn sie zu einem ungünstigen Zeitpunkt der Embryonalentwicklung eingenommen wird, fatale Folgen für das Kind haben.
In noch größeren Mengen setzt eine akute Alkoholvergiftung ein, die bis zum Koma oder dem direkten Tod führen kann. Besonders gefährlich ist der schnelle Konsum von hochprozentigen Spirituosen, da die Übelkeitsschwelle langsamer eintritt als ein lebensbedrohlicher Anstieg des Blutalkoholspiegels. Beim schnellen Trinken einer ganzen Flasche Schnaps, diese enthält 150 ml-200 ml Ethanol, kann durch Lähmung des Hirnstammzentrums ein tödlicher Kollaps eintreten.
Ferner kann eine zusätzliche Vergiftung drohen, wenn das Genussmittel mit größeren Mengen an Nebenprodukten verunreinigt ist wie Fuselalkohole oder Methanol, die bei der Spirituosen zugrundeliegenden Destillation angereichert werden.
Auch wenn die angenehmen Wirkungen leichten Konsums im Fall positiver Anlässe zeitlich beschränkt erwünscht sein mögen, so ruft Trunkenheit in unangebrachten Situationen jährlich ein unübersehbares Maß an menschlichem Leid hervor (u. a. Verkehrsunfälle mit Todesfolge).
Ebenso kann auch dauerhafter Konsum alleine oder zusammen mit anderen Faktoren zu schweren gesundheitlichen Schädigungen führen: Herz-Kreislauferkrankungen, schwere Schädigungen der Leber, des gesamten Nervensystems und des Gehirns.
= Todesursache Alkoholabhängigkeit und -missbrauch
=: Hauptartikel: Alkoholkrankheit
Alkohol kann eine sehr starke und körperliche und/oder psychische Abhängigkeit erzeugen, die körperliche Abhängigkeit ist verbunden mit heftigen Entzugserscheinungen. Bis zu 2 Millionen Menschen sind allein in Deutschland alkoholkrank, ca. 10 Millionen von Abhängigkeit bedroht.
In Deutschland starben im Jahr 2002 circa 40.000 Menschen durch Alkoholmissbrauch http://www.bmg.bund.de/nn_892608/DE/Presse/Reden/Archiv/Reden-Drogenbeauftragte/Rede-14-10-2002-2491,param=.html, was wiederum ca. zwei Prozent aller Sterbefälle entsprach, wobei Männer dreimal häufiger betroffen waren als Frauen.
Die häufigste alkoholbedingte Todesursache war die alkoholische Leberzirrhose mit 9.550 Toten (Quelle: Statistisches Bundesamt). Die Zahlen der WHO vom 29. Dezember 2004 belaufen sich für das Jahr 2004 auf 21.675 Tote, davon 8.381 Kinder im Alter zwischen 10?15 Jahren. Eine Krankheit, mit einer Mortalität (Todesrate) von über 50 Prozent, die insbesondere in Verbindung mit Alkohol und fettem Essen ausgelöst wird, ist die Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung).
Die damalige Drogenbeauftragte_der_Bundesregierung und Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium, Marion Caspers-Merk sprach für 2003 von 40.000 Todesfällen als Folge des Alkoholkonsums in Deutschland, wobei, im Vergleich, 1.477 Personen durch illegale Drogen verstorben sind und 110.000 als Folge des Tabakrauchens.
(Quelle: Drogen- und Suchtbericht 2004)
Hilfe bieten Ärzte oder Selbsthilfegruppen wie die Anonymen_Alkoholiker oder die Guttempler, ebenso Suchtberatungsstellen sowie verschiedene andere Selbsthilfegruppen.
