Chris McGregor
Chris McGregor (24. Dezember 1936 in Somerset West, Südafrika, ? 26. Mai 1990 in Südfrankreich) war ein südafrikanischer Komponist, Pianist und Bandleader. Sein Name ist untrennbar mit der südafrikanisch-europäischen Big Band "The Brotherhood of Breath" verbunden, die er 1969 in London gegründet hat. Er starb am 26. Mai 1990 an Lungenkrebs.Von Südafrika nach London
1960, also noch während der Apartheid, gründete er seine erste rassisch integrierte Big Band und arbeitete, gegen den Widerstand der damaligen südafrikanischen Regierung, mit den besten Musikern aus den verschiedenen Townships zusammen. Der große Durchbruch mit dem ebenfalls von ihm initiierten Jazzquintett The Blue Notes blieb ihm zunächst verwehrt, da die Konzertagenten nur Veranstaltungen in den schwarzem Townships unterstützen wollten (die strenge Apartheid verbot Auftritte vor weißem Publikum, die z.T. illegal in Studentenclubs stattfanden). 1964 nach einem langen und Kräfte zehrenden Kampf mit den südafrikanischen Behörden, konnten sich die Blue Notes (zu denen neben McGregor Louis Moholo, Mongezi Feza, Dudu Pukwana und Johnny Dyani gehörten) Südafrika verlassen und ließen sich 1966, nach Umwegen über Frankreich und die Schweiz in London nieder. Dort fanden sie in der aufstrebenden Avantgard-Jazz-Szene viele Freunde und einen fruchtbaren Boden für ihre Musik.
The Brotherhood of Breath
1969 bekam Chris McGregor den Auftrag, für den Film Kongi's Harvest die Musik zu schreiben. Als er seine Kompositionen von einer großen Besetzung gespielt hörte, gründete er eine eigene Big Band mit dem Namen "The Brotherhood of Breath". Es handelte sich dabei im wesentlichen um seine Blue Notes, ergänzt um hochkarätige Jazzmusiker aus London wie John Surman, Evan Parker, Kenny Wheeler, Marc Charig, Alan Skidmore und Harry Beckett, mit denen er vorher bereits in Ronnie Scott's Old Place gespielt hatte.
The Brotherhood of Breath waren von 1971 bis 1974 häufig auf Tournee und festigen ihren Ruf als "eine der wirklich legendären modernen Big Bands". Spätere Ausgaben der Bigband beinhalteten (nach seinem Umzug auf den Kontinent) zunächst vorrangig Musiker aus Frankreich wie Louis Sclavis und Ende der 1980er jüngere Musiker aus Großbritannien wie Annie Whitehead.
Diskografie
"The Brotherhood of Breath"
*"Chris McGregor's Brotherhood of Breath" (RCA Neon 1971)
*"Brotherhood" (RCA 1972)
*"From Bremen To Bridgewater" (1971/1975; Cuneiform Rune 182/183 - 2004)
*"Travelling Somewhere" (1973; Cuneiform Rune 152 - 2001)
*"Live at Willisau" (OGUN 100 1974)
*"Procession" (Ogun 524 1978)
*"Yes Please" (In and Out 1981)
*"Country Cooking" (GW3106AR 1988)
*"En Concert a Banlieues Bleues (mit Archie Shepp - Rue Est CD 017 - 1989)
Diskographie Chris McGregor
Solo
*?In his good Time? Ogun OG521 1977
*?Piano Song Vol. 1? Musica MUS3019 1977
*?Piano Song Vol. 2? Musica MUS 3023 1977
Als Bandleader (ohne Brotherhood of Breath):
*?Mr. Paljas? Gallo ?
*?Jazz 1962 National Festival? Gallo (1962) TELCD 2302 1991
*?Jazz: the african sound? Gallo NSL 1011 (1963) TELCD 2300 1991
*?South African Exiles Thunderbolt? PAM 405 1997
Mit den Blue Notes:
*"Legacy" (1964) Ogun OGCD 007 1995
*"Township Bop" (1964) Proper PRP CD 013 2002
*"Very Urgent" (als Chris McGregor Group) Polydor 184137 1968
*"Blue Notes for Mongezi" Ogun OGD 001/002 1975
*"In Concert Vol.1" (1977) OGUN OG 220 1978
*"Blue Notes for Johnny" Ogun OG 532 1987Tribut-Alben:
*The Dedication Orchestra ? "Spirits Rejoice" OGUN OGCD 101 1993
*The Dedication Orchestra ? "Ixesha" OGUN OGCD 102/103 1994
*Brotherhood of Breath ?The Memorial Concert? Vital Music/ITM970086 1994
Literatur
Maxine McGregor: Chris McGregor and the Brotherhood of Breath: my life with a South African jazz pioneer. Flint, MI: Bamberger Books 1995

