Chinesischer Kalender
Der chinesische Kalender ist ein astronomischer Lunisolarkalender, das heißt ein Kalender, der sowohl mit dem Sonnenzyklus (Jahr), als auch mit dem Mondzyklus (Monat) korrespondiert und nicht durch arithmetische Regeln, sondern durch astronomische Ereignisse definiert wird. Er wird heute in China zur Berechnung von Festen benutzt, allerdings verwenden sowohl die Volksrepublik China als auch Republik China auf Taiwan wie auch die meisten anderen asiatischen Länder offiziell den gregorianischen_Kalender. In Taiwan wird jedoch eine abgewandelte Form benutzt, die Zeitrechnung beginnt ab der Gründung der Republik China 1912. Der traditionelle tibetische Kalender ist vom chinesischen Kalender abgeleitet.Ge Feng, Geraldine Goh: Origins of Tibetan Culture (Asiapac 2002), ISBN 981-229-314-0, S 56.; An Caidan u.a.: Travel Guide to Tibet of China (China Intercontinental Press 2003), ISBN 7-5085-0374-0, S. 118f. Im Chinesischen heißt der traditionelle Kalender Bauernkalender (chin. ?? nóngli), der ebenfalls verwendete gregorianische Kalender heißt westlicher Kalender (xili ?? x?li) oder bürgerlicher Kalender (?? g?ngli).Regelwerk
Der heutige Kalender, der seit 1645 gilt, lässt sich in den folgenden fünf Regeln zusammenfassen:
# Bezugspunkt ist der 120. östliche Meridian (Peking: 116°25'O).
# Der Tag beginnt um Mitternacht.
# Der Neumond fällt immer auf den ersten Tag eines Monats.
# Die Wintersonnenwende der Nordhalbkugel fällt immer auf den 11. Monat.
# Wird ein Schaltmonat notwendig, so ist der erste Monat zwischen zwei Wintersonnenwenden, auf den kein Zh?ngqì (chin. ??) fällt, ein Schaltmonat. Der Schaltmonat erhält dieselbe Zahl wie der vorherige Monat.
Die zwölf Zh?ngqì teilen die Ekliptik in 12 Teile von jeweils 30°, wobei die Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen vier der zwölf Zh?ngqì sind. Der mittlere zeitliche Abstand zwischen zwei Zh?ngqì beträgt somit 1/12 eines tropischen_Jahres oder 30,43685 Tage und ist etwas länger als der mittlere synodische_Monat von 29,53059 Tagen.
Die Berechnung des chinesischen Kalenders ist deswegen so kompliziert, weil sie nicht auf den Mittelwerten, sondern auf den exakten astronomischen Stellungen von Mond und Sonne fußt. Die Zeit zwischen zwei Zh?ngqì schwankt zwischen 29,44 und 31,44 Tagen, die eines synodischen Monats zwischen 29,27 und 29,84 Tagen. Daher kommt es in seltenen Fällen vor, dass auf einen Monat zwei Zh?ngqì fallen und es Monate gibt, auf die kein Zh?ngqì fällt, die aber nicht Schaltmonate sind (scheinbare Schaltmonate).
Eine genaue Auflistung der chinesischen Jahre findet sich im Artikel Chinesische Kalenderzyklen.
Der 60er-Zyklus
Der 60er-Zyklus der Jahre, Monate und Tage setzt sich aus einem Zyklus der zehn Yin und Yang.