= Krebsrisiko
=Übermäßiger Konsum von Alkohol kann neben teils unheilbaren Erkrankungen wie Leberzirrhose und Nervenerkrankungen auch viele Krebsarten (wie Magenkrebs und Speiseröhrenkrebs) erzeugen. Der regelmäßige Konsum selbst kleiner Mengen alkoholischer Getränke erhöht vielen wissenschaftlichen Studien zufolge das generelle Krebs- sowie insbesondere auch das Brustkrebsrisiko. [http://www.infomed.org/screen/1998/r83.html Infomed.de] [http://www.krebsgesellschaft.de/ernaehrung_dem_krebs_vorbeugen,1043.html Krebsgesellschaft.de] [http://www.krebsinformationsdienst.de/Fragen_und_Antworten/alkohol.html Krebsinformationsdienst.de]
Die karzinogene Wirkung entsteht durch das Ethanal, zu dem Ethanol in der Leber abgebaut wird. Das Ethanal wird durch Polyamine zu Crotonaldehyd umgewandelt, welches wiederum die DNS zerstört.[http://www.wissenschaft.de/wissen/news/256149.html]
= Mögliche positive gesundheitliche Wirkungen
=Es ist stark umstritten, ob alkoholische Getränke positiv auf die Gesundheit einwirken können. Viele vordergründig positive Wirkungen werden durch andere aufgehoben, etwa die stark erhöhte Krebsgefahr beim regelmäßigen Konsum selbst geringer Mengen, die durch wissenschaftliche Studien bestätigt wurden.
Mediziner warnen davor, einzelne Wirkungen aus dem Gesamtzusammenhang zu reißen. So enthält beispielsweise roter Traubensaft die gleichen herzstärkenden Substanzen wie Rotwein. Ebenso stammen Weintrinker häufiger aus höheren Einkommensschichten als Biertrinker oder Trinker von höherprozentigen Alkohol. Rechnet man den Schichteinfluß heraus, verschwindet die angeblich positive Wirkung.
Auch der erhöhte Verlust an Vitaminen und Mineralstoffen beim Alkoholkonsum ist zu berücksichtigen.
1991 postulierte der französische Professor Serge Renaud seine These vom "French Paradox".
Aus einer Anzahl epidemiologischer Untersuchungen gehe hervor, dass ein ausgesprochen mäßiger Konsum bestimmter alkoholhaltiger Getränke ? insbesondere Rotwein ? (etwa 1?2 Glas pro Tag) über längere Zeiträume vor koronarer Herzerkrankung schützen soll. Außerdem wurde bei bis zu 20?40 g Alkohol bei Männern und bei bis zu 10?20 g bei Frauen eine höhere Lebenserwartung festgestellt. Dies entspricht 1/4 Liter Rotwein oder 1/2 Liter Bier pro Tag.
Die höhere Lebenserwartung ist allerdings nur ein statistischer Effekt, da unter den Antialkoholikern auch Personen sind, die gerade wegen einer Krankheit und damit verbundener niedriger Lebenserwartung keinen Alkohol trinken.
Oberhalb dieser Mengen kehrt sich die positive Wirkung eindeutig um.
Viele Studien wurden von der Alkohol Task Force der Stiftung International Life Sciences Institute finanziert, deren Mitglieder die Konzerne Moët & Chandon, Allied Domecq, Brasseries Kronenbourg, Heineken und Diageo sind. In Deutschland wurden viele Studien von der Deutschen Weinakademie (DWA) in Auftrag gegeben, die von den Weinerzeugern finanziert wird. Alleine für die Pressearbeit im Inland wurden 160 000 Euro ausgegeben. Die französische Sopexa gab 800 000 Euro für deutsche Medien aus.
Eine neue Metaanalyse von 54 internationalen Studien die sich mit Alkohol und Herzschutz befassten ? die älteste war von 1974, die jüngste von 2004 ? wirft prinzipielle Zweifel an den immer wieder postulierten positiven gesundheitlichen Wirkungen von moderatem Alkoholkonsum auf.
