Computer
= Nachkriegszeit
=Das Ende des Zweiten Weltkriegs erlaubte es, dass Europäer und Amerikaner von ihren Fortschritten gegenseitig wieder Kenntnis erlangten. 1946 wurde der Electronical Numerical Integrator and Computer (ENIAC) unter der Leitung von John_Eckert und John_Mauchly entwickelt. ENIAC ist der erste elektronische digitale Universalrechner. 1947 baute IBM den Selective Sequence Electronic Calculator (SSEC), einen Hybridcomputer mit Röhren und mechanischen Relais und die Association for Computing Machinery (ACM) wurde als erste wissenschaftliche Gesellschaft für Informatik gegründet. Im gleichen Jahr wurde auch der Transistor erfunden, der heute aus der modernen Technik nicht mehr weggedacht werden kann. Die maßgeblich an der Erfindung beteiligten William B. Shockley, John Bardeen und Walter Brattain erhielten 1956 den Nobelpreis für Physik. In die späten 1940er Jahre fällt auch der Bau des Electronic Discrete Variable Automatic Computer (EDVAC), der erstmals die Von-Neumann-Architektur implementierte.
1949 stellte Edmund C. Berkeley, Begründer der ACM, mit ?Simon? den ersten digitalen, programmierbaren Computer für den Heimgebrauch vor. Er bestand aus 50 Relais und wurde in Gestalt von Bauplänen vertrieben, von denen in den ersten zehn Jahren ihrer Verfügbarkeit über 400 Exemplare verkauft wurden. Im selben Jahr stellte Maurice Wilkes mit seinem Team in Cambridge den Electronic Delay Storage Automatic Calculator (EDSAC) vor; basierend auf John von Neumanns EDVAC ist es der erste Rechner, der vollständig speicherprogrammierbar war. Ebenfalls 1949 stellte Steve Kolberg die Zuse Z4 fertig, deren Bau schon 1942 begonnen wurde und 1944 in wesentlichen Teilen abgeschlossen war, aber kriegsbedingt nicht fertiggestellt werden konnte. 1950 wurde die Z4 von der Firma Zuse KG an die ETH Zürich geliefert und ging dort in Betrieb.
In den 1950er Jahren setzte die Produktion kommerzieller (Serien-)Computer ein. So baute Remington Rand 1951 ihren ersten kommerziellen Röhrenrechner, den UNIVersal_Automatic_Computer_I (UNIVAC I) und 1955 Bell_Labs für die US_Air_Force mit dem TRansistorized_Airborne_DIgital_Computer den ersten Computer, der komplett mit Transistoren statt Röhren bestückt war; im gleichen Jahr baute die DDR mit der ?OPtik-REchen-MAschine? (OPREMA) ihren ersten Computer. 1956 fertigte IBM das erste_Magnetplattensystem (Random Access Method of Accounting and Control (RAMAC)). 1959 begann Siemens mit der Auslieferung des Siemens 2002, des ersten in Serie gefertigten und vollständig auf Basis von Transistoren hergestellten Computers.
= 1960er
=1960 baute IBM den IBM 1401, einen transistorisierten Rechner mit Magnetbandsystem, und DECs (Digital Equipment Corporation) erster Minicomputer, die PDP-1 (Programmierbarer Datenprozessor) erscheint. 1962 lieferte die Telefunken AG die ersten TR 4 aus. 1964 baute DEC den Minicomputer PDP-8 für unter 20.000 Dollar.
1964 definierte IBM die erste Computerarchitektur S/360, womit Rechner verschiedener Leistungsklassen denselben Code ausführen können und bei Texas Instruments wird der erste ?integrierte_Schaltkreis? (IC) entwickelt. 1966 erschien mit D4a ein 33bit Auftischrechner der TU Dresden.
1968 bewarb Hewlett-Packard (HP) den HP-9100A in der Science-Ausgabe vom 4. Oktober 1968 als ?personal computer?. Im Dezember stellten Douglas C. Engelbart und William English vom Stanford Research Institute (SRI) die erste Computermaus vor, mangels sinnvoller Einsatzmöglichkeit (es gab noch keine grafischen Benutzeroberflächen) interessierte dies jedoch kaum jemanden.
= 1970er
=Mit der Erfindung des serienmäßig produzierbaren Mikroprozessors wurden die Computer immer kleiner und leistungsfähiger. Doch noch wurde das Potential der Computer verkannt. So sagte noch 1977 Ken Olson, Präsident und Gründer von DEC: ?Es gibt keinen Grund, warum jemand einen Computer zu Hause haben wollte.?
1971 war es Intel, der mit dem 4004 den ersten in Serie gefertigten Mikroprozessor baute. Er bestand aus 2250 Transistoren. 1971 lieferte Telefunken den TR 440 an das Deutsche Rechenzentrum Darmstadt, sowie an die Universitäten Bochum und München. 1972 ging der Illiac IV, ein Supercomputer mit Array-Prozessoren, in Betrieb. 1973 erschien mit Xerox Alto der erste Computer mit Maus, graphischer_Benutzeroberfläche (GUI) und eingebauter Ethernet-Karte; und die französische Firma R2E begann mit der Auslieferung des Micral. 1974 stellte HP mit dem HP-65 den ersten programmierbaren Taschenrechner vor und Motorola baute den 6800 Prozessor währenddessen Intel den 8080_Prozessor fertigte. 1975 begann MITS mit der Auslieferung des Altair 8800.