# ? chin. ji?, jap. kinoe (???) oder k?: Holz und Yáng
# ? chin. y?, jap. kinoto (???) oder otsu: Holz und Y?n
# ? chin. b?ng, jap. hinoe (???) oder hei: Feuer und Yáng
# ? chin. d?ng, jap. hinoto (???) oder tei: Feuer und Y?n
# ? chin. wù, jap. tsuchinoe (???) oder bo: Erde und Yáng
# ? chin. j?, jap. tsuchinoto (???) oder ki: Erde und Y?n
# ? chin. g?ng, jap. kanoe (???) oder k?: Metall und Yáng
# ? chin. x?n, jap. kanoto (???) oder shin: Metall und Y?n
# ? chin. rén, jap. mizunoe (???) oder jin: Wasser und Yáng
# ? chin. gu?, jap. mizunoto (???) oder ki: Wasser und Y?n
Die 12 Tierzeichen
# ? z?: Ratte (? sh?)
# ? ch?u: Rind (? niú)
# ? yín: Tiger (? h?)
# ? m?o: Hase (? tù)
# ? chén: Drache (? lóng)
# ? sì: Schlange (? shé)
# ? w?: Pferd (? m?)
# ? wèi: Schaf (? yáng)
# ? sh?n: Affe (? hóu)
# ? y?u: Hahn (? j?)
# ? x?: Hund (? g?u)
# ? hài: Schwein (? zh?)
Die zwölf Tierzeichen oder Erdzweige werden auch zur Einteilung des Tages in zwölf (Doppel-)Stunden benutzt. Hierbei ist ? die Stunde um Mitternacht, ? die Stunde um Mittag. Bis heute hat sich die Bezeichnung w?qián (??, jap. gozen = vor dem Pferd) für Vormittag und w?hòu (??, jap. gogo = nach dem Pferd) für Nachmittag erhalten.
Die chinesischen Tierkreiszeichen werden nicht von der Sonne (wie im europäischen Horoskop) beeinflusst, sondern vom Mond. Ihr Zyklus dauert nicht zwölf Monate, sondern zwölf Jahre. Das chinesische Jahr beginnt nicht am 1. Januar, sondern liegt zwischen dem 21. Januar und dem 19. Februar, denn nach dem Mondkalender geht es erst an dem zweiten Neumond nach der Wintersonnenwende los.
Die Menschen in Asien glauben an einen Horoskopzyklus, der zur Zeit der Han-Dynastie entstand.
Die Entstehung dieses Zyklusses geht auf eine Legende zurück: Zum Neujahrsfest lud Buddha alle Tiere seines Universums zu einem Fest ein. Doch nur zwölf erschienen ? erst die Ratte (Ratte), dann das Rind (Rind), es folgten Tiger, Hase, Drache, Schlange, Pferd, Ziege, Affe, Hahn, Hund und als letztes Tier das Schwein. Zum Dank machte Buddha seinen Getreuen das Geschenk, dass jeder Herrscher über ein Jahr werden solle und alle Ereignisse und Schicksale bestimmen könne. So entstand der Legende nach das chinesische Horoskop.
Die 60 Kombinationen
Da 10 und 12 den gemeinsamen Teiler 2 haben, gibt es 10?12/2 = 60 Kombinationen von Stamm und Zweig (?? g?nzh?), auch nach der ersten Kombination jiazi (??) genannt. In der rechten Tabelle sind die 60 Kombinationen mit den zugehörigen Jahren im Zeitraum von 1864 bis 2043 aufgeführt. Zu beachten ist, dass das chinesische_Neujahr (siehe oben) nicht mit dem des Gregorianischen_Kalenders übereinstimmt.
Die 24 Stationen des Jahres
Das Jahr ist untergliedert in 24 Stationen, den 24 Jiéqì (??), welche das Sonnenjahr in 24 Teile unterteilen. Genauer gesagt, wird die Ekliptik in 24 Teile von je 15° (Ch?nf?n = 0° bis J?ngzhé = 345°) unterteilt. Diese Stationen sind traditionell wichtig für die chinesische Landwirtschaft und werden auch heute noch in den meisten Kalendern in China und Taiwan verzeichnet. Klimatisch gesehen treffen sie eher für Nordchina zu, für Südchina weniger.
Beginnend mit Y?shu? (??) ist jede zweite Station ein Zh?ngqì (??). Aufgrund der Schaltjahre im Gregorianischen_Kalender und der elliptischen Umlaufbahn der Erde ergeben sich leicht unterschiedliche Zeitabstände zwischen zwei Jiéqì. Deshalb schwanken die Daten etwas (entsprechend wie der Frühlings-, Sommer-, Herbst- und Winteranfang im Gregorianischen Kalender).
