Christlich Demokratische Union Deutschlands
Quelle für die Mitgliederzahlen: Bericht der Bundesgeschäftsstelle zum 20. Parteitag 2006
Ehrenvorsitzende der CDU
Rainer Barzel (1924 - 2006), ehem. Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen, Fraktionsvorsitzender CDU/CSU, CDU-Bundesvorsitzender, Kanzlerkandidat und Bundestagspräsident
Ernst Benda (*1925), ehem. Bundesinnenminister und Präsident Bundesverfassungsgericht
Ole von Beust (*1955), Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg
Kurt Biedenkopf (*1930), ehem. CDU-Generalsekretär und Ministerpräsident Sachsen
Norbert Blüm (*1935), ehem. Vorsitzender CDU-Sozialausschüsse, Bundesarbeitsminister und stellv. CDU-Bundesvorsitzender
Maria Böhmer (*1950), Vorsitzende der Frauen-Union und Staatsministerin im Bundeskanzleramt
Wolfgang Böhmer (*1936), Ministerpräsident Sachsen-Anhalt
Christoph Böhr (*1954), ehem. stellv. CDU-Bundesvorsitzender
Aenne Brauksiepe (1912 - 1997), ehem. Bundesfamilienministerin, Vorsitzende Frauen-Union und stellv. CDU-Bundesvorsitzende
Heinrich von Brentano (1904 - 1964), ehem. Fraktionsvorsitzender CDU/CSU und Bundesaußenminister
Peter Harry Carstensen (*1947), Ministerpräsident Schleswig-Holstein
Karl Carstens (1914 - 1992), ehem. Fraktionsvorsitzender CDU/CSU, Bundestagspräsident und Bundespräsident (1979 - 1984)
Eberhard Diepgen (*1941), ehem. Regierender Bürgermeister Berlin
Alfred Dregger (1920 - 2002), ehem. Fraktionsvorsitzender CDU/CSU
Josef Hermann Dufhues (1908 - 1971), ehem. Geschäftsführender Bundesvorsitzender der CDU
Hermann Ehlers (1904 - 1954), ehem. Bundestagspräsident und stellv. Bundesvorsitzender der CDU
Ludwig Erhard (1897 - 1977), ehem. Bundeswirtschaftsminister, Bundeskanzler (1963 - 1966) und CDU-Bundesvorsitzender
Hans Filbinger (1913-2007), ehem. Ministerpräsident Baden-Württemberg, stellv. CDU-Bundesvorsitzender
Heiner Geißler (*1930), ehem. Landesminister, Bundesfamilienminister und CDU-Generalsekretär
Eugen Gerstenmaier (1906 - 1986), ehem. Bundestagspräsident und stellv. CDU-Bundesvorsitzender
Johann Baptist Gradl (1904 - 1988) ehem. Vorsitzender der Exil-CDU
Kai-Uwe von Hassel (1913 - 1997), ehem. Ministerpräsident Schleswig-Holstein, Bundesverteidigungsminister, Bundestagspräsident und stellv. CDU-Bundesvorsitzender
Wilfried Hasselmann (1924 - 2003), ehem. Vorsitzender der CDU Niedersachsen
Bruno Heck (1917 - 1989), ehem. Bundesfamilienminister, CDU-Generalsekretär und Vorsitzender Konrad-Adenauer-Stiftung
Andreas Hermes (1878 - 1964), Mitbegründer und Vorsitzender der CDU in Berlin
Roman Herzog (*1934), ehem. Landesminister, Präsident Bundesverfassungsgericht, Bundespräsident (1994 - 1999)
Peter Hintze (*1950), ehem. CDU-Generalsekretär
Philipp Jenninger (*1932), ehem. Staatsminister Bundeskanzleramt und Bundestagspräsident
Franz Josef Jung (*1948), Bundesverteidigungsminister
Jakob Kaiser (1888 - 1961), Mitbegründer der CDU in Berlin, ehem. Vorsitzender Ost-CDU und Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen, stellv. CDU-Bundesvorsitzender
Manfred Kanther (*1939), ehem. Bundesinnenminister
Hans Katzer (1919 - 1996), ehem. Vorsitzender CDU-Sozialausschüsse, Bundesarbeitsminister und stellv. CDU-Bundesvorsitzender
Volker Kauder (*1949), ehem. CDU-Generalsekretär, jetzt Fraktionsvorsitzender CDU/CSU