1975 Maestro I (Ursprünglich Programm-Entwicklungs-Terminal-System PET) von Softlab war weltweit die erste Integrierte Entwicklungsumgebung für Software. Maestro I wurde weltweit 22.000 Mal installiert, davon 6.000 Mal in der Bundesrepublik Deutschland. Maestro I war in den 70-er und 80-er Jahren führend auf diesem Gebiet.
1976 brachte Apple Computer den Apple I auf den Markt und Zilog entwickelte den Z80 Prozessor. 1977 kamen der Apple II, der Commodore PET und der Tandy TRS 80 auf den Markt. 1978 brachte DEC die VAX-11/780, eine Maschine speziell für virtuelle Speicheradressierung, auf den Markt. 1979 schließlich brachte Atari seine Rechnermodelle 400 und 800 in die Läden. Revolutionär war, dass mehrere Custom-Chips den Hauptprozessor entlasteten.
= 1980er
=Die 1980er waren die Blütezeit der Heimcomputer, zunächst mit 8-Bit-Mikroprozessoren und einem Arbeitsspeicher bis 64 kB (Commodore VC20, C64, Sinclair ZX80/81, Sinclair ZX Spectrum, Schneider CPC 464/664), später auch leistungsfähigere Modelle mit 16-Bit- oder 16/32-Bit-Mikroprozessoren (z. B. Amiga, Atari ST). Diese Entwicklung wurde durch IBM in Gang gesetzt, die 1981 den IBM-PC (Personal Computer) vorstellten und damit entscheidend die weitere Entwicklung bestimmten.
1982 brachte Intel den 80286-Prozessor auf den Markt und Sun Microsystems entwickelte die Sun-1 Workstation. 1984 wurde der Apple Macintosh gebaut und setzte neue Maßstäbe für Benutzerfreundlichkeit. Im Januar 1985 stellte Atari den ST-Computer auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas vor. Im Juli produzierte Commodore den ersten Amiga-Heimcomputer. 1986 brachte Intel den 80386-Prozessor auf den Markt, 1989 den 80486. Ebenfalls 1986 präsentierte Motorola den 68030-Prozessor. 1988 stellte NeXT mit Steve Jobs, Mitgründer von Apple, den gleichnamigen Computer vor.
= 1990er
=Die 1990er sind das Jahrzehnt des Internets und des World Wide Web. (Siehe auch Geschichte des Internets, Chronologie des Internets) 1991 spezifierte das AIM-Konsortium (Apple, IBM, Motorola) die PowerPC-Plattform. 1992 stellte DEC die ersten Systeme mit dem 64-Bit-Alpha-Prozessor vor.
1993 brachte Intel den Pentium-Prozessor auf den Markt, 1995 den Pentium Pro. 1994 stellte Leonard Adleman mit dem TT-100 den ersten Prototypen für einen DNA-Computer vor, im Jahr darauf Be Incorporated die BeBox. 1999 baute Intel den Supercomputer ASCI Red mit 9.472 Prozessoren und AMD stellte mit dem Athlon den Nachfolger der K6-Prozessorfamilie vor.
Entwicklung im 21. Jahrhundert
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts sind Computer sowohl in beruflichen wie privaten Bereichen allgegenwärtig und allgemein akzeptiert. Während die Leistungsfähigkeit in klassischen Anwendungsbereichen weiter gesteigert wird, werden digitale Rechner unter anderem in die Telekommunikation und Bildbearbeitung integriert. 2001 baute IBM den Supercomputer ASCI White und 2002 ging der NEC Earth Simulator in Betrieb.
2003 lieferte Apple den PowerMac G5 aus, den ersten Computer mit 64-Bit-Prozessoren für den Massenmarkt. AMD zog mit dem Opteron und dem Athlon 64 nach. 2005 produzierten AMD und Intel erste Dual-Core Prozessoren, 2006 doppelte Intel mit den ersten Core 2 Quad-Prozessoren nach.
Zukunftsperspektiven
Zukünftige Entwicklungen bestehen aus der möglichen Nutzung biologischer Systeme (Biocomputer), optischer Signalverarbeitung und neuen physikalischen Modellen (Quantencomputer). Weitere Verknüpfungen zwischen biologischer und technischer Informationsverarbeitung. Auf der anderen Seite nimmt man langsam Abstand von nicht realisierten Trends der letzten 20 Jahre, Expertensysteme und Künstliche Intelligenzen, die ein Bewusstsein entwickeln, sich selbst verbessern oder gar rekonstruieren, zu erforschen.
Für weitere Entwicklungen und Trends, von denen viele noch den Charakter von Schlagwörtern bzw. Hypes haben, siehe Autonomic Computing (= Rechnerautonomie), Grid Computing, Pervasive Computing, Ubiquitäres Computing (= Rechnerallgegenwart) und Wearable Computing.
Zeitleiste
Siehe auch
Verzeichnis nahezu aller je gebauten Computertypen
• Liste der 500 leistungsstärksten Computer (englisch)
*
• Auch Computer sollen fair gehandelt werden
• Computergeschichte.de
• Verein zum Erhalt klassischer Computer e.V.
• Computer-Oldies von Apple I bis Power Mac
• Deutsche EDV-Geschichte 1940er-1960er - SUSAS Netzwerk für Wissensweitergabe
• Eine auf Computersicherheit ausgerichtete Liste
* http://www.hchistory.de/index.php3
• Ein Foliant zur Geschichte der Datenübertragung
• Die Entwicklung des Computers
Computermuseen
• 8Bit-Museum.de
• Homecomputermuseum.de
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