Kaye M. Fillmore u. a.: [http://nurseweb.ucsf.edu/www/fffillk.htm Does moderate drinking prevent heart disease? A meta-analysis and re-estimation of alcohol-caused mortality in Australia]. Universität von Kalifornien, San Francisco. in: Addiction Research and Theory. Brunner-Routledge Health Sciences, London 2006,5 (Mai). Die San Francisco, eine Autorin der Metaanalyse, weist darüberhinaus darauf hin, dass bei der Bewertung der gesundheitlichen Wirkung von moderatem Alkoholgenuss, häufig der typische Fehler gemacht würde Ursache und Wirkung zu verwechseln: ?Wir wissen, dass ältere Menschen, die mäßig Alkohol trinken, gesünder sind als gleichaltrige Nichttrinker? so Fillmore, ?Das Trinken ist eine Folge ihres guten Allgemeinbefindens, nicht aber dessen Ursache. Viele Menschen meiden Alkohol im Alter aufgrund gesundheitlicher Probleme.? Demzufolge sind diese Personen also nicht krank, weil sie nicht (moderat) trinken, sondern sie trinken nicht, weil sie krank sind.
Die Autoren der Metastudie kommen zu dem Schluss, dass die schützende, lebensverlängernde Wirkung von Alkohol aufgrund des beschriebenen ?Abstinenzler-Fehlers? in der Vergangenheit deutlich überbewertet wurde, wollen allerdings positive gesundheitliche Effekte von moderatem Trinken nicht prinzipiell ausschließen ? für eine fundierte Aussage hierzu mangle es schlicht an fehlerfreien Studien.
Metastudien, also die zusammenfassende Analyse verschiedener Studien mit statistischen Mitteln, sind nach Ansicht ihrer Kritiker ein gewagtes Unterfangen, da dieser Ansatz eine Reihe methodischer Probleme mit sich bringen kann;Artikel [http://www.dgps.de/fachgruppen/methoden/mpr-online/issue1/art3/node17.html Probleme der Metaanalyse] von www.dgps.de zweifelsfreie Schlussfolgerungen seien bei dieser Art der Analyse daher nicht zwangsläufig möglich. So lobte der Gerontologe John B. Standridge zwar die Arbeit der Forscher um Kaye Fillmore, zweifelt selbst aber weiterhin nicht daran, dass ein moderater Alkoholkonsum der Gesundheit zuträglich sei.
Ursächlich für die möglichen positiven Wirkungen sei nicht der Alkohol selbst, sondern Begleitstoffe (sekundäre Pflanzenstoffe von roten Trauben und Inhaltsstoffe der Bierhefe), die im Wein und Bier zu finden seien und durch den Alkohol, der ein gutes Lösungsmittel ist, verfügbar gemacht würden (Lösungsmitteltheorie). Daher besäßen Schnäpse und die meisten Liköre auch keine vergleichbaren Wirkungen.
In anderen Kulturen sind jedoch andere alkoholische Getränke statistisch gesehen vorteilhafter, und es wurde kein signifikanter Unterschied zwischen einzelnen Getränkearten (Bier, Wein und Spirituosen) gefunden, so dass dies für die soziale Komponente als einzigen positiven Faktor spricht.
Eine Studie an 38 000 Mitarbeitern des amerikanischen Gesundheitssystems zeigte, dass der Konsum von Bier und anderen Spirituosen ? nicht aber von Wein ? das Infarktrisiko senkte. Eine Studie aus Shanghai wiederum beschrieb für Reisweintrinker eine geringere koronare Mortalität. Die mit 101 Jahren verstorbene englische Königinmutter trank regelmäßig ein Glas Gin zum Abend.