Walther Leisler Kiep (*1926), ehem. Schatzmeister der Bundes-CDU
Kurt Georg Kiesinger (1904 - 1988), ehem. Ministerpräsident Baden-Württemberg, Bundeskanzler (1966 - 1969) und CDU-Bundesvorsitzender
Roland Koch (*1958), Ministerpräsident Hessen und stellv. CDU-Bundesvorsitzender
Heinrich Köppler (1925 - 1980), ehem. Vorsitzender CDU NRW, stellv. Bundesvorsitzender der CDU
Helmut Kohl (*1930), ehem. Ministerpräsident Rheinland-Pfalz, CDU-Bundesvorsitzender, Fraktionsvorsitzender CDU/CSU und Bundeskanzler (1982 - 1998)
Heinrich Krone (1895 - 1989), ehem. Fraktionsvorsitzender CDU/CSU und Bundesminister, Vertrauter Adenauers
Norbert Lammert (*1948), Bundestagspräsident
Ernst Lemmer (1898 - 1970), ehem. Vorsitzender der Ost-CDU und Bundespostminister
Ursula von der Leyen (*1958), ehem. Landesministerin, jetzt Bundesfamilienministerin
Heinrich Lübke (1874 - 1972), ehem. Bundesernährungsminister und Bundespräsident (1959 - 1969)
Paul Lücke (1914 - 1976), ehem. Bundesinnenminister und stellv. CDU-Bundesvorsitzender
Lothar de Maizière (*1940), erster und einziger frei gewählter DDR-Ministerpräsident, ehem. Bundesminister und stellv. CDU-Bundesvorsitzender
Angela Merkel (*1954), ehem. Bundesfrauenministerin, Bundesumweltministerin und Fraktionsvorsitzende CDU/CSU, jetzt Bundeskanzlerin (seit 2005) und CDU-Bundesvorsitzende
Friedrich Merz (*1955), ehem. Fraktionsvorsitzender CDU/CSU
Laurenz Meyer (*1948), ehem. CDU-Generalsekretär
Franz Meyers (1908 - 2002) ehem. Ministerpräsident NRW
Gebhard Müller (1900 - 1990), ehem. Staatspräsident Württemberg-Hohenzollern, Ministerpräsident Baden-Württemberg und Präsident Bundesverfassungsgericht
Peter_Müller (*1955), Ministerpräsident Saarland
Bernd Neumann (*1942), Staatsminister für Kultur im Bundeskanzleramt
Günther Oettinger (*1953), Ministerpräsident Baden-Württemberg
Ronald Pofalla (*1959), CDU-Generalsekretär
Manfred Rommel (*1928), ehem. Oberbürgermeister Stuttgart und Präsident Deutscher Städtetag
Petra Roth (*1944), Oberbürgermeisterin Frankfurt, Präsidentin Deutscher Städtetag
Volker Rühe (*1942), ehem. CDU-Generalsekretär und Bundesverteidigungsminister
Jürgen Rüttgers (*1951), Ministerpräsident NRW und stellv. CDU-Bundesvorsitzender
Wolfgang Schäuble (*1942), ehem. Kanzleramtsminister, Bundesinnenminister, Fraktionsvorsitzender CDU/CSU, CDU-Bundesvorsitzender, jetzt wieder Bundesinnenminister
Annette Schavan (*1955), ehem. Landesministerin, jetzt Bundesbildungsministerin und stellv. CDU-Bundesvorsitzende
Gerhard_Schröder (1910 - 1989), ehem. Bundesinnenminister, Bundesaußenminister, Bundesverteidigungsminister und stellv. CDU-Bundesvorsitzender
Rudolf Seiters (*1937), ehem. Kanzleramtsminister, Bundesinnenminister und Bundestagsvizepräsident
Lothar Späth (*1937), ehem. Ministerpräsident Baden-Württemberg und stellv. CDU-Bundesvorsitzender
Gerhard Stoltenberg (1928 - 2001), ehem. Bundesforschungsminister, Ministerpräsident Schleswig-Holstein, Bundesfinanzminister, Bundesverteidigungsminister und stellv. CDU-Bundesvorsitzender
Rita Süßmuth (*1937), ehem. Bundesfamilien- und gesundheitsministerin, Bundestagspräsidentin und Vorsitzende CDU-Frauenunion
Erwin Teufel (*1939), ehem. Ministerpräsident Baden-Württemberg und stellv. CDU-Bundesvorsitzender
Klaus Töpfer (*1938), ehem. Bundesumweltminister
