Schere, Stein, Papier
Stein, Schere, Papier, auch Schnick, Schnack, Schnuck; Ching, Chang, Chong; Klick, Klack, Kluck; Schnibbeln; Knobeln oder Schniekern ist ein weltweit verbreitetes Glücksspiel, das bei Kindern und Erwachsenen bekannt und beliebt ist.
Es wird wegen seiner Einfachheit, analog zum Symbole zugeordnet, die sich wechselseitig ?schlagen? können.
Die drei Hauptfiguren sind Schere, Stein und Papier.
Das Papier wird dargestellt durch eine flache Hand mit ungespreizten Fingern. Das Symbol der Schere ist der gespreizte Zeige- und Mittelfinger. Der Stein wird durch eine Faust symbolisiert.
Gelegentlich gibt es zwei Varianten mit mehr möglichen Handhaltungen. Dabei werden die Figuren erweitert um den Brunnen und bisweilen um die Figur Feuer. Beim Brunnen bildet der Daumen mit den restlichen Finger einen Kreis bzw. Loch. Beim Feuer ist die Hand auf dem Rücken, die Finger werden flackernd vor und zurück bewegt.
Die Wertigkeit der Symbole gegeneinander ergibt sich aus dem jeweils Dargestellten: Die Schere schneidet das Papier, das Papier wickelt den Stein ein, der Stein stumpft die Schere ab.
Kommt der Brunnen hinzu, so fallen Stein und Schere hinein, das Papier jedoch bedeckt den Brunnen und wickelt den Stein ein (siehe Grafik). Die Variante bringt jedoch keine Erweiterung des Spiels, denn Stein und Brunnen verhalten sich in bezug auf Papier und Schere gleich (beide verlieren gegen Papier und gewinnen gegen die Schere - wann immer ein Spieler Stein wählt, erzielt er ein mindestens genauso gutes Ergebnis, wenn er stattdessen Brunnen wählt). Im direkten Vergleich mit dem Brunnen verliert jedoch der Stein. Die Figur Stein kann also keine sinnvolle Wahl sein und die Variante bietet somit keine neuen Spieloptionen. Die beiden Figuren sind also gleichbedeutend und schließen einander aus.
Kommt das Feuer hinzu, verbrennt es das Papier und die Schere, wird selbst aber durch den Stein und ggf. den Brunnen "gelöscht".
Die Erweiterung um Feuer und Brunnen ergibt aber eine unfaire Gewichtung. Denn Schere, Stein und Papier überliegen und unterliegen jeweils einmal den beiden anderen Figuren. Somit ist die Wahrscheinlichkeit eines Sieges rein statistisch bei jeder der drei Figuren ausgeglichen (ähnlich dem Würfel oder Münzwurf).
Kommen Feuer und Brunnen hinzu, so ändert sich die Gewichtung. Denn dann ist der Brunnen den anderen je dreimal überlegen (Stein, Feuer, Schere) und nur einmal unterlegen (Papier).
Dagegen verlieren Schere und Stein je dreimal (Brunnen, Feuer, Stein/Papier) und gewinnen nur einmal (Papier/Schere).
Als Glücksspiel eignet es sich dann weniger, da es taktisch unklug wäre, Schere oder Stein zu wählen.
Ziel des Spieles ist es, eine höherwertige Handhaltung zu haben als der Gegner. Damit keiner der Spieler einen Nachteil durch verfrühtes Zeigen seiner Handhaltung bekommt, bewegen beide Spieler ihre rechte Hand noch zur Faust geballt vor sich hoch und runter und sprechen dabei zusammen den Namen des Spiels, zählen bis drei oder Ähnliches. Diese Bewegung dient der Spannung und ist außerdem eine rhythmische Synchronisierungshilfe. Gleichzeitig mit dem letzten Wort des Spielnamens (Papier, Schnuck, Chong oder Kluck) offenbaren die Spieler sich gegenseitig ihre Handhaltung. In einer abgewandelten Form hakeln die Spieler beim Synchronisieren ihre kleinen Finger ineinander.
Wenn der Mensch rein zufällig eine der drei Spielfiguren auswählen könnte, wäre das Spiel ein reines Glücksspiel. Rein zufälliges Wählen ist aber nicht möglich und somit kommt als psychologisch-taktische Komponente hinzu, dass man versuchen kann, die Verhaltensweise des Gegners einzuschätzen. Beispielsweise nimmt ein Spieler nicht gern zwei Mal das selbe Symbol hintereinander oder hat eine gewisse Präferenz für eines der Symbole.
Genau so schwierig, wie das Spiel zu gewinnen, ist das absichtliche Verlieren.
Herkunft
Die genaue Herkunft des Spiels ist unbekannt. Sicher scheint, dass es sich um eines der ältesten Spiele überhaupt handelt. Im Laufe der Geschichte wechselten die Handhaltungen und Figuren und passten sich der jeweiligen Kultur an. So gibt es heute noch Hand-Varianten mit Schlange / Frosch / Schnecke, Krieger / Tiger / Mutter des Kriegers, Feuer / Schlange / Wasser (Japan); Elefant / Mensch / Ameise (Indonesien). Auch neuere Bilder wie Schere / Stein / Papier / Dynamit (Kanada und USA) oder Katze / Alufolie / Mikrowellenherd finden sich.
