DB Baureihe E 310
Die DB Baureihe E 310 (ab 1968 Baureihe 181) sind elektrische Deutschen_Bundesbahn (heute: Deutsche Bahn AG), die speziell für den grenzüberschreitenden Verkehr nach Frankreich und Luxemburg beschafft wurden.
Geschichte
Die frühen Jahrzehnte der Deutschen Bundesbahn waren geprägt von der forcierten Elektrifizierung des Schienennetzes, die Anfang der 1960er auch das Saarland erreichte. Schon damals begann sich auch der grenzüberschreitende Schienenverkehr zu formen, der aber durch die unterschiedlichen Stromsysteme in Frankreich und den Benelux-Staaten zeit- und arbeitsintensive Lokwechsel in den Grenzbahnhöfen erforderte.
Aus diesem Grund vergab die Bundesbahn 1964 an AEG, BBC und Krupp den Auftrag, eine Lokomotive zu entwickeln, die ihren Fahrstrom aus verschiedenen Bahnstromsystemen beziehen konnte. Das Ergebnis der Bemühungen waren die vier Lokomotiven der Baureihe E 310 (später: Baureihe 181), die für das deutsche (15 kV bei 16,7 Hz) und das französische (25 kV bei 50 Hz) Wechselstromsystem ausgelegt wurden, und die fünf Maschinen der Baureihe_E_410 (später: Baureihe 184), die zusätzlich den belgischen und französischen Gleichstrom (3 bzw. 1,5 kV) nutzen konnten.
Technik
Die Achsfolge lautet Bo'Bo', somit besitzen die Lokomotiven zwei Drehgestelle mit insgesamt vier Fahrmotoren und vier angetriebene Achsen besitzen. Die Kraftübertragung erfolgt mittels Gummiring-Kardanantrieb.
Nicht nur hier wurde damals moderne Technik verwendet, wie die Mischstrommotore, woraus auch besondere Anforderungen an die Steuer- und Stromrichterelektronik resultierten. Es mussten Thyristoren eingebaut werden, die eine stufenlose Anschnittssteuerung ermöglichten. Mechanische Schaltwerke entfielen somit und zusammen mit dem guten Kraftschluss zwischen Schiene und Rad wurde eine ebenso gute Regelbarkeit von Geschwindigkeit und Zugkraft erreicht.
Unter der Berücksichtigung der tiefer hängenden Oberleitung in Frankreich entschied man sich für eine niedrige Bauhöhe. Die knapp 17 Meter langen, 84 Tonnen schweren Lokomotiven erreichen bei Dauerleistungen von 3000 kW Geschwindigkeiten von bis zu 150km/h bei den Prototypen und 160 km/h bei den Serienmaschinen.
Baureihen 181.0, 181.1 Vorserie
Nach umfangreichen Test- und Versuchsfahrten wurden die vier Zweisystemlokomotiven 1966 in den Planbetrieb aufgenommen. Vorrangig wurden diese Loks vor Schnellzügen zwischen dem französischen Metz, Saarbrücken-Kaiserslautern-Mannheim-Heidelberg bzw. Darmstadt-Frankfurt/Main eingesetzt. Im Güterverkehr kamen die Lokomotiven überwiegend zwischen Saarbrücken Rbf und Forbach/Grenze sowie Trier und Perl/Apach zum Einsatz, nach 1979 mit den Schwesterloks der Baureihe 184. Zu den Paradeeinsätzen gehörte von 1970 bis 1975 der TEE 50/51 Goethe zwischen Metz und Frankfurt/Main vor ehemaligen Inox-Wagen des TEE Mistral.
Heute ist von diesen Maschinen nur noch 181 001-9 im Betrieb. Sie ist DB Museumslokomotive und ist im DB Museum Koblenz-Lützel, Außenstelle des Verkehrsmuseum Nürnberg, stationiert.
