Chowanschtschina
{{Infobox Oper|T =
|OT = Chowanschtschina
|OS = russisch
|Mus = Modest Mussorgsky
/'>Lib = Modest_Mussorgski mit einem russischen Libretto von Wladimir_Stassow.
Das Werk war weder aufgeführt noch fertiggestellt, als der Komponist 1881 starb.
Die Uraufführung fand am 21. Februar 1886 in Sankt Petersburg statt, nachdem Nikolai_Rimski-Korsakow sich der Fertigstellung des Werkes angenommen hatte. Diaghilew bat dann 1912/13 Igor Strawinsky seine neu geschriebene Version des Finales zu orchestrieren. Die Fassung von Rimski-Korsakow wurde mit Strawinskys Fassung gemischt, einiges von Strawinsky gestrichen und gekürzt. Der Schlusschor, für den Mussorgsky nur das Thema, ein russisches Volkslied, notiert hatte, wurde von Rimsky-Korsakow übernommen.Dmitri_Schostakowitsch überarbeitete später die Oper auf Basis der Gesangsstimme in Mussorgskis Partitur. Schostakowitschs Überarbeitung wurde am 25. November 1960 ebenfalls in Sankt Petersburg (damals Leningrad) uraufgeführt. In dieser Version wird das Werk heute in der Regel aufgeführt.
Wie schon Mussorgskis früheres Werk Boris_Godunow handelt die Chowanschtschina von einer Episode der russischen Geschichte, auf die der Komponist von Wladimir Stassow aufmerksam gemacht wurde.
Handlung
= Vorgeschichte
=Gegen Ende des 17. Jahrhunderts steckte Russland in einer tiefen Regierungs- und Religionskrise. Jahrzehnten zuvor hatte die anerkannte, offizielle Kirche eine Reform durchgeführt, bei der Kirchenbücher korrigiert und Rituale geändert wurden. Viele der Gläubigen akzeptierten diese Reform nicht. Sie wurden Altgläubige oder auch Schismatiker (Raskolniki) genannt. Sie wurden von der offiziellen Kirche ausgeschlossen und verfolgt.
Nachdem der Zare Fjodor starb, gab es keinen volljährigen Thronfolger; auf den Thron wurden die beiden Halbbrüder Iwan und Peter gesetzt, die zu zwei zerstrittenen Familien gehörten, sie sind nur durch ihren Vater Fjodor verbunden. Da sie noch minderjährig waren, wurde Peters Halbschwester Sofia als Regentin eingesetzt. Sie verließ sich auf die Strelitzen, die Palastgarde, deren Anführer Fürst Iwan Chowansky war. Sofie wollte alleinherrschende Regentin werden, und provozierte die Strelitzen zu einem Aufstand, die im Verlauf einer einzigen Nacht der Großteil von Peter Familie und Vertrauten töteten.
= 1.Akt.
=Die Strelitzen erinnern sich an ihren Aufstand in der Nacht zuvor.
Der Bojar Schaklowity diktiert einem Schreiber eine Denunziation des Anführers Fürst Iwan Chowansky der Strelitzen vor, der eine Verschwörung gegen Zar Peter plant. Chowansky ist sehr angesehen und wird dabei unterstütz vom Moskauer Volk.
Andrej, der Sohn Iwan Chowanskys, bedrängt Emma, ein Mädchen aus der deutschen Vorstadt. Die Altgläubige Marfa, Andrejs frühere Geliebte, schützt sie vor Andrej. Doch Fürst Chowansky will Emma auch haben und befiehlt den Strelitzen, sie festzunehmen. Andrej wehrt sich gegen Emma´s Festnahme. Dossifej, der geistige Führer der Altgläubigen, schlichtet den Streit zwischen Vater und Sohn. Er beauftragt Marfa, sich um Emma zu kümmern. Auch erzählt er allen , dass jeden Augenblick der öffentliche Streit über den Glauben zwischen den Altgläubigen und den Anhängern der offiziellen Kirche ausbrechen kann.
= 2.Akt.
=Fürst Golizyn, ein wichtiges Mitglied der Regierung und Oberbefehlshaber der Armee und Liebhaber der Zarewna Sofia, erhält einen Liebesbrief von ihr. Er erwartet Iwan Chowansky und Dossifej, wo sie in einem Treffen ihre Verschwörung besprechen wollen. Doch voher ruft Golizyn Marfa zu sich, die ihm wahrsagen soll. Sie prophezeit ihm seinen baldigen Untergang und das er verbannt werden soll. Um öffentliches Aufsehen zu vermeiden, befiehlt Golizyn zornig, Marfa heimlich zu ermorden.