Bernhard Vogel (*1932), ehem. Ministerpräsident Rheinland-Pfalz und Thüringen, jetzt Vorsitzender Konrad-Adenauer-Stiftung
Walter Wallmann (*1932), ehem. Oberbürgermeister Frankfurt, Ministerpräsident Hessen und stellv. CDU-Bundesvorsitzender
Richard von Weizsäcker (*1920), ehem. Bundestagsvizepräsident, Regierender Bürgermeister Berlin und Bundespräsident (1984 - 1994)
Helene Weber (1881 - 1962), ehem. Mitglied des Parlamentarischen Rates und des Bundestages
Helga Wex (1924 - 1986), ehem. Vorsitzende CDU-Frauenunion und stellv. CDU-Bundesvorsitzende
Matthias Wissmann (*1949), ehem. Bundesverkehrsminister
Manfred Wörner (1934 - 1994), ehem. Bundesverteidigungsminister und Nato-Generalsekretär
Christian Wulff (*1959), Ministerpräsident Niedersachsen und stellv. CDU-Bundesvorsitzender
Parteifinanzen
Die CDU erhielt 2002 Einnahmen von 141,6 Mio. Euro. Davon entfielen 41 % auf die Mitgliedsbeiträge, 31 % durch Zahlung staatlicher Mittel, 22 % durch Spendenzahlungen, 2 % durch sonstige Einnahmen. Zum Vergleich: die CSU erhielt Einnahmen von 46,1 Mio. Euro und die SPD in Höhe von 158,8 Mio. ?.
?Parteihymne?
Kreis-, Landes- und Bundesparteitage enden meistens mit der Nationalhymne. Im Jahr 2005 wurde im Wahlkampf das Lied The Final Countdown von der Band Europe verwendet.
Hochburgen
Die Hochburgen der Partei konzentrieren sich vor allem auf ländliche und/oder katholische Regionen wie die Eifel, das Münsterland, das Sauerland, Landkreis und Stadt Fulda, den Kreis Paderborn, die oberschwäbischen Landkreise Biberach, Ravensburg und Sigmaringen, verschiedene südbadische Landkreise, das Emsland, das Oldenburger_Münsterland (Cloppenburg-Vechta), sowie Gebiete in Sachsen und das thüringische Eichsfeld. Nur geringen Zulauf hat die Partei in den Städten des Ruhrgebietes, in Bremen, in Ostfriesland, Brandenburg und in Ost-Berlin.
In den letzten Jahren wurde allerdings in zunehmendem Maße ein ?Abschmelzen? der Hochburgen beobachtet. Zum Beispiel erreichte die CDU (ohne CSU) bei der Bundestagswahl 1983 in 27 Wahlkreisen ein Erststimmenergebnis von über 60 %; Spitzenreiter war Biberach mit 75,1 %. Bei der letzten Wahl 2005 jedoch bekam die CDU nur noch in einem einzigen Wahlkreis über 60 % der Erststimmen: in Cloppenburg-Vechta mit 64,4 %.
Verhältnis zur CSU
CDU und CSU sind als Sammlungsbewegungen nach den Wirren des 2. Weltkrieges entstanden und hatten als Leitbild künftiger Politik das christliche Menschenbild im Mittelpunkt. Als Sammlungsbewegung ist hierbei zu verstehen, dass sich dezentral Gruppen zusammenschlossen ? Schwerpunkte in Köln, Berlin, München. Daher auch der Begriff ?Union? und nicht Partei. Im Falle der CDU fand man sich erst im Jahre 1950 zum 1. Bundesparteitag, also nach der Wahl des ersten Bundeskanzlers, Konrad Adenauer (CDU) zusammen. Die Union in Bayern beließ es bei ihrem Engagement auf Landesebene, stellt aber frühzeitig klar, dass die CSU-Partei mit bundespolitischem Bezug sein und auf Bundesebene gemeinsam mit der CDU eine Einheit darstellen wollte. Zusammen mit der CSU bildet sie eine gemeinsame Bundestagsfraktion der beiden Unionsparteien, die programmatisch gemeinsam agiert. Dieses Verhältnis war aber nicht immer unproblematisch und es gab teilweise heftige Auseinandersetzungen, die ihren Höhepunkt beim Kreuther Trennungsbeschluss fanden.
