City-S-Bahn Hamburg
Die City-S-Bahn ist eine 5.380 m lange Tunnelstrecke der Bahnhof_Altona und dem Hamburger_Hauptbahnhof durch die Hamburger Innenstadt und die Stadtteile Altona und St. Pauli. Die S-Bahn-Linien S1, S2 und S3 des Hamburger Verkehrsverbundes werden durch den Tunnel geführt. Sieben S-Bahnstationen liegen im Tunnel, unter anderem die touristisch interessanten Stationen Landungsbrücken und Reeperbahn.
Verlauf
Der Tunnel beginnt unmittelbar hinter dem Hauptbahnhof wo die Strecke zwischen den Gleisen der Verbindungsbahn abtaucht. Die Rampe weist eine maximale Steigung von 39,4 ? auf, da bereits wenige hundert Meter weiter die Binnenalster untertunnelt werden muss. Unter der Kleinen_Alster befindet sich der erste Haltepunkt Jungfernstieg an der gleichnamigen Straße. Die Strecke verläuft von dort aus weiter in südlicher Richtung, passiert den Haltepunkt Stadthausbrücke und erreicht die schließlich die Landungsbrücken. Von dort aus schwenkt sie wieder nordwärts, untertunnelt die Reeperbahn am gleichnamigen Haltepunkt und erreicht von Süden her den Kopfbahnhof_Altona. Für die S-Bahn wurde hier ein viergleisiger Tunnelbahnhof mit Kehranlage errichtet. Kurz darauf taucht die Bahn mit einer maximalen Steigung von 40,0 ? aus dem Untergrund wieder auf.
Geschichte
In den 1960er Jahren hatte Hamburg lediglich zwei S-Bahnlinien. Durch Planung und Bau der Großsiedlung Osdorfer Born und der daraus folgenden_Diskussionen über die Verkehrserschließung war den Betreibern bewusst, dass die Verbindungsbahn als gemeinsam genutzte Strecke ein Nadelöhr war. Der planmäßige Zugabstand auf der Verbindungsbahn lag seinerzeit bei 150 Sekunden, der signaltechnisch mögliche Abstand bei 90 Sekunden. Geringste Planabweichungen bereiteten bereits enorme Probleme.
Zudem umging diese die gesamte Innenstadt von Hamburg und der ehemaligen Nachbarstadt Altona fast vollständig, indem sie einen großen Bogen nördlich der damaligen Besiedlung schlug - bedingt durch die Nutzung der ehemaligen Wallanlagen für die Trasse. So entstand in dem gleichen Jahrzehnt die Planung für eine Tunnelstrecke, die die Innenstadt südlich der Verbindungsbahn erschließen sollte ? die City-S-Bahn.
Das Bauvorhaben beanspruchte einen Zeitraum von 14 Jahren und wurde am 14. Oktober 1967 angegangen. Die Führung der Strecke erwies sich als äußerst schwierig, da neben der Binnenalster, die fast auf kompletter Länge untertunnelt wurde, der weitere Verlauf sich nicht immer an den vorhandenen Straßen orientierte und stattdessen ganze Häuserblöcke unterfahren werden mussten. Der Bahnhof_Jungfernstieg wies ebenfalls ein Problem auf: Hier kreuzten sich bereits zwei ältere U-Bahnlinien, und die Anlage des S-Bahnhofs wurde so gewählt, dass dieser genau zwischen den beiden Tunneln angelegt ist. Trotz dieser Schwierigkeiten konnte der Abschnitt Hauptbahnhof?Landungsbrücken am 1. Juni 1975 eröffnet werden. Eigens hierfür wurde eine S-Bahnlinie S10 eingerichtet.
Neben der eigentlichen Strecke wurden auch die beiden Endpunkte, Hauptbahnhof und Altona umfassend erweitert: In Altona existierte vor dem Bau der City-S-Bahn ein Kopfbahnhof mit zehn Gleisen, wovon zwei der S-Bahn vorbehalten waren. Zunächst war nur angedacht, die S-Bahnhalle aufzugeben und einen Tunnelbahnhof für diese anzulegen, dann wurde jedoch das gesamte Empfangsgebäude mit abgerissen mit der Begründung, das Risiko eines Einsturzes infolge des Tunnelbaus sei zu hoch. Der neue Bahnhof wurde am 19. April 1979 dem Verkehr übergeben, einschließlich des letzten verbliebenen Tunnelabschnitts zwischen Landungsbrücken und Altona.Da während dem Bau des Tunnels auch die Verlängerung nach Harburg geplant wurde, entstand anschließend neben der Haupthalle des Hauptbahnhofs ein zweigleisiger Tunnelbahnhof für die S-Bahnzüge in Richtung Altona. Die zwei Gleise der S-Bahn in der Haupthalle wurden für den Richtungsverkehr aus Altona hergerichtet und der neue S-Bahnsteig 1981 fertiggestellt.
Der dritte und letzte Bauabschnitt umfasste die Gleisanlagen nördlich des Altonaer Bahnhofs. Obwohl der Verkehr nun getrennt über die beiden Stammstrecken geführt wurde, mussten die Linien, die von der Verbindungsbahn in Richtung Pinneberg fuhren, in Altona die Fahrtrichtung wechseln ("Kopf machen"). Damit dieser umständliche und zeitraubende Vorgang entfallen konnte, wurde eine neue Verbindungsstrecke zwischen den Bahnhöfen Holstenstraße und Diebsteich ("Diebsteich-Kurve") eingerichtet und 1981 in Betrieb genommen.
Literatur
* Andreas Janikowski, Jörg Ott: Deutschlands S-Bahnen. Geschichte, Technik, Betriebe. transpress Verlag, Stuttgart 2002. ISBN 3-613-71195-8
Weblinks
• Geschichte des Tunnels auf bahninfo.de
• Bild von der Baustelle bei Unterquerung des Schellfischtunnels

