Cilengitide
Cilengitide (EMD 121974, CAS-Nummer 188968-51-6) ist ein cyclisches Pentapeptid mit der Aminosäuresequenz cyclo(Arg-Gly-Asp-D-Phe-[NMe]Val). Es wird derzeit in der Onkologie (Krebsmedizin) auf seine Anwendbarkeit als Angiogenesehemmer gegen Glioblastome, eine besonders bösartige Form von Hirntumoren, erprobt. Es wurde von der Merck KGaA in Zusammenarbeit mit der Technischen_Universität_München entwickelt.
Wirkungsmechanismus
Cilengitide beinhaltet eine RGD-Aminosäuresequenz. Diese Sequenz, bestehend aus den drei Aminosäuren Arginin (R), Glycin (G) und Asparaginsäure (D), vermittelt die Bindung an spezifische Rezeptoren, sogenannte Integrine. Cilengitide hemmt die Integrine ?v?3 and ?v?5 und soll so die Bildung und das Wachstum von tumoreigenen Blutgefäßen (Angiogenese) und damit das Wachstum und die Ausbreitung von Tumorzellen unterbinden.[http://www.merck-pharma.de/presse/mitteilungen/kopie6.htm Pressemitteilung der Merck KGaA] In Folge wird die Blutzufuhr abgeschnitten, der Tumor ?verhungert? dadurch regelrecht und kann keine Metastasen mehr bilden. Manche Krebszellen reagieren auf diese Substanz sogar ganz unmittelbar und sterben ab (Apoptose).[http://www.innovations-report.de/html/berichte/medizin_gesundheit/bericht-37752.html Bericht der TU München]
Klinische Erprobung
Cilengitide befindet sich noch in der klinischen Erprobung, Phase II. Die Ergebnisse einer multizentrischen Dosisfindungsstudie zur Ermittlung der maximal verträglichen Dosis von Cilengitide bei Gliom-Patienten wurden auf der neunten Jahrestagung der Amerikanischen Gesellschaft für Neuroonkologie (SNO) in Toronto veröffentlicht: Bei zwei der insgesamt 51 rekrutierten Patienten wurde eine Vollremission erreicht, bei drei Patienten eine Teilremission und bei vier Patienten eine Stabilisierung des Krankheitszustandes über mehr als sechs Monate.
Einzelnachweise
Literatur
• Burke, Patricia A. et. al. "Cilengitide Targeting of αvβ3 Integrin Receptor Synergizes with Radioimmunotherapy to Increase Efficacy and Apoptosis in Breast Cancer Xenografts", Cancer Research, 62, S. 4263-4272, 2002