Vereinigungen und Sonderorganisationen der CDU
Neben den Landesverbänden spielen die Vorfeldorganisationen in der CDU eine wichtige innerparteiliche Rolle. Die Vereinigungen sind im Statut der CDU satzungsrechtlich verankert. Dabei kommen ihnen zwei Hauptaufgaben zu. Sie sollen einerseits die Politik der Partei innerhalb ihrer jeweiligen Wirkungskreise verbreiten. Andererseits sollen sie aber auch die Anliegen der von ihnen vertretenen Gruppen in die Politik der CDU einfließen lassen. Die Vereinigungen genießen im Verhältnis zu anderen Parteien eine weitgehende Unabhängigkeit von der Gesamtpartei. Neben dem Recht, sich eine eigene Satzung zu geben, drückt sich dies vor allem darin aus, dass ihre Mitglieder nicht zwangsläufig Mitglied der Gesamtpartei seien müssen. Zudem haben sie ausdrücklich das Recht auf eigene politische Verlautbarungen, wenn diese nicht den Grundsätzen der Partei widersprechen.
Neben den satzungsmäßig verankerten Vereinigungen gibt es in der CDU noch weitere Vorfeldorganisationen mit unterschiedlichem Status. In der Literatur werden sie teilweise auf eine Stufe mit den Vereinigungen gestellt.
=Vereinigungen
=Zurzeit verfügt die CDU über sieben Vereinigungen[http://www.cdu.de/partei/102.htm Vereinigungen und Sonderorganisationen auf der Homepage der CDU]. Ihr Entstehen geht zum größten Teil auf die Anfangszeit der Partei in den 1950er Jahren zurück. Ihr innerparteiliches Gewicht ist unterschiedlich groß. Neben der Jungen_Union wird allgemein die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung als besonders einflussreich angesehen. Die Bedeutung der Christlich-Demokratischen_Arbeitnehmerschaft_(CDA_oder_auch_Sozialausschüsse), die noch bis in die 1970er Jahre hinein ein wichtiger innerparteilicher Machtfaktor war, hat seither stark abgenommen. Die erst 1988 gegründete Senioren-Union wird vermutlich schon wegen der demografischen Entwicklung zunehmend an Einfluss gewinnen. Des Weiteren gibt es die Frauen Union und die Kommunalpolitische Vereinigung der CDU.
=Sonderorganisationen und Sonstige Gruppen
=Unter die Sonderorganisationen fallen Zusammenschlüsse von CDU-Mitgliedern oder CDU-Sympathisanten, die nicht den formalen Status einer Vereinigung haben. Von besonders hervorgehobener Bedeutung ist unter ihnen der Wirtschaftsrat der CDU, der 1963 als Zusammenschluss einiger CDU-naher Unternehmer entstand. Er hat großen Einfluss bei der Formulierung der Wirtschaftspolitik der Partei. Auch der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) und der Evangelische_Arbeitskreis sind keine Parteivereinigungen, stehen der CDU aber nahe. Eine weitere der CDU nahestehende Organisation ist die Konrad-Adenauer-Stiftung. Eine andere von der CDU anerkannte Vereinigung ist die LSU, deren Abkürzung für Lesben und Schwule in der Union steht und die eng mit dem LSVD zusammenarbeitet.
Zudem existieren noch folgende Sonstige Gruppen der CDU
• Union]
• CDA]
• Christdemokraten' target='blank'>für das Leben] (CDL)
• Christlich Demokratischer Juristen] (BACDJ)
• Forum]
Geschichte
Gründung
Im Chaos des Zusammenbruchs der nationalsozialistischen Diktatur kam es unmittelbar nach Kriegsende 1945 überall in Deutschland ? unter anderem in Berlin, Köln, Frankfurt, Hannover, Stuttgart, Würzburg, München ? zu fast gleichzeitigen, spontanen, voneinander unabhängigen Gründungen der Christlich-Demokratischen sowie der Christlich-Sozialen Union. Ihre Idee war in den Widerstandskreisen und Gestapogefängnissen im Bewusstsein gemeinsamer Schicksale, politischer Überzeugungen und Leitbilder unabhängig von der Konfession entstanden.
Unmittelbar nach dem Einmarsch amerikanischer Truppen am 6. März 1945 setzten in Köln konkrete Planungen für eine neue ?christlich-demokratische Partei? ein. Die nach dem 17. Juni 1945 erarbeiteten ?Kölner Leitsätze? bildeten die Grundlage für die Programme der neuen Partei in Rheinland und Westfalen vom September 1945. Fast zeitgleich trat in Berlin am 26. Juni 1945 die Christlich-Demokratische Union mit ihrem Gründungsaufruf ?Deutsches Volk!? an die Öffentlichkeit.