Baureihe 181.2
Der grenzüberschreitende Bahnverkehr erlebte in den folgenden Jahren einen regelrechten Boom, woraus sich ein erhöhter Bedarf an Mehrsystemlokomotiven ergab. Daher bestellte die Bundesbahn 1972 fünfundzwanzig weitere Maschinen der Baureihe 181, die aber technisch nochmals verbessert wurden. Diese Änderungen, die vor allem das Laufwerk und die Steuerelektronik betrafen, waren so umfangreich, dass die als Baureihe 181.2 bezeichneten und 1974-75 gelieferten Maschinen mit drei abnehmbaren Maschinenraumhauben fast nur noch äußerlich mit den vier Vorserienlokomotiven vergleichbar waren.
Die Fahrmotoren waren indes weiterhin vom gleichen Grundtyp, wenn auch mit einer um jeweils 200 kW höheren Dauerleistung.
Die ersten Lokomotiven wurden in der zu jener Zeit noch üblichen, für Schnellzugloks gebräuchlichen kobaltblauen Lackierung abgeliefert. Ab 181 210 kam das neue ozeanblau-beige Farbschema zur Anwendung. Erst 1992 gab es die erste 181.2 im orientroten Lack mit weißem Lätzchen an der Stirnfront. Ab 1998 wurde bei den ersten Lokomotiven der verkehrsrote Lack üblich.
Einsätze
Wie die Vorserienlokomotiven kamen auch diese Maschinen im Schnellzugverkehr Metz-Saarbrücken-Kaiserslautern-Mannheim-Heidelberg/Darmstadt-Frankfurt/Main zum Einsatz. Ebenso gehörten auch die D- und Eilzüge auf der Strecken Saarbrücken-Trier-Koblenz (Saarstrecke, Moselstrecke) zu den Einsätzen im Personenverkehr. Der Güterzugeinsatz beschränkte sich auf die Relationen Saarbrücken-Forbach/Grenze, Trier-Perl/Apach und Wasserbillig-Luxemburg, wohin die Lok auch mit Reisezügen kam.Später erfolgte ihr Einsatz auch zwischen Straßburg-Kehl-Karlsruhe und Stuttgart. Dabei wurden die Loks bei Rückfuhrleistungen vor innerfranzösischen Reisezügen auf der Strecke Straßburg-Metz bespannt. Erst ab 1990 wurden die 181er vor den neuen Takt-D-Zügen Saarbrücken-Mannheim-Stuttgart eingesetzt, wo sie schon wegen der Neubaustrecke Mannheim-Stuttgart nur ein Jahr später von den neuen Lokomotiven der Baureihe_120 abgelöst wurden. Häufig waren sie dabei vor aus französischen Corail-Wagen gebildeten Zügen zu sehen.
Die Lokomotiven werden heute noch im Eurocity-Verkehr eingesetzt. Endbahnhöfe sind Frankfurt/Main, Stuttgart, Leipzig, Luxemburg, Metz und Straßburg. Ferner sind sie im grenzüberschreitenden Güterverkehr im Einsatz. Um die Lokomotiven besser auszulasten, werden sie darüber hinaus innerhalb Deutschlands, z.B. nach Koblenz, Heidelberg und Basel eingesetzt.
Betriebswerk war lange das Bw Saarbrücken, seit 2004 ist es Frankfurt/M. .
Mittlerweile sind nicht mehr alle Lokomotiven im Einsatz. Eine Lokomotive (181 217) wurde verschrottet. Zwei andere dienen als Ersatzteilspender.
Aufgrund ihres Einsatzgebietes wurden vier Loks auf einen Namen getauft: 181.211 "Loraine", 181.212 "Luxembourg", 181.213 "Saar" und 181.214 "Mosel".
Literatur
*Gelungener Frequenz-Wechsel: Mit der Baureihe 181.2 begann der erfolgreiche Einsatz der Zweifrequenz-Lokomotiven zwischen Deutschland und Frankreich, Modelleisenbahner (Zeitschrift), Februar 2006
* Die deutschen Mehrsystem-Lokomotiven EISENBAHN-KURIER SPECIAL 77 2. Ouartal 2005 EK Verlag Freiburg
Weblinks
• Die Elektrolokomotiven der Baureihe 181 der DB