Populationsgenetische Aspekte des Alkohols
Seit langem gilt als gesichert, dass die ursprünglich aus Ostasien stammenden Einwohner Amerikas (?Indianer? und Inuit) auf Alkohol erheblich empfindlicher reagieren als Europäer. Dies wurde beim Vordringen der Europäer auf dem amerikanischen Kontinent gezielt ausgenutzt, indem Schnaps als ?Feuerwasser? an einheimische Stämme (die den Schnaps selbst als ?Geheimniswasser? bezeichneten) verteilt wurde ? viele Verträge über Gebietsabtretungen oder Gänge in die Reservation kamen durch das Trunkenmachen von Stammesführern zustande. Auch Ostasiaten zeigen ? jedoch weniger durchgängig als die amerikanischen Ureinwohner ? eine geringere Alkoholverträglichkeit als Europäer. Unter Schwarzafrikanern ist die Verträglichkeit sehr unterschiedlich.
Die Ursache dafür liegt in einem schnelleren Abbau des Blutalkohols bei den meisten Europäern. Während sie noch trinken, beginnt bereits eine biochemische Reaktion, bei der durch das Enzym Alkoholdehydrogenase der Alkohol abgebaut wird. Das dabei als Zwischenprodukt gebildete Ethanal (ein Aldehyd) führt in größerer Konzentration zum so genannten Kater.
Genetische Untersuchungen zeigten, dass die genetischen Allele für das Enzym Alkoholdehydrogenase bei Europäern anders als bei Menschen anderer Herkunft verbreitet ist. Diese Allele unterscheiden sich in einigen Basen voneinander und führen zu leicht unterschiedlichen Varianten der Alkoholdehydrogenase (sog. Isoenzymen). Dabei kann Reinerbigkeit (Homozygotie) oder Mischerbigkeit (Heterozygotie) bezüglich der Allele vorliegen. Untersuchungen an asiatischstämmigen Amerikanern zeigten, dass homozygote Menschen mit dem Allel ALDH2*2 eine erheblich niedrigere Abbaurate für Blutalkohol haben. Mischerbige Menschen wiesen die gleiche Abbaurate wie reinerbige Menschen mit dem Genotyp ALDH2*1 auf, bauten aber das Zwischenprodukt Ethanal (den ?Katerstoff?) langsamer ab.
Dass die Europäer als mit einer höheren Alkoholverträglichkeit ausgestattet gelten, dürfte ein Mischeffekt des schnelleren Abbaus aufgrund der Enzymausstattung und der höheren Alkoholtoleranz durch Gewöhnung sein.
Gesetzliche Beschränkungen
Die Einschränkung der Verfügbarkeit ist eine der wenigen wirksamen Maßnahmen, die ein Staat besitzt, um den Alkohol-Gesamtkonsum und damit die alkoholbedingten Schäden zu vermindern: Zum Beispiel Einschränkung der Laden- und Ausschank-Öffnungszeiten, der Anzahl der Betriebe, die Alkohol verkaufen dürfen; die Erteilung von Bewilligungen für Alkoholverkauf an Bedingungen knüpfen (Lizenz, Gebühren, Wirteprüfung, etc.); gesetzliches Mindestalter; Erhöhung der Alkoholsteuer.
In einigen, vorzugsweise islamischen Ländern, ist Alkohol gesetzlich verboten. Getränke wie Absinth sind oder waren bis vor kurzer Zeit wegen ihres (angeblich) erhöhten Gefahrenpotentials auch in vielen europäischen Ländern verboten.
Während der amerikanischen Prohibitionszeit (1919?1932) war der Verkauf von Alkohol in den USA gesetzlich verboten. Dies führte zur massenhaften Entstehung von illegalen Kneipen (Speakeasies) und zum Aufblühen der organisierten_Kriminalität. In den USA gibt es nach wie vor Gemeinden mit einem Verbot des Verkaufs, der Bewerbung und des öffentlichen Konsums von Alkohol (Gemeindeautonomie), zum Beispiel auch in Lynchburg in Tennessee, der Heimat des Whiskey Jack Daniel?s.
In Deutschland besteht ein Branntweinmonopol.