Die Gründungsaufrufe waren in der Mehrzahl von NS-Verfolgten, KZ-Häftlingen oder Emigrierten unterschrieben. Der erste Vorsitzende der CDU, katholisch und süd-/westdeutsch geprägten Zentrumspartei. Auch führende Mitglieder der Deutschnationalen_Volkspartei, der rechtsliberalen Deutschen_Volkspartei und der liberalen DDP traten der CDU bei, insbesondere in Norddeutschland. Ehemalige NSDAP-Mitglieder wie z. B. Gerhard_Schröder (nicht zu verwechseln mit Gerhard Schröder (SPD)), Kurt Georg Kiesinger und Hans Filbinger wurden ebenfalls eingebunden.
Die Gründung der Union als weltliche und interkonfessionelle Partei ermöglichte es im Gegensatz zur ehemaligen Zentrumspartei, weit über das katholische Milieu hinaus auch in protestantischen Kreisen Fuß zu fassen.
Das Ahlener Programm aus dem Jahr 1947 wurde maßgeblich von der CDU in den britischen Besatzungszonen geprägt und sah im Sinne eines ?christlichen_Sozialismus? vor, sich von einer kapitalistische Sozial- und Wirtschaftsordnung abzuwenden. Die "Düsseldorfer Leitsätze" von 1949 befürworteten im Gegensatz dazu die kapitalistische Wirtschaftsordnung im Sinne einer sozialen_Marktwirtschaft, die vom ersten Bundeskanzler Konrad Adenauer sowie Ludwig Erhard als Bundesminister für Wirtschaft in die Praxis umgesetzt wurde. 1953 manifestierte die Partei diese Ausrichtung im "Hamburger Programm".
1949?1963: Die Ära Adenauer
Bei der Bundestagswahl 1949 wurden die Unionsparteien mit 31,0% knapp vor der SPD (29,2%) die stärkste Fraktion im Bundestag und bildeten zusammen mit FDP (11,9%) und Deutscher_Partei (DP; 4,0%) eine Koalition. Der frühere Oberbürgermeister von Köln und langjährige Zentrumspolitiker, Konrad Adenauer, wurde am 15. September 1949 mit einer Stimme Mehrheit zum ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt. 1950 wurde Adenauer auch zum ersten Bundesvorsitzenden der CDU gewählt, als die CDU sich auf Bundesebene formierte.
Die fünfziger Jahre waren geprägt vom Wirtschaftswunder und der Debatte um die Westbindung der BRD (u. a. Beitritt zur NATO 1955). Adenauers rheinischer Katholizismus und seine Verankerung in der katholischen_Soziallehre prägte die deutsche Gesellschaft der 1950er Jahre nachhaltig. Insbesondere durch die erfolgreiche Politik von Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard, die zu einem wirtschaftlichen Aufschwung führte, erlebte die Union bei den Bundestagswahlen_1953 und 1957 zwei glänzende Wahlsiege, wobei der Wahlsieg 1957 ihr und der CSU sogar die absolute Mehrheit einbrachte. Trotzdem bildete sie weiterhin eine Koalition mit der rechtskonservativen und vor allem in Norddeutschland sehr präsenten DP. Bei den ersten drei Bundestagswahlen hatte die CDU der DP darüber hinaus geholfen, über die Grundmandatsklausel die 5%-Hürde außer Kraft zu setzen, indem sie in einigen ausgeprägten norddeutschen DP-Hochburgen darauf verzichtet hatte, Direktkandidaten aufzustellen. Da sie sich zur Bundestagswahl 1961 weigerte, der DP derart erneut ?unter die Arme zu greifen?, wechselten 1960 die Hälfte der 17 DP-Bundestagsabgeordneten zur CDU, darunter auch die DP-Bundesminister Seebohm und von Merkatz. Ein Jahr lang führten CDU und CSU somit eine Alleinregierung, da die restlichen DP-Abgeordneten nicht mehr an der Regierung beteiligt waren. Die Wählerschaft der DP wechselte ab Anfang der sechziger Jahre größtenteils ebenfalls zur CDU, sodass die DP heute nur noch eine Splitterpartei ist.
Während Österreich nach sowjetischem Vorschlag als neutrales Land wiedervereinigt wurde, schlug Adenauer das sowjetische Angebot nach einem vereinten, neutralen Deutschland aus und lehnte sich an die USA an. Hierfür erfand er die Sogtheorie. Nach dieser Theorie bestand für ein neutrales Deutschland die Gefahr, in den Sog der Sowjetunion zu geraten.
