Chotyn
Chotyn (ukrainisch /Chotyn; rumänisch Hotin; polnisch Chocim) ist eine Kreisstadt in der ukrainischen Oblast Czernowitz. Sie liegt am rechten Ufer des Dnister, 69 km nordöstlich von Czernowitz und im nördlichen Bessarabien.
Geschichte
Dank seiner strategisch günstigen Lage spielte Chotyn eine bedeutende Rolle in der Geschichte der Ukraine, Moldawiens, Polens, des Osmanischen Reiches und des Russischen Reiches.
Archäologische Ausgrabungen belegen die Besiedlung durch Slawen schon im 8.Jahrhundert. Im 10. Jahrhundert gehörte Chotyn zur Bessarabien
Bevölkerung
Chotyn war ein bedeutendes jüdisches Zentrum mit ca. 19.000 jüdischen Einwohnern (auf eine Bevölkerung von 35.000), 36 Synagogen und berühmten jüdischen Schulen. Bis ins 20. Jahrhundert hinein gab es kaum Ukrainer in der Stadt, dagegen viele russischsprachige Einwohner. Die Volkszählung von 1930 ergab folgende Verhältnisse: 15% Ukrainer, 37% Russen, 38% Juden und 9% Rumänen.
Durch den Zweiten Weltkrieg und die Ermordung großer Teile der jüdischen Bevölkerung Europas durch die Nationalsozialisten haben sich die Einwohnerzahlen radikal geändert: heute bezeichnen sich 72% der Bevölkerung als Ukrainer, 16% als Russen, 8% als Juden (Hebräer) und 4% als Rumänen.
Geografie
Die Stadt liegt in einer wald- und wildreichen Umgebung. Der Dnister ist sehr fischreich.
*Koordinaten: 48,48°N - 26,50°O
Die Bevölkerungszahlen nimmt seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts ab:
* 1897: 23.800 Einwohner
* 1930: 15.300 Einwohner
* 1970: 11.900 Einwohner
* 2001: 11.216 Einwohner
Sehenswürdigkeiten
Chotyn besitzt etwa 20 historische Denkmäler. Darunter ist die Kriegsgräberstätte, in der 4910 gefallene russische Soldaten des ersten Weltkrieges und die 47 Opfer des Chotyner Aufstandes von 1919 bestattet sind.
Festung Chotyn
right|thumb|340px|Im_17._Jahrhundert_kämpften_Polen_und_Türken_um_Chotyn
right|thumb|340px|Die_Festung_heutzutage
Eine Festung wurde von den Slawen zum Schutz des Dnister-Überganges errichtet, zuerst als Holzbau und seit dem 13. Jh. aus Stein. Die heutige Festung wurde aber von dem moldawischen Fürsten ?tefan cel Mare im XVI Jh. errichtet. Bis ins 20. Jahrhundert blieb sie bedeutend und war Schauplatz mehrerer wichtiger Schlachten. König Wladyslaw_IV. von Polen schlug hier im Jahre 1621 gemeinsam mit den Kosaken ein türkisches Heer; die Kosaken unter Timosz Chmelnyzki konnten die Festung in den Jahren 1650 und 1652/53 zweimal einnehmen. Jan_Sobieski, König von Polen, besiegte in der Schlacht von Chotyn am 11. November 1673 die Türken zusammen mit moldauischen und kosakischen Truppen, wodurch der Friede von Buczacz annulliert wurde.
Während der russisch-türkischen Kriege im 18. Jahrhundert war Chotyn wiederholt Schauplatz von Kämpfen: 1739 siegten hier die Russen unter General_Münnich über die Türken, wogegen wieder die Türken 1768 die russischen Truppen unter den Mauern der Festung schlugen.
Die Festung war in sowjetischer Zeit als Schauplatz von Kinofilmen beliebt; über 50 Spielfilme sind hier entstanden.
Literatur
*Ion Gumenâi: Istoria ?inutului Hotin de la origini pân? la 1806. Chi?in?u 2002
Weblinks
• Tourismus-Tipps
• Wappen
lmo:Khotyn

