Citroën Traction Avant
Traction Avant (franz. - "Vorderrad-Antrieb") ist die geläufige Bezeichnung für die ersten Vorderrad-angetriebenen Citroën-Serienmodelle 7C, 11B (beide mit Reihenvierzylindermotoren) und 15/6 (mit Reihensechszylindermotor), die zwischen 1934 und 1957 gebaut wurden.
Geschichte
Entwickelt wurde der Traction Avant von dem Gespann Lefèbvre-Bertoni, welches 1955 mit dem Nachfolgemodell, der Citroën_DS, eine weitere Sensation im Automobilbau schuf.
Technik
Der Citroën Traction Avant hatte viele technische Merkmale, die im heutigen Automobilbau Standard sind. Von den meisten Autos seiner Zeit unterschied sich der Wagen durch seine selbsttragende_Karosserie. Dadurch war der Wagen deutlich leichter und komfortabler als die Konkurrenz. Zusammen mit der damals modernen Einzelradaufhängung und dem Vorderradantrieb erreichte man eine für die damalige Zeit hervorragende Straßenlage. Der Fahrzeugschwerpunkt war weit vorne, da alle wichtigen Antriebsbauteile wie Motor und Getriebe im Frontbereich lagen. Die Höchstgeschwindigkeit von 130 km in der Stunde waren für ein damaliges Serienauto dieser Klasse sehr schnell.
Es wird berichtet, dass sich im nationalsozialistisch besetzten Frankreich der 1940er Jahre die SS/Gestapo und die Resistance mit diesem Wagen oft Verfolgungsjadgen geliefert haben.
Weitere technische Merkmale:
Der Motor des 11 cv ist ein Vierzylinder-Vergaser-Benzinmotor mit hängenden Ventilen (zwei pro Zylinder), die über eine untenliegende Nockenwelle mit Stoßstagen gesteuert werden. Die Nockenwelle wird über eine Steuerkette angetrieben.
Die Unterbrecherzündung wird mit einem Fliehkraftversteller gesteuert.
Der Motor leistet mit seinen rund 2L Hubraum circa 50 PS, der Verbrauch liegt bei ca. 10L auf 100km.
Bei dem 11 cv sitzt das Getriebe vor dem Motor. Die vier Gänge (drei Vorwärts- und ein Rückwärtsgang) werden nicht wie bei heutigen Autos über einen Schalthebel nebem dem Fahrersitz, sondern über einen Schalthebel am Armaturenbrett gewählt.
Die vorderen Türen des Wagens sind hinten angelenkt (sog. "Selbstmördertüren"), so dass ein sehr bequemes Ein- und Aussteigen gewährleistet ist.
Die Frontscheibe des Wagens kann leicht nach vorne geklappt werden, so entsteht bei wärmerem Wetter ein angenehmer Luftzug.
Für den Betrieb in kalten Regionen / im Winter kann vor den Kühlergrill eine Jalousie montiert werden, um das Erreichen der Betriebstemperatur des Motors zu beschleunigen.
Ausführungen des Wagens für den Betrieb in heißen Regionen (Algerien etc.) sind mit seitlich an den Motorhauben angebrachten Klappen versehen, die einen besseren Luftdurchzug zur Kühlung des Motors gewährleisten.Ab 1954 konnte der 15CV auf Wunsch mit hydropneumatisch gefederter Hinterachse (Hydropneumatik) bestellt werden. Die Modellbezeichnung lautete dann 15/6H.
Modellvarianten
thumb|Das_klassische_Radmodell
thumb|_Eine_Familiale_von_1954
Es gab den Traction Avant in verschiedenen Karosserieformen und -größen:
*kurz und schmal: 7C, 11BL (Legere) jeweils als Limousine, Cabriolet und Faux Cabriolet (= Coupe)
*mittellang und breit: 11BN (Normale) (Limousine, Cabriolet und Faux Cabriolet) und 15/6 (Limousine und eine handvoll Cabriolets)
*lang und breit: 11BF und 11BC und 15/6F und 15/6C Familiale und Commerciale (letzterer mit Heckklappe), jeweils mit 3 Sitzreihen und 3 Fenstern je Seite.
1952 gab es die einzige wesentliche Änderung im Design: Die Stoßstangen wurden gerade, der Kofferdeckel mit Abdeckung für das Reserverad (=Radmodell) wurde durch einen größeren Kofferraum ersetzt, das Reserverad lag jetzt innen (=Koffermodell). Ferner wurden die vorher oben montierten Scheibenwischer unterhalb der Windschutzscheibe positioniert.
Name
Oft findet man auch die Kurzbezeichnungen Traction oder schlicht TA. Eine "Traction Avant" (also eigentlich "Vorderradantrieb") war im Jahre 1934 eine so gewaltige technische Neuerung im Automobilbau, dass dieser Begriff von da an bis heute diesen Fahrzeugtyp beschreibt. Häufig wird auch das Wortspiel l'attraction (franz. für: die Attraktion) statt gleichklingend la traction (franz. für: der Antrieb) verwendet. Er wurde auch bekannt als ?Gangsterlimousine?, was an seiner hervorragenden Straßenlage lag, denn damit eignete er sich der Legende nach zum idealen Fluchtfahrzeug seiner Zeit.
Das Fahrzeug wird auch als 11 CV bezeichnet. CV (Chevaux Vapeur) ist jedoch eigentlich die Bezeichnung für die Kategorie der französischen KFZ-Steuerberechnung. Diese Bezeichnungen wurden aber in jener Zeit auch als Typenbezeichnung verwendet. Neben dem 11 CV (Vierzylindermotor) gab es in geringfügig größeren Karosserieabmessungen mit einer modifizierten längeren Haube den 15 CV (Sechszylindermotor).
Weblink
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