Die CDU erlitt bei der Bundestagswahl 1961 empfindliche Verluste (CDU 35,8 %, CSU 9,6 %, SPD 36,2 %, FDP 12,8 %). Unter anderem wurden diese Verluste mit dem Bau der Berliner_Mauer 1961 und der angeblich zu zögerlichen Reaktion Adenauers hierauf begründet.
1963?1969: Regierungen Erhard und Kiesinger
1963 trat Adenauer zugunsten Ludwig Erhards zurück, der bei den Bundestagswahlen_1965 die Regierungsverantwortung für die CDU sichern konnte. Aber bereits ein Jahr später kam es wegen Querelen um wirtschafts- und finanzpolitische Fragen und der ersten deutschen Wirtschaftskrise zum Bruch mit dem Koalitionspartner FDP. Der bisherige Baden-Württembergische Ministerpräsident Kurt Georg Kiesinger bildete darauf hin mit der SPD die erste Große Koalition auf Bundesebene.
1969?1982: Die CDU in der Opposition
Die Bundestagswahl 1969 brachte einen tiefen Einschnitt in der Geschichte der Bundesrepublik und auch der Geschichte der CDU mit sich: Erstmals musste die CDU in die parlamentarische Opposition gehen, da SPD und FDP eine Koalition unter Bundeskanzler Willy Brandt bildeten.
Auch der Versuch Rainer_Barzels im Frühjahr 1972, Brandt durch ein konstruktives_Misstrauensvotum abzulösen, scheiterte, obwohl vor der Abstimmung eine rechnerische Mehrheit der Opposition vorzuliegen schien. Die genauen Umstände dieser Abstimmung sind bis heute nicht restlos geklärt, sicher ist inzwischen nur, dass mindestens eine Stimme aus den Reihen der Unionsabgeordneten von der Stasi gekauft war (siehe Steiner-Wienand-Affäre).
Bei den Bundestagswahlen_1972 erfolgte eine deutliche Niederlage: Erstmals stellten CDU und CSU nicht mehr die stärkste Bundestagsfraktion. Barzel, CDU-Vorsitzender seit 1971, verzichtete 1973 auf eine zweite Wahlperiode und übernahm die Verantwortung für die Wahlniederlage, die parteiintern als Debakel angesehen wurde.
Nachfolger wurde der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Helmut Kohl, der die Partei bis 1998 führen sollte. Seine erste Kanzlerkandidatur gegen Bundeskanzler Helmut Schmidt bei den
Bundestagswahlen_1976 scheiterte jedoch, obwohl CDU und CSU deutliche Gewinne verbuchen konnten, dadurch wieder stärkste Partei geworden waren und nur knapp die absolute Mehrheit verpassten. 1976 verkündete die CSU den ?Kreuther Trennungsbeschluss?, indem sie die Fraktionsgemeinschaft mit der CDU im Bundestag kündigte und eine Ausdehnung auf das gesamte Bundesgebiet anstrebte. Einen Rückzieher machte sie erst, nachdem die CDU ihrerseits angedroht hatte, dann künftig auch in Bayern aktiv zu werden. Bei der Bundestagswahl 1980 unterlag der CSU-Vorsitzende Franz-Josef Strauß als gemeinsamer Kanzlerkandidat der beiden Unionsparteien dem amtierenden Bundeskanzler Helmut Schmidt.
1982?1998: Die Regierung Kohl
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1982 zerbrach die sozialliberale Koalition. Helmut Kohl wurde am 1. Oktober 1982 per konstruktivem_Misstrauensvotum zum Nachfolger Helmut Schmidts gewählt. Bei der daraufhin stattfindenden Bundestagswahl 1983 konnte sich Kohl gegen Hans-Jochen Vogel durchsetzen. Das Zustandekommen der Bundestagswahl durch eine verlorene Vertrauensfrage blieb dabei verfassungsrechtlich umstritten. Die_Bundestagswahl_1987 gewann Kohl gegen seinen Herausforderer Johannes Rau.
Am 9. November 1989 wurden die Grenzen zwischen der DDR und der Bundesrepublik Deutschland geöffnet. Kohl weilte zu diesem Zeitpunkt in Warschau und wurde wie die meisten Beobachter von den Ereignissen völlig überrascht. Er brach unverzüglich seinen Aufenthalt ab, um sich nach Bonn und anschließend West-Berlin zu begeben. Nach anfänglichem Zögern und Planungen für einen langfristig angelegten Vereinigungsprozess (Zehn-Punkte-Plan) wurde dann im Frühjahr 1990 auf Grund des Drucks in der Bevölkerung klar, dass eine schnelle Wiedervereinigung erreicht werden musste. Kohl schaffte es durch intensive persönliche Gespräche und Verhandlungen, die Zustimmung der Alliierten und die Unterstützung der Nachbarn zu erhalten. Der zuvor schon in den Meinungsumfragen deutlich zurückgefallene Bundeskanzler konnte so ? als ?Kanzler der Einheit? gefeiert ? bei den ersten gesamtdeutschen Bundestagswahlen_1990 einen deutlichen Wahlsieg erringen.
