Christian von Haugwitz
Christian August Heinrich Curt von Haugwitz, ab 1786 Graf von Haugwitz 11. Juni 1752 auf Gut Peucke bei Oels, Niederschlesien; ? 9. Februar 1832 in Venedig, Italien) war ein preußischer Jurist, Staatsmann und Diplomat.Leben
Haugwitz, aus der alten, schon 1235 urkundlich genannten, vor dem 2. Weltkrieg in Mähren (katholische Linie) und Schlesien (protestantische Linie) begüterten Familie_Haugwitz, studierte in Halle und Göttingen die Rechte, brachte sodann mehrere Jahre in Italien zu, lebte zehn Jahre auf seinen Gütern in Schlesien und wurde von den schlesischen Ständen 1791 zum Generallandschaftsdirektor erwählt.
Nach längerem Sträuben von Friedrich_Wilhelm_II., mit dem ihn die gleiche, zum Mystischen geneigte Sinnesart verband, in den preußischen Staatsdienst gezogen, wurde er 1792 zum Gesandten in Wien ernannt. Ende 1792 als Kabinettsminister nach Berlin berufen, schloss er 19. April 1794 den Haager Subsidientraktrat ab und setzte durch seinen Einfluss den Frieden_von_Basel mit Frankreich (5. April 1795) durch.
Als Belohnung dafür erhielt er Güter im Wert von 200.000 Taler. Von 1802 ab verwaltete er das Ministerium des Auswärtigen ganz allein. Als 1803 die Franzosen Hannover besetzten und somit die Neutralität des nördlichen Deutschland verletzten, zog sich Haugwitz, nachdem
der König die von ihm beantragte Forderung der Räumung oder Kriegserklärung an Frankreich abgelehnt hatte, im August 1804 mit unbeschränktem Urlaub auf seine Güter zurück, worauf Karl August von Hardenberg an seine Stelle trat.
1805 wurde er wieder berufen, um Napoléon ein Ultimatum vorzulegen, ließ sich aber von diesem hinhalten, bis derselbe am 2. Dezember den entscheidenden Sieg in der Schlacht von Austerlitz errungen hatte, worauf sich Haugwitz genötigt sah, am 15. Dezember den Vertrag von Schönbrunn einzugehen, durch welchen Preußen Ansbach, Kleve und Neuenburg an Frankreich abtrat und dafür Hannover erhielt.
Ein neuer Vertrag, von Haugwitz am 15. Februar 1806 in Paris abgeschlossen, isolierte Preußen vollständig und führte den Bruch mit England herbei. Trotzdem blieb Haugwitz an der Spitze der Geschäfte, was Napoleon jedoch nicht von neuen Beleidigungen abhielt und das Misstrauen der anderen Mächte erweckte.
Schließlich konnte Haugwitz doch den Bruch mit Frankreich nicht verhindern, und der verhängnisvolle Krieg von 1806, eine Folge seiner Schwäche, begann. Haugwitz befand sich anfangs im Hauptquartier, begleitete dann den König nach Ostpreußen, erhielt in Osterode im November 1806 seinen Abschied und zog sich ins Privatleben zurück.
1811 wurde er zum Kurator der Universität Breslau ernannt; doch lebte er seit 1820 meist in Italien, abwechselnd zu Venedig, Padua und auf einer Villa in der Nähe von Este, und starb 1831 in Venedig. Seine Politik suchte er zu rechtfertigen in der Schrift Fragment des mémoires inédits du comte de Haugwitz (Jena 1837).
Literatur
*Minutoli: Der Graf von Haugwitz und Job von Witzleben. Berlin 1844
Weblinks
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