Ereignisgesteuerte Prozesskette
Die Ereignisgesteuerte Prozesskette (EPK) ist ein Modell zur Darstellung von Geschäftsprozessen einer Organisation bei der Geschäftsprozessmodellierung. Sie ist wesentliches Element des ARIS-Konzepts (Architektur integrierter Informationssysteme).
Sie wurde 1992 von einer Arbeitsgruppe unter Leitung von Prof. August-Wilhelm Scheer an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken im Rahmen eines Forschungsprojektes mit der SAP AG zur semiformalen Beschreibung von Geschäftsprozessen entwickelt.
EPK stellen Arbeitsprozesse in einer semiformalen Modellierungssprache grafisch dar. Dadurch sollen betriebliche Vorgänge systematisiert und parallelisiert werden, um Zeit und Geld einsparen zu können. Dazu werden Objekte in gerichteten_Graphen mit Verknüpfungslinien und -pfeilen in einer 1:1-Zuordnung verbunden (Ausnahme bei logischen Verknüpfungen). In einer solchen Verknüpfungskette wechseln die Objekte sich in ihrer Bedeutung zwischen Ereignis und Funktion ab, d.h. sie bilden eine alternierende Folge, die zu einem bipartiten Graphen führt. Jede Funktion kann zusätzlich mit einem Informationsobjekt verbunden werden, aus dem Informationen geladen oder in das Informationen gespeichert werden.
erweiterte Ereignisgesteuerte Prozesskette (eEPK)
Eine erweiterte Form der Modellierungsmethode EPK stellt die erweiterte Ereignisgesteuerte Prozesskette (eEPK) dar. Die in der EPK dargestellten logischen Abläufe eines Geschäftsprozesses werden anhand der eEPK um die Elemente der Organisations-, Daten und Leistungsmodellierung erweitert.Beispielsweise können hier zusätzliche Informationen über Ausführende, unterstützende Systeme, verwendete Daten, erzeugte Dateien usw. ergänzt werden, die die Verbindung zu anderen Modellsichten des ARIS-Hauses herstellen.
Des weiteren werden Informationsobjekte verwendet (z. B. Datenbanken, Kundendaten), welche Einfluss auf Funktionen haben (verändern) oder Informationen von ihnen holen können.
Die Fähigkeiten der EPK werden bei der erweiterten EPK im Wesentlichen um die Elemente_und_Beziehungen_des_Funktionszuordnungsdiagramms ergänzt.
Die dadurch zusätzlich möglichen Beziehungen von Funktionen zu den weiteren Elementen werden auch als nicht strukturbildende Beziehungen bezeichnet, weil sie weder die funktionale Aufbaustruktur noch die Ablaufstruktur einer Organisation beschreiben.
Einsatzgebiete
EPKs können für verschiedene Aufgaben eingesetzt werden:
• und Implementierung] von [[Standardsoftware
*Darstellung von Abläufen bei Eigenentwicklungen
*Prozessoptimierung beim Business Process Reengineering
• und Geschäftsprozessen/'>Optimierung] von [[Geschäftsprozess/'>Geschäftsprozessen im Rahmen des Vorgangskettendiagrammen im Nachteil, weil Vorgangskettendiagramme eine spaltenweise Sortierung der Elemente nach Typen bieten.
Literatur
* Jörg Becker, Martin Kugeler, Michael Rosemann: Prozessmanagement - Ein Leitfaden zur prozessorientierten Organisationsgestaltung. 5. überarbeitete Auflage Springer, Berlin 2005, ISBN 3-540-23493-4
* Keller, G.; Nüttgens, M.; Scheer, A.-W.: [http://www.iwi.uni-sb.de/Download/iwihefte/heft89.pdf Semantische Prozeßmodellierung auf der Grundlage Ereignisgesteuerter Prozeßketten (EPK)]. Erschienen in der Reihe: Veröffentlichungen des Instituts für Wirtschaftsinformatik. Scheer, A.-W. (Hrsg.). Heft 89, Saarbrücken 1992
* August-Wilhelm Scheer: ARIS - Modellierungsmethoden, Metamodelle, Anwendungen. 4. Auflage, Springer, Berlin 2001, ISBN 3-540-41601-3
* August-Wilhelm Scheer: ARIS - Vom Geschäftsprozess zum Anwendungssystem. 4. Auflage, Springer, Berlin 2002, ISBN 3-540-65823-8
* August-Wilhelm Scheer: [http://www.iwi.uni-sb.de/Download/iwihefte/heft133.pdf ARIS-House of Business Engineering: Von der Geschäftsprozessmodellierung zur Workflow-gesteuerten Anwendung: vom Business Process Reengineering zum Continuous Process Improvement]. Erschienen in der Reihe: Veröffentlichungen des Instituts für Wirtschaftsinformatik. Scheer, A.-W. (Hrsg.). Heft 133, Saarbrücken 1996
* Josef L. Staud: Geschäftsprozessanalyse: Ereignisgesteuerte Prozessketten und objektorientierte Geschäftsprozessmodellierung für Betriebswirtschaftliche Standardsoftware. 3. Auflage, Springer, Berlin 2001, ISBN 3-540-24510-3
Siehe auch
Entity-Relationship-Modell
Organigramm
Funktionsbaum
Aktivitätsdiagramm
Wertschöpfungskettendiagramm (WKD)
Funktionszuordnungsdiagramm (FZD)
Vorgangskettendiagramm (VKD)
Weblinks
• Werkzeug für EPKs für Eclipse - mit Literaturverweisen
• GI-Arbeitskreis "Geschäftsprozessmanagement mit Ereignisgesteuerten Prozessketten" - mit Literaturverweisen
• Erstveröffentlichung von Keller/Nüttgens/Scheer zum Konzept der Ereignisgesteuerten Prozesskette (EPK)
• Werkzeugunabhängiges Format für Ereignisgesteuerte Prozessketten Modelle / EPC Markup Language (EPML)
• Erläuterung der Modellierung von EPKs (DOC-Dokument in ZIP-Archiv)