Im Zuge der Wiedervereinigung ging die CDU_(Ost) auf, die sich als Blockpartei noch kurz zuvor als eine ?Partei des Sozialismus? verstanden hatte, in der CDU auf. Abgesehen von wenigen Führungspersonen wurde die CDU (Ost) ohne größere Rücksichtnahme auf die bisherigen Bekenntnisse der Mitglieder völlig in die CDU der Bundesrepublik integriert. Auch die DBD schloss sich nach der Wiedervereinigung der CDU an. Ein externer Artikel gibt einen Überblick über den Verbleib des Vermögens_der_Ost-CDU_und_der_Bauernpartei nach der Fusion.
Nachdem die CDU sich 1994 unter Helmut Kohl noch einmal knapp behaupten konnte, verlor sie bei der Bundestagswahl 1998 zusammen mit der CSU die Regierungsmehrheit und zum zweiten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik ihre Stellung als stärkste Bundestagsfraktion. Mit 35,1 % erreichte sie nach 1949 das zweitschlechteste Ergebnis bei Bundestagswahlen in ihrer Geschichte. Nachfolger Kohls als Bundeskanzler wurde der bisherige niedersächsische Ministerpräsident Gerhard Schröder (SPD).
Hauptursachen der desaströsen Niederlage waren die schleppende wirtschaftliche Entwicklung mit steigender Arbeitslosigkeit. Hinzu kam der Umstand, dass die Deutschen nach 16 Jahren Helmut Kohls überdrüssig wurden. Auch auf Landesebene befand sich die CDU in einer tiefen Krise. So stellte sie im November 1998 lediglich in Baden-Württemberg, Berlin, Sachsen und Thüringen den Regierungschef, wobei sie in Berlin und Thüringen eine große Koalition mit der SPD bildete. Daneben war sie in Bremen in einer weiteren großen Koalition Juniorpartner der SPD.
1998 bis 2005: Die CDU in der Opposition
Neuer Parteivorsitzender wurde Wolfgang Schäuble. 1998/99 initiierte die CDU/CSU eine Unterschriftenaktion_gegen_die_Reform_des_deutschen_Staatsbürgerschaftsrechts, in der das Abstammungsrecht durch Elemente des ius soli ergänzt werden sollte. Dies verhalf Roland Koch zum Amt des Ministerpräsidenten in Hessen.
Ende des Jahres 1999 wurde die CDU vom _Parteispendenskandal Helmut Kohls eingeholt. Kernpunkt der Affäre waren Geldspenden in Millionenhöhe, deren Spender zu nennen sich Helmut Kohl weigerte. Ebenso wurden einige schwarze Konten unter Umgehung des Fiskus geführt. Im Zusammenhang mit diesem Skandal stürzte Anfang 2000 auch Wolfgang Schäuble. Nachfolgerin wurde Angela Merkel, die damit als erste Frau an der Spitze einer der Volksparteien stand.
Bei der Bundestagswahl 2002 war der bayrische Ministerpräsident Edmund Stoiber der Kanzlerkandidat. Trotz erheblicher Zuwächse in Süd- und Südwestdeutschland blieb die CDU/CSU lediglich zweitstärkste Bundestagsfraktion. Hauptursache war nach Meinung von Analysten, dass der Bayer Stoiber insbesondere im Norden (wie schon Strauß 1980) und Osten Deutschlands die Wähler nicht ausreichend ansprechen konnte.
In letzter Zeit setzte sich die CDU unter anderem für höhere Bildungsstandards, Bürokratieabbau, eine radikale Vereinfachung des Steuersystems und die Einführung von Studiengebühren ein. Außerdem regte die CDU eine Patriotismusdebatte an und sprach sich gegen eine Aufnahme der Türkei in die EU aus. Bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein konnte die CDU die Regierung von Heide Simonis (SPD) ablösen und eine große Koalition bilden. Am 22. Mai 2005 siegte die CDU in Nordrhein-Westfalen und löste damit die letzte rot-grüne Landesregierung in Deutschland ab.