Frühling ? Ch?n
# ?? Lìch?n ? Frühlingsanfang (3.-5. Februar)
# ?? Y?shu? ? Regenwasser (18.-20. Februar)
# ?? J?ngzhé ? Erwachen der Insekten (5.-7. März)
# ?? Ch?nf?n ? Frühlingstagundnachtgleiche (20.-22. März). Es sollte regnen.
# ?? Q?ngmíng ? Helle Klarheit bzw. helles Licht (4.-6. April) Das Fest der Gräberreinigung.
# ?? G?y? ? Getreideregen bzw. Saatregen (19.-21. April) Zeit zur Weizensaat.
Sommer ? Xià
# ?? Lìxià ? Sommeranfang (5.-7. Mai). Beginn des warmen Wetters.
# ?? Xi?om?n ? Kleine Fülle (20.-22. Mai). Ährenbildung, der Winterweizen muss geerntet werden.
# ?? Mángzhòng ? Körner mit Grannen (5.-7. Juni). Ende des Getreidewachstums.
# ?? Xiàzhì ? Sommerankunft (21.-22. Juni, Sommersonnenwende, entspricht Mittsommer) Längster Tag des Jahres.
# ?? Xi?osh? ? Kleine Hitze (6.-8. Juli)
# ?? Dàsh? ? Große Hitze (22.-24. Juli)
Herbst ? Qi?
# ?? Lìqi? ? Herbstbeginn (7.-9. August)
# ?? Ch?sh? ? Ende der Hitze (22.-24. August)
# ?? Baílù ? Weißer Tau (7.-9. September). Beginn des trockenen Wetters.
# ?? Qi?f?n ? Herbsttagundnachtgleiche (22.-24. September)
# ?? Hánlù ? Kalter Tau (8.-9. Oktober). Die ersten Blätter fallen.
# ?? Shu?ngjiàng ? Fallender Reif (23.-24. Oktober). Der erste Frost.
Winter ? D?ng
# ?? Lìd?ng ? Winterbeginn (7.-8. November)
# ?? Xi?oxu? ? Mäßiger Schnee (22.-23. November)
# ?? Dàxu? ? Großer Schnee (6.-8. Dezember)
# ?? D?ngzhì ? Winterankunft (21.-23. Dezember, Wintersonnenwende)
# ?? Xi?ohán ? Mäßige Kälte (5.-7. Januar)
# ?? Dàhán ? Große Kälte (20.-21. Januar)
Traditionelle chinesische Feste
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! width="10%" | Pinyin
! width="65%" /'> Deutsche Bezeichnung und Datum
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| ch?n jié (Neujahr des chinesischen Kalenders), fällt auf den zweiten oder seltener dritten Neumond nach der Wintersonnenwende zwischen dem 21. Januar und 21. Februar.
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| yuán xi?o jié
d?ng jié
| Drachenbootfest, fällt auf den 5. Tag des 5. Mondmonats. Die an diesem Tag in Südchina stattfindenden Drachenbootrennen sollen die Erinnerung an den Dichter Qu Yuan wach halten.
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| Geisterfest, der 15. Tag des Geistermonats, des 7. Mondmonats.
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| zh?ng qi? jié
| Liste der Kalendersysteme
Zeitrechnung
Weblinks
* Bernhard Peter: [http://www.kultur-in-asien.de/Kalender/seite462.htm Der Chinesische Kalender] und [http://www.Kultur-in-Asien.de/Kalender/seite208.htm Kalendersysteme Asiens]. 2005. In: Kultur in Asien. www.Kultur-in-Asien.de
* Helmer Aslaksen: [http://www.chinesecalendar.net The Mathematics of the Chinese Calendar] ([http://www.math.nus.edu.sg/aslaksen/calendar/cal.pdf PDF], Details). www.chinesecalendar.net Juli 2006. In: [http://www.math.nus.edu.sg/aslaksen/calendar/ Calendars in Singapore]
• Chinesische Feiertage
• Generierung eines chinesischen Kalenders als EPS, HTML, JPEG, PDF (free)
• Chinesische neues Jahr-Kalender
Fußnoten
2. ^ van Dalen et al. 1997zh-yue:??

