Sankt Ottilien
thumb|Klosterkirche_(Herz-Jesu-Kirche)
thumb|Klosterkirche_(Herz-Jesu-Kirche)
Die Erzabtei St. Ottilien ist ein Kloster der Benediktiner im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech in Emming (nahe Eresing und dem Ammersee).
Gebäude
Die Klosterkirche (Patrozinium: Herz-Jesu), wurde von 1897?99 erbaut. Ihr spitzer, 75 Meter hoher Turm ist bereits aus großer Entfernung zu sehen. Das dreischiffige Gotteshaus wurde im Stil der Neugotik errichtet und 1903 geweiht. Der Kirchenbau wurde ? wohl aufgrund von Protesten der umliegenden Gemeindepfarreien ? um ein Gewölbe kürzer ausgeführt, als ursprünglich geplant.
Der Klausurbereich wurde ebenfalls im neugotischen Stil errrichtet. Kurioserweise wurde dieses Gebäude passend zu den Fenstern konstruiert, die das Kloster als Geschenk erhalten hatte. Später wurde der Klosterbau um einen weiteren Trakt erweitert, der im Jugendstilbau gehalten ist und südlich der Klosterkirche liegt. in diesem befindet sich das das 1911 eingerichtete Missionsmuseum.
In der Nähe der Klosterkirche befindet sich das ?Ottilienheim?, das als Gästehaus dient. Ebenfalls der Aufnahme von Gästen dient das ihm stirnseitig gegenüberliegende Exerzitienhaus, das unmittelbar an die Reste des ehemaligen Gutes Emmingen angebaut wurde. Dieser alte, noch vorklösterliche Gebäudeteil schließt auch an die Ottilienkapelle an. Diese Kapelle des ehemaligen Herrenhaus war noch vor Klostergründung eine Wallfahrtsstätte für die Heilige Ottilie. Das Exerzitienhaus wurde zunächst nur im Sommer für Exerzitien genutzt und beherbergte im Winter die Schüler der früher dort befindlichen Landwirtschaftsschule.
Glocken
In der offenen Glockenstube befindet sich ein eindrucksvolles achtstimmiges Großgeläut, welches zu den tontiefsten Glockenensembles Süddeutschlands zählt[http://www.erzabtei.de/html/Jahrbuch/1999/Glocken/Glocken.html Die Glocken der Erzabtei St. Ottilien]. Außerdem ist es das tontiefste Geläute des Bistums_Augsburg.
Alle acht Glocken wurden von Carl Czudnochowsky (Erding) gegossen; die große ?Hosanna? wurde als einzige aus Euphon (Kupfer-Zink-Legierung) 1949, die übrigen 1950 aus Glockenbronze gegossen. Sie hängen im Stahlglockenstuhl an geraden Stahljochen.
Die Glocken werden im Folgenden tabellarisch vorgestellt:
Geschichte
Im 17. Jahrhundert wurden Schloss und Kapelle barockisiert.
Das Gut wechselte im Laufe der Zeit mehrmals seinen Besitzer; das Schloss wurde 1884 abgerissen. Schließlich erworb Andreas Amrhein, ein Benediktiner der Erzabtei Beuron 1886 den herrenlosen Weiler und gründete 1887 St. Ottilien.
Motivation der Neugründung
Amrhein hatte seine Vision, das benediktinische Leben mit einem Einsatz in der Mission zu verbinden, innerhalb der Beuroner Kongregation nicht verwirklichen können; daher begann er unabhängig von Beuron eine eigene Gründung.
Nach einer ersten Gründung in Reichenbach 1884 wurde die Gemeinschaft 1887 nach Emming verlegt; der Name des Klosters geht auf die dortige Ottilienkapelle zurück. Ebenfalls 1887 konnte eine erste Gruppe von Mönchen als Missionare nach Afrika entsandt werden.
Entwicklung des Klosters
1902 wurde St. Ottilien zur Abtei erhoben. Nach Gründung dreier weiterer Abteien wurde St. Ottilien 1914 Erzabtei der Missionsbenediktiner; bis heute ist der Erzabt von St. Ottilien Präses der Benediktinerkongregation von St. Ottilien.
Bis 1930 wuchs das Kloster stark (weitere Missionsgebiete Südafrika, Korea, Republik China). St. Ottilien wurde in dieser Zeit ausgebaut, um die auf 396 Personen angewachsene Klostergemeinschaft aufzunehmen.
1941 wurde das Kloster von der Gestapo aufgehoben; die Mönche konnten erst nach Kriegsende 1945 zurückkehren. Bis 1948 wurden in St. Ottlilen befreite KZ-Häftlinge versorgt.
Heute verteilt sich das Aufgabengebiet des Klosters auf ein großes Exerzitienhaus, einen eigenen Verlag, eine stattliche Landwirtschaft, das ca. 700 Schüler zählende Rhabanus-Maurus-Gymnasium St. Ottilien mit angeschlossenem Tagesheim und Internat, sowie mehrere handwerkliche Betriebe. Bis heute ist jedoch St. Ottiliens größte Aufgabe die Mission und die damit verbundene Entwicklungshilfe in Ländern der Dritten_Welt.
Äbte
Norbert Weber (1902-1930)
Chrysostomus Schmid (1930-1957)
Suso Brechter (1957-1974)
Viktor Josef Dammertz (1975-77)
Notker Wolf (1977-2000)
Jeremias Schröder (seit 2000)
Siehe auch
Liste der Klöster
Referenzen
Weblinks
* http://www.ottilien-fair.de/ Handeln für eine gerechte Welt
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* http://www.ottilien.de/
* http://www.ottilien.de/gymnasium - Das Gymnasium St. Ottilien
* http://www.erzabtei.de/
* http://www.eos-verlag.de/