2005 bis Gegenwart: Die Regierung Merkel
In der vorgezogenen Bundestagswahl am 18. September 2005 wurde die Fraktionsgemeinschaft aus CDU und CSU unter Angela Merkel zum ersten Mal seit 1998 wieder stärkste Fraktion, erhielt jedoch weniger Stimmen als in der vorhergegangenen Wahl und als in Meinungsumfragen vorhergesagt. Sie erhielt das drittschlechteste Ergebnis ihrer Parteigeschichte. Obwohl die CDU/CSU die stärkste Fraktion bildete beanspruchte zunächst die SPD das Amt des Bundeskanzlers für sich. Das erklärte Wahlziel, eine Bundestagsmehrheit für eine Koalition mit der FDP, konnte zwar nicht erreicht werden, dennoch war eine Regierungsbildung ohne die CDU kaum möglich. Am 11. November 2005 haben sich CDU, CSU und SPD auf einen Koalitionsvertrag für eine Große Koalition unter Angela Merkel als Bundeskanzlerin geeinigt. So wurde nach der Unterzeichnung des Koalitionsvertrags Angela Merkel am 22. November 2005 mit 397 von 614 Stimmen der Abgeordneten des Deutschen Bundestages zur ersten Frau gewählt, die die Position des Bundeskanzlers ausübt. Somit hat Angela Merkel von den Abgeordneten des Bundestages mehr Stimmen erhalten als irgend ein Bundeskanzler der Bundesrepublik je zuvor, prozentual lag ihr Wahlergebnis mit 64,9 Prozent der Stimmen im Bundestag aber schlechter als das von Kurt Georg Kiesinger, jedoch stellte die Große Koalition 1966 damals über 90,1 % der Sitze, die heutige Große Koalition unter Merkel stellt jedoch nur knapp 73 % der Sitze im 16. deutschen Bundestag. Dies liegt vor allem an den deutlich erstarkten kleinen Parteien.
Die CDU stellt zurzeit die Ministerpräsidenten in Baden-Württemberg, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. In Bremen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern regiert sie als Koalitionspartner der SPD mit, in Bayern regiert die Schwesterpartei CSU.
Quellen
Literatur
*Lexikon der Christlichen Demokratie in Deutschland, Paderborn 2002
*Hans-Otto Kleinmann: Geschichte der CDU: 1945?1982. herausgegeben von Günter Buchstab, DVA, Stuttgart 1993, ISBN 3-421-06541-1
*Ehrhart Neubert: Ein politischer Zweikampf in Deutschland - Die CDU im Visier der Stasi. Herder, Freiburg 2002, ISBN 3-451-28016-7
*Frank Bösch: Macht und Machtverlust. Die Geschichte der CDU. DVA, Stuttgart u. a. 2002, ISBN 3-421-05601-3
*Christian von Ditfurth: Blockflöten ? Wie die CDU ihre realsozialistische Vergangenheit verdrängt. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1991, ISBN 3-462-02179-6
*Matthias Deiß: Die Führungsfrage ? CDU und CSU im zwischenparteilichen Machtkampf.[http://www.die-fuehrungsfrage.de/] Forschungsgruppe Deutschland, München 2003, ISBN 3-933456-27-4
*Josef Schmid: Die CDU. Organisationsstrukturen, Politiken und Funktionsweisen einer Partei im Föderalismus. Leske&Budrich, Opladen 1990, ISBN 3-8100-0829-X
* Reimar Oltmanns: "Der Intrigant oder die Machtgier der christlichen Regenten (Die Bonner Operetten-Republik)" Eichborn Verlag, Frankfurt a/M, 1986, ISBN 3-8218-1121-8
Siehe auch
• über die in der Wikipedia erfassten CDU-Mitglieder]
• Parteien in Deutschland]
Weblinks
• CDU ? offizielle Homepage
• Grundsatzprogramm der CDU (PDF)
• Neue Gerechtigkeit durch mehr Freiheit. Die Grundsatzprogramm-Diskussion der CDU Deutschlands
• CDU/CSU-Bundestagsfraktion
• politikerscreen.de: CDU
• Wahlprogramm der CDU für die Bundestagswahl 2005
• Corporate Identity Portal der CDU
• Zeittafel zur CDU-Geschichte
• Literatur zur CDU-Geschichte
• bpb - Parteien in der Bundesrepublik Deutschland: Christlich Demokratische Union (CDU)pdc:Christlich Demokratische Union Deutschlands

