Chlorcyan
| R =
| S =
| MAK = nicht festgelegt
| LD50 = 11.000 mg·min·m?3
| LD50-Ziel = inhalatorisch
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Chlorcyan, das auch Cyanchlorid genannt wird, ist ein Chlorameisensäure.
Eigenschaften
Die farblose Flüssigkeit ist in Alkohol, Benzin, Ether, Wasser und chlorierten Lösungsmitteln sehr gut löslich. Bei Kontakt mit Natronlauge wird das Molekül hydrolysiert. Der Gefrierpunkt liegt bei ?6,9 °C, bei dem Chlorcyan kristallin erstarrt. Das Gas hat einen stechenden Geruch und reizt die Augen zu Tränen. Der vielmals beschriebene Bittermandelgeruch liegt nicht vor.
Anwendungen
Im ersten Weltkrieg wurde Chlorcyan mit Blausäure gemischt, um die tödliche Wirkung zu erhöhen. Heutzutage besteht die technische Möglichkeit, den Stoff als Aerosol zu benutzen, da er auch als Feststoff hergestellt werden kann. Im Gegensatz zur Blausäure wirkt Chlorcyan langsamer, da sich das Cyanidion langsamer freisetzt.
Erstmalig eingesetzt wurde Chlorcyan 1916 von der Entente. Wie alle Cyanide (Blausäure HCN, Zyankali KCN) kann auch Chlorcyan als Sabotagegift verwendet werden (z. B. zur Vergiftung von Trinkwasser).
Schutzmaßnahmen
Chlorcyan kann mit Basen wie Alkalihydroxiden, Ammoniak, Aminen und Pyridin neutralisiert werden. Gasmaskenfiltern werden mit zyklischen Aminen imprägniert, um der ?maskenbrechenden? Wirkung des Chlorcyans entgegenzuwirken.
Quellen
Weblinks
• Infrarotspektrum von Chlorcyan
Siehe auch
Liste chemischer Kampfstoffe,
Chemische Waffe,
Blutkampfstoff