Man vermutet den Ursprung des Spiels im asiatischen oder ägyptischen Raum und datiert es auf etwa 2000 v. Chr. Anderen Theorien zufolge ist das Spiel aus dem alten römischen Mora-Spiel (lat. Hindernis) hervorgegangen. Die römische Variante kennt keine Handfiguren, sondern basiert auf dem Raten der Anzahl der gestrecken Finger. Es wurden dabei im alten Rom hohe Wetten über den Spielausgang abgeschlossen. In Japan wird die römische Spielart zum Teil heute noch (ohne hohe Einsätze) gespielt (Taiwan chuan).
Modifikationen und Abarten
thumb|thumb|Geste noch keineswegs die Runde gewonnen. Dazu muss man noch die Blickrichtung erraten, in die der Unterlegene beim dritten Akzent einer ebenfalls rhythmisch gesprochenen Strophe schauen wird. Hierzu hält der vermeintliche Gewinner seinen Zeigefinger vor die Nasenspitze des Mitspielers und spricht im selben Takt wie zuvor die Silben ?Atchi-Muite-Hoi?.
Auf ?Hoi? müssen sich beide Spieler gleichzeitig für eine Richtung entscheiden, also oben, unten, rechts oder links. Der Unterlegene der Vorrunde muss auf der Silbe ?Hoi? ruckartig seinen Kopf in eine der vier Richtungen drehen, der mögliche Gewinner zeigt mit seinem Zeigefinger in eine spontan gewählte Richtung. Erst bei einer Übereinstimmung geht ein Siegpunkt an den Gewinner, andernfalls gilt auch die als ?Jan-Ken-Pon? übliche Vorrunde (nur Stein, Schere, Papier) als unentschieden. Oft kann man die Niederlage so noch aufhalten, mithin kann die Schmach noch größer sein, der Spielspaß ebenso.
Mora / Morra
*Insbesondere in Italien, aber auch in anderen südlichen Ländern ist das Fingerspiel Mora oder Morra bekannt. Hier kommt es auf rasches Abschätzen der nach einem Kommando nach vorn schnellenden gezeigten gemeinsamen Anzahl von Fingern an. Sobald die Faust geöffnet wird, ruft jeder laut die Anzahl aus. Wer richtig oder besser schätzt, hat gewonnen und erhält die Differenz als Pluspunkte gutgerechnet. Der beim Morra häufige Ausruf ?cinque a la mora? (fünf) führte in der Schweiz zur (abwertenden) Dialektbezeichnung ?Tschingg? oder ?Tschinggalamorä? für italienische Gastarbeiter.
Gerade-Ungerade
*Auch Gerade-Ungerade ist eine vereinfachte Variante des schon erwähnten Mora, bei der die Gesamtanzahl der gezeigten Finger vorher als gerade oder ungerade Zahl bestimmt wird.
Weitere Namen des Spiels
* Jan Ken Pon, Janken (Japan)
* Rock, Paper, Scissors (USA)
* RoShamBo (Südwesten der USA)
* Ching Chong Chow (Südafrika)
* Pierre, Feuille, Ciseaux (Frankreich)
* Gawi Bawi Bo (Korea, Schere-Stein-Tuch)
* Schnibbeln bzw. Schnick Schnack Schnuck (Süddeutschland)
Schere-Stein-Papier-Prinzip
Bisweilen ist von dem ?Schere-Stein-Papier-Prinzip? die Rede, meist im Zusammenhang mit Strategiespielen. Damit ist gemeint, dass eine Kampfeinheit bestimmten Einheiten überlegen ist, anderen hingegen unterlegen, ohne dass diese generell zu schwach oder zu stark wären. Dieses Prinzip sorgt dafür, dass strategische Planung angewandt wird, um die Schwächen einer Einheit durch eine andere zu kompensieren und kreiert so Vielfalt und Spannung; es ist heute daher Teil der meisten Duell- und Strategiespiele. Beispiel: Kavallerie gegen Bogenschützen, Bogenschützen gegen Infanterie, Infanterie gegen Artillerie, Artillerie gegen Kavallerie.
Oder alternativ dazu wäre das Total War-Prinzip: Kavallerie gegen Bogenschützen, Bogenschützen gegen Speerträger und Speerträger gegen Kavallerie. Das Total-War-Prinzip wird aber taktisch erweitert. Dies geschieht durch Artillerie, Bogenschützenkavallerie, gepanzerter Infanterie usw.
Siehe auch
Liste von Spielen
Weblinks
• World Rock Paper Scissors Society
• Schere Stein Papier Online Game (Flash)
• Scissors, Rock, Paper onlinespiel mit Ton
• Weltweite Spielvarianten - englisch
• Berichte über die aktuellen Weltmeisterschaften - englisch
• RoShamBo bei den Computerspiel-Meisterschaften
• nettes kleines grelles lautes Flashgame
• Schnick Schnack Schnuck Masters Serie aus Köln - Turnierberichte und Bilder
• Schere Stein Papier Meisterschaft aus Tirschenreuth - Turnierergebnisse, Weltrangliste und Bilder
• Schnick Schnack Schnuck Spiel zum runterladen
• Spieltheoretische Analyse von Schnick-Schnack-Schnuck
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