Chowansky trifft ein und beginnt sofort Sreit mit Golizyn, wirft ihm militärische Misserfolge vor und erniedrigende Beschlüsse für Chowansky. Dossifej mahnt, an die Zukunft der Regierung des Reichs zu denken. In ihrem heftigen Streit kommen die Verschwörer zu keiner gemeinsamen Entscheidung. Marfa kommt wieder zurück in Golizyns Haus, um den Männern von den Truppen von Zar Peters zu berichten, die sie vor Golizyns Anschlag gerettet haben. Die unerwartete Ankunft Schaklowitys zerstört die letzte Hoffnung der Verschwörer: Schaklowity, ebenso Liebhaber Sofias wie Golizyn, meldet in deren Namen, dass der Hof von der Verschwörung der Chowanskys weiß, die von Zar Peter als "Die Sache Chowansky" (= Chowanschtschina) bezeichnet worden ist. Zar Peter ordnete eine Untersuchung dieser Verschwörung an.
= 3.Akt.
=Marfa wird von einigen Altgläubigen angegriffen, die die Liebe Marfas zu Andrej als sündhaft verurteilen. Dossifej verteidigt Marfa. Marfa gesteht Dossifej, wie sehr ihre Leidenschaft sie quält. Sie möchte sich mit Andrej verbrennen, um endlich Erlösung zu bekommen. Doch Dossifej meint, dass es noch zu früh sei, aufzugeben.
Schaklowity ist bei Zarewna Sofia, und erzählt wie besessen er von der Idee der Rettung Russlands sei und setzt alle Hoffnung auf eine starke Alleinherrschaft.
Betrunkene Strelitzen wüten und randalieren. Nicht einmal ihre Frauen können sie beruhigen. Als die Randalen im vollem Gange sind, verbreitet der Schreiber die Nachricht von den sich nahenden Truppen der Petrowzen, der Leibgarde Zar Peters. Panik breitet sich in den Reihen der Strelitzen aus. Iwan Chowansky aber befiehlt den Strelitzen, keinen Widerstand zu leisten, nicht zu kämpfen und sich in ihren Häusern einzuschließen.
= 4.Akt., erstes Bild.
=In seinem Haus versucht Iwan Chowansky, seine Angst zu betäuben, die durch die Warnung vor seinem baldigen Untergang noch verstärkt wird. Alle Bemühungen seiner Untergebenen, ihn zu zerstreuen, bleiben erfolglos. Unerwartet überbringt Schaklowity eine ehrenvolle Einladung an Chowansky bei der Zarewna Sofia. Doch diese Einladung erweist sich für den Fürsten als Botschaft des Todes.
= 4.Akt., zweites Bild.
=Golizyn wird in die Verbannung geschickt, und wird teilnahmsvoll vom Moskauer Volk verabschiedet. Marfa erzählt Dossifej aufgeregt, dass die Regierung die Vernichtung der Altgläubigen angeordnet hat. Dossifej beschliesst den Tod durch kollektive Selbstverbrennung. Marfa berichtet Andrej Chowansky über den Tod seines Vaters und davon, dass er selbst von den Petrowzen gesucht wird. Andrej glaubt ihr nicht und beschuldigt sie, mit ihrer Lügerei sein Leben zerstört zu haben. Doch die Glockenschläge, die den Beginn der Hinrichtung der verurteilten Strelitzen verkünden, bestätigen Andrej, dass Marfa die Wahrheit gesagt hat. Nun ist er bereit, ihr überall hin zu folgen. Im letzten Augenblick aber begnadigt Zar Peter die Strelitzen.
= 5.Akt.
=Da sie keinen Ausweg mehr sehen, verbrennen sich Dossifej, Marfa, Andrej und andere Altgläubige sich. Dadurch erhoffen sie sich ein besseres Leben in einer anderen Welt.
= Wichtige Darsteller
=*Fürst Iwan Chowansky, Anführer der Strelitzen, Bass
*Fürst Andrej Chowansky, sein Sohn, Tenor
*Fürst Wassilij Golizyn, Tenor
*Schaklowity, Bojar, Bariton
*Dossifej, Führer der Altgläubigen, Bass
*Marfa, Altgläubige, Kontraalt
*Emma, ein Mädchen aus dem "Deutschen Stadtviertel", Sopran
*Zar Peter (hat keinen Text)
*Zarewna Sofia (hat keinen Text)
*Strelitzen
*Altgläubige

