Chitin
Chitin ist einer der Hauptbestandteile der Zellwand von Pilzen und des Exoskeletts von Arthropoden (Krebse, Insekten, Tausendfüßer, Spinnentiere) und einiger anderer Tiere. Chitin ist ein Polysaccharid, das aus mehreren Acetylglucosaminen besteht (präzise: N-acetyl-D-glucos-2-amine). Die Acetylglucosamine sind durch ?-1,4 Verbindungen gekoppelt - dies ist die gleiche Kopplung wie die von Glukose zu Zellulose.
Chitin kann also als Abart der Zellulose aufgefasst werden, bei der eine Hydroxylgruppe jedes Monomers durch eine Acetamido-Gruppe ersetzt wurde. Dadurch wird eine stärkere Wasserstoff-Bindung zwischen angrenzenden Polymeren erreicht, die Chitin härter und stabiler als Zellulose macht.
Entgegen der landläufigen Meinung ist aber nicht Chitin dafür verantwortlich, dass ein Insektenpanzer hart ist. Chitin ist für dessen Weichheit und Biegsamkeit verantwortlich. Erst durch die Zugabe von Sklerotin wird die Cuticula hart und stabil.
Chitin von aquatisch lebenden Gliedertieren und Pilzen wird u.a. von Vibrio cholerae, dem Choleraerreger, abgebaut. Unzureichend gekochte Krabben oder Krebse können deshalb ein Gesundheitsrisiko darstellen.
Wirkstoffe, die die Chitinsynthese hemmen werden als Chitininhibitoren bezeichnet und werden zur Bekämpfung von Insekten und Pilzen eingesetzt.
Weblinks
• www.wissenschaft.de: Unerwartetes Allergiepotenzial - Studie: Biopolymer Chitin ruft allergieähnliche Entzündungen hervor (Zusammenfassung eines Artikels aus Nature: Tiffany A. Reese, Hong-Erh Liang, Andrew M. Tager, Andrew D. Luster, Nico Van Rooijen, David Voehringer, Richard M. Locksley. Chitin induces accumulation in tissue of innate immune cells associated with allergy. Nature advance online publication 22 April 2007)
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