Jugendschutz
In Deutschland und der Schweiz dürfen nach dem Jugendschutzgesetz alkoholische Getränke nicht an Personen unter 16 Jahren abgegeben werden. Getränke, die Branntwein enthalten, erst ab dem 18. Lebensjahr (§ 9 Absatz 1). In Deutschland ist das öffentliche Konsumieren von nicht-branntweinhaltigen alkoholischen Getränken (in Begleitung von Erziehungsberechtigten, -beauftragten) ab 14 gestattet, es gibt sonst keine Beschränkung.
In Österreich ist der Jugendschutz Ländersache. In Wien, Vorarlberg, Niederösterreich und dem Burgenland ist der Alkoholkonsum grundsätzlich erst ab 16 gestattet. In den anderen Ländern dürfen Getränke bis zu einem Alkoholgehalt von 14 Volumenprozente mit 16 Jahren, solche darüber mit 18 Jahren getrunken werden. Andere Länder ? beispielsweise die USA (die meisten Staaten) ? sehen als Mindestalter zum öffentlichen sowie privaten Verzehr von Alkohol das vollendete 21. Lebensjahr vor.
Straßenverkehr
Da Alkohol die Fahrtüchtigkeit einschränkt, ist das Fahren_unter_Alkoholeinfluss in den meisten Ländern der Welt unter Strafe gestellt.
Literatur
* Singer, Teyssen (Hrsg.): Alkohol und Alkoholfolgekrankheiten. 2. Auflage. Springer, Heidelberg 2005, ISBN 3-540-22552-8.
* Günter Schmidt: ALEX ? Das Alkohollexikon. Books on Demand (BoD), Norderstedt 2002. ISBN 3-8311-3825-7
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* Knut Kröger: [http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=38885 Lebenserwartung - Der Mythos vom Rotwein.] in: Deutsches Ärzteblatt. Köln 100.2003,42 (17. Oktober), S. A-2706, B-2260, C-2120.
Siehe auch
Alkohologie
Spirituose
Rangfolge_der_gefährlichsten_Drogen:_5._Position
Zellulose-Ethanol
Weblinks
• Ethanol Tankstellen in Deutschland (Ethanol E85 & E50 Sunfuell Tankstellen Deutschland)• Spirituosenkunde, Physiologie, Alkoholismus, Alkoholanalytik, Alkoholgesetzgebung
• Die Droge Alkohol aus psychologischer Sicht
• Wirkung des Ethanols auf den Menschlichen Körper
• Alkoholpolitik ? private, unabhängige, kritische Webseite
*
• Nachrichten und weitere Informationen zum Thema Alkohol
• Alkohol am Arbeitsplatz/gesetzliche Bestimmungen
• Check your drinking (Online-Selbsttest zur Risikoeinschätzung des eigenen Alkoholkonsums)
• Promillerechner
• "Alkohol" Ethanol - ein Artikel zum Thema von Peter Bützer
= Ethanol aus Biomasse/pflanzlichen Abfällen
=• Pentalco - Initiative zur Förderung von Lignocellulose-Ethanol
• Prof. E. Boles, Universität Frankfurt (Englisch)
• Kraftstoffportal mit Forum zu Bioethanol, Autogas, Erdgas, Pflanzenöl
= Ethanol als Energiequelle
=• Abstracts (Englisch)
• Essay (Englisch)
• Sugar powers a Revolution on Brazil's roads (Englisch)
= Ethanol als Kraftstoff
=• Keine Natur in den Tank!
• Ford Focus FFV und Focus C-MAX FFV
• Infos zu Bioethanol in Brasilien
• Erste öffentliche Bioethanol-Tankstelle Deutschlands
• The False Hope of Biofuels, Artikel der ?Washington Post?, 2. 7. 2006 (Englisch)
• nicht kommerzielle Datenbank von Ethanol-Tankstellen und Umrüstern in Deutschland
= Sicherheitsdatenblätter
=(nur für reines Ethanol)
• Mallinckrodt Baker (PDF; 140 KB)
• Merck (PDF; 28 